z.2.4 Jahresbericht über die up . Fortschritte auf dem Gesammtgebiete f BOTAMCAL der G A * DEN A g r i c u 1 1 u r - C h e m i e. Begründet von Dr. R. Hoffmann. Herausgegeben von Dr. A. Hilger, Professor der Universität Erlangen unter Mitwirkung von Dr. P. De gen er, Vorstand des chemischen Laboratoriums des Vereins der deutschen Rübenzuckerindustrie Berlin, Professor Dr. Th. Dietrich, Dirigent der landwirthsch. Versuchsstation Marburg, Dr. E. v. Gerichten, Docent der Universität Erlangen, Dr. E. A. Grete, Dirigent der Versuchsstation Zürich, Dr. A. Halenke, Dirigent der landw. Versuchsstation iu Speyer, Dr. M. Ha y duck, Assistent der Versuchsstation des Vereins deutscher Spiritusfabrikanten Berlin, Dr. Chr. Kellermann, Kgl. Reallehrer Wuusiedel, Dr. W. Kirchner, Professor der Universität Halle a./S., Dr. C. Krauch, Assistent der landwirthsch. Versuchsstation Münster i./W., Dr. C. Kraus, Kgl. Lehrer der Ackerbau- schule Tricsdorf, Dr. C. Lintner, Director der landwirthsch. Centralschule Weihenstephan, Dr. 0. Loew, Adjunkt des pflanzenphysiologischen Institutes München, Dr. A. Orth, Professor der Kgl. landwirtschaftlichen Academie Berlin, Dr. 0. Saare, Assistent der landw. Academie Berlin, Dr. E. Schulze, Professor der polytechnischen Schule Zürich, P. St roh m er, Assistent der k. k. landwirthsch. Versuchsstation Wien, Dr. W. Wolf, Oberlehrer der Kgl. Realschule Döbeln. Neue Folge. Vierter Jahrgang. (Der ganzen Reihe Vierundzwanzigster Jahrgang.) Das Juki* 1881. BERLIN. Verlag von Paul P a r e y. Wrb^hinJIuo« für IjadvirUsckift. Crttobju und > ' L882, XJ .AU Inhaltsverzeichniss. Boden. Referenten: 0. Saare, A. Orth. Seite Verwendbarkeit einer Kaliumquecksilberjodidlösung bei mineralogischen und petrographischen Untersuchungen, von S. Goldschmidt, J. Thoulet 3 Trennung des Quarzes von Silicatkieselsäure, von F. Wunderlich . . 5 Verkürzte Methode der Bodenanalyse, von F. Farsky 6 Hypersthenanalyse, von Fr. Beck e 6 Eruptivgesteine von Liebenstein, von G. Pringsheim 6 Quarzfreie Porphyre des Thüringer Waldes, von E. E.Schmid . . . 7 Silicatgesteine von Trusenthal, von Weiss 7 üphit, Diabas, von J. Kühn 9 Euphotid, von A. Cossa 10 Biotit-Augit-Gabbro, von Pufahl 10 Melaphyre, von Th. Petersen 10 Nonesit, von Lepsius 11 Porphyrartiger Diorit, von demselben 11 Eruptivgesteine des Cevedalegebietes, von G. Stäche und C. v. John . 12 Dolerite des Frauenberges, von Fr. Knopp 13 Kry8tallinische Gesteine des Columbiaflusses, von P. Jannasch, J. H. Kloss 14 Serpentine, von A. C o s s a 14 Sericit, von H. Laspeyres 15 Thonschiefer, von F. Pf äff 15 Geschiebelehm von Detmold und Herford, von 0. Weerth 15 Diatomeenmergel aus Ostpreussen, von M. Bauer 16 Sedimentärgesteine von Göttingen, von II. 0. Lang 16 Der Boden von Berlin, von K. A. Lossen 16 Porzellanerden, von W. Pabst 17 Vulkanische Böden, von P. de Gasparin 17 Reisböden, von R. Romanis 17 Hannoversche Böden, von K. Müller 18 Schlick, von J. König 18 Dänische Böden, von C. F. A. Tuxen , 19 Japanischer Boden, von 0. Korscheit . . 22 Verbindungsform der Phosphorsäure in der Ackererde, von P. H. D6h6- rain und Kayser 27 Sickerwasser, von A. Vogel 28 Einfluaa der Farbe des Bodens auf dessen Erwärmung, von E. Wollny . 29 Einflusa des Wassers auf die Bodentcmperatur, von E. Wollny . . . 34 Verdunstung des Wassers aus Ackerboden, von F. Masure 41 Bacterieu im Boden, von E. Koch 42 Literatur 43 jy Inhaltsver/.oiclinied. Seite Wasser. Referent: W. Wolf. 1. Trinkwasser. Beiträge zur Trinkwasserfrage, von R. Kern per 45 Trinkwasser, zur Tödtung der mikroskopischen Thiere in demselben, von Langfei dt 45 Analyse des Quellwassers des Badeortes St. Anna bei Cernowic in Böhmen und des Wassers aus dem Jordanteich bei Tabor, von Fr. Farsky . 46 Bestimmung der gelösten festen Bestaudtheile im Trinkwasser, von E. J. Mills 46 Ueber die Reinheit der Trinkwasser in den vereinigten Staaten, von A. R. Leeds 46 2. Mineralwasser. Analyse der Mineralwasser von Beresow, von J. Kartschewsky . . . 47 Chemische Untersuchung der Hroswithaquelle und Wilhelmsquelle des Her- zog-Ludolfsbades bei Gandersheim, von R. Otto und H. Beckurts . 47 Untersuchung der Mineralquellen von Buxton, von J. C. Tresh . . . . 48 Untersuchung der Schwefelquelle von Seon, von E. Egger 48 Analyse der Adelhaidsquelle zu Heilbrunn, von demselben 49 Analysen der Kaiserquelle und der Schwefelquelle zu Adesloe, von C. Himly 49 Ueber die Mineralquelle von Harrogate, von R. H. Davis 50 Analyse der Mineralwasser von Plombieres und Borbonne-les-Bains , von Willm . . 50 Analyse der Ambrosiusbrunnenquelle und der Ferdinandsquelle zu Marien- bad in Böhmen, von W. Fr. Gintl 51 Analyse des Lindenbrunnen in Zlatten bei Pernegg in Steiermark, von Max Buchner 52 Untersuchung der Mutterlauge der Saline Allendorf an der Werra, von Reichardt 53 Analyse des Wassers der Eisenquelle von Kingstead, von W. Johnstone 53 Ueber eisenhaltige Wasser, von G. Ville 53 Die heisse Quelle von Natmoo bei Maulmain in Birmah, von R. Roman is 53 Ueber die warmen Quellen an der Küste von Venezuela, von Boussin- gault 53 Untersuchung des Wassers eines heissen Quells von Neu-Britannieu und eines heissen Quells von den Fidji-Inseln, von A. Liversidge . . . 54 Ueber das Mineralwasser der Solfatare von Puzzuoli, von L. de Luca . 54 Analyse der Mineralquelle von Rammin, von R. Beusemann .... 54 Das Mineralwasser der Barzunquelle von Bareges, von E. Filhof . . . 54 3. Analysen, Verhalten und Reinigung anderer Wasser. Untersuchung der von Herrn N. v. Przewalski auf seiner zweiten Tibet- reise 1879 — 80 geschöpften Wasserproben, von Carl Schmidt in Dorpat 55 Ueber den Sauerstoffgehalt natürlicher Wasser, verglichen mit ihrem Ge- halt an organischer Substanz, von Th. Wege und X. Zeitler ... 56 Ueber das Vorkommen der Borsäure in den Salzseen und den natürlichen Salzwässern, von Dieulafait 57 Ueber die organische Substanz im Seewasser, von W. Jago 57 Ueber die Löslichkeit der kohlensauren Magnesia in kohlensaurem Wasser, von P. Engel und J. Ville 57 Ueber das Verhältniss von Kali und Natron in den natürlichen Wässern, von Ch. Cloez 58 Ueber den Durchgang der Regenwasser durch die Ackererde, von L. Au- doynaud und B. Chauzit 59 Ueber Thau und Nebel, von G. Dines 60 Ueber die grössten Regenmengen eines Tages, von H. Ziemer .... 60 Chemische Untersuchung einiger industrieller Abflusswasser und deren Einfluss auf Boden und Pflanze, von J. König 61 Ueber Kanalwasserreinigung durch Fällung, von W. Wallace .... 62 luiialtsverzeichuiss. y Seite Ueber die Bildung der Salinenwasser des westlichen Europas, von Dieu- lafait 62 Die Reinigung von Trinkwasser, die Tödtung der mikroskopischen Thiere in demselben, von Lang fei dt 63 Eine neue Behandlung der Abgangswasser behufs Reinigung derselben, von Hartog .64 Neuerungen in dem Verfahren zur Reinigung der Abflusswasser aus Zucker- fabriken und anderen gewerblichen Anlagen, von W. Knauer . . . 64 Ueber die Unterbringung und Verwerthung städtischer Abfälle, Abwasser etc., von Alex. Müller 64 Ueber die schädliche Wirkung der Röstwasser von Flachs und Hanf für die Fischzucht, von Reichard t 64 Hohe Ausnutzung der Fabrikwasser durch Kunstwiesen im Lüneburgischen, von C. Drewsen 65 Atmosphäre. Referent: Th. Dietrich. Kohlensäuregehalt der Luft, von A. Müntz und E. Au bin 66 Kohlensäuregehalt der Luft in höheren Luftschichten, von denselben . 67 Alkohol in der Atmosphäre, von A. Müntz 67 Abhängigkeit der Ozonmenge in der Luft von dem relativen Feuchtigkeits- gehalte derselben, von J. M. Perntner, E. Schöne 67 Beobachtungen über den Ozongehalt der Luft, von Mulvany . . . . 68 Ozon ein normaler Bestandteil der höhereu Atmosphäre, von Hartley . 69 Ueber die Ammoniakmengen, welche der Atmosphäre im Laufe eines Jahres durch Salzsäure entzogen werden, von R. Heinrich . . . . 69 Ueber den Ursprung des atmosphärischen Staubes, von A. v. Lasaulx . 7Ü Diatomeen im atmosphärischen Staube, von T. L. Phipson 71 Regenmessungen in verschiedenen Höhen, von A. Forster 72 Regenmessungen in verschiedenen Höhen, von Strouhal 72 Regenmessungen in verschiedenen Höhen, von A. 0. Walker .... 72 Aenderung des Luftdruckes bei Niederschlägen, von J. Hann 73 Aenderung des Luftdruckes bei Niederschlägen, von Merchand u Andre 73 Das Regenband im Sonnenspectrum. von Piazzi Smith 73 Grösse der Nebelbläschen, von George Dines 7.'! Untersuchungen über die Verdunstung freier Wasserflächen und über die Transspiration der Pflanzen, von Fei. Masure 74 I eber den jährlichen Gang der Verdunstung, von E. Stelling . . . . 75 Ueber die Wasserverdunstung bebauter Flächen, von E. Wollny ... 76 Ueber die Wasserverbrauchsmengen der Forstbäume, von Fr. v Hoehnel 77 Ueber die Dauer des Sonnenscheins, von J. M. Perntner 77 Ueber die Dauer des Sonnenscheins, von Fllis 78 Einfluss der Bewölkung auf den täglichen Gang der Temperatur, von A. Augustin 7!» Ueber die Temperaturzunahme mit der Höhe, von Gh. Andre . . . . 80 Ueber die Absorption der Sonnenstrahlung durch die Kohlensäure der Atmosphäre, von Lecher 80 Phänologische Beobachtungen, von H. Hilde br and Hildebrandsaon 81—82 Einschlägige Abhandlungen 83 Literatur 83 Die Pflanze. Chemische Zusammensetzung der Pflanze. (Ptianzenchernie.) Referent: E. v. Gerichten. l. Wachs. Fette. Gehalt der Pflanzenfette an freien Säuren, von Rechenberg . ... 84 Wachs and butterartige Substanz vom Epicarpium der Olivenfrucht, von E. Mingioli 85 YJ Inhaltsverzeiclmiss. Seite 2. Kohlenhydrate. Hexylen aus Mannit, von J. J. Domac 85 Oxydation von Mannit durch Kaliumpermanganat in alkalischer Lösung, von 0. Hecht und Er. Iwig 85 Ein neues Kohleuhydrat, Bergenit, von E. Morelle 85 Bildung einer Glycosecarbousäure, von P. Schützenberger .... 86 Ueber Inosit, von Tanret und Villiers 86 Lcvulose, von Jungfleisch und Lefranc 86 Sacharosen, von Berthelot 86 Umwandlung von Glycose in Dextrin 87 Zuckerart in Soja hispida, von A. Levallois 87 Einfluss diastatischer Fermente auf Stärke, Dextrin, Maltose, von Mehring 88 Maltose, von II. Yoshida, J. Steiner, E. Külz 88 Arabinose, von Peter Claesson 88 Bestandtheile von Fucus amylaceus, von H. Greenish 89 Cellulose und Kohle, von J. Bevan und C. F. Cross 89 Acetylderivate der Cellulose, von Franchimont 89 Hydrocellulose und Derivate, von Aime Girard 89 Chemie der Bastfasern, von E. T. Bevan, C. F. Gross 90 Ueber das Pflanzenskelett, von E. Fremy und Urbain 90 Weitere Literatur; 86 u. 87 3. Glycoside. Spaltung durch Ueberhitzen, von H. Schiff 91 Modifikation des Helicins 91 Synthese des Methylarbutins, von A. Michael 91 Zur Constitution des Arbutins, von H. Schiff 91 Hesperidin, von F. Tiemann und Will 92 Bestandtheile der Stamm- und Wurzelrinde von Nerium odorum, von H. Greenish 93 Aesculetin, von C. Liebermann, H. Mastbaum 93 Aralia spinosa-Rinde, von L. H. Holden 93 Zur Kenntniss von Thevetia nereifolia 93 Bestandtheile der Samen von Xanthium strumarium, von A. Zunder . 94 Glycosid im Epheu, von L. Vernet 94 Untersuchung des Busch theees, von H. Greenish 94 Capthee, von A. H. Church 95 4. Gerbstoffe. Gerbsäure der Eichenrinde, von J. Löwe 95 Zucker der Eichenrindengerbsäure, von C. Böttinger 95 Lävulin in der Eichenrinde, von C. Etti 95 Tannin der Persea lingue, von P. N. Ar ata 95 Ellagsäure in der Fichtenrinde, von F. Strohmer 96 Catechin, von C. Etti 96 Literatur 95 5. Farbstoffe. Chlorophyll der Pflanzen, von Hoppe-Seyler 96 Rother f arbstoff der Chlorophyceen, von Rostofinsky !>7 Verbindungen aus der Indigogruppe, von A. Baeyer 97 Curcumin, von C. Loring-Jakson 97 Blauer Farbstoff von Thevetia nereifolia, von C. J. Warden . . . . 98 Kämpfend, Alpinin, Galangin, von E. Jahns 98 llumatein, von W. Halberstadt und v. Reis 99 Usninsäurederivate, von J. Stenhouse und Ch. Groves 99 Vulpinsäure, von A. Spiegel 99 Neuer Farbstoff aus Beth-a-barraholz, von W. L. Rowland 100 6. Stickstofffreie Säuren und Phenole. Das ätherische Oel von Angelica Archangelica, von R. Müller . . . 100 Inhaltsverzeichmss. VII Seite Citronensäure und Aepfelsäure im Chelidonium majus, von L. Hal- tinger .. 101 Gährung der Weinsäure, von E. König 101 Verbindungen der Mekonsäuregruppe, von H. Ost 101 Komensäure, von T. Reib stein 101 Synthese der Tropasäure aus Acetopheuon 102 Additionsproducte der Atropasäure, von K. Kraut und G. Merling . 102 Aethylatrolactinsäure, von L. Rügheimer 102 Synthese der Atrolactinsäure aus Acetophenon, von A. Spiegel . . . 103 Additionsproducte der Atropasäure, von G. Merling 103 Flechtensäure, von F. Schwarz 104 Constitution des Orcins, von F. Tiemann und F. Streng 104 Literatur 102, 103 u. 104 7. Stickstoffhaltige Säuren und Harnstoffderivate. Verbreitung von Myrousäure in den Samen von Brassica napus und rapa 104 Abscheidung des Stickstoffs aus dem Tyrosiu, von G. Körner und A. Menozzi 105 Phenylamidopropionsäure als Zersetzungsprodukt der Eiweisskörper, von E. Schulze und J. Barbieri , . . . 105 Allantoin im Pflanzenorganismus, von E. Schulze und J. Barbieri 106 Coffein, von E. Fischer 106 Coffein und Theobromin, von R. Maly und Fr. Hinteregger, E. Schmidt, J. U. Lloyd 106 Hypoxanthin im Pflanzenorganismus, von A. KoBsel 106 Vicin und Convicin, von H. Ritthausen 108 8. Eiweissstoffe. Protoplasma, von 0. Löwe, Th. Bokorny 109 Zersetzungsproducte der Eiweisskörper, von A. Bleunard 109 Krystalliuisches Eiweiss im Kürbissamen, von Grübler 110 Krystallinisches Eiweiss aus Oelsamen, von H. Ritthausen .... 111 Eiweisskörper der Oelsamen, von demselben 112 Einwirkung von Salzlösungen auf Conglutin und Legumin, von H. Ritt- hausen 114 Kupferverbindungen des Albumins, von E. Harnack 115 Peptone im Pflanzenreich, von E. Schulze und Barbieri 115 Stickstoffhaltige Bestandteile der Kartoffelknolle, von E. Schulze, Engster 115 Peptonbildende Fermente in der Pflanze, von C. Krauch 116 9. Alkaloide. Einwirkung von Wurme auf die Ammoniumbasen, von A. W. Hoffmann 116 Synthese des Piperidins, von W. Königs 117 Constitution des Coniins, von A. Michael und G. Gundelack . . . 118 Coniin, von J. Schorm, A. Michael 118 Nicotin, von A. Cahours und A. Etard, J. Skalwcit 118 Alkaloid des Pituriebaumes, von Liversidge 118 Constitution des Conchinin, von W. Königs 119 Chinin und Chinidin, von Zd. 11. Skraup > 120 Methyl-, Aetliyl-, Toluylderivate des Chinin, von Skraup. A. Claus u. Mahlmann, Ad. (Haus und C. Bottier 121 Chininsalze, von 0. Hesse, A. Brigin, E. Rennie 121 Destillation von Cinchonin mit Zinkstaub, von M. Fileti 121 Cinchonidin, Homocinchonidin, von A. Claus, II. Skraup, 0. Hesse. A. Claus und Weller 121—122 Chinamin, von 0. Hesse 122 Cinchamidin, von demselben 123 Neues ( ihinaalkaloid, von Arnand 123 Conchinamin, von A. C. Ondemanns, 0. Hesse 124 Cinchotin, Hydrocinchonidin, von C. Forst und Chr. Böhringer . . 125 Morphin, von E. v. Gerichten und H. Schröttcr 125 yiTT Inhaltsvorzeichniss. Seite Reactionen von Morphin, von E. Grimaux ■ . . . . 126 Umwandlung von Morphin in Codein, von demselben 126 Methyläther des Morphins und Morphinäther, von 0. Hesse und E. Grimmaux 126 Ueber eine neue Reihe von Basen , vom Morphin abgeleitet , von E. Grimmaux 126 Codein, von E. Grimmaux und E. v. Gerichten 127 Cotarnin, von E. v. Gerichten 127 Natürlich vorkommende mydriatisch wirkende Alkaloide, v. A. Laden- burg 128 Alkaloide der Belladonna, von E. Schmidt 128 Synthese des Tropins, von A. Ladenburg 128 Ueber Tropin, von G. Merling 130 Zerlegung von Tropin, von G. Ladenburg 130 Geschichte des Tropin, von K. Kraut 131 Ueber Atropin, von L. Pesci 131 Hyoscin, von A. Ladenburg 131 Alkamine, von A. Ladenburg 131 Alkine, von A. Ladenburg 132 Alkaloide der Belladonna und Datura, von E. Schmidt 132 Japanische Belladonna (Scopolia), von A. Langgaard 132 Strychninverbindungen , von Lextrait und E. Jahns 132 Alkaloide von Strychnos nux vom., von W. A. Stenstone 132 Zur Kenntniss des Strychnins, von A. Clauss und Glassner .... 132 Ueber Brucin, von A. Clauss und R. Röhre 132 Colchicin, von J. Hertel 133 Lupinenalkaloide , von G. Baumert 134 Lycopodin, von K. Boedeker 134 Aconitin, von A. Schneider 134 Literatur 133 u. 134 10. Terpene, Campher, ätherische öele. Das Tereben aus Diamylen, von J. Tugulessow 135 Aetherisches Oel von Pinus Pumilio, von A. Atterberg. . . . . . 135 Aether. Oel von Mastrix, von F. A. Flückiger 135 Aether. Oel von Coriandrum, von B. Grosser 136 Bestandtheile der Sequojanadeln, v. G. Lunge und Th. Steinkauler 136 Aether. Oel des Quendels, von P. Feboe . 136 Aether. Oel der Angelica, von Naudin 136 Aether. Oel von Licari Kanali, von H. Morin 137 Aether. Oel von Hanf 137 Bestandtheile des Copaivabalsames, von R. Brix 137 Kauri-Gummi von Neu-Seeland, von E. H. Rcnnie 138 Stickstoffhaltige Campherderivate, Campherbromide, von R. Schiff . 138 Borneolkohlensäure und Campher kohlensaure, von J. Kachler und F. V. Spitzer 138 Menthol, von M. Moriga 139 Phenol aus Bromcampher, von R. Schiff 139 Cyancampher, von A. Haller 139 Oxydation des.Essigsäureborneoläthers, von H. Schrötter 139 Literatur 137—139 11. Bitterstoffe, Harze. Picrotoxin, von E. Paterno, A. Oglialaro, E. Schmidt, E. Löwen- hardt, L. Barth und M. Kretschy 140—141 Smilax glycyphylla, Bestandtheile, von A Wright und E. H. Rennie 141 Gloriosa superba, Superbin, von C. H. J. Warden 141 Wirksame Bestandtheile des Podophyllins. von Podwysotzki .... 142 Wurzel von Rhinacauthus communis, von P. Liborius 142 Harz von Leptandra, von T. U. Lloyd 143 Literatur 143 Inhalts vti-zeichiiiss. J^ Seite 12. Analysen von ganzen Pflanzen. Laubmoose, von E. Treffner 143 Domiana, A. B. Persons 143 Ilicium religiosum, von J. F. Eyckmann 144 Viburnum prunifolium, von H. Allen 144 Eriodictyon californicum , von W. C. Holzhauer 144 Omphalocarpum procera, von W. A. H. Naylor 144 Phytolacca dioica, von Ball an 145 Aspidium rigidum, von W. J. Browmann 145 Aschenanalysen. Referent: C. Kraus. Bestimmung des Stickstoff- u. Mineralstoff- imd Phosphorsäuregehalts ver- schiedener Futterleguminosen, von A. Roussille 145 Zusammensetzung des Buchweizens, von G. Lechartier 145 Ueber die Zusammensetzung und den Gebrauch des Falasco ( Sumpf kräuter), von F. Sestini 146 Untersuchungen von Futterhafer , von J. v. Moser 146 Analyse von Bataten aus Surinam, von A. Mayer 147 Zur Hopfenkultur, von A. Muntz 147 Untersuchungen über die Varietäten des Futterkohls, von Leizour und Nibet 149 Aschenanalyse der einzelnen Theile v. Aster Tripolium, v. C. Councher 149 Vegetation. Referent: C. Kraus. A. Samen, Keimung-, Keimprüfungen. Keimungsreife der Fichtensamen, von F. Nobbe 150 Die Beziehungen des Korngewichts zur Keimfähigkeit der Raygräser, von 0. Ernst und R. Heinrich 150 Unterscheidung der Samen der Brassica-Arten , von C. 0. Harz . . . 151 Aufstellung einiger Verfälschungsdiagnosen bei den gebräuchlichsten Kraft- futtermitteln , von v. Bretfeld 151 Brauchbarmachung hartschaliger Papilionaceesamen , von F. Nobbe . . 151 Ueber die Widerstandsfähigkeit der Kleeseide und seidehaltige Lein - und Rapskuchen, von A. Sempohwsky 152 Lebensfähigkeit der Samen, von C. S. Sargent, G. Engelmann, T. M. 152 Glasgerste und Mehlgerste, von S. Lund 152 Welches ist das beste Saatgut?, von G. Haberlandt und E. Wollny 153 Ueber Conservirung der Getreide in Silos, von A. Muntz 15:5 Ueber den Einfluss des Lichts auf die Keimung, von F. G. Stebler . 153 Einfluss der Farbe der Samen auf die Keimung, von A. Pauchon . . 154 Untersuchungen über den Quellungsprocess der Samen von Pisum sativum, von F. Schindler 154 Beeinflussung des Wachsthums durch das Vorquellen der Samen, von C. Kraus l. r »."> Beschleunigung des Keimens der Samen, von W. Djakow 156 Keimfähigkeit bei ausgewachsenem Getreide, von A. E. Ehrhardt . . 156 Die ConcurrenzanbauverBUche mit Knaulgras im Königreich Sachsen, von F. Nobbe 156 Ueber Samenzuchj und Samencontrole in Schweden, von F. Nobbe . . 156 Mittheilungen der Schweizer Samencontrolstation, von F. G. ■Stebler . 157 15. Chemische Zusammensetzung in verschiedenen Entwickelungsperioden. Untersuchungen über die Entwickelung des Hafers, vqg Dehärain, Meyer und Nantier 158 Studien über Sorgho, von K. Meunier 159 }£ ' BTerzeiohnisa. Seite Untersuchungen über die Reifung einiger krauliger Pflanzen, v. Deherain und Breal 161 Wassergehaltsabnahme beim Reifen von Fisolen, von H. Briem . . . 163 C. Mineralstoffzufuhr. Ueber die Bedeutung der Kieselerde für die Haferpflauze, v. E. v. Wolff 163 Untersuchungen über die Ernährung der Pflanze, von W Knop . . . 164 D. Wasserverbrauch, Wasserzufuhr. Untersuchungen über die Wasserverbrauchsmengen der landwirthsch. Kulturpflanzen in Rücksicht auf die meteorol. Verhaltnisse, von E. Wolluy 166 Ueber den Wasserverbrauch der Holzgewächse mit Beziehung auf die meteorol. Faktoren, von F. v. Höhnel 167 Studien über das Wasserbedürfniss der Hopfenpflauze, von P. Sorauer 168 Der Wasserverbrauch zweijähriger Erlen unter verschiedenen Lebens- bedingungen, von F. Nobbe 169 Ueber die Ursache der Wasserbewegung und der geringen Lufttension in transpirirenden Pflanzen, von J. Böhm 170 Ueber die physiologische Bedeutung der Transpiration der Pflanzen, von F. Reinitzer , 170 Einfluss der Bodenfeuchtigkeit auf das Wachsthum der Pflanzen, zunächst der Kartoffeln, von H. Birner 170 E. Assimilation und Stoffwechsel. Ueber Vegetation in kohlensäurereicher Atmosphäre, von E. Deherain und Maqueme 171 Neue Methode zur Untersuchung der Sauerstoff ausscheidung pflanzlicher und thierischer Organismen, von Th. W. Engelmann 172 Untersuchungen über die Pflanzenathmung, von J. Borodin .... 172 Die Einwirkung des Stickstoffoxyduls auf Pflanzenzellen, von Detmer 172 Die Zersetzung der Nitrate während der Vegetation im Dunkeln, von J. Boussingault 172 Ueber den Stärke verlust keimender Kartoffelknollen, von E. Kramer . 173 Ueber Wärmebildung durch intramolekulare Athmung, von J. Eriksson 173 Ueber die Bedeutung der Kalkablagerungen in den Pflanzen, von H. de Vries 173 Ueber einige Nebenproducte des pflanzlichen Stoffwechsels, von H. de Vr i es 174 F. Einfluss von Wärme, Electricität, Licht. Wirkung des Frosts auf immergrüne Pflanzen, von J. W. Moll . . . 174 Ueber die chemischen Veränderungen der Kartoffeln beim Frieren, von Schwackhöfer 175 Ueber Längenwachsthum von Pflanzenorganen bei niederen Temperaturen, von 0. Kirchner 175 Ueber den Einfluss der Bodenwärme auf Veränderungen im Wachsthum der Pflanzen, von E. Prillieux 176 Einige Anwendungen der Electricität in der Horti- und Agricultur, von C. W. Siemens 176 Ueber den Einfluss des electrischen Lichts auf die Pflanzen, von P. P. Deherain 177 Einfluss des Lichts auf die Pflanzen, hauptsächlich hinsichtlich ihres Ge- haltes an Nitraten, von A. Pagnoul 177 Gr. Pflanzencultnr. Untersuchungen über den Einfluss des Staudraums auf die Entwicklung und die Ertrüge der Culturpflanzen, von E. Wollny 178 Versuche über Saatstärke, von R. Heinrich 183 Ueber den Einfluss der Behäufelung auf die Ausbildung des Rübenkörpers, von C. Kraus 1S4 Beeinflussung des Wachsthums von Kartoffel- und Topinamburstöckeu durch Welkenlassen der Saatkuolleu, von C. Kraus 185 InhaltsverzeiühuisB VT Seite Beeinflussung des Wachsthums der Küchenzwiebel durch „Ausdörren" der Saatzwiebeln, von C. Kraus 186 Einflu8s vermehrter Krautbildung auf den Knollenertrag der Kartoffeln, von A. Leydhecker 187 Das Aufschiessen der Zuckerrüben, von W. Rimpan 187 Züchtung später Getreidevarietäten, von Kurt Graf zur Lippe . . 187 Die Bestückung der Getreidearten, von K. v. Sissowich 187 Umwandlung von Winter- in Sommerroggen, von Hummel 187 Die Anpflanzung der Winterkartoffel, von dems 187 Ueber Herbstcultur der Kartoffeln, von Sc hie h, C. Adametz, C. R. . 188 Cultur der Zuckerrübe, von A. Ladureau und L. Vilmorin .... 188 Wagner'scher Futterbau 188 Beobachtungen über die Cultur des Hopfens im J. 1880 189 Die Sojabohne als Feldfrucht, von E. Wein 189 Anbauversuche mit Bohnen verschiedener Arten unter besonderer Berück- sichtigung der geernteten Nährstoffmengen, von H. Grahl . . . . 190 Cultur der Sojabohne, von verschiedeneu Verff. 190 Cultur der Urtica tenacissima und nivea, von F. An der egg . . . . 190 Ueber die Gespinnstpflanze Rame, von E. v. Rodiczky 191 Die Cultur der Zuckermohrhirse, von Vilmorin-Andrieux .... 191 Bromus inermis als Futterpflanze, von A. Kodolänyi 191 Versuch mit Heublumengrassaat und Kleegrassaat, von A. Nowacki . 191 Ueber die Sandwicke, von J. Kühn 191 Weitere Nachrichten über die Sandwicke, von F. Jordan 191 Die perennirende Lupine, von v. d. Goltz 191 Anbauversuche mit schwedischen Kartoffeln 191 Die Bluthirse, von C. v. Rodiczky . 191 Mugri, von E. v. Rodiczky 192 Pflanzenkrankheiten. Referent: Ch. Kellermann. A. Krankheiten durch thierische Parasiten. I. Reblaus. Lebens ge schichte. Ueber das Wiuterei der Reblaus, von Valery-Mazet, Lichtenstein, P. de Lafitte 192—193 Beobachtungen über die Geflügelten u. Bekämpfungsmittcl, von Boiteau 193 Geographische Verbreitung. Neue Fundorte der Reblaus 194 Bekämpfung. Massnahmen der Regierungen, von E. Covelle, Hayduck u. A. 191—197 Amerikanische Reben, von II. Göthe, R. Göthe, Savignon . . 197 — 198 Sudanesische Reben, von Lavallee, Flanchon, Carriöre, Schradcr 198 199 Schwefelkohlenstoff, von Iladclich und Moritz, Babo, Kurmann, Bourdon 199 200 Schädigungen durch Schwefelkohlenstoff, von Pastre, Henneguy, M. Cornu, Boiteau U8<> Gewinnung von Prote'instotfen aus Abflusswasser, von W. Kettc- Jasscn 381 Futterbrod für Kälber, von Bock . . 381 Gefrorne Rüben und Kartoffeln, von Dinklage, Eisbein .... 381 Chemische Veränderungen der Kartoffel beim Gefrieren, von Schwack- höfer 382 Maschine zum Trocknen, von W. A. Gilbes 382 Volumgewicht des Heues. II. Lcizerer 383 3) Schwankungen in der Zusammensetzung der Futterstoffe. Arbeiten der Versuchsstation Halle a./S., von M. Märcker . . , 883 Arbeiten von L. Grandeau und A. Leclerc ........ 386 Das natürliche Gewicht des Bafers a. sein Nährwerth, von L Grandeau 38"! YVJTT Inhaltsverzeichnis«. Seite V. Untersuchungen über einzelne Organe und Theile des thierischen Organismus und deren Bestandtheile. Referent W. Kirchner. I. Knochen. Zur Lehre von der Aniologie, Pathogenie und Therapie der Rhachitis, von Zander 387 Ueber den Einfluss der Entziehung des Kalkes in der Nahrung und der Kütterung mit Milchsäure auf den wachsenden Organismus, von A. B a- ginsky 388 Ueber Säuge tkierknockenasche, von ßrookmaua 388 II. Blut. Zur Kenntuiss der Blutkrystalle und des Blutfarbstoffes, von H. Struve 388 Zur Chemie der Blutkörperchen, von L. Wooldridge 388 Photometrie des Absorptionsspectrums der Blutkörperchen, von E. Jessen 388 Ueber die Veränderungen des Blutes bei Verbrennungen der Haut, von K. Hoppe-Seyler und Tappeiner 388 Ueber das Schicksal des Peptons im Blute, von Fr. Hofmeister . . 389 III. Auge. Zur physiologischen und pathologischen Chemie des Auges, von A. Cohn 389 IV. Sonstige Theile und Organe des thierischen Organismus und deren Be- standtheile. Eiweiss 389 Ueber die chemische Zusammensetzung des Menschenfettes in verschiedenen Lebensaltern, von L. Langer 389 Versuche zur Auffindung einer wissenschaftlichen Contiole des Fleisches, von C. Virchow 389 Zur Constitution des Chitins, von E. Sandwick 390 Ueber die Alters- resp. Brauchbarkeitsbestimmung der Hühnereier, von 0. Leppig 390 Untersuchungen über das Mucin von Helix pomatia und ein neues Kohle- hydrat in derselben, von H. A. Landwehr 390 Ueber ein diastatisches Ferment im Eiereiweiss, von Selmi . . . . 390 Ueber eine durch Kaliumhypermanganat aus Hiihnereiweiss erhaltene Stickstoff- und schwefelhaltige Säure, von E. Brücke 391 Myosiu, seine Darstellung, Eigenschaften, Umwandlung in Syntonin und Rückbildung aus demselben, von A Danilewsky 391 Untersuchungen über die Kupferverbindungen des Albumins, von E.Haruack 392 Ueber die Zersetzungsproducte der Eiweisskörper, von A. Bleunard . 395 Ueber die als Fermente wirkenden Bestandtheile des Pankreas, von A. Becbamp 395 Ueber die Verbrennungswärme der Eiweisskörper und der Peptone , von B. Danilewsky 395 Ueber die Entstehungsweise von Chondrin und Glutin aus den Eiweiss- körpern, von A. Danilewsky 395 Die gerinnbaren Eiweissstoffe im Blutserum und in der Lymphe des Hundes, von G. Salvioli 396 Ueber die Verschiedenheit der Hydratationsvorgänge bei der Peptonisatiou unter verschiedenen Bedingungen, von A. Danilewsky 396 Zur Lehre vom Pepton, von A. Poehl 396 Ueber Pepton, von C. H. Pekelharing 396 Chemische Eigenschaften der Peptone, von Defresne 396 Die Bestimmung dfer Peptone, von Defresne . • 397 Die Einwirkung der Leber auf Pepton, von J. See gen 397 Das Verhalten des Peptons und des Tryptons gegen Blut und Lymphe, von Fano 397 VI. Untersuchungen über Excrete und Secrete. I. Harn und Excremente. Zur Physiologie der Harnsecrction, von P. Grützner 397 Harnstoffbestimmung mit unterbromigsaurem Natron, von F. A. Falck 398 Inhaltsverzeichnis, XIX Seite Harnstoffbestinimung mittels titrirter Lösung von Natriumhypobromit, von E. Quinquand 398 Zur Harnstoff titriruug, von M. Gruber und E. Pflüger 398 Untersuchungen über Kynureusäure, von M. Kretschy 399 Weitere Beiträge zur quantitativen Analyse der Chloride in salpetersaurer Harnbarytmischung, von L. Ha bei 399 Kurze Methode zur massanalytischen Bestimmung der Chloride im Harn, von C. Arnold 399 Quantitative Analyse der Chloride im Harn, von E. Salkowski . . . 399 Ueber Eisenchlorid rothfärbenden Harn, von B. Tollens 399 Ueber Schwefelbestimmung im Harn der Herbivoren, von H. Weiske . 399 Ueber das Vorkommen von Phosphorsäure im Harn der Pflanzenfresser, von M. C. de Leeuw 399 Ueber den Nachweis der Salicylsäure im Harn, von A. Bornträger . 399 Ueber die Farbstoffe des menschlichen Urins und die Darstellung von Urobilin, von Ch. A. Mac Muun 400 Ueber die durch Phosphorwolframsäure fällbaren Substanzen des Harns, von F. Hofmeister 400 Ueber die Fichtenholzreaction zur Entdeckung von Phenol im Harne, von T. und D. Tommasi 400 Metaphosphorsäure und ihre Verwerthbarkeit als Eiweissreagens im Harne, von C. Hindenlang 400 Trichloressigsäure als Eiweissreagens im Harne, von A. Raabe . . . 400 Ueber eine Bestimmung der Magnesia im Harne, von F. Kraus . . . 400 Physiologische Wirkung des Harnstoffes und der Ammoniaksalze, von C h. Riebet und R. Montard-Martin 400 Ueber saure Harngährung, von F. Röhmann 400 Ausscheidung von Salpetersäure und salpetriger Säure im Harne, von F. Röhmann 401 Ueber die Harnsäureausscheidung bei Vögeln, von P. Cazeneuve . . 401 Ueber die Bildungsstätten des Phenols, Skatols u. Indols im Darmkanale der Pflanzenfresser, von H. Vap peiner 402 Ueber die Darmgase der Pflanzenfresser, von H. Papp ein er .... 402 Ausscheidung des Sarkosins, von J. Schiffer 403 Bacillus amylobacter im Darmkanale, von H. Nothnagel 404 II. Milch. Die Frauenmilch, von P. Radenhausen 404 Ueber die Zusammensetzung der Frauenmilch, von J. Forster und M. A. Mendes 404 Ein Beitrag zur Kenntuiss der Milch, von L. Hermann 404 Ueber die Zusammensetzung der Elefantenmilch . von C. A. Doremus 404 Untersuchungen über Schafmilch unter verschiedenen Verhältnissen, von H. Weiske und G. Kennepohl 405 Ueber den Einfluss der Fütterung auf die Milchbildung der Ziegen , von J. Munck 408 Ueber die Pilze der normalen Kuhmilch, von Müller 409 Beobachtungen über die Milchsäure und die alkoholische Gährung der Milch, von G. Musso 409 Ueber die Bestimmung von Fett in Milch, von W. M. Hamlet . . . 409 Methode der quantitativen Analyse, von M. Giunti 409 Methoden der Milchanalyse, von A, Adam. A. Pinchon und G. Marp- mann 410 III. Sonstige Secrete. Die Fermente dos Pankreas, von A. Böchamp 410 Ueber die Gallcnsäuren. ihre Aufsuchung im gallcnhaltigen Urin und über die Pettcnkofersche Reaction, von I). Vital i 410 Untersuchungen über das Mucin der (.alle und der Submaxillardrüse, von 11. A. Landwehr 110 Ueber die Kartoffelbrod, Peptonbrod ** FJeischzwieback, von Jomard ''•'' .Mastix in der Bäckerei ' : '; Ranziges Brod, von C. Bcmbeck 4.»< XXIV IuhaltsverzeicbnisB. Seite Brodsekimme], von Megnin 497 Dextrinfabrikation, von F. Anthon 497 Traubenzuckerbestimmung, von C. Arnold, F. Degener, H. W. Wiley 498—499 Bestimmungen von Dextrin und Stärke, von F. Kretschmer . . . 498 \ erzuckerung der Stärke, von F. Soxhlet, E. Delarue 498 Spec. Gew. reiner Traubenzuckerlösungen, von F. Salomon . . . . 498 Entgypsen der Stärkezuckerlösungen, von Kunheim&Comp. . . . 500 Zuckercouleur, von H. Burg er 500 Diffusionsfähigkeit von Zuckerlösungen, von E. Musculus, A. Meyer . 500 III. Gährung, Fäulniss, Fermentwirkung. Referent: 0. Loew. A. Aeclite Gähruiigs erscheinungeil. Alkoholische Fermente, von Chr. Hansen 501 Hefe, welche kein Invertin absondert, von L. Roux 501 Benutzung des Gährungspilzes Eurotium in Japan, von Dr. Liebscher 502 Ueber Alkokolgährung, von Cochin 502 Ueber Abnahme des Stickstoffgehaltes der Malzwürzen während der Gäh- rung, von H. Grimmer 502 Entwicklung der Hefe, von M. Hayduck 503 Wirkung des Seignettesalzes auf die Gährthätigkeit der Hefe, von M. Hay- duck, M. Delbrück 503 Einfluss der Säuren auf die Hefe, von M. Hayduck 506 Eanfluss der Säuren auf die Gährthätigkeit, von Märcker 507 Einfluss der Bernsteinsäure auf die Gährung des Rohrzuckers, von U. G ay o n 507 Saure Harngährung, von Rochmann 507 Culturversuche mit dem Harnstoffpilz, von Jaksch 507 Fehlen von Bacterien im Harn, von 0. Leube 508 Bacillus amylobacter in Excrementen, von H. Nothnagel 508 Einwirkung des Lichtes auf Bier, von G. Bekh 508 Wirkung von Gasen auf Bacterien. von F. Hat ton 508 Entstehung der Darmgase bei Pflanzenfressern, von H. Tappeiner . . 508 Fäulnissproducte des Gehirnes, von F. Stöckely 509 Freiwillige Veränderung des Kandiszuckers, von U. Gayon 509 Neue Gährung von Traubenzucker, von Boutroux 510 Schleimige Gährung, von M. A. Bechamp 510 Gährung weinsaurer Salze, von F. König 510 Gährung der Chinasäure, von O.Löw 510 Chemische Zusammensetzung der Schimmelpilze, von N. Sieber . . . 510 Schaumgährung, von Schuster-Prieborn 511 Wann ist Hefe in höchster Entwicklung? von Schönemann . . . . 511 Nichtexistenz von Mikrozyma Cretae, von Chamber land und Roux . 511 B. Ferineiitwiikungeii. Verhalten der Diastase 511 Verhalten einiger Fermente im thierischen Organismus, von F. Falk . 511 Wirkung diastatischer Fermente auf Dextrin, Maltose, von v. Mehring 512 Wirkung des Labfermentes unter verschiedenen Umständen, von A. Mayer 512 Tödtungstemperatur des Invertins, von A. Mayer 513 Wirkung des Invertins, von A. Mayer 514 Papain, von A. Wurtz 516 Wirksamkeit der Fermente nach dem Erhitzen, von E. Salkowsky . 516 Angeblich lösliches Alkoholferment, von Denys Cochin 516 Verhalten angeformter P'ermente gegen höhere Temperaturen, von F. H ü p p e 516 Chemische Natur ungeformter Fermente, von 0. Loew 517 IV. Conservirung und Desinfection. Referent: A. Halenke. Salicylsäure: Verwendung, von Schlumberger 517 Wirkung auf den Organismus, von Valliu 518 Inhaltsverzeichniss. XXV Seite Zur Conservirung von Wein, von Bersch und Weigert, Armbühl, v. Heyden 523 Zur Conservirung von Milch, Buttter und Käse, von K. Portele, Becker, Müller 524 Conservirung: von Bier, Wein 518 von Säften, von Campion, von Eiweisslösungen , von Köchlin, von Fleisch und Pflanzensäften, von P. Miquel, L. Benvest, Aug. Pierre, Potel, Chaumont, Boldte, Vogel 519—520 Verhütung von Schimmel bei Würsten 520 Conservesalz 520 Flüssiges Ochsenfleisch, von B. C. Niederstadt 521 Büchsenfleisch, von Walter und A. Mayer 521 Metallgehalt der Fleischconserven, Schützenberger und Bontmy . 522 Fleischzwieback 522 Dauerbrot, von Meinert 522 Conservirung von Bier, Hopfen, Malz, Hefe, von H.Krätzer, B.Wolf, S. W. Ramsey, Pfannenstiehl, Brendergast, A. G. Serick 523 — 524 Pasteurisiren von Wein, von Lipot 524 Traubenconservirung, von L. Kober 524 Conservirung der Milch mit Borsäure, von W. Friedrich 424 Conservirte Milch, von J. Munk, E Klebs 525 Kaffeeconserve und comprimirter Kaffee, von K.Mayer, A. Hartmann, A. v. Hoffmann, Fr. Esche 525 Conservirung, von v. Schlempe, v. Heyden 526 Filtrirapparate zum Reinigen des Wassers . 526 Citronensäure zur Conservirung des Trinkwassers, von Bademann . . 527 Conservirung von Holz, Rebpfählen 527 Anstrichmasse für Schiffe 528 Wickersheimer's Flüssigkeit 528 Conservirflüssigkeiten , Glycerin etc., von Löwe, Stieda, Wittich, Pohl u. A 529 Literatur 529 Heisse Wasserdämpfe zur Desinfection, von B. Koch, Gaffky, Löffler 530 Desinficirende Wirkung des Ozons, vou E. Chappuis 530 Schweflige Säure als Desinfectionsmittel, von G. Wolffhügel .... 530 Carbolöl und Carbolwasser, von Wolffhügel und Knorre 531 Salicylsäure zur Desinfection, von Schlumberger 531 Bleikammerkrystalle zur Desinfection, von Girard, J. A. Papst, Snillot 531 Salpetrigsäureäther, Torfstreu zur Desinfection, von 0. Ey seiein . . 532 Neue Desinfectionsmittel, für Schiffsböden, von Collat uud Succat . 532 Werth und Werthbestimmung der Desinfectionsmittel, von Koch, L. Heidenreich, F. Beilstein 533 Wirkung der Desinfectionsmittel auf den Dünger, von Vautelet . . . 534 Verhalten verschiedener Autiseptica gegen Bacterien des Fleischwassers, des Tabaksinfusums, von Nicolai Jalan de la Croix, Nicolai Schwartz 534 Menthol, Stinolin, Wachholderöl, Strychnin- und Brucinsalze als Anti- septica, von J. Donath, Kocher, Carlo Naresi 535 Reinigung von Canal- und Abfallwässern, von B. Röber, W. Heine, Speuce 535 Reinigung v. Fabrikwässern, von K. Th. Möller, Neumann, T. Dronke, \Y. Knauer 536 Reinigung ammoniakalischcr Ablällflüsigkeiteu, von Richter .... 536 Behandlung, Entleerung von Latrinen, Wirkung der Latrinengase , . . 537 Wirkung von Ozon auf Bacterien, vou J. Scpilmann 537 Salicylsäure gegen Klauenseuche, Milzbrand und andere Seuchen, von E. Kcrison, 0. Ludloff, II. Pritz 538 Literatur 538 vvut Inhaltsverzeichnis Seite V. Der Rohrzucker. Referent: Dr. P. Degener. 1) Allgemeines und Theoretisches. Einwirkung der Temperatur auf das Drehungsvermögen des Invertzuckers, von H. Landolt 538 Specifische Drehung des Rohrzuckers in verschiedenen Lösungsmitteln, von B. Tollens 539 Verbindungen der Kohlenhydrate mit Alkalien, von Pfeiffer und Tollens 539 Zuckergehalt der Rüben, von P. Degener 540 Gummiart in Riibenmelasse, von E. v. Lippmann 540 Zersetzung von Zuckerrohrzucker, von Gayon 541 2) Untersuchungsmethoden. Bestimmung des Volumgewichtes von Melassen, von D. Sidersky . . 541 Einfluss des Nichtzuckers auf die Spindelung, von H. Bodenbrender, H. Steffens 541 Polarisationsinstrumente, von Schmid und Haensch 541 Zuckergehalt von Schnitzelwässer, ausgelaugter Schnitzeln, von Bat tut 541 Stärkezucker im raihnirten Zucker, von Casa major 542 .Neue Polarisationstafeln, von Stammer 542 Fehling'sche Lösung, von Arnold 542 Wirkung des Nichtzuckers, von Tucher 542 Reductionsvermögen alkalischer Kupferlösung gegen die Zuckerarten, von P. Degener 542 3) Saftgewinnung, von Böchmann • 546 4) Rückstände der Saftgewinnung, von P. Degener . . 546 5) Saftreinigung, von Dubrunfaut, Beauduin, Kroupa . 546 Scheidung mit Kalk, von Pellet, Schiller 546 Zuckergewinnung ohne Knochenkohle, von G. F. Meyer 546 6) Raffinationsarbeit, von 0. v. Lippmann 546 7) Melassenverarbeitung. Melasseentzuckerung, von Münch, Weinrich, Riedel, Bodenbender, Brand, Nawroki 548 Substitutionsverfahren, von Adlerskron, Stammer 549 Strontianverfahren 549 Elution, von Bodenbender 550 8) Wasserreinigung, von Bodenbender, Beringer und Stiegl 550 Literatur 550 VI. Bier. Referent: C. Lintner. Gerste, von C. Lintner, W. Schulze 551 Malzerei, Weichprocess, von Miels und Pettigrow, J. Heut, Udik, Aubry, F. Chodounsky 553 Zuckergehalt des Malzes, von Aubry '. 555 Die stickstoffhaltigen Bestandtheile des Malzes, Aon Aubry 556 Lagern des Malzes, von Aubry 560 Zur Bestimmung des Extractgehaltes des Malzes, von Aubry . . . . 560 Brauverfahren und Extractausbeute, von Miche) u. Jöckel-Handwerk 560 Extractbestimmung im Laboratorium und Extractausbeute in der Praxis, von Leyser 562 Tuhaltsverzeichuiss. 1CXVTT Seite Abnahme des Stickstoffs in der Würze während der Gährung, von H. Grimmer, Delbrück, Krandauer 563 Kohlensäureverluste beim Abziehen und Verzapfen des Bieres, von Th. Langer 563 Pasteurisiren des Bieres im Druckverhältnisse, von Frank 565 Einfluss des Lichtes auf das Bier, von G. Beck 567 Säurebestimmung der Würze und des Bieres, von Aubry 567 Glycerinbestimmung im Biere, von Aubry, Fr. Clausnitzer . , 567 — 568 Untersuchung des Bieres auf fremde Bitterstoffe, von Dragendorff . . 568 Instrumente, Apparate und Einrichtungen für Brauereien 569 Literatur 570 VII. Spiritusfabrication. Referent: M. Hayduck. Rohstoffe. Wassergehalt des Mais, von E. Wein 571 Analyse des Dan, von M. C. de Leeuw 571 Dämpfen und Maischen. Neue Construction des Henze'schen Dämpfers, von H. Paucksch. . . 572 Verzuckerung, von v. Mering 572 Einwirkung des Wassers auf Stärke unter Hochdruck, von F Soxhlet 572 Verzuckerung mit Salzsäure unter Hochdruck, von G. Wassmus. . . 573 Vorgang der Verkleisterung bei Hochdruck, von V. Th. Magerstein . 573 Maischapparate, von Pampe und J. Hampel 573 Kühlung der Maische, von H. Marschalk, G. Rohde, F. Pampe 573—574 Verarbeitung von Mais, von Delbrück, M. C. de Leeuw, W. Adam 574 Gährung. Wirkung des Seignettesalzes auf die Gährthätigkeit der Hefe, von M. Hayduck 575 Einfluss der Concentration der Zuckerlösung auf die Gährung .... 575 Einfluss von Säuren auf die Gährung, v. M. Märcker, M. Hayduck 575—576 Einfluss des electrischen Stromes auf die Gährung, von J. Schwarz, H. Reuter 576 Entwicklung der Hefe bei verschiedenem Stickstoffgehalt der Nähr- lösung, von M. Hayduck 576 Invertin 578 Kunsthefe. Säuerung des Hefegutes, von M. Delbrück 578 Presshefe nfabrication. Conservirung mit Salicylsäure, von A. Schön berg 580 Anwendung von Schlempe, von B. Fischer 581 Verarbeitung von Kartoffeln auf Presshefe, von F. Schuster, F. Burow, M. Delbrück 581 Bereitung aus ungeschrotenen Cerealien, von F. Schuster 581 Melassebrennerei. (iaillet, Th. Schlossmann, II. Briem 581 Destillation und Rectification. Rectification durch nascirenden Wasserstoff, von S. Naudin, J.Schnei- der, L. Salzer 582 Rectification durch geschmolzenes Fett, von S. Rössler 582 XXVIII Inhaltsverzeichnis«. Seite Nebenproducte. Verwandlung der Melasseschlempe in eine trockne Masse, von E.Ernst 582 Verwerthung der Rückstände der Maismaischen, von Porion u. Mehay 582 Analyse. Gährkraft der Presshefe, von M. Hay duck, Mehay 583 Stärkegehalt der Presshefe, von E. Geissler, M. Hayduck . . . . 583 Nachweis von Fuselöl, von A. Jorissow 583 Nachweis von Denaturirungsholzgeist im Alkohol, von Cazeneuze und Cotton 583 Literatur 583 VIII. Wein. Referent: 0. Saare. I. Die Rebe und ihre Bestandteile. Sudanreben, von F. v. Thümen, J. E. Planchon 584 Californische Reben, von F. de Loagnon 585 Chinesische Reben, von E. A. Carriere , 585 Düngung, von P. Wagner und H. Prinz, v. Babo 585 Gemischter oder reiner Satz, von Mühlhäuser 586 Eiserne Rebpfähle, von F. Born er 586 Drahtspanner 587 Versetzen tragender Reben, von v. Babo 587 Ausbrechen der Irxen, von demselben 587 Künstliches Thränen und Wurzelbildung, von H. Struve 587 Stellung der fruchtbaren Triebe bei verschiedenen Rebsorten, v. E. Mach 588 Saft verschiedener Beerentheile, von E. Mach,K. Portele . . . . 588 Traubenconservirung, von E. Kober 596 Traubenmühle, von G. Mantero 596 Verbesserung an Weinpressen, von F. Mure 597 Erwärmung des Mostes, von v. Babo 597 Transportspund, von v. Babo jun , J. Strobli 597 Gähr- und Abführspund 597 n. Der Wein. a. Bestandteile und deren Bestimmung. Weinanalysen, von J. Moritz, J. Boussignault 598 Alkoholgehalt 598 Gehalt der Weine an Weinsäure, Aepfelsäure, Bernsteinsäure und Essig- säure, von R. Kayser 599 Alkalische Erden im Weine, von R. Kayser . . . 599 Extractbestimmung, von E. A. Grete, M. L. de Saint-Martin . . . 599 Glycerinbestimmung, von F. Clausnitzer 600 Aschenbestimmung, von R. Ulbricht 601 Kalibestimmung, von R. Kayser 601 Phosphorsäurebestimmung, von R. Ulbricht 601 Bestimmung von Oenolin und Ueuotannin, von F. Jean 601 Bestimmung der Essigsäure, von C. H. Wolff 601 Salicylsäurenachweis, von K. Portele 602 Farbennuance, von B. Stuier 602 Verhalten des Rothweinfarbstoffes zu Zink, von C. Je gel 602 Nachweis fremder Farbstoffe, von A. Pizzi, II. Macagno, R. Kayser, B. Haas, F. König, A. Bechamp, J. Nessler, E. Geissler . . 602 b. Weinkrankheiten. Einfluss von Säuren auf die Conservirung des Weines, von E. Mach und K. Portele 605 Iuhaltsverzeichnis3. XXIX Seite Behandlung kranker Weine mit Trestern, von J. N essler 609 Frostwirkung bei krankem Weine 610 Mäusegeschmack, von E. Börsen 610 Entfernung des Kreosotgeschmackes 610 Verderben salicylirter Weine, von Am buhl 610 c. Kellerbehandlung. Gährungstemperatur, von Czech 610 Rheinweinbouquet, von v. Babo 611 Neue Weinbereitungsmethode, von F. A. Reitler 611 Formeln für Weinverbesserung und Vermehrung, von E. Mach . . . 612 Malagawein 612 Reinigen der Fässer, von J. Nessler 613 Ablassvorrichtung bei Cementfässern, von v. Babo . . 613 Apparat zum Pasteurisiren der Flaschenweine, von A. Fromm . . . 613 Flaschenfülltrichter, von Boldt& Vogel 613 III. Rückstände der Weinheieitung. Cognacbereitung, von F. Ho 11 614 Essigapparate 614 Degargirapparate 615 Obsttrester, von Engling 615 Kirsch wasserprüfung 615 Literatur 615 I. Pflanzenproduction. Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Referenten: A. Orth. 0. Saare. W. Wolff. Th. Dietrich. E. v. Gerichten. C. Kraus. Chr. Kellermann. E. A. Grete. Juhreslioriclit. ls*l. LIBRARY NEW YORK BOTANICAL GARDEN I Boden. Referenten: 0. Saare, A. Orth. V. Goldschmidt 1 ) hat die von J. Thoulet*) angegebene Methode zur Isolirung von Gesteinselementen mit Hülfe einer wässrigen Lösung von K J und HgJ2 einer eingehenden Prü- fung unterzogen und die Nutzbar- machung dieser Lösung auch für an- dere mineralogische Zwecke hinzu- gefügt, Das Verfahren Thoulet's be- gründet sich darauf, dass durch ab- wechselndes Eintragen von HgJ2 und KJ in Wasser eine Flüssigkeit von sehr hohem specifischem Gewicht (nach Thoulet 2,77 bei 11 — 15° C.) er- halten werden kann, deren Dichtig- keit durch Zufügung destillirten Was- sers beliebig bis herab auf 1,0 ver- ändert werden kann. Die Trennung der Körnchen des gepulverten Gesteins wird nun in der Weise vorgenommen, dass man 60 CC. der concentrirten Lösung und 1 — 2 g gewogenen Gesteinspulvers bei E. in den nebenstehend gezeichneten Appa- rat bringt, den Kautschukstöpsel mit dem Knierohr F. aufsetzt und dieses mit einer Luftpumpe verbindet, um die den Gesteinstheilchen anhängenden Luftblasen zu entfernen. Es fallen nun die schwereren Theilchen zu C*5 CO CT) O rn Verwend- barkeit einer Ka- liumqueck- silberjodiil- lösung bei mineral. u. petrograph. Unter- suchungen. Boden und können durch Oefthen des Hahnes C. in das Rohr C— D. abgelassen werden. Nachdem der Hahn C. geschlossen ist, öffnet man D., lässt ausfliessen und spült durch Aufsaugen und Nachlassen bei G. die anhaftenden Theilchen nach. Man füllt dann zu der Lösung in A. die zur Lallung des nächstschweren Ge- ') Neues Jahrbuch f. Miner, Geol. und Paläont. 1881. I. Heil. Bd. 171». •) Bull, de la soc. nuneralogiquc de France 187U. No. 1. r zj Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. mengtheiles nothwendige Menge destillirten Wassers, welche sich aus der Formel berechnet: vi = — ^ — : — -, J— 1 worin v = Volum der Lösung; D. ihr spec. Gewicht, vi = Volum des zuzusetzenden Wassers, J ■=. spec. Gewicht der zu erzielenden Lösung bezeichnet. Man schliesst D., öffnet C, während man durch Einblasen bei G. einen conlinuirlichen Luftstrom durch die Lösung gehen lässt, welcher das Ausfliessen derselben verhindert und die Mischung mit dem Wasser be- wirkt. Dann lässt man absitzen und verfährt wie oben und wiederholt diese Manipulationen bis zur vollständigen quantitativen und qualitativen Trennung. Goldschmidt wandte nun zunächst sein Augenmerk auf die Her- stellung der concentrirten Lösung und fand, dass beim Eintragen eines Ge- menges von 305 g HgJä und 246 g KJ in 70 g Wasser eine Lösung von dem spec. Gewichte 3,196 entstand, während Thoulet's Maximum nur 2,77 war. Weitcrc Versuche lehrten ihn, dass das Einhalten des richtigen Ge- wichtsverhältnisses von KJrHgJa = 1 : 1,239 (I : 1,24) zur Erreichung einer so hohen Concentration unerlässlich ist, da bei dem Abweichen von letz- terem Ausscheidung von KJ oder gelbem Doppelsalz stattfindet. Die an- zuwendende Wassermenge ist dagegen nicht mit Bestimmtheit anzugeben, vielmehr ist es am Besten, etwa 500 g obigen Gemisches in 80 CG. Wasser zu lösen und einzudampfen, bis ein Turmalin (spec. Gew. 3,1) in der heissen Lösung schwimmt. Dieselbe kann durch Filtrirpapier filtrirt weiden. Das Maximum der erreichbaren Concentration hängt von dem Feuchtigkeitsgehalt der Luft ab und erreichte im Winter 3,196, im Sommer nur 3,17. Verf. untersuchte dann die Veränderlichkeit der Lösung durch Ver- dunstung und Wasseranziehung und fand zwischen der Dichtigkeit 3 — 3,1 einen Punkt der grössten Stabilität. Ferner bestimmte er die Grösse der Gontraetion beim Verdünnen, welche Thoulet vernachlässigen zu können glaubte, und fand dieselbe bei der Verdünnung von 1 Vol. cone. Lösung mit 1 Vol. H 2 == 99,00 CG. statt 100 „ 2 „ „ s= 99,19 „ „ 100 ,. 3 „ „ = 99,25 „ ., 100 ,', 8 „ „ = 99,37 ., ., 100 Auch die Beziehungen zwischen dem spec. Gewicht und der Menge der gelösten Jodide stellte Verf. genauer fest und vereinigt die Resultate in einer Tabelle, welche sowohl die in 100 CG Wasser bei bestimmtem spec. Gewicht enthaltenen, als auch die auf 100 g Wasser gelösten Gewicht s- mengen der Jodide angiebt; ferner finden sich in derselben noch An- gaben über die Menge der Jodide, welche in 100 CG. Lösung mehr ent- halten sein muss, um das spec. Gewicht um 0,1 zu erhöhen, über die Anzahl der CG Wasser, welche nöthig sind, um das spec. Gewicht von 100 CG. Lösung um 0,1 herabzuziehen und über die Abnahme des spec. Gewichtes bei Zusatz von 1 CG Wasser zu 100 CG. einer Lösung von bestimmtem spec. Gewicht, Verf. geht nun zu einer Beleuchtung der vielen Schwierig- keiten, welche der Ausführung der Trennung nach der Thoulet'schen Me- thode entgegenstehen, über, auf die hier nicht näher eingegangen werden kann. Hervorzuheben ist daraus nur die Beantwortung der Frage, ob das spec. Gewicht überhaupt ein so constanter Wcrth ist, dass er zur sicheren Erkennung eines Minerals dienen kann. Verf. hat im Hinblick hierauf die Feldspathgruppe untersucht und von 57 Feldspathvorkominnissen das spec. Gewicht genau nach einem besonderen Verfahren festgestellt. Dasselbe be- steht dariu, dass Verf. das Mineralkörperchen in einem ca. 40 CC. fassen- den Becherglase in eine schwere Kaliumquecksilberjodidlösung von oben initgetheilter Zusammensetzung bringt und vorsichtig so lange Wasser zu- setzt, bis das Körperchen zum Schweben kommt. Nun wird das spec. Ge- wicht der Lösung pyknometrisch bestimmt, die hierzu verbrauchte Flüssig- keit wieder in das Becherglas gegossen und zugesehen, ob das Mineralkorn noch darin schwebt, dann wieder gewogen und zurückgegossen und ebenso zum dritten Male. Das Mittel der drei Wägungen ergiebt dann zuverlässige Zahlen. Nachdem Verf. die Vortheile dieser Methode hervorgehoben, theilt er die Untersuchungen des Feldspathmaterials mit und fasst das dabei ge- wonnene Urtheil in folgenden Worten zusammen: „Die Bestimmung des spec. Gewichts lässt bei frischem Material und „reiner Abscheidung einen vollkommen sicheren Schluss zu auf die Natur „des Feldspathes und ist der Unterscheidung nach den Auslöschungs- „schiefen ebenbürtig an die Seite zu stellen. Einlagerungen verlangen Vor- sicht, vermindern die Exactheit, schliessen aber die Anwendbarkeit nicht „aus; ist dagegen stärkere Zersetzung eingetreten, was makroskopisch und „mikroskopisch sich zu erkennen giebt, so wird die Bestimmung unsicher „und natürlich um so unsicherer, je weiter die Zersetzung vorgeschritten." Indem Verf. nun zu der Beschreibung einer practischen Ausführung der Methode an einem Auswürfling des Monte Somma und Gesteinen der Contactzone von Pouzac bei Bagneres de Bigorre in den Tyrenäen übergeht, schickt er voraus, dass er bei dem oben beschriebenen Thoulet'schen Appa- rat beim Arbeiten mit grösseren Mengen Material Unbequemlichkeiten ge- funden habe und dass er erst eine Trennung in Bechergläsern vorausgehen lasse, in welchen er Lösungen von gewisser Concentration (innerhalb der spec. Gewichte, welche den nach mikroskopischer Diagnose bestimmten Ge- mengtheilen zukommen) mittelst Indicatoren, d. h. einer Reihe von Mine- ralien, deren Dichte genau bestimmt ist, herstellt. Erst die so erhaltenen Producte reinigt Verf. möglichst vollständig in dem Apparate von Thoulet. Das Resultat dieser Untersuchungen ist kurz wohl dahin zusammen- zufassen, dass bei stark differenten spec. Gewichten der Gemengtheile die Trennung ziemlich vollständig gelingt, dass dagegen bei dem Wegfall obiger Voraussetzung von einer quantitativen (wie es Thoulet ausspricht) Trennung gar nicht, und von einer qualitativen nur unter Zuhülfenahme anderer Mittel, wie verschiedener Säuren, des Elcctromagnctes, des Magnetstabes und des Sichertroges die Rede sein kann. Zum Schluss mag noch erwähnt werden, dass Verf. auch die optischen Eigenschaften der Kaliumquecksilberjodidlösung studirte, die sich durch hohes LichtbrecbungS- und Streuungsvermögen auszeichnet. 1'. Wunderlich 1 ) theilt mit, dass er die von E. Laufer angegebene, Trennung aber von demselben später als nicht brauchbar bezeichnete Methode der ,.',,„' Trennung des Quarzes von Silicatkieselsäure mit saurem Aninioniunmatrium- kk ' 8el8 ' um '- phosphal ebenfalls durch gleichzeitige Versuche mit Bergkrystall, Orthoklas, Oligoklas und Kieselschiefer als nicht verwendbar gefunden habe. ») Berichte d deutsch, ehem. Gesellschaft Berlin, 1881. II. 2811. V Methode der Hyperathen "aualyse. g Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Desgleichen geben dampfförmige Salzsäure, concentrirte Schwefelsäure, Monokaliumsulfat, Borsäure undJPkosphorsäure ungenügende Resultate, wenn ausser der Kieselsäure der löslichen auch die der unlöslichen Silicate vom Quarz getrennt werden soll. Calcinirte Borsäure führte sogar bei ge- nügender Menge von völlig reinem, zerriebenem Bergkrystall 98,747% in die lösliche Verbindung über. Um dem Praktiker die schwierige und langwierige Arbeit einer mecha- iVöiien" * nischen und chemischen Bodenanalyse zu ersparen, schlägt F. Farsky 1 ) ""'y 86 - vorj di e Producte der Schlämmanalyse sowohl für sich als auch nach dem Behandeln mit Lösungsmitteln, wie Salz-, Schwefel-, Flusssäure etc. und Auskrystallisiren unter dem Mikroskop zu prüfen. Fr. Becke 2 ) unterzog den Hypersthen von Bodenmais einer genauen Untersuchung sowohl in Bezug auf seine mineralogische wie chemische Be- schaffenheit. Die Gesammtanalyse des Minerals, welches etwas Magnetkies und Apatit beigemengt enthält, ergab: Kieselsäure 48,86 Phosphorsäure 0,42 Thonerde 1,92 Eisenoxyd 4,80 Eisenoxydul 12,43 Mangauoxydul 5,32 Magnesia 21,07 Kalk 1,48 Wasser 1,35 Magnetkies 1,20 98,85 Eruptiv- G. Pringsheim 3 ) hat folgende Eruptivgesteine aus der Umgegend von L!! D e ens e te?n Liebenstein in Thüringen analysirt: I. feinkörnigen rothen Granitporphyr am Corällchen bei Liebenstein; II. dunklen Granitporphyr aus den Gängen im Eselsprung, III. „Diabas" der Gangspalte am Corällchen bei Liebenstein: I. II. ni. Si0 2 . . . 64,65 61,93 48,88 Ti0 2 . . 0,50 — 0,98 Als O3 . . 14,13 16,31 19,71 Fe 2 3 . 5,24 9,12 8,48 FeO . . 3,02 1,92 6,47 MnO . . Spuren 0,13 0,57 CaO . . 1,65 1,78 5,26 MgO . . 1,41 1,21 3,64 K 2 . . . 5,26 6,08 1,65 Na 2 . . 2,78 2,42 2,70 H 2 . . 1,97 0,41 1,45 l ) Bericht der landwirthsch.-chem. Versuchsstation Tabor von Prof. F. Farsky. 1880. 24. a ) Neues Jahrbuch f. Mineral, Geol. und Paläont. 1881. I. Ref. 195; nach Tschermak: Mineral, u. petrogr. Mitthlg. 2. Reihe. Bd. 3. p. 60. s ) Ibid. II. Ref. 229; nach Zeitschr. d. deutsch, geol. Gesellsch. XXXII. 111 bis 182. T. X, XI u. XII. 1880. C0 2 P205 so 3 I. 0,29 11. 0,52 0,45 0,13 Hl. 0,32 0,25 Quarzfreie Porphyre des central. 100,90 102,41 100,36 Spec. Gewicht 2,659 2,709 2,990 E. E. Sehmid 1 ) untersuchte sowohl nach ihrem mineralogischen, wie nach ihrem chemischen Character die in horizontaler Verbreitung auf nahe- zu 4 geographische Quadratmeilen zwischen Ilmenau und Schleusingen sich T1 ^ r a i 1 n d g . er concentrirendcu quarzfreien porphyrischen Massengesteine und die mit ihnen gebirges. geognostisch verbundenen elastischen und sedimentären Bildungen. Verf. führte von diesen Gesteinsarten sowohl Bauschanalysen, als Partialanalysen des in Salzsäure löslichen und unlöslichen Theiles .aus, legt aber den Re- sultaten der letzteren selbst geringen Werth bei. Es mögen deshalb hier auch nur die Bauschanalysen einen Platz finden: 1) Glimmerporphyre: I. von Oehrenstock; II. vom östlichen Fuss des Ilmsenberges; in. von der Chaussee zwischen Amt -Gehren und Breitenbach und Möhrenbach ; IV. von einer Stelle zwischen der Ochsenbacher Mühle und dem Kämpfer- berg am Wege von Neustadt am Rennsteig nach Oehrenstock (nicht glim- merhaltig, aber nach Structur und Zusammensetzung hierher gehörig). 1. 11. III. IV. Specifisches Gewicht 2,676 2,651 2,616 2,750 Kieselsäure . . . 54,74 60,83 55,96 58,11 Kohlensäure . . . 2,60 — — Spur Phosphorsäure . . 0,27 0,21 0,31 — Thonerde .... 16,86 15,07 14,60 17,60 Eisenoxyd mit etwas Manganoxyd . . 7,78 6,32 11,19 6,06 Titanoxyd . . . 1,56 2,00 1,28 0,46 Kalkerde .... 4,28 1,94 0,64 3,66 Talkerde .... 3,45 2,45 4,76 3,58 Kali 4,03 4,65 3,40 1,32 Natron .... 2,64 5,07 4,93 4,72 Glühverlust . . . 1,47 1,40 2,25 Eisenoxydul 2,85 1,80 V. VI. VII 99,68 99,94 99,32 100,16 2) Paramelaphyre: vom S. O.-Abhange des Gotteskopfes bei Amt-Gehren; von der grossen Douche bei Ilmenau; . aus dem Steinbruch des Schneidemüllerskopfes. v. Spec. Gewicht 2,650 Kieselsäure 58,25 Thonerde (mit etwas Phosphorsäure) . 16,19 Eisenoxyd (mit etwas Manganoxyd) 8,74 Titanoxyd 0,53 VI. VII. 2,623 2,648 52,99 56,23 18,88 32,43 4.19 2,21 J ) Neues .Jahrbuch der Mineral ., Gcol. uml l'alaont. 1881. Jenaer Denkschriften. II. 4. p. 2X't. I Ref. 71: nach d Bodeu, Wasser, Atmospbäro, Pflanze, Dünger. V. VI. VII. Eisenoxydul 1,29 2,39 Talkerde 2,45 4,76 5,55 Kalkerde 1,25 1,81 0,61 Natron 5,75 2,73 4,00 Kali 3,91 2,29 0,81 Glühverlust 1,50 3,41 3,16 Phosphorsäure — 0,22 — 99,76 100,64 98,03 3) Melaphyre: VIII. ) IX. \ aus dem Steinbruch am Schneidemüllerskopf. X. I VIII. IX. X. Spec. Gewicht 2,71 2,73 2,73 Kieselsäure 56,60 55,68 55,99 Thonerde mit etwas Phosphorsäurc . . 17,20 18,00 17,70 Eisenoxyd, Titanoxyd, etwas Manganoxyd 7,93 5,56 7,86 Eisenoxydul 3,31 3,73 2,99 Kalkerde 5,25 5,67 4,60 Talkerde 1,86 3,28 4,60 Natron 3,78 3,85 2,37 Kali 1,38 1,44 1,28 Wasser, Spur Kohlensäure u. Bitu men . 1,36 2,10 1,36 98,67 98,94 99,15 Die nun folgenden Analysen XI, XII, XIII, XIV beziehen sich auf Gesteinsbrocken, welche Verf. auf der Oberfläche der Einsenkung zwischen Ilmsenberg, Quärigberg und Silberberg fand, ohne, trotz wiederholtem Suchen, weitere gleichartige Handstücke oder anstehendes Gestein entdecken zu können. Dieselben mögen daher hier übergangen werden. Verf. be- zeichnet dies Vorkomraniss als Paroligoklasit. Von grösserer Wichtigkeit durch ihre weite Verbreitung sind 4. Conglomeratische Porphyre und die Porphyrtuffe: XV. Conglomeratischer Porphyr des Oehrenstocker Grubenfeldes. XVI. XVII. XV. XVI. XVII. Spec. Gewicht 2,507 2,530 2,530 Kieselsäure 65,34 74,75 78,23 Phosphorsäure 0,01 — Thonerde 16,43 12,83 11,19 Eisenoxyd mit etwas Mangan 4,32 1,77 \ p nq Titanoxyd 0,93 f ,U Talkerde 0,73 0,35 0,30 Kalkerde 0,52 0,43 0,32 . Natron 5,33 3,25 3,70 Kali 6,19 3,22 2,87 Glühverlust . . . . . . 1,21 2,60 2,57 100,08 100,13 100,27 Die quarzfreien Porphyre treten als deckenartige Ergüsse auf, welche r > Dunkelgestreifte mittlere Porphyrtuffe vom Höllekopf. in 0. und S. auf azoischer Grauwackc in W. und N. auf Granit auf- liegen. Weiss 1 ) bespricht in der Sitzung der deutschen geolog. Gesellschaft vom 6. Juli 1881 einige Ganggesteinc aus dem Granit des Trusenthals bei Herges-Vogtei im Thüringer Wald. Die in dem Laboratorium von Finken er ausgeführten Analysen sind wegen ihrer Vollständigkeit, zum Theil wegen ihres hohen Gehalts an Phosphorsäure bemerkenswerth. I. und II. sind porphyrische Orthoklasgesteinc, III. ein schwarzes körniges orthoklasfreies Gestein (Diorit?). Silicat- gesteinc v. Trusenthal. I. li. III. Kieselsäure . . . 58,79 59,30 . 48,06 Thonerde . . . 15,35 13,26 16,73 Eisenoxyd . . . 6,40 4,00 4,69 Eisenoxydul . . 3,66 6,84 6,07 Titansäure . . . 1,00 1,16 0,86 Manganoxydnl . . 0,01 0,51 0,69 Kalkerde . . . 1,87 3,07 7,61 Magnesia . . . 0,31 0,70 7,50 Kali 6,57 5,85 1,70 Natron .... 5,01 3,51 2,38 Wasser .... 0,25 1,34 3,64 Phosphorsäure . . 0,07 0,34 0,23 Schwefelsäure . . 0,12 0,33 0,29 Kohlensäure . . 0,07 0,09 0,10 Organ. Substanz . 0,13 — — 99,61 100,30 100,55 Spec. Gewicht . . 2,743 2,728 2,857 Johannes Kühn (Leipzig) 2 ) berichtet über Ophit, einem einerseits dem Diabas, andererseits dem Augitandesit nahestehenden Gestein, aus den Pyrenäen. Derselbe bezieht sich dabei auf nachstehende Analysen: I. Ophit von Sauveterre, Basses Pyrenees (spec. Gew. = 3,003). II. Ophit vom Val d'Enfer, Hautes Pyrenees (spec. Gew. = 2,991). Diabas von der Lupbode im Harz (spec. Gew. = 3,081). Diabas von Ribeira de Macaupes auf Madeira (spec. Gew. = Ophit der Fyrenäen. Diabas vom Harz u. v. Madeira. III. IV. 2,790). Si0 2 . Al 2 3 Fe 2 3 FeO . MnO . CaO . MgO , K 2 Na 2 II. . Ti0 2 . P 2 5 . I. 11. in. IV. 49,69 49,15 47,36 49,15 14,05 15,71 16,79 17,86 1,58 i 10,10 j 1,53 1,07 7,01 7,93 10,77 — — 0,44 0,75 12,01 10,94 10,88 5,49 7,30 7,21 6,53 3,24 0,54 1,90 0,84 2,29 4,85 4,43 2,85 5,49 3,18 0,48 3,05 1,21 1,45 — 0,51 0,83 Spur — 0,26 0,99 ') Ztschr. (1. deutsch, geolog. Ges. *) Ibid. 372 ff IM XXXIII. 488 ff. in Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. i. ii. in. iv. C0 2 . . . . — — 0,48 — FeS 2 . . . — — 1,96 — 101,66 99,91 100,61 100,22 Euphotid. Cossa 1 ) Iheilt die Analyse der Bestandtheile des Euphotids mit, welcher auf der Westseite des Golfs von Pracchio auf der Insel Elba an- steht. Er ist zusammengesetzt aus Diallag und Labradorit. Die Unter- suchung ergab: Diallag Labradorit Si0 2 . . 49,603 50,628 CaO . . 20,336 11,002 MgO . . 16,494 Spur FeO . . 6,730 — Fe 2 3 . — 1,410 AI2O3 . . 5,051 29,987 Cr 2 3 . 0,552 — Mn 2 3 . Spur — Na 2 . . — 4,767 K 8 . . — 0,227 H 2 . . 1,486 0,989 100,252 99,010 Pufahl 2 ) führte die Analy Gabbro bezeichneten Gesteines aus, welches nach dessen Auffassung das Bindeglied zwischen dem Granit-Diorit der Ostseite und dem Harzburger Gabbrogestein der Nordseite des Brocken bildet. Das quarzhaltige Beleg- stück stammte aus dem Granit an der Strasse von Hasserode nach der Plessburg im Harz und zeigte folgende Zusammensetzung: Si0 2 = 53,39 Ti0 2 = 1,39 A1 2 3 = 12,18 Fe 2 3 = 6,18 FeO = 6,70 MgO = 6,17 CaO = 6,80 Na 2 = 2,70 K 2 == 1,76 H 2 = 2,09 P 2 5 = 0,25 C0 2 = 0,28 S0 3 = 0,24 100,13 Meiaphyre. Th. Petersen 3 ) theilt in einer längeren Abhandlung seine Studien über die Meiaphyre des Gran Mulatto nordöstlich von Predazzo im Fassa- thal mit, woraus zwei Bauschanalysen hier Platz finden mögen: I. Porphyrartiger Melaphyr. H. Aphanitischer Melaphyr. *) Neues Jahrb. f. Miner., Geolog, u. Paläont 1881. I. Ref. 198 nach Atti della R. Accadcmia dei Lincei 1879— 80. III ser. Transuuti. Vol. IV. 43. a ) Ibid I. Ref. 234 nach Zeitschr. d. deutsch, geolog. Ges. 1880. XXXII. 206-215. *) Journal für prakt. Chemie 1881. Neue Folge. Bd. 23. 402. 11 Kieselsäure Titansäure Thonerde Eisenoxyd 2,29 Eisenoxydul . Manganoxydul Kupfer Baryt Kalk . . . Magnesia . . Natron . . . Kali . . . Wasser . . , Phosphorsäure Kohlensäure Chlor Schwefel Spec. Gewicht Von Lepsius 1 ) wird die Zusammensetzung des „Nonesits", der zu den Melaphyren zu zählen ist, und von der Mendola in den Südalpen entnommen war, wie folgt, angegeben: I. II. 55,02 51,41 0,40 0,64 21,72 19,36 2,29 4,28 4,53 6,64 Spur Spur 6,77 7,43 1,83 2,86 2,72 2,70 3,41 1,81 0,40 0,39 0,37 0,42 Spur Spur 99,46 97,93 2,793 2,904 SiC-2 . . Al 2 0-3 . . Fe 2 3 . . FeO . . CaO . . . MgO . . Na 2 . . K 2 . . Glühverlust 49,60 19,26 9,67 1,25 9,29 5,46 3,78 0.68 1,43 100,42 Spec. Gewicht = 2,81 Derselbe Verf. 5 ') theilt in seinem Werke: „Das westliche Südtirol" die Porphyr Analyse eines porphyrartigen Diorits aus den Gängen der Val Bondol mit: artiger Si0 2 . A1 2 3 Fe 2 3 FeO . CaO . MgO . Na 2 K 2 . H 2 . Sjieo 56,78 13,34 1,07 9,92 9,37 4,25 2,89 1,68 0,86 100,16 Gewicht = 2,81 >) Neues .Jahrb. f. Min., Geol. u. Palaont. 1881. I. Ref. 886. ») Ibid. I. Ref. 383; nach Rieh. Lepsius: Das west). Südtyrol. Berlin, 1878. J2 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. G. Stäche und C. v. John l ) unterwarfen die Eruptivgesteine des Cevedalegcbietcs und vornehmlich die in der Zone der Quarzpbyllite auf- tretenden dioritischen und porphyritischen Gesteine einer eingehenden Unter- suchung, aus der hier nur die chemischen Analysen einen Tlatz finden mögen: A. Diorite und Dioritporphyrc: I. Kleinkörniger Diorit von Pradaccio in Val Forno. II. Diorit porphyr vom Suldenferncr. I. 11. Kieselsäure .... 57,85 57,82 Thouerde 17,32 18,00 Eisenoxyd 4,38 2,15 Eisenoxydul .... 5,19 3,47 Kalk 7,08 11,90 Magnesia 2,97 3,16 Kali 1,23 0,97 Natron 4,02 2,34 Glühverlust .... 0,98 1,03 101,02 100,84 Spec. Gewicht 2,7064 — B. Paläophyrite. 1) Grünsteinartige Porphyrite, Ortleritc. III. Normaler Ortlerit von der hinteren Gratspitze. IV. Ortlerit mit Calciteinsprenglingen vom Suldenferncr (mit 1,73 Ca CO 3 ) V. Grünlich blaugrauer Augit-Ortlerit. VI. Grüner Augit-Ortlerit. VII. Lichtgrüner Feldspatb-Ortlerit vom rechten Moräuewall des Sulden- ferners. VIII. Lichtgrüner Feldspatb-Ortlerit von Plimabach-Hutweidenthal. IX. Ortlerit von St. Gertrud in Sulden. X. Nadeldiorit von Rohrbach bei Regen. in. IV. v. Vi. VII. VIII. IX. X. Kieselsäure 48,95 48,94 49,90 52,85 53,40 53,73 50,18 54,90 Thouerde . 14,80 17,82 19,70 13,70 21,55 18,22 17,46 17^68 Eisenoxyd . 8,42 6,85 6,32 6,91 4,47 5,83 7,16 6,33 Eisenoxydul 10,23 4,69 7,43 7,32 6,06 6,32 3,11 3,16 Manganoxydul — — — — — — 0,28 — Kalk . . . 7,40 6,48 10,30 7,00 6,61 7,00 5,50 6,16 Magnesia . 2,08 5,38 3J33 2,88 2,19 1,62. 5,28 2,98 Kali . . . 2,97 1,78 1,34 2,74 1,39 2,83 2,98 1,82 Natron . . 3,23 3,59 1,84 4,23 3,23 2,76 5,38 4,52 Glühverlust 1,76 2,80 1,32 1,98 1,42 1,68 2,68 1,39 Kohlensäure — — — — — — 0,80 1.28 99,84 100,33 101,78 99,61 100,32 99,99 100,81 100,22 Spec. Gewicht 2,832 2,780 2,793 2,796 2,823 2,765 — 2) Blaugraue propylitisehe Porphyrite. XI. Biotitporphyrit von Val di Zebru. XII. Biotitporphyrit von Val Forno. M Neues Jahrb. f. Miner., Geol. u. Paläont. 1881. I. Ref. 218; nach Jahrb. d. k. k. geol. Reichsanstalt 1879. No. 2. 317 und No. I). 66. Boden. JJJ XI. XII. Kieselsäure 54,60 56,60 Thonerde 17,38 15,80 Eisenoxyä* 4,38 3,57 Eisenoxydül 5,79 7,43 Kalk 7,63 6,77 Magnesia 2,12 2,57 Kali 1.77 2,46 Natron 3,03 3,98 Glühverlust (HgO-j-COa) 4,50 2,46 101,20 101,64 Spec. Gewicht 2,769 3) Graue andesitische Porphyrite, Suldenite. XIII. Typischer Suldenit aus dem rechten Moränenwall des Sulden- ferners. XIV. Typischer Suldenit zwischen Schaubachhütte und Eisseespitze. XV. Typischer Suldenit vom Suldenferner (Contact mit Thonglimmer- schiefer). XVI. Typischer Suldenit von der hinteren Gratspitze (Contact mit Ortlcrit). XVII. Biotitporphyrit ( Verfassers ttber das Auftreten dieses Geschicbelehms hier ihre Stelle finden. Aehnliche Verhältnisse sind in Orth, Geognostische M Neues Jahrbuch f. Mineralogie, Geologie o. Palaont. 1881. I. Ref. 17; nach Zeitschrift f. luvst. IV 244 «) Ibid. I. lief. 399; nach Sitzungsber. d. k. bayr. Akad. d. Wiss. Math. phjs. Classe. L880. 461. s) Zeitschrift der dentechen geolög. Gesellschaft Bd. XXXIII. 465, IQ Hoden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Durchforschung des schlesischen Schwemmlands (Berlin 1872) mit Bezug auf Ostdeutschland eingehend besprochen worden. „An allen besprochenen Loyalitäten sind in eine lehmig-thonige, gänzlich „ungeschichtete Grundmasse zahllose nordische und einheimische Geschiebe „in regellosem Durcheinander eingebettet: neben dem nordischen Granit liegt „das einheimische Jurapetrefact , neben dem Feuerstein der tertiäre Kalk- „mergel. Die einheimischen Geschiebe bilden bald einen grösseren, bald „einen kleineren Bruchtheil — im günstigsten Falle die Hälfte — der „Gesammtzahl; sie sind zum grossen Thcil geschliffen, mit Systemen paralleler „Furchen und Ritzen; oder auch mit unregelmässigen Schrammen und „Kritzen bedeckt, und zeigen nie die gleichmässig gerundeten Formen der „Gerolle. Die ungefurchten unter ihuen sind vollkommen intact und zeigen „keine Spur des Transports, so dass z. B. auf ihren Aussenflächen die ,, scharfen Kanten vorstehender Petrefacten vollkommen erhalten sind. Die „einheimischen Geschiebe stammen zum Theil aus dem Gebiet zwischen dem „Wesergebirge und dem Teutoburger "Walde, zum Theil aus dem Weser- „gebirge selbst, und manche unter ihnen weisen auf die Porta westfalica „und ihre nächste Umgebung hin. Geschiebe aus dem südlich gelegenen „Höhenzuge des Teutoburger Waldes — Hilssandstein, Flammenmergel und „Pläner — fehlen gänzlich. In einem Falle wurden Schichtenstörungen im „Grunde des Geschiebelehms beobachtet: grosse Schollen liassischer Gesteine ..waren von ihrer Unterlage losgelöst und in den Geschiebelehm eingelagert. " Diatomeen- M. Bauer (Königsberg i. Pr.) *) macht Mittheilungen über das reich- Oatpreuasoi». liehe Vorkommen von Diatomeen in kalkreichen Diluvialmergeln der Gegend von Zihten in Ostpreussen. Die vorkommenden Formen weisen auf Süss- wasserbildung bin. Bei der Analyse der norddeutschen Diluvialmergel ist also auch das Vorkommen der Kieselsäure in dieser Form zu berücksichtigen. Sedimentär- H. 0. Lang (Göttingen) 2 ) bespricht in ausführlicher Weise das Auf- Göttingen! treten und die Entstehung der Sedimentärgesteine aus der Umgegend von Göttingen. Da die Sedimentbildung in nächster Beziehung steht zu den im Boden und mit dem Boden vor sich gehenden naturgesetzlichen Prozessen, und die Agriculturchemie es so vielfach gerade mit den jüngeren Ablagerungen der Erdgeschichte zu thun hat, so mag auch an dieser Stelle auf die nach manchen Seiten hin interessante Abhandlung aufmerksam gemacht werden, wenn auch ein Auszug daraus hier nicht wiedergegeben werden kann. Der Boden K. A. Lossen 3 ) hat in «einem Werke: „Der Boden der Stadt Berlin" eine umfassende Arbeit über das bisher Bekannte und die eigenen Forschungen über den Untergrund Berlins und der norddeutschen Tiefebene im Allge- meinen niedergelegt. An dieser Stelle mag nur die Hauptcintheilung des Werkes mitgetheilt werden : I. Einleitende Bemerkungen zur Topographie und Geologie des nord- deutschen Tieflandes. II. Specielle Erläuterungen der geologischen Karte der Stadt Berlin und der zugehörigen Proiiltafeln. III. Geologische Schlussbemerkungen bezüglich der Wasserführung des Berliner Bodens. der Stadt Kerlin. ') Ztschr. d. deutsch geol. Ges. Bd. XXXIII. 19G ff. 2 ) Ibid. l J17 ff. 3 ) Neues Jahrbuch f. Min., Geol. u. Paläont. 1881. I. Ref. 22f>; nach „Reinigung und Entwässerung Berlins". Heft XIII. Berlin. 1879. Boden. |7 Dem Werke liegen eine , geologische Karte der Stadt Berlin" im Mass- stabe 1:10 000, sowie 4 Profiltafeln in doppelter Grösse bei. W. Pabst 1 ) theilt einige Analysen von Porzellanerden mit, welche Porzeiian- v. Richthofen von seinen Reisen in China und Japan mitgebracht hat. errten ' Von den hier wiedergegebenen Zahlen beziehen sich diejenigen von I. auf das geschätzteste Porzellanmaterial aus dem Steinbruch bei Ki-mönu-hsien bei King-te-tshönn (Provinz Kiang-si), von IL auf ein ähnliches Vorkommen, von 111. und IV. auf Gesteine von Yü-kan-hsien , von V. u. VI. auf solche von dem japanesichen Porzellauberg bei Arita (Provinz Hizen). i. iL in. iv. v. vi. Si0 2 74,60 74,31 77,75 77,11 78,27 77,88 A1 2 3 16,46 16,39 15,38 15,10 14,69 14,78 CaO 2,58 1,60 1,26 0,70 0,44 0,33 K 2 2,82 5,90 3,32 3,50 4,23 3,55 Na-,0 1,89 0,57 — 1,40 — — H 2 2,42 2,41 2,51 2,72 2,99 2,84 100,86 101,18 100,22 100,53 100,37 99,38 Die Porzellanerde I. ist Material zu Yutun (dem schmelzbaren Be- standteil des Porzellans), II. ist Material zu Hu-tun (dem unschmelzbaren Bestau dtheil). P. de Gasparin 2 ) untersuchte verschiedene Böden des Vesuv- und Vuikaui 8C he Aetnagebietes auf ihren Gehalt an Phosphorsäure und in Königswasser lös- Botlen - liebem Kali und fand, bezogen aut das Gewicht der Probe, folgende Zahlen: Phosphorsäure- .. .. 1 j -j Kali unhydrid in Viüuoo ™ Viouo 1) Somma, Lapilli aus der Kratergegend .... 80 45 2) Zwischen dem Sommafuss und der Hermitage . . 78 45 3) Laeryma-('!iriNti-Weinberg 36 35 4) Obere Bodenschicht von Pompeji 16 25 5) Boden von Capua, beim Amphitheater .... 65 6 6) Weinberg Gemellara, am Aetna 62 7) Garten zwischen Catania und Nicolosi .... 20 — Auch den Gehalt an organischer Substanz stellte Verf. von verschie- denen vulkanischen Böden, namentlich des Aetnagebietes, fest und schreibt ihm mehr als der reichlichen Versorgung mit Phosphorsäure die grosse Fruchtbarkeit derselben zu. Verf. fand: Organ. Subst. % Weinberg von Gemellara 21 WCisse mit Weiden bepflanzte Erde am Gipfel des Epomeo . 8 Erde von Solfatara mit Kastanien bestanden 20 Erde von Torre di Lipera, von Catania nach Nicolosi ... 4 Erde aus einem Garten zwischen Catania und Nicolosi . . 4,5 Boden von Capua 4 R. Romanis 3 ) veröffentlicht Analysen von zwei Reisböden von Syriam BtmuiUob bei Raiigoon, Alluvialböden aus dem Delta des trrawaddy. II. ist jung- B,iabodan « fraulicher Boden. ') Dingler'a polytechnisches Journal 1881. £31). 210. inpt rend. des söances de l'Academie des Scienoes 1881. 92. 1322. : Scientific American 1881. Suppl. 12. S. 1590 Jahre beriohl 1 1 1> Jg Hoden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. In Salzsäure löslich: I. 11. Organische Substanz .... 4,590 8,508 Eisen- und Aluminiumoxyd . . 8,939 7,179 Magnesia 0,469 0,677 Kalk Spur 0,131 Kali 0,138 0,187 Natron 0,136 0,337 Phosphorsäure 0,100 0,108 Schwefelsäure 0,025 0,117 Kieselsäure — 0,005 14,397 17,249 In Schwefelsäure löslich: Aluminiumoxyd 17,460 15,684 Magnesia 0,459 0,446 Kalk 0,286 Spur Kali 0,616 1,250 Natron 0,317 0,285 19,138 17,665 Rückstand: Kieselsäure, löslich .... 11,675 L„ M „ !•■ i- i , ft ,„„ . 69,546 „ unlöslich . . . 49,477 | ' Aluminiumoxyd 3,062 4,178 Kalk 0,700 0,134 Magnesia 0,212 Spur Kali 0,276 1,180 Natron 0,503 1,048 100,000 100,000 H n"ie", v ' ^' Füller 1 ) (Hildesheim) theilt einige Analysen von Böden aus dem Bezirke Bruchhausen-Syke mit: (Siehe die Tabelle auf S. 19.) Schlick. j. König 2 ) untersuchte den Moder (Schlick) dos Stadtgrabens in Münster und fand denselben Stickstoff- und phosphorsäurereicher als den Emdener Seeschlick. Der frische Schlamm enthielt: 40,73% Wasser, 59,27 °/o lufttrockene Substanz. In der folgenden Zusammenstellung bezeichnet I. die Bestandtheile der lufttrockenen, II. die auf einen Wassergehalt von 25% berechneten und III. die des besten Emdener Seeschlicks: i. iL in. Stickstoff 0,620 0,465 0,450 Phosphorsäure 0,704 0,528 0,266 Kali, durch Salzsäure löslich . . 0,419 1 o f 98 ^1 595 Kali, durch Schwefelsäure löslich . 0,512 J I ' Kohlensaurer Kalk 13,170 9,877 10,870 Sand 48,370 M Hannov. landw. Zeitung 1881. XXXIV. No. 7. -) Landwirthsch. Zeitung f. Westfalen und Lippe. Munster, 1881. 189. 19 Die lufttrockene Substanz enthielt: Bezeichnung der untersuchten Erden Humus- Sub- stanzen /o Stick- stoff % Phos- phor- säuro % Kali % Kohlen- saurer Kalk °/ 10 I. Ackererde vom alten Acker des besse- ren Geestbodens im Amtsbez. Bruch- liausen, vor 20 Jahren gekalkt, seit- dem im 9jähr. Turnus bewirtschaftet, hat bei letzter Kleeernte im Ertrage bedeutend nachgelassen II. Ackererde von gleichem Boden, aber vor 20 Jahren aus Holz- und Haid- boden aufgebrochen, damals gekalkt und gleichfalls im 9jähr. Turnus be- wirtschaftet; die letzte Kleeernte war gleichfalls geringer als die früheren . III. Ackererde von der Wohlhaide bei Aflingbauscn, Amt Bruchhausen, von einer Ackerfläche, welche seit 8 Jahren abwechselnd Lupinen zur Gründüngung und nachfolgenden, mit 2 Ctr. Knochen- mehl pro Morgen gedüngten Roggen getragen hat, Die Lupinenerträge 5,21 3,96 3,352 0,170 0,095 0,086 0,091 0,124 0,052 0,050 0,034 0,019 0,061 0,021 0,041 0,023 0,016 0,067 0,011 0,0 1 6 0,013 IV. Haidbodcn neben dem vorigen Acker- land von jungfräulichem Boden ent- nommen 4,262 3,48 0,007 V. Ackerboden aus der Leinemarsch vom Klostergutc Maricnwcrdcr b. Hannover 0,214 C. F. A. Tuxcn-) unterwarf verschiedene dänische Buden, deren Werth auf praktischem Wege festgestellt war, der Bonitirung und analysirte die- m II ii ii. Der Untersuchung unterworfen wurden nach ihrer Fruchtbarkeit geordnet: 1) Lehmboden aus dem Versuchsfelde der kgl. landwirthschaftlichen Hoch- schule. Derselbe giebt durchschnittlich das 18 fache der Aussaat an (i erste. .') Erde aus demselben Felde-, seit 21 Jahren ohne Dünger, seit 17 Jahren jährlich mit Gerste bebaut; giebt durchschnittlieh das 3fache der Aus- aal an (lerstc. Lehmhoden aus Falster; giebt durchschnittlich das 14 fache der Aus- saal an Gerste. Sandboden (leichte Erde) aus dem nördlichen Seeland; giebl durch- schnittlich das 6 — 7fache der Aussaat au Gerste. Xu ferneren Versuchen diente theils als Acker», theils als Wald- 3) 1 1 Biedermann'a Centralblatt 1881. sl.rii't for Landokonomi [8BO. X. 649; nach Separatabdruck aus Kdi- 20 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. land benutzter Heideboden, welcher sich in 4 Schichten: die obere Heidehumusschicht, Bleisand, Rotherde (Ortstein) und Rothsand gliedert. 5) Rothsand ist die Grundlage, auf welcher die anderen 3 Schichten entstanden sind. Er ist durch Eisenoxyd roth gefärbt und trägt eine gesunde Bauinvegetation. 6) Rotherde (Repräsentant des Ortsteins), ein rother Sand mit ca. 10% Humussäure und bedeutenden Mengen humussaurer Salze, besonders des Eisenoxyds und des Eisenoxyduls. In ihm sind die auflöslichen Stoffe des Heidehumus und Bleisandes, welche mit Humussäure aus- gezogen sind, aufgespeichert. 7) Heidehumus enthält oft 50 % Humus, ferner Eisenoxydul und reagirt sauer. 8) Der Bleisand ist ein grauer Sand , dessen auflösliche Stoffe aus der in der Rotherde gesammelten Humussäure des Heidehumus gezogen sind; ganz unfruchtbar. 9) Flussand aus Bardruch, 1 Meile von der Nordsee, ist an den trock- nen dem Winde ausgesetzten Orten unfruchtbar-, er kann aber in ge- schützten, feuchteren Lagen, wie in Dünenthälern, härtere Waldge- wächse tragen. In der folgenden Tabelle sind die Bodenproben nach ihrem Werthe nach der Bonitirungsmethode Knop's geordnet: (Siehe die Tabelle auf S. 21.) Aus der Tabelle ergiebt sich, dass die chemische Analyse nach der Methode Knops mit dem Werthe der Bodenarten genau übereinstimmt. Auch die Absorptionsfähigkeit für Ammoniak ist ein gutes Hülfsmittel für die Beurtheilung, jedoch muss dabei die hohe, von dem Humusgehalte ab- hängige Absorptionsfähigkeit des Heidehumus und der Rotherde ausser Acht gelassen werden. Ist daher die Absorptionsfähigkeit eines Bodens von seinem grossen Gehalte an Humussäure und deren Salzen bedingt, so giebt ihre Höhe keinen Massstab für die Güte desselben. Die Resultate der Absorptionsversuche, welche Verf. mit diesen Böden für Ammoniak, Kali und Phosphorsäure anstellte, enthält die folgende Tabelle : |8 j ."5 PH © = 5 50 g Feinerde von: i§i % m 1 >.s| j§ ö ~< < • «^ < 5 %< < O" •a* • «* Landw. Hochschale, gedüngt 100 44,0 10 3,44 5 1,66 „ „ ungedüngt 100 32,7 10 2,40 5 0,49 Falster 100 26,7 10 2,00 5 0,76 Nord-Seeland 100 10,7 10 0,59 5 0,18 Rotherde 100 16,6 10 2,68 5 2,00 Rothsand 100 4,6 10 1,81 5 0,89 Heidehumus | 100 34,6 10 2,50 5 0,60 Bleisand J 100 1,1 10 0,86 5 Flugsand 100 ° 10 0,28 5 21 t) iH »ffirl © i CO iH "* CS O r-l co co C <ä 03 iH 1 r-l CO 1> o |oo © CD CO © CS t>» CO o o © ö O ' O O Oi o ©"©" © CS © © CS CS © © CO CO ©" '© 5z; CS o cs CS CS CS © 5-i 1-1 TH -ö o o o o O | «rt CO CS lO CO «> CO CS 5 00 1- [ O CO CO o 1 o o © CO o © CS CO o co co © d O ' CO ^ »o ©" ©"©" © cs © © cs cs o co CO CO ©" j2 fc CS c CS CS CS l> CO © M 1-1 rH tO tH CO t}1 O 1 CO CO O 1> CS CS U0 vO © o h ~ *" °i 1 ^^"^ O CO TH CO^ iO CS o co^cs^t^ co co © rS es" 1 cc"i^co" o" ©" o" ©" co"©"©" cs"co"©"c5 •«jTift © © W* fe Tt* O rt< o CS CS CS CO CO CO © iH 1-1 >Ö w O i> CO NOfC CO l> © rt ^ d co" ©" t-T co" co" ©" ©" ©' © "*->*© CS CO CO CS CO CO © "o jz; CS © CS CS CS »O -Hji o H ^ © 'S a> o o o o © i "* CO CO CS iC Td co «# <■# iO 1 o^o^o © | CO © CO CO CO tH CCQ0N J> CO © -= 6 io ' co"t-Tgc" ©" ©" ©" © Tjl "HH © CS CO CO CO tH CO o 1 £ tH CO t> CS cs cs co l> CO »H tH , "ö -* moowN © , co th cs co r^ th TH © TH 'S § loooomtß © -* rl O iO >o M -H CO CO © © © O 'S d OO « w«c ©" ©" ©" O co vo th CS CO CO tH tJ co © ^ s Jzj os © CS CS CS CO CS © 1-1 co h- o o o © r- »o co O tH © ^ O iO © o CDHNtDTJf © © iO ** © © J> CO cs th co co co © "3 5-i d H'MHiO'* g©^"© CO CO © ^ 1> CO ■** CO l> CO © 5z; CS CO TH CS CS lO t>. 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Wegen der billigen Herstellung eines solchen Cements soll es nach dem Verfasser möglich sein, die Bautcchnik des Landes im Sinne des Massivbaues wesentlich umzugestalten. Von Analysen seien zunächst die von E. King ausgeführten Unter- suchungen über einige aus vulkanischer Asche und Tuff entstandenen Böden erwähnt: Glühverlust Sand, Kieselsäure, in heisser Salzsäure unlösliche Silicate Eisenoxyd Thonerde Phosphorsäure Kalk Magnesia Kali Natron Chlor Schwefelsäure Kohlensäure und nicht bestimmt . . 22,66 50,76 8,07 15,37 0,20 0,79 l,4l| 0,09 0,11 0,06 0,22 0,26 14,62 47,46 11,80 23,12 0,26 0,47 1,15 0,09 0,13 0,03 0,22 0,65 29,03 45,69 22,84< 0,17 0,56 0,16 0,44 0,49 0,62 24,35 13,68 44,21 10,28 18,57| 0,16 0,53 0,45 0,27 0,15 65,79 17,31 0,46 0,55 0,38 0,28 0,33 1,03 1,02 11100,00100,00 Stickstoff Magneteisen Lufttrockner Boden enthielt Wasser bei 100° getrockneter Boden absor- birte Wasser 0,44 2,50 23,67 10,35 0,42 0,20 30,78 14,53 100,00 100,001 100,00 ai 0,43 7,00 11,62 5,70 0,41 0,59 20,30 10,04 0,23 ? 6,75 (als wn den Feldern der landwirthsch. Schule Orte. der Musterwirthschaft in Shimosa No. 1 = Oberflächenboden Kumaba. „ 2 = Tiefenboden von dems. „ 3 = Oberflächenboden von Chiba-ken. „ 4 = Tiefenboden von dems. Orte. ,, 5 == Oberflächenboden von dem Versuchsfeldc des Kcn-cho, Chiba, Chiba-ken. D. Brauns hat von dem rothbraunen Tuffboden der Ebene von Tokio .,ein echter Lehm" bezeichnet) nachstehende Analysen veröffentlicht: *) Separatabdruck aus den Mittheiluugen der deutschen Gesellschaft für Natur- u. Völkerkunde Ostasiens. Yokohama Buclxlruckerei des „Echo du Japon". 1881. 23 Loicht erer Schwererer Theil. Theil. 24,40 % 75,52 % Kieselsäure . 65,15 69,89 Thonerde . . 19,20 15,29 Eisenoxyd 7,76 8,65 Kalk . . . 1,49 1,88 Magnesia . . 0,12 Spuren Phosphorsäure 0,20 ] nicht Alkalien . . fehlen l be- Glühverlust . 6,03 J stimmt 99,95 o/o 95,71 % Analyse des Bodens aus einem Theegarten in Koyata-mura, Irumagori, Saitamaken. (Auszug mit kalter Salzsäure von 1,12 spec. Gew.) (Analytiker: Matsumoto.) Tiefe 0—25 cm 25—46 cm 46— 50 cm 50 — 75 cm 75—100 cm Hygrosk. Wasser . . . 14,756 15,856 15,884 15,744 18,469 Glühverlust 39,207 35,576 32,877 32,105 32,689 Thonerde 11,077 12,271 12,425 11,851 12,606 Eisenoxyd 6,206 6,954 7,425 8,616 7,980 Kalk 0,012 0,210 0,148 0.162 0,052 Magnesia . . ... 0,312 0,400 0,442 0,429 0,491 Kali 0,059 0,058 0,074 0,049 0,057 Schwefelsäure (SO3) . . 0,122 0,106 0,084 0,062 0,088 Phosphorsäure (P2O5) 0,056 0,041 0,065 0,051 0,066 Kohlenstoff 9,577*) 6,420 4,447 4,982 1,936 Stickstoff 0,521 0,406 0,285 0,196 0,131 Kohlensäure fehlt . . . — — — — — Boden vom Plateau und der Niederung Asabu bei Tokio. (Landgut des Ministers Matsukata.) (Analytiker: Hida.) 1) Vom Plateau Asabu. Tiefe 0—25 cm 25—50 cm 50—75 cm 75— 100 cm 100—150 cm Hygroskop. Wasser . . 11,100 12,600 15,650 19,750 20,150 Glühverlust . . . 26,857 27,851 32,715 35,286 34,982 Thonerde 6,898 5,957 10,172 8,596 14,224 Eisenoxyd 4,225 5,696 9,448 5,413 7,730 Kalk . . . . 0,655 0,676 0,593 0,144 0,095 Magnesia . . • • 0,472 0,406 0,213 0,278 0,251 Kali . . . 0,185 0,491 0,246 0,230 0,221 Schwefelsäure 0,024 O.M.V.I 0,612 0,412 0,453 riiosphorsäurc 0,023 0,127 0,041 0,014 0,015 Stickstoff . . . i! 0,372 ")% Humus. 0,348 0,238 0.17.". 0,695 *) Entspreche nd IG, 24 Boden, Wasser, Atmosphäre, Manne, Dünger 2) Aus der Niederung Asabu. 0—25 cm 25— 50 cm 50—75 cm 75— 100 cm 100—150 cm Hygrosk. Wasser Glühverlust Thonerde Eisenoxyd Kalk . . Magnesia . Kali . . Schwefelsäure Phosphorsäurc Stickstoff . . 13,167 29,537 13,724 6,137 0,670 1,193 0,080 0,054 0,023 n. best. 20,900 33,055 10,112 7,930 0,381 0,851 0,126 0,056 0,041 0,208 20,900 33,269 12,955 7,283 0,295 1,084 1,356 0,041 0,026 0,127 23,350 34,357 13,303 7,257 0,139 0,828 2,985 0,039 0,014 0,086 24,000 34,909 13,404 6,689 0,130 0,219 1,573 0,035 0,013 0,080 Grundwasserspiegel in 0,75 — 1,00 m Tiefe. Der Tuffboden hat ein spec. Gew. von 2,156. Als Ergebniss der mechanischen Analyse seien nachstehende Unter- suchungen über den Tuffboden von Saitama-ken, von Asabu Plateau und von Asabu Niederung angeführt: Stromgeschwindig- Korngrösse keit pro Secunde S a a g d ■A im Schlämmappt. m a 6 | a a © 1 © © © © 1 1 © 7 7 1 © 0,2 mm 2,0mm 5,0 nun o © 1 i i i ec 1) Von Saitama-ken. 0- 25 cm Tiefe. . . 39,54 29,60 7,48 5,58 6,37 0,24 0,08 — — 25— 46 „ „ ... 22,70 26,10 14,90 7,49 13,43 0,50 0,09 — 46— 50 „ „ ... 14,28 27,47 9,54 9,74 17,91 1,04 — — — 50— 75 ,. „ ... 31,94 21,80 14,48 5,92 16,80 0,97 0,23 — 75—100 „ „ ... 17,34 48,72 12,47 5,45 12,97 0,28 — — 0,55 2) Von Asabu Plateau. 0— 25 cm Tiefe. . . 19,14 31,70 10,84 4,79 21,00 4,96 1,94 0,34 1,82 25— 50 „ „ ... 37,41 25,65 10,47 1,90 13,77 0,72 0,47 0,33 1,70 50— 75 „ „• ... 6,58 50,46 5,52 9,60 27,22 0,09 0,09 — 0,11 75—100 „ „ ... 25,03 18,23 9,37 2,92 30,18 9,64 0,56 — — 100—150 „ ,, ... 3,42 20,61 1,42 16,62 42,38 3,27 0,19 — — 3) Von Asabu Niederung. 0— 25 cm Tiefe. . . 51,4217,10 6,38 5,55 13,50 3,22 0,70 0,16 — 25— 50 ,, ,, ... 47,0l| 9,93 8,76 5,2012,96 1,30 0,79 0,23 2,65 50— 75 „ „ ... nie lt bestimmt 75—100 „ „ ... 30,05 0,87 4,94 nicht bestimmt 100—150 „ „ ... 27,32 12,50 26,72 5, ,, 25 Die vollständige Aufschliessung des Tuffbodens von Kumaba u. Akasaka Shinraachi durch Hiola ergab nachstehende Resultate: Tiefe Kumaba 5 Fuss Akasaka Shinmachi 7 Fuss 20 Fuss Gebundenes Wasser Organ. Substanz Kieselsäure Thonerde Eisenoxyd Kalk Magnesia Kali Natron Schwefelsäure Phosphorsäure 10,31 1,08 32,50 24,98 15,74 1,20 Spur 1,32 nicht best. 0,21 0,08 } H,51 34,05 22,15 13,45 0,61 Spur 0,39 1,47 0,08 0,08 } 9,08 33,18 15,77 7,15 0,61 0,38 nicht best. 0,09 0,04 In heisser Salzsäure löslich . . . Kieselsäure Thonerde Eisenoxyd Kalk Magnesia 87,42 1,06 0,83 0,12 0,12 Spur 83,79 1,72 1,24 0,27 0,22 0,06 66,30 5,93 10,79 1,23 0,31 0,13 In heisser Schwefelsäure löslich . . Thonerde Eisenoxyd Alkalien und Kalk .... 1 2,14 7,51 0,56 3,51 8,91 2,01 0,85 18,39 12,83 1,31 0,49 9,71 11,77 14,63 Summa 99,27 99,07 99,32 In dem Rückstande nach der Behandlung mit heisser Salzsäure wird vom Verfasser nur 1 — 2% Quarzsand und eine etwas grössere Menge Mineralsand (Feldspath) angenommen. Der Tuffboden von Kumaba soll nach dieser Untersuchung folgende Zusammensetzung haben: Organische Substanz 1 °/o Zeolithe und Sesquioxydhydrate ... 85 „ Thon 1,5 „ Quarzsand 1,5 „ Mineralsand 11 „ 100 % Nach den Versuchen mit gebranntem Kalk besteht der Höhenboden bei Tokio bis zu 20 Fuss Tiefe aus Cementtuff. Der Tuffbodeu der Tokio- ebene wird demnach als „Zcolithboden" characterisirt. Anschliessend wird vom Verfasser noch ein besonderes „Bodensystem" angegeben, über dessen sich an Fcsca's Aufstellung anschliessende Begrün- dang Nachstehendes mitgethcilt sei: ■2C Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. „Die Bodenkunde ist noch so jung, dass es nicht besonders verwundern „kann, wenn die in ihr herrschende Verwirrung bodenlos ist, man braucht „aber nur den Zustand anzusehen, in dem die viel ältere Petrographie sich „befindet, in der man ebenfalls ängstlich bemüht ist, jedes über den gerade „vorhandenen Umfang der Kenntnisse hinausgehende Systematische zu ver- meiden, um es wünschenswerth zu finden, dass das umgekehrte Verfahren „eingeschlagen würde." „Quarzsand und Mineralsand spielen im Boden eine so verschiedene „Rolle, dass man berechtigt, ja genöthigt ist, zur Erhaltung der Klarheit „das Wort Sand, das ja ursprünglich auch Quarzsand bedeutet hat und „erst später auf die im Boden vorhandenen zerkleinten Mineralien über- tragen worden ist, ausschliesslich auf Quarz zu beziehen. Für die „zerkleinten Mineralien schlage ich den Namen Mineraltrümmer vor, noch „besser kurzweg Mineral." „Das Wasser ist nicht weiter zu beachten". „Da (der Humus) durch seine Entstehung und Natur den andern „Constituenten fremd gegenübersteht, so lässt man ihn vielleicht besser bei „der Eintheilung der Böden in Classen weg, handelt die humusreichen Böden „in einer Ecke ab und benutzt ihn als Einteilungsprinzip zweiter Ordnung. „Man kann ihn aber ebenso gut gleich anfangs berücksichtigen. Dann „haben wir folgende Bodenconstituenten in Betracht zu ziehen: „ 1) Thon, „ 2) Sand, „ 3) Mineraltrümmer, „ 4) Zeolithe und Sesquioxydhydrate, „ 5) Kohlensaurer Kalk, „ 6) Humus?" „Für die Bezeichnung der verschiedenen Körnelungsstufen muss man „sich andere Worte suchen. Dass das sehr leicht geht, zeigt folgender „Vorschlag : „ Korngrösse Bezeichnung -0,01 mm feiner Abgeschlemmt Abgesiebt 05 . ^0,01— 0,C I 0,05—0,1 (0,1 -0,25 0,25—0,50 I 0,5 —1,0 . { 1,0 —1,5 1,5 —2,0 2,0 —3,0 mittlerer grober feiner mittlerer grober kleine mittlere Schlick Staub Körner 3,0 —4,0 „ Kies" „Man wird also in Zukunft von Schlickboden, Staubboden, Körner- „boden, Schlickstaubboden u. s. w. reden, wobei der Hauptbestandtheil bei „Zwischenclassen vorauszusetzen ist. Es wird vielleicht nothwendig sein, „die feinsten und besonders wichtigen Bestandtheile mit bis 0,01 mm Körne- „lung mit einem besonderen Namen zu belegen, dann könnte man vielleicht „von Schluff reden. Wenn die Bezeichnungen der Korngrösse in Eigen- „schaftsworte verwandelt werden, kann man einen Boden nach seinen Con- ,,stituenten und seiner Körnelung durch ein Wort charakterisiren, z. B. „schluffiger, schlickiger, staubiger, körniger, kiesiger Thon-, Sand-, Thon- „sandboden, schluffschlickiger, schlickstaubiger Zeolithmineralbodcn u. s. w. •27 „Durch solche Wortbildungen ist offenbar ein Boden chemisch und physi- kalisch gut definirt und das Bodensystem ist fertig." Die vorstehenden Aufstellungen sind in einiger Vollständigkeit niitge- theilt, um die allgemeinere Aufmerksamkeit auf die Wichtigkeit der bezüg- lichen Fragen zu lenken, welche, wenn auch bereits wiederholt hervorge- hoben, nicht genug angeregt werden können. Die sachkundige Prüfung wird leicht ergeben, wie weit diese Bezeichnungen als nothwendig, wie weit sie als den praktischen Interessen des Lebens entsprechend angesehen werden können, denen zu dienen diese Blätter in erster Linie bestimmt sind. P. P Deherain und Kayser 1 ) wurden durch den Umstand, dass nach Superphosphatdüngung auf den Versuchsfeldern zu Grignon keine Ernte- erhöhung erzielt wurde, veranlasst, die Art der Bindung der Phosphorsäure im Boden zu erforschen. Zu dem Ende bestimmten dieselben in verschie- denen Bodenproben den Gesammt-Phosphorsäuregehalt nach Gasparin, ferner in ungeglühtem Material die durch Essigsäure und durch ammoniakalische Citronensäurelösung ausziehbare Phosphorsäure. Es ergab sich daraus folgende Tabelle: Verlnu- dungsforra der Phos- phorsäure in der Acker- erde. Abstammung der Bodenproben 1) Yonne .... 2) Creuse .... 3) Meurthe-et-Moselle 4) Haute-Saöne . . 5) Somme . . . 6) Seine-et-Oise . . 7) Indre .... 8) Nilschlamm . . Bei Behandlung mit 1,09 1,99 » 1,40 0,82 1,67 1,88 2,30 1,63 2,04 1,40 0,78 1,70 0,313 0,750 0,875 0,644 0,250 0,616 0,672 0,649 0,302 0,760 0,705 0,649 0,210 0,627 0,672 0,638 Citrat- lösung 0,403 0,448 0,492 0,358 0,132 0,280 0,380 In den obigen Bodenproben sind also nicht geringe Mengen Phosphor- säure in löslicher Form enthalten. No. 2 erhielt 10 Monate vor der Probenahme eine Düngung von 600 kg Lotphosphat. No. 3 und 4 nur Stallmist. No. 6 Superphosphat, Guano und Stallmist, No. 7 keine Phosphatdüngung. Vorläufige Untersuchungen verschiedener Bodenproben aus der Samm- lung zu Grignon ergaben alle ähnliche Zahlen für assimilirbare Phosphor- sauro, sodass die Phosphorsäure sich wohl seltener, als bisher angenommen wurde, vollständig an Thonerde und Eisenoxyd gebunden in Böden finden wird. Die weiteren Ausführungen der Verff. über die untere Grenze des Phosphorsäuregehaltes, bei welcher Anwendung von Phosphorsäuredüngung al aberflüssig erscheint, mögen liier nur angedeutet werden. M Annales agronomiquea VI. 1880. 509 und Biedermann's Centralblatt 1881 \. 290. •jj-; Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Danger. A. Vogel 1 ) thcilt einige vorläufige Untersuchungen über das Sicker- wasser verschiedener Bodenarten mit. Die Versuchsanstellung war derart, dass die Bodenarten Moorerde, feiner Kalksand, Lehm, grober Quarzsand, feiner Quarzsand nach der Ebermayer'schen Methode in 5 je 4 Qm Fläche und 1 m Tiefe aufweisende Gruben gebracht wurden, welche durch 0,45 m dicke, aus einer Mischung von Kalkkies , Kalksand und Cement hergestellte, bald erhärtete, aber Luft durchlassende Scheidewände getrennt waren. Die Sohle jeder Grube erhielt eine trichterförmige Vertiefung, welche mit Cement wasser- dicht gemacht wurde und an der tiefsten Stelle in ein weites Steingutrohr ausmündete, das in ein unterirdisches zum Aufsammeln des Sickerwassers gebautes Gewölbe auslief. Die Untersuchung erstreckte sich zunächst auf die Bestimmung des festen Rückstandes, zu welchem Zweck 1 Liter des aufgefangenen Wassers auf dem Wasserbade eingedampft, und über Schwefel- säure getrocknet wurde. Es ergab sich daraus Fester Rückstand im Liter: 1) Lehmsickerwasser . . . . 1,20 g 2) Kalksickerwasser . . . . 0,96 „ 3) Moorsickerwasser . . . . 0,81 „ 4) Quarzsickerwasser, grob . . 0,22 „ 5) Quarzsickerwasser, fein . . 0,02 „ Die auffallende Höhe des Rückstandes von Lehmsickerwasser (vorzugs- weise Kalkcarbonat) gegenüber dem des Kalksickerwassers, obwohl der Lehm mit Salzsäure erst in der Wärme Kohlensäure entwickelte, erklärt Verf. wie folgt: a. Durch das längere Verweilen des durchsickernden Wassers im Lehm, während es durch den Kalkboden weit schneller hindurchfliesst, somit in ersterem eine längere Zeit dem Lösungsmittel zur Einwirkung ge- stattet ist. b. Durch die feinere Vertheilung des Calciumcarbonates im Lehme, wäh- rend der grobkörnige Kalkboden dem Lösungsmittel weniger ausge- dehnte Angriffspunkte bietet. c. Durch den Dolomitgehalt des Lehmes, welcher wie bekannt erst durch Erwärmen seinen Kohlensäuregehalt abgiebt und somit der Gehalt an Calciumcarbonat des Lehmes bei Behandlung mit kalter Salzsäure nicht wohl beobachtet werden kann. Die organischen Bestandtheile bestimmte Verf. mit übermangan- saurem Kali (1 g in 11). Auf 1 1 Wasser wurden davon verbraucht: cc. Lehmsickerwasser .... 3,2 Kalksickerwasser 1,2 Moorsickerwasser 18,0 Quarz, fein 0,4 „ grob 1,6 ') Sitzungsberichte der matlicm.-pb.ysik. Classc der k. b. Academ. d. Wissen- schaften zu München 1881. 259. 29 Abgesehen vom Moorwasser ist also auch hier das Lehmsickerwasser am gehaltreichsten. Auf Salpetersäure und salpetrige Säure prüfte Verf. nur quali- tativ. Auf erstere mit Brucin, Eisenvitriol, Diphenylamin und mit der vou ihm angegebenen Methode mit Goldplättchen und Zinnchlorür. Alle 5 Sicker- wasser gaben Salpetersäurereaction, die stärkste das Lehmsickerwasser. Die salpetrige Säure wies Verf. nach, indem er etwas Strychnin in concentrirter Schwefelsäure löste und von dem Wasser einige Tropfen zufliessen Hess (eine Lösung von 1 g Kaliumnitrit in 20 000 CC. Wasser gab alsdann noch Rothfärbung). Alle Sickerwasser gabeu Reaction, am stärksten auch hier das Lehmsickerwasser. E. Wollny 1 ) führte seine früheren Arbeiten 2 ) über den EinHuss der Farbe des Bodens auf dessen Erwärmung fort und unterwarf nunmehr den Einfluss verschiedener Töne einer und derselben Farbe, der Bodenfeuchtig- keit bei verschiedener Farbe der Bodenoberfläche, sowie des durch das Wasser veränderten Colorits der Oberfläche auf die Temperatur der Acker- krume in verschiedenen Tiefen einem eingehenden Studium. Versuchsreihe I. Temperatur des trockenen Bodens bei verschiedenen Ab- stufungen der Farbe seiner Oberfläche während der wärmeren Jahreszeit. Zu den Versuchen I. und II. wurden 8 Kästen von 25 cm Höhe und 25 cm im Quadrat Fläche mit trocknem weissen Quarzsande gefüllt und die Oberfläche gefärbt, indem mittelst eines Siebes in ganz dünner Schicht Mischungen aufgetragen wurden, welche einerseits aus Kienruss und Mar- morpulver in den Verhältnissen '/a: 1 /*» V* : Vä und 1 U : 3 / grau braui) Bodentemperatur v. 18.-21. Juli 1878 22,07 22,21 20,93 21,64 21,19 31,15 20.50 20.72 "<'. Schwankungen. . 17,70 17,57 15,15 16,42 8,72 8,82 6,67 6,82°C. Versuch IX. Im der Oberfl In 10 cm Tiefe Lehm Qaarzsand Kalksand Lehm Quaresand Kalksand ; m wein ichwan wein icfavan wein lehvan wein lehwtn wein ßudenli>m|)pratur r.H.-2UoliW8 24,52 21,35 25,25 22,a*i 22,23 20,24 ll.:>s 20,73 ll.rl 21,53 21,36 20,04 lefcwukHgea 21,02 26,22 23,2716,52 17,8014,47 7,65 5,00 9,50 8,12 7,65 6,62 32 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, BuiiRer. Versuch X. Böden mit natürlicher Farbe Böden reit künstlicher Farbe Quar; isand Kalksand hell- dunkel- Lehm Quarzsand Kalk: jand weiss gelb grau braun schwarz weise schwarz weiss schwarz. weiss 1878 °C. °C, c ° c. u C. u 0. 0. ° C. °C. 0(3. Mai . . 15,65 15,68 15,23 15,07 15,98 15,65 17,29 16,58 15.94 15,44 Juni . . 18,52 18,51 17,95 17,71 18,51 18,09 19,57 19,41 18,78 18,31 Juli . . 18,92 18,82 18,34 18,29 19,08 18,57 19,66 19,31 19,09 18,46 August 18,63 18,50 18,27 18,17 18,77 18,65 19,38 19,26 18,81 18,57 Septbr. 15,61 15,48 15,49 15,34 15,64 15,68 16,05 1G,06 15,90 15,62 Mittel: 17,47 17,40 17,00 16,92 17,59 17,28 18,39 18,12 17,70 17,28 Versuchsreihe III. Die Veränderungen der Farbe des Bodens durch Wasser und der Einfluss derselben auf die Bodentemperatur. Da die Farbe eines Bodens um so dunkler ist, je mehr Wasser die oberste Schicht desselben enthält, so suchte Verf. in dieser Versuchsreihe festzustellen, „ob die durch das Wasser hervorgerufenen Veränderungen der „Farbe an sich mit solchen in der Erwärmung des Bodens verknüpft seien. 1 ' Die Versuche XL uud XII. wurden wieder in Holzkästen, wie sie bei den Versuchen VIII.— X. zur Anwendung kamen, vorgenommen. Bei XI. gelangte Quarzsand mit künstlich braun und mausegrau gefärbter Oberfläche, bei XII. natürliche durch ein 0,25 mm-Sieb gegebene Böden zur Anwendung. Je ein Boden desselben Farbentones blieb trocken, der andere wurde durch Bestäuben der Oberfläche mit Glycerin, das zur Hälfte mit Wasser ver- dünnt war, befeuchtet; letztere Flüssigkeit bevorzugte Verf. dem Wasser, um möglichst die durch Verdunstung des letzteren entstehenden Schwankungen zu eliminiren. Die Ablesung fand in einer Tiefe von 10 cm statt. Die Mittel der 2stündlichen Beobachtungen stellt Verf., wie folgt, zusammen: Versuch XL Quarzsand braun grau Oberü. feucht Ober«, trocken Oberfi. feucht Oberil. trocken Bodentemperatur vom 22. bis 25. Juni 1881 .... 26,53 °C, 25.79 °C. 27.30 °C. 26,20 °C. Differenz (feucht zu trocken). f- 0,74 °C. \- 1,10 °C. Schwankungen 12,47 °C. 10,92 °C. 13,55 °C. 12,97 °C. Versuch XII. Vcrsuchsfeldboden Lehmpulver Oberfi. feucht Oberfi. trocken Oberfi. feucht Oberfi. trocken Bodentemperatur vom 5. bis 8. Juli 1881 26,15 ° C . 26,23 ° C. 26,34 ° C. 25,42 »C. Differenz (feucht zu trocken) . — 0,08 ° C. -f 0,92 °C. Schwankungen 14,70°C. 13,70°C. 14,77 °C. 14,00 °C. Darnach erhöht nach dem Verfasser (mit Ausnahme der Beobachtung bei dem Versuchsfeldboden) die Durchfeuchtung der obersten Bodenschicht, 33 in Folge der dadurch bewirkten dunkleren Färbung, sowohl die Boden- temperatur als auch deren Schwankungen. Aus allen vorstehenden Versuchen leitet Verf. folgende Sätze ab: 1) Dass unter sonst gleichen Verhältnissen (gleiche chemische und physikalische Zusammensetzung, gleicher Wasser- gehalt) der Boden bei dunkel gefärbter Oberfläche durch- schnittlich um so höhere Temperatur gegen den hell ge- färbten aufweist, je höher die Lufttemperatur und je stärker die Bestrahlung ist. 2) Daher ist der Unterschied zu 1 zwischen dem dunkel und hell gefärbten Boden am grüssten zur Zeit des täglichen Maximums der Bodentemperatur, während der wärmeren Jahreszeit und bei ungehinderter Insolation, während er mehr oder weniger verschwindet oder in entgegengesetzter Richtung sich geltend macht zur Zeit des Minimums der Bodentemperatur, während der kälteren Jahreszeit und bei bewölktem Himmel. 3) Dass die Temperaturunterschiede zwischen dem dunkel und hell gefärbten Boden zwar mit zunehmender Tiefe ge- ringer werden, sich aber noch in verhältnissmässig grösseren Tiefen in einem, inRücksicht auf die Vegetation nicht unerheblichen Grade geltend machen. Der Einfluss der Feuchtigkeit geht am besten aus folgender Gruppirung der Differenzen in den beobachteten Temperaturen hervor: Versuch III. Schwarze Oberü. Weisse Oberfi. Nässet Boden Trockener Boden nass-trocken nass-trocken schwarze weisse schwarze weisse Temperaturdifferenz zu Gunsten des trockenen resp. schwarzen Bodens Desgl. Desgl. Desgl. 2,49 c. 1,59° C. Versuch IV. 2,13° C. 1,86° C. Versuch V. 0,68° C. 0,42° C. Versuch VI. 0,74° C. 0,23° C. Oberfl. 0,77° C. 0,68° C. 0,03° C. 0,62° C. 1,48° C. Oberfi. 1,67° C. 0,95° C. 0,29" C. 1,13" C. 8 4 86° C. Versuch VII. 1,62" C. 0,25" C. Nimmt man dazu, dass die bei feuchtem Boden (Versuch VI. u. \ll erhaltenen Temperaturverhältnisse im Allgemeinen zwischen denen t\r^ nassen und trocknen Hodens stehen, so lässt sich ans dem Vorstehenden Folgendes ableiten: 1) Dass das Wasser die Bodentemperatnr in um so stärkerem Grade herabdrückt, je dunkler der Boden gefärbt ist, sowie 2) dass der Kinfluss der Farbe a u I die Erwärmung de- Bo- i rieht, i- i 34 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. dens in der mehrfach geschilderten Weise mit der Ab- nahme der Bodenfeuchtigkeit zunimmt. Dies beruht nach dem Verf. auf dem Umstände, dass die Wasser - Verdunstung bei dunkelgefärbter Oberfläche beträchtlicher ist, als bei heller, wie Verf. durch directe Versuche in Ebermayer'schen Evaporationsapparaten darthat. Ebenso wirkt der stärkeren Erwärmung des dunklen aber nassen Bodens dessen höhere Wärmecapacität entgegen und diese Factoren sind in den meisten Fällen so bedeutend, dass die in entgegengesetzter Richtung thätigen, wie die Zunahme der Wärmeleitungs- fähigkeit des Bodens mit dem steigenden Wassergehalt nicht zu Geltung kommen. Es geht hieraus hervor, dass es unstatthaft ist, aus der Farbe allein, ohne Berücksichtigung der sonstigen Eigenschaften des Bodens auf dessen Wärmeverhältnisse zu schliessen, sowie, dass unter Umständen ein hellerer Boden eine gleiche oder höhere Durchschnittstemperatur zeigen kann als ein dunkler. Das Endergebniss aller vorstehenden Versuche stellt Verf. endlich wie folgt zusammen: 1) Bei annähernd gleicher Beschaffenheit hat die Farbe der Ackererde auf deren Erwärmung bis in verhältnissmässig grössere Tiefen einen nicht unbedeutenden Einfluss. Der letztere ist verschieden je nach der Jahres- und Tageszeit und dem Bewölkungsgrade. Während der wärmeren Jahreszeit, zur Zeit des täglichen Maximums der Boden- temperatur, bei ungehinderter Bestrahlung ist der Boden um so wärmer, je dunkler die Farbe desselben ist. Die Temperaturunterschiede zwischen den hell- und dunkel- gefärbten Böden verschwinden mehr oder weniger in der kälteren Jahreszeit, zur Zeit des täglichen Temperatur- minimums, bei verminderter Insolation und in grösseren Tiefen des Bodens. 2) Die täglichen Temperaturschwankungen sind unter dunk- ler Färbung grösser, als unter heller. Die bezüglichen Unterschiede sind im Allgemeinen um so grösser, je grösser die Differenzen in den Mitteltemperaturen sind und um- gekehrt. 3) Der Einfluss der Farbe auf die Temperatur der Ackererde in der ad 1 geschilderten Weise nimmt in dem Grade ab, als der Wassergehalt zunimmt und die sonstigen für die Erwärmung der Ackererde massgebenden Factoren (spez. Wärme, Wärmeleitung, Bindung der Wärme durch Ver- dunstung u. s.w.) das Uebergewicht gewinnen. Bei grösse- ren Unterschieden in den physikalischen Eigenschaften, hauptsächlich bedingt durch höheren Humusgehalt und grössere Wassercapacität kann der Einfluss der Farbe voll- ständig beseitigt werden. In solchen Fällen kann der con- creto Versuch allein Aufschluss über die Bodenwärme geben. Wassers auf ^ Wollny J ) stellte ferner eine grössere Reihe von Untersuchungen über die Boden- temperatur. ] ) Forschungen auf dem Gebiete der Agriculturphysik 1881. IV. 147. Boden. 35 den Einfluss des Wassers auf die Bodentemperatur an. Nachdem Verf. die einschlägige bisherige Literatur einer Prüfung unterzogen hat und zu dem Resultat gekommen ist, dass die Schlussfolgerungen, welche Tietschert und v. Littrow aus ihren Versuchen zogen, wegen Nichtbeachtung ver- schiedener Nebeneinflüsse auf die Temperatur des Bodens nicht als richtig anzuerkennen seien, geht er zur Mittheilung seiner eigenen Untersuchungen über. Die Versuchsanstellung wurde in der Weise vorgenommen, dass G Eber- mayer'sche Evaporationsapparate J ) aufgestellt und je 2 derselben mit einer und derselben Bodenart — Lehm, Quarzsand und Torf — zu gleicher Ge- wichtsmenge und in sanft geschütteltem Zustande gefüllt wurden. Hierauf wurde bei je einem Apparat der verschiedenen Böden durch kapillare Auf- saugung die Erde bis zur Oberfläche mit Wasser gesättigt, während die der übrigen 3 Apparate trocken blieb. Alle 6 wurden im Freien aufge- stellt und in dieselben je 2 Thermometer eingesenkt, eines bis zu 10 cm Tiefe, das andere so, dass die Kugel eben vollständig von der obersten Bodenschicht bedeckt war. Bei Versuchsreihe I. waren die Böden dem Regen ausgesetzt und wurde überstehendes Wasser stets abgelassen, bei II. wurde der Zutritt des atmosphärischen Wassers verhindert. Die sehr um- fangreichen Tabellen der im Juni und Juli 1875 gewonneneu Tagesdurch- schnitte der stündlichen Beobachtungen können hier keinen Raum finden, und sollen nur die Endresultate und die vom Verf. daraus gezogenen Schlüsse hier aufgeführt werden. Die Temperatur-Differenzen des nassen und trockenen Bodens betrugen im Mittel zu Ungunsten des nassen Bodens: Lohm Torf Sand I. Versuchsreihe . . . 0,64 0,16 0,74 II. „ . . . 1,88 0,50 2,20 Durchschnitt 1,26 0,33 1,47 Aus diesen Zahlen und den stündlichen Beobachtungen schliesst Verf.: 1) Während der wärmeren Jahreszeit ist der Boden im nassen Zustande im Durchschnitt kälter als im trockenen und feuchten. 2) Zur Zeit des täglichen Maximums der Bodentemperatur ist der Unterschied in der ad I bezeichneten Weise zwischen dem nassen und trockenen Boden am grössten. Zur Zeit des täglichen Temperatur-Minimums (in den ersten Morgen- stunden) ist mehrentheils der nasse Boden wärmer als der trockene. 3) Die Temperaturschwankungen des Bodens sind im nassen Zustande desselben bedeutend geringer als im trockenen und feuchten. Nachdem Verf. hierauf ähnliche von F. Haberlandt*) ausgeführte Versuche einer kritischen Betrachtung unterzogen und ihre Vergleichbarkeil mit den Beinigen ans verschiedenen Ursachen beanstandet hat, kommt er zu dem Resultat, dass aus diesen Arbeiten ..keine klare Vorstellung von der Wirkung des Wassers auf die thermischen Verhältnisse der Ackererde 'i E. Ebermayer, Die phys. Einwirkungen dos Waldes auf Luft und Heden und seine klimatologische u. hygienische Bedeutung. Aschaffenburg, 1873. Bd. 1. IT. i i Haberlandt, üeber die Warmeleitung im trockenen und feuchten linden. chaftl.-prakÜ8che Untersuchungen auf dein Gebiete des Pflanzenbaues Wien. 1S77. II. 1— 25. 36 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. gewonnen werden konnte" und ergänzte seine bisherigen Untersuchungen durch weitere. Die Versuchsanstellung wurde im Allgemeinen nach einem dem obigen gleichen Verfahren vorgenommen, nur wurden die mit Böden gefüllten Apparate nicht wie oben mit Sägespähnen, sondern mit einer dicht anschliessenden Bretterwand seitlich umgeben. Bei Versuchsreihe I, Versuch I wurden statt der Ebermay ergeben Evaporationsapparate Zinkkästen ähnlicher Construction, aber von grösseren Dimensionen angewendet. Die Grundfläche derselben, von Quadratform hatte 2500 Dem Fläche und 35 cm Tiefe bis zum Grundwasserspiegel. Zu den Versuchen dienten: 1) Lehm, Ziegellehm von Berg am Laim (bei München) von dunkel- gelber Farbe, 2) reiner Kalksand von weissgrauer Farbe, aus der Isar stammend, 3) humoser Kalksand, die gewöhnliche Ackererde des Versuchs- feldes, von dunkler Farbe, mit Kalksteinchen bis zur Erbsengrösse vermischt, 4) Quarzsand I aus Nürnberg, gelblich gefärbt, neben Quarzkörnern noch verschiedene andere Mineral trümmer enthaltend, 5) Quarzsand II, ebenfalls aus Nürnberg, von Farbe weiss, ausschliesslich aus Quarzkörnern von Staub- form bis Rapskorngrösse gebildet, 6) Torf, von Schieissheim bei München, mit ca. 25 % Asche, in Form eines gröberen Pulvers. Die mechanische Analyse der Böden ergab: Quarz- sand I. 7,26 32,17 3,55 54,64 2,38 1,11 Die Temperaturbeobachtungen fanden alle 2 Stunden Tag und Nacht statt. Bei Regeneintritt wurden die Kästen durch ein Zelt geschützt. Die Lufttemperatur wurde an einem im Schatten, dicht bei den Apparaten auf- gestellten mit der Kugel 1 ra über der Erdoberfläche befindlichen Thermo- meter gemessen, und die jedesmaligen Witterungsverhältnisse notirt. Die Versuche zerfallen in 3 Reihen: I. Einfluss des Wassers auf die Bodentemperatur während des Sommers, II. Einfluss des Wassers auf die Bodentemperatur während des Herbstes, III. Einfluss des Wassers auf die Bodentemperatur während des Winters. Versuchsreihe I. A. Temperatur des nassen und trockenen Bodens. Versuch I. (1876). Der Versuch ist eine Fortsetzung der 1875er Untersuchung und gleich dieser, aber für grössere Tiefen (22 cm), mit dem vom Verf. construirten Bodenthermometer vorgenommen. *) 'S *•§ | Lehm Kall reiner .sand humoser /o 0/ /o % I. Grobkies . . 6,75 1,055 0,458 9,305 II. Mittelkies . 4,00 0,141 0,099 5,716 III. Feinkies . . 2,50 0,297 0,232 4,344 IV. Grobsand . . 0,74 1,906 1,103 11,175 V. Mittelsand . . 0,30 4,133 10,385 12,232 VI. VII. Feinsand . Abschlämm- — 58,705 80,519 32,562 bare Theile . — 33,763 7,204 24,666 m -2 2 £ Quarz- l2 'S «3 sandll. 5,00 — 2,50 0,15 1,00 6,45 0,50 40,40 0,25 42,15 — 9,74 ») Zeitschr. d. österr. Ges. f. Meteorologie 1875. X. No. 10. Borten. gy Als Mittel der lltägigcn, Anfang Juni gemachten Beobachtungen giebt Verf. folgende Zahlen: Humoser Kalksand Quarzsand I. nass trocken nass trocken Bodeutemperatur (in 22 cm Tiefe) vom 3.— 13. Juni 18,68» 20,99 ° 18,82« 20,94° Differenz (nass zu trocken) ... — 2,31° — 2,12° Temperaturschwankungen . . . 2,56 ° 3,25» 3,89 ° 4,83° Differenz (nass zu trocken) ... — 0,69° — 0,94° B. Temperatur des feuchten und trockenen Bodens. Versuch II. und III. (1880). Die Menge des Wassers in dem feuchten Boden betrug bei Anstellung des Versuches 50 % der kapillaren Sättigungscapacität, berechnet auf das Volumen. Die Bodentemperaturen wurden in 10 cm. Tiefe in den Monaten Mai bis Juli alle zwei Stunden abgelesen. Als Mittel der Beobachtungen fand Verf.: Versuch II. Humoser Kalksand Quarzsand II. Reiner Kalksand feucht trocken feucht trocken feucht trocken Bodentemperatur v. 26. Mai bis 8. Juli . 21,45 ° 21,57° 21,28° 21,58° 20,53 ° 20,68 ° Differenz (feucht zu trocken) —0,12° —0,30° —0,13° Temperaturschwankungen . 15,77° 15,07 ° 17,57 ° 18,15° 15,51° 16,15° Differenz (feucht zu trocken) -4-0,70° -0,58° —0,64° Versuch DU. Bodentemperatur v. 16.- 17. Juli . . 24,40° 24,90° 24,79° 24,96° 23,65° 23,66° Differenz (feucht zu trocken) — 0,50° — 0,17° — 0,01° Temperaturschwankungen 17,30° 17,45° 20,35 ° 20,10 ° 18,35° 18,45° Differenz (feucht zu trocken) - 0,15° -4- 0,25° — 0,10° C. Temperatur des Bodens von verschiedenem Wassergehalt. Bei den hier aufgeführten Versuchen wurden bei Versuch IV. — VII. die Böden in drei Feuchtigkeitsstadien: Nass, feucht und trocken; bei VIII. und IX. in 6 Zuständen: Nass, mit 80%, 60 °/ , 40% und 20% des Wassergehaltes von nassem Boden und endlich trocken in Betracht gezogen. Die Temperaturen wurden in 10 cm Tiefe gemessen. Verf. stellt die Mittel aller, nach je 2 Stunden vorgenommenen Ablesungen, wie folgt, zusammen: Versuch IV. (1877). Lohm. Quarzsand II. na*s feucht trocken nass feucht trocken Bodentemperatur v. 5.— 14. Juni . . 22,08° 23,47« 24,92 ° 21,80" 22.59° 23,90" Differenz 1,39" M5^ 0,70° ljl° Differenz (nass zu trocken — 8,84° — 2.10" Temperatnrschwanlningen 9,02° 12,68° 13,41° 10,49° 18,28° 11,66° 38 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger Versuch V. (1877). Humosor Kalksand nass feucht trocken Torf feucht trocken Bodentemperatur v. 21.— 26. Juli . . Differenz Differenz (nass zu trocken) Schwankungen . . . Bodeuteniperatur v. 26.-29. Juni . . Differenz Differenz (nass zu trocken) Schwankungen . . . Bodentemperatur v. 18.— 21. Juli . . Differenz Differenz (nass zu trocken) Schwankungen . . . 19,98° 19,99o 21,56° 19,56° 19,90° 21,17° low 1,57° 0,34 ° 1,27 ° — 1,58° 8,38° 10,18° 13,05° Versuch VI. (1878). Lehm nass feucht trocken — 1,61° 6,38° 7,28° 9,83° Quarzsand II. nass feucht trocken 20,06° 21,16° 21,76° 19,74° 20, 93° 20,98° IJo« o)SÖ° ~7j9° ~~0^05~° — ~L?70° — 1,24° 11,80° 15,95° 15,45° 13,57° 14,97° 14,22° Versuch VII. (1878). 21,42° 21,86° 22,93° 20,96° 22,09° 22,19° 0,44° 1,07° 1,13° 0.10° — 1,51° —1,23° 13,15° 17,60° 16,58° 15,90° 16,98° 15,98° Versuch VIII. (1878). 80% Bodentemperatur v. 12.— 19. Septbr Schwankungen . . Quarzsand II. 60 % 40 % Wassergehalt 20% trockci 15,39° 15,36° 15,24° 15,28° 15,70° 15,85° 9,07° 9,97 10,47° 10,67° 11,52° 9,82° Versuch IX. (1879). Bodentemperatur v. 29. Juli bis 3. Aug. 22,44° 23,39° 23,82° 24,04° 24,12° 24,22° Schwankungen . . . 16,85° 20,36° 21,62° 22,73° 22,12° 18,68° Versuchsreihe II. Einfluss des Wassers auf die Bodentemperatur während des Herbstes. Als Mittel der Beobachtungen fand Verf: Bodentemperatur v. 14.— 29. Oetbr. . . Differenz (nass zu trocken) Temperaturschwankungen Differenz (nass zu trocken) Versuch X. (1876). Lehm Quarzsand Torf nass trocken nass trocken nass trocken . 5,29° 5,43° 5,32° 5,62° 5,35° 5,68° — 0,14° — 0,30° 1,45° 2,00° 1,73° 2,15° — 0,55 ° — Öj2~°" — 0,33° 1,11° 1,96° "085~ üoüen. so Als Resultat aus den vorstehenden Mitteln der Versuchsperioden stellt Verf. folgenden Satz auf: Der Boden ist im Allgemeinen während der Vegetationszeit durchschnittlich kälter, je mehr Wasser er euthält. Dieser Satz stimmt im Wesentlichen mit dem durch frühere Versuche anderer Forscher Gefundenen überein. Jedoch ergeben sich aus einer Betrachtung „der Schwankungen der Temperatur und des Standes derselben „zu verschiedenen Tageszeiten mannigfache Eigentümlichkeiten, welche sich „weder mit den übrigen in der ersten Mittheilung über vorliegende Frage „gezogenen Schlussfolgerungen ohne Weiteres vereinigen, noch in präciser „Form vorerst zum Ausdruck bringen lassen". Verf. führt dieselben auf eine Wechselwirkung der Erhöhung der Wärmecapacität des Bodens durch Vermehrung des Wassergehaltes, der dunkleren Farbe des nassen Bodens, der Verdunstung bei verschieden capillarer Aufsaugungsfähigkeit, der durch Feuchtigkeit erhöhten Wärmeleitung und der Circulation des Wassers und der Luft zurück und erläutert bei den einzelnen Unregelmässigkeiten die dabei auftretenden Complicationen. Versuchsreihe III. Einfluss des Wassers auf die Bodentemperatur im Winter. Diese Versuche behandeln die Wirkung des erstarrten Wassers auf die Bodentemperatur. Die Anordnung war dieselbe, wie Oben. Die Ablesungen begannen erst nach 24 stündiger Einwirkung des Frostes auf den Boden in 10 cm Tiefe. Verf. erhielt folgende Beobachtungsmittel: Versuch XL (1878). Lehm Quarzsancl LI nass foueht trocken nass feucht trocken Bodentemperatur v. 27. u. 28. Januar —0,93° —0 ,86° — 4,41° —1,44° —3 ,11° —4,76° Differenz (nass zu trocken) ... -f 3,48° -\- 3,32° Temperaturschwan- kungen . . . 2,25° 2,0° 2,75° 4,0° 5,0° 3,1° Versuch XII. (1879). Bodentemperatur v. 5.-8. Januar . —0,84° —1 ,97" —3,19° — 1,46» —2,87" —2.74" Differenz (nass zu trocken) ... -f 2,35° -f 1,28° Temperaturschwan- kungen . . . 3,54° 3,27° 4,02° 3,27° 3,32° 4,10° Diese Versuche ergeben ähnliche Resultate wie die von v. Lieben- berg 1 ) ausgeführten. Wollny entnimmt aus ihnen: „dass bei eintretendem Brostwetter der Boden im trocknen Znstande in bedeutenderem Grade abkühlt als der nasse und feuchte"; and findet die Erklärung hierfür einmal darin, dass beim M .\ v Liebenberg: Untersuchungen über die Bodenwärme. Habilitations- schrift. Halle, LS7f). S. 41. aq Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Erstarren des Wassers Wärme frei wird, andrerseits die kalte Luft in dem feuchten Boden grösseren Widerstand beim Eindringen findet, als beim trocknen. „Ist aber das Wasser zu Eis erstarrt, so ist der nasse und feuchte Boden ebenso kalt oder kälter als der trockene", weil nun die erstereu grössere Leitungsfähigkeit besitzen. Steigt dagegen nach anhaltendem Frost die Temperatur über den Ge- frierpunkt, so treten ganz entgegengesetzte Verhältnisse ein. „Bei steigender Temperatur erwärmt sich der Boden um so langsamer, je mehr Wasser er enthält"; wie Verf. für Thon, Lehm und Quarzsand II. im Februar 1878 und März 1879 fand. Die Ursache liegt darin, dass die zugeführte Wärme in feuchtem und nassem Boden bei dem Schmelzen des Eises gebunden wird. Und zwar ist die Höhe der so für Erwärmung des Bodens verloren gehenden Wärmemengen abhängig von dem Wassergehalt und der Wärmeleitungsfähigkeit desselben. „Nach dem Aufthauen im Früh- jahr werden die Temperaturunterschiede zu Gunsten des trocknen und feuchten Bodens wiederum geringer", wie Verf. an Lehm und Sand im März 1879 nachwies. Verf. unterwirft dann noch die Ansicht, dass die Unfruchtbarkeit nasser Böden auf deren niedriger Temperatur beruhe, einer Betrachtung an der Hand der von ihm gefundenen Daten und kommt zu dem Resultat, dass das Zurückbleiben der Vegetation auf sog. nasskalten Böden nicht einer Temperaturerniedrigung, sondern anderen Ursachen zuzuschreiben sei, wenn auch dieselbe die Fruchtbarkeit bis zu einem gewissen Grade herabdrücken könne. Als Ergebniss aller seiner Beobachtungen stellt Verf. endlich folgende Sätze auf: 1) Während der wärmeren Jahreszeit ist die Temperatur des Bodens im Allgemeinen um so höher, je weniger Wasser derselbe enthält. 2) Die Ursache dieser Erscheinung wird in der durch die mit steigendem Wassergehalte vermehrten Verdunstung herbeigeführten Abkühlung und gleichzeitig mit der Feuch- tigkeit erhöhten speeifischen Wärme des Bodens zu suchen sein. 3) Zur Zeit des täglichen Maximums ist der Unterschied in der ad 1) bezeichneten Weise zwischen den Böden von verschiedenem Wassergehalt in der Regel am grössten, zur Zeit des täglichen Temperaturminimums am ge- ringsten. 4) Die Temperaturdifferenzen in der ad 1) geschilderten Weise sind um so geringer, je mehr die Verdunstung ab- nimmt und die dem Wassergehalt entsprechende bessere Wärmeleitung zur Geltung kommt; sie sind daher wäh- rend der kühleren Jahreszeit, bei mangelnder Insolation, niedriger Luftwärme, ruhiger Luft, hoher Luftfeuchtig- keit und bei stärkerer Austrocknung der obersten Schich- ten des Bodens am kleinsten, in den entgegengesetzten Fällen, caeteris paribus am grössten. 5) Der Effect der stetigen Abkühlung in Folge der Ver- dunstung wird unter sonst gleichen Verhältnissen durch die Wirkung der besseren Wärmcleitung um so eher und Boden. 41 leichter beglichen oder überwogen, je weniger Wasser der Boden enthält, je kleiner dessen Wassercapacität, und je geringer seine Fähigkeit ist, den an der Oberfläche statt- gehabten Verdunstungsverlust durch capillare Hebung aus der Tiefe zu ersetzen. 6) Die Temperaturschwankungen des Bodens nehmen im All- gemeinen mit steigendem Wassergehalt ab, weil die Wär- mecapacität mit letzterem eine entsprechende Erhöhung erfährt. In allen Fällen jedoch, wo die Wärmclcitung aus den vorerwähnten Gründen über die übrigen mitwirken- den Factoren das Uebergewicht gewinnt, wachsen die Schwankungen und finden Ausnahmen von der bezeich- neten Regel statt. Daher ist der Abstand zwischen den Temperaturextremen in dem feuchten Zustande der in den obersten Schichten stark ausgetrockneten Ackererde wäh- rend der wärmeren Jahreszeit nicht selten beträchtlich grösser, als im trocknen und nassen. 7) Bei eintretendem Frostwetter erkaltet der Boden um so eher, je weniger Wasser in ihm enthalten ist. Ist das Wasser zu Eis erstarrt, so tritt gewöhnlich das umge- kehrte Verhältniss oder Temperaturausgleichung ein. Um- gekehrt ist mit steigender Temperatur die Erwärmung des gefrorenen Bodens in dem Masse verzögert, als der Was- sergehalt grösser ist. Nach dem Aufthauen werden die Temperaturunterschiede zu Gunsten des trockenen oder feuchten Bodens wiederum geringer. 8) In Bücksicht auf die Temperaturunterschiede zwischen dem feuchten und nassen Boden ist es unstatthaft, die ge- ringe Ertragsfähigkeit des letzteren hauptsächlich auf dessen Erkaltung zurückzuführen. In soweit das Wasser die thermischen Verhältnisse der Ackererde beherrscht, hat dasselbe überhaupt für die Vegetation nur innerhalb enger Grenzen eine Bedeutung. In einer grösseren Arbeit über die Verdunstung des freien Wassers, ver- des im Ackerboden enthaltenen Wassers und über die Transspiration der des* wa""^™ Pflanzen behandelt F. Masure 1 ) auch den Einfluss der Ackererde auf die aU e r den 8r Verdunstung des Wassers. Dieselbe geht aus der folgenden Tabelle hervor, in welcher die mit -j- versehenen Zahlen die täglichen Wasserhöhen (in mm), welche aus dem Boden mehr verdunsten, als aus dem freien Wasser, die mit — versehenen die weniger verdunsteten bezeichnen: (Siehe die Tabelle auf S. 42.) Es folgt aus diesen Zahlen : 1) Wenn der Boden sehr feucht seine Oberfläche in allen Thcilen oasfl ist (No. 6, 12, 13, 14), verdunste! dersel.be mehr als freies Wasser. 2) Wenn der Boden noch ziemlich feucht, aber nicht überschüssig nass ist (No. 3 u. 7), verdunstet derselbe ungefähr ebensoviel als freies Was-ir. \ 505 ') Aonales agronomiquea 1880. VI. in uml Biedermann's CentralbUtt 1880 ■jr. 12 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanzo, Dünger. ä> c Zustand Perioden dos Bodens Zustand der Atmosphäre 1) A r om 5.— 12. August . . -0,47 ziemlich trockeu feucht. 2) „ 12—18. „ . . -0,77 trocken trocken und stürmisch. ••3) „ 19.— 26. „ . . —0,09 feucht warm und stürmisch. 4) „ 26.— 31. „ . . -1,00 trockeu schön, zuletzt Regen. 5) „ 31. Aug. bis 6. Sept. —1,47 sehr trocken sehr schön. 6) „ 7.— 15. Sept. . . . +0,54 sehr feucht bedeckt uud regnerisch. 7) „ 15.— 22. „ . . . —0,30 ziemlich feucht schön und ziemlich warm. 8) „ 22.— 30. „ . . . —1,35 sehr trocken schön und ziemlich kalt. 9) „ 30. Sept. bis 7. Oct. -0,83 trocken veränderlich u. zieml. warm. 10) „ 7.— 14. Oct. . . . —1,08 sehr trocken sehr schön und kalt. 11) „ 14.— 22. „ . . . —0.54 ziemlich trocken regnerisch und kalt. 12) „ 22.— 30. „ . . . +0,12 +0,21 feucht bedeckt, ziemlich warm. 13) „ 30. Oct. bis 6. Nov. feucht schön und kalt. 14) „ 6.-15. Novbr. . . +0,12 feucht schön und kalt. 3) "Wenn der Boden trocken ist, verdunstet derselbe weniger, als freies Wasser und zwar um so weniger, je trockener er ist. Diese Wirkung ruft der Boden auf mechanischem, physikalischem und chemischem Wege hervor. Denn er setzt der Verdunstung ein allerdings durch die Capillarität abgeschwächtes Hinderniss entgegen , begünstigt die Verdunstung durch die grössere Oberfläche und hält einen Theil des Wassers durch die Hygroskopicität seiner Salze zurück, welche auch einen Theil des Wasserdampfes der Atmosphäre condensiren, wenn dieselbe dem Sättigungs- punkte nahe ist. Auch die Verdunstung des Wassers aus der Ackererde am Morgen, Abends und in der Nacht unterwarf der Verf. einer Prüfung, welche ihm folgende Tabelle lieferte: Perioden Zustand des Bodens Morgen Ahend Nacht Vom 6.— 30. August . . „ 30. Aug. bis 24. Sept. „ 31. Sept. bis 20. Oct. ,, 20. Oct. bis 15. Nov. Meist feucht infolge häu- figer starker Regen zum Oefteren trocken als feucht trocken und sehr trocken sehr feucht durch Regen und Wirkung der Jah- reszeit +112 — 5 —72 +25 —147 — 278 — 311 +69 —281 —76 —156 —21 Zusammen +60 —667 —534 Bakterien im Boden. Hieraus ergiebt sich, dass der Boden im Ganzen und Grossen Morgens eine höhere Verdunstung hat, als freies Wasser, Abends und Nachts eine geringere. R Koch 1 ) bespricht die Untersuchung von pathogenen Organismen. Wegen des grossen Eiuflusses dieser kleinsten lebenden Formen auf die 1 ) Struck, Mittheilungen aus dem kaiserlichen Gesundheitsamte. Bd. I. S. 1 ff. Berlin, 1881. Boden. jq chemischen Umsctzungsprocesse des Bodens muss diese Abhandlung hier be- sonders erwähnt werden. Es wird angegeben, dass die Prüfung auf diese Organismen ohne Schwierigkeit in der Weise ausgeführt werde, dass kleine Bodenpartikelchen strichweise auf mit Nährgelatine überzogene Objcctträger ausgestreut und dass anschliessend verfolgt werde, ob und in welcher Weise daraus kleine Entwicklungen und Formen von Organismen hervorgehen. Die Nährgelatine wird dafür zweckmässig aus Gelatine und Zusatz von Weizeninfus oder Fleischinfus und Pepton bereitet. Aus den Untersuchungen haben sich die nachstehenden Resultate ergeben : „Eine zwar nicht grosse Zahl von Bodenproben, die ich bisher auf ihren Gehalt an Mikroorganismen prüfen konnte, die aber ziemlich gleich- massige Resultate gab, lässt darauf schliessen, dass die oberen Erdschichten ganz ausserordentlich reich an Bacterienkeimen sind. Auffallenderweise sind dies vorwiegend Bacillen. In ganz frisch entnommener Erde finden sich daneben auch Mikrokokken, aber fast immer in der Minderzahl. In Erd- proben, die stark verunreinigten Stellen, z. B. einem mit Düngerjauche imprägnirten Orte entnommen waren, übertrafen die Mikrokokken an Zahl die Bacillen und es traten auch Schimmelpilze auf; das ist aber nur ein locales Vorkommen. Die Bacillen dagegen scheinen in den oberen Cultur- schichten von bewohnten Gegenden und überall, wo Garten- und Ackerbau getrieben wird, ganz constant und immer in grosser Menge vorzukommen; sie fanden sich in Erde aus dem Thierarzneischulgarten in Berlin ebenso reichlich als in der Erde eines nicht mehr benutzten Begräbnissplatzes und in Bodenproben von Gärten und Aeckern, die weit von dicht bevölkerten Stellen entfernt liegen. Wenn man die Erdproben einige Wochen lang aus- trocknen lässt, dann verschwinden auch die wenigen Mikrokokken in den Culturen und es bleiben nur noch die Bacillen und zwar ebenso reichlich, als vor dem Trocknen." Es wurde auf diese Weise eine ganze Reihe wohlcharacterisirter Bacillenarten in der Erde nachgewiesen. „Eine sehr auffallende Thatsache konnte ich, ebenfalls aber nur auf wenige Untersuchungen gestützt, constatiren, so dass ich vorläufig die Allgc- meingültigkeit derselben nicht behaupten möchte. Es zeigte sich nämlich, dass der Reichthum an Mikroorganismen im Erdboden nach der Tiefe zu sehr schnell abnimmt, und dass kaum einen Meter tief der nicht umge- wühlte Boden fast frei von Bacterien ist," „„Meine Untersuchungen sind allerdings, was wohl zu berücksichtigen ist, nur im Winter gemacht. Im Sommer könnten die Verhältnisse möglicherweise anders liegen."" Betreffs des Staubes, welcher durch die Luft verbreitet wird, fand der Verfasser, „dass die grosse Mehrzahl der Luftkeime ziemlich schnell im ein- getrockneten Zustande abstirbt, und dass nur die Dauerformen der Pilze und Bacillon, ganz besonders aber die der letzteren lebensfähig bleiben und sich allmälig anhäufen." Literatur. v. Dechen: lieber Bimsteir im Westerwalde. (Ztschr d. deutsch, geolog <•' IM XXXIII. S.U.', Abhandlungen rar geologischen Specialkarte von Preussen mal den Thürui z\.\ B H, Walter, Atmoiphttre, Pflanae, Dünger. Staaten. Band III. Heft 2, E, Lauf er und F. Wahnichaffe, Untersuchungen des Bodens der Umgegend von Berlin. Berlin, ihhi. Jahrbuch der k. Preussischen geologischen Landesanstalt und Bergakademie zu Berlin, für das Jahr L880. Berlin, L881. Darin die Abhandlung von E. Lauf er „Der Babelsberg". Geognostlsch and pedologlsch bearbeitet. (S, 294 ff.). E. R. Ries: Ueber uie Entstehung des Serpentin». Zeitschr. f. d. ges. Naturw. Bd. III. 1879, c si ruck mann: Ueber den I '.ir.i iiclisiniiH der hannoverschen und der englischen (liieren .luraliildun^eii. Neues .lii.lirlnirli I .Mineral., Geolog. U. Paläonto- logie L881. II. 77. Eckorl Czorwonken: Die Memel-Niederung. „Georgine", Landw. Zeitung des landw, Ver. f Litthauen u. Masuren. 1881. 49. I7u. Die für den Landdrosteibezirk Osnabrück wichtigen und nutzbaren Kalk-, Mergel- und Gypslager Landw. Zeitung für das nordwestliche Deutschland. Osnabrück, L881. Nu. 26, Credner: Ueber die einstige Vergletscherung Norddeutschlands. ,,l>as Ausland". Stuttgart, L881. <'.. r ). A. v. Lasaulx: Norddeutsche Flachlandsgeologie. Deutsche Revue. I. 120. P. Johannsen: Ueber den Zusammenhang zwischen dem Auftreten von Sauer- ampfer (Rumex) und Kalkmangel Im Hoden. Landw. Wochenblatt für Schleswig-Holstein. 1 h.s l . i:;. Salfeld: Die Urbarmachung der Hochmoore. Hannoversche land- und forst- wirthschaftliche Zeitung, 1881. XXXIV. Nu. 16. Dünkelbergi Culturtechnische Reiseskizzon aus Oberitalien. Laudwirthschaftl. Jahrbüoher. L881. X. 898. A Jentzsch: Geologische Karleder Provinzen Ost- und Westpreussen 1:100,000. Sect. 16. Friedland, o. Fraas: Geognostische Specialkarte von Württemberg. Atlasblatl Hohentwiel (1:60,000). Stuttgart, 1881. Vgl. statistisch-topographisches Institut. Alex. Lagorio: Vergleichende petrographische Studien über die massigen (Je:, leim; der Krym Dorpat. E. Suessi Ueber die vermeintlichen säculären Schwankungen der Erdoberfläche. Verhandl. d. k. k. geol. Reichsanstalt. 1880. No. 11. F, Schalch: Tertiärbildungen von Schaffhausen. Neues Jahrbuch f. Mineral., Geolog, u Paläontologie. 1881. H. 42. Geologische Specialkarte des Königreichs Sachsen (1:26,000). Bearb. unter Leitung von II. Credner. Nehsi Erläuterungen. Leipzig, Engelmann, 1881. Section Liebertwolkwitz, bearb. von \ Sauer, Naunhof ., ., A. Sauer, Borna (Lobstftdt) „ „ K. Dalmer, Lausigk „ „ J. Hazard. Auf diese neuen Publica! ionen des k, s;iclisisi iien Finanzministeriums muss ,ui dieser Stelle besonders hingewiesen weiden. Als wichtiges praktisches Momenl Isl die geringere oder grössere Durchlässigkeit 3er Über einander liegenden Diliivialltihliuitfeii für Wasser hesonders berück- sichtig! worden. |)auliree: l'nidncl ion du soutVe nalif dans le B0U8-S01 de l'aris. ComptOS rendus des aöances de l'Acad d. Sciences, 1881. J>2. 101. A. INI iinlz: Sur In |>i esenre de l'alcool dans le sei, dans les eans, dans radnosplierc. Compt. rend. 1881. i>2. ü»:>. A Falsan ei Chantre: Monographie ge*ologique des anciens glaciers el du terrain erratique de la partie moyenne du l>assin du Rhone. 2 Bde. mit Alias Lyon, 1878—1880. A A. Julien: On spodumene and its alterations, from the granite veinB of Hampshire. County Massachusetts, (Annais New York. Acad. So. Nov. 1879), Lawes, Gilbert and Warington. (in the amounl and composition of the rain and drainage-waters collccted al Rothamsted. The Journal oftheAgrl «■Uli. Society of England 1881. Bd. XVII. 241 u. 811. 45 Wasser. Referent! W. Wolf. 1) Trinkwasser. K. JCemper 1 ) in Bissendorf, 11 km östlich von Osnabrück gelegen, veröffentlicht eine Reihe von Untersuchungen, welche von Jäger im ver- gangenen Sommer mil den Wassern der Pumpbrunnen des Dorfes ausgeftthrl worden sind. Das Dorf seihst liegt am Fnsso eines l'.erges, in einein Längs- und Querthale stehen die Häuser. Die Abhänge Btellen fruchtbares Ackerland dar, worunter Keuper sich findet, während die Höhen meist Muschelkalk Beigen. Nachsteliends folgen die liesnllale dt'i Untersuchungen in einer Tabelle zusammengestellt. 100,000 Theile Wasser enthielten: Beitrage zu r i'i in i. «raaierfrage. Brunnen Abdampf Btiolutand Salpeter säure Chlor Calli Magnesia Harte Salpetrige Säure Ammoniak 1 5,93 3,65 11,34 1,10 13,65 2 59,0 6,20 4,26 — — 14,2 3 74,0 . r ),:5.'5 5,08 — — 1 8,75 4 75,0 14,25 7,10 — — 14,04 ger.Spur 5 158,0 '.1,00 19,88 — — 18,52 bed. bed. o 65,0 9,40 6,39 19,0 0,71 '2( ),( ) 7 73,0 10,40 4,97 — — 17/.' 1 8 — 8,80 6,39 — — 16,72 '.1 — • 10,86 6,39 — — 18,10 wenig H) — 2,66 2,13 — — 14,40 bed. bed. 11 — 1,13 7,81 — — L9,80 o 1 '2 — 3,06 1,42 — — 8,70 o o 13 — 5,66 3,65 — — 18,52 o (i II — :;,7:i •i ,26 — — 18,83 15 — 3,00 1,42 — — I 1,31 o 10 — f.,:*:? 1,26 — — 17,28 o 17 — 1,93 1,42 — — 7,75 IS — 0,60 2,1:5 — — I 2,2 1 o l'.t — 8,60 4,97 — — 17,48 bed. bed. 20 5,46 3,51 — — 1 9,89 o 21 — 8,60 1,42 — — 17,17 Dei' Verf. vergleicht die Gehalte ^<'<' verschiedenen Brunnenwasser an Rückstand, Salpetersäure, Chlor etc. mit den sogen. „Grenzzahlen", welche Brunnenwasser im Mittel an diesen Stoffen enthalten (Reichardt, Grund- lagen /nr Beurtheilung des Trinkwassers. 4. Aufl. Halle a 8. 1880) und kommt dabei zu dem Schlüsse, dass das WaSSOT sfimintlicher llrnniien von i'i endorf vielmal mehr Salpetersäure und Chlor enthalt Der Mehr- gehalt, resp überhaupt grosse Gehali der Wa er an Salpetersäure und Chlor rühre jedenfalls von <\i >22 0,03050,02850 0,(58450,606 0,26 12,20 5,60 6,60 0,215 15,60 3,20 12.40 0328 0,702 0.270 0,003 0,0017 0.0052 0,02!) 0,685 0,305 9,40 5,00 4,0 Jersey City 0,043 0,906 0,235 9,30 3,40 5,90 0,040 0,629 0,215 10,80 5,20 5,60 0,005 0,037 0,684 0,225 9,70 5,20 4,50 0,003 0,029 0.666 0,230 11,0 6,4 4,6 0,0045 0,042 0,702 0,210 10,8 6,1 4,7 0,0075 0,042 0,758 0,220 10,5 5,9 4,6 Freies Ammoniak Albumonoid- Am- moniak . . . Salpeters. Salze . Chlor Gelöste feste Be- standteile . . Davon: Mineral. Subst. . Organ, u. flüchtige Stoffe . . . . 0,00250,0027 0.0007 ( »,00130,001 0,053 0,465 0,300 11,70 3,50 8,2 0,027 0.832 0,00820,060 0,350 0,55 11,80 5,00 6,8 1.202 0,0180,029 1,239 0,315 8,5 2,0 6,5 o.i ;.s: 0,3001,45 0,0035 14,3 6,0 8,3 0,518 0.020 0,027 0,6100,832 0.2750.270 4.10 10,0 3,0 7,0 2,2 r, 0.0050.006 0,0030,01 150,01 17 9,4 7.2 11,5 5,5 6,0 0,0250,024 1,0500,74 l.s.07 11,349,0 6,7 0,805 16,2 7.2 0,023 0,629 0,195 10,0 4,0 6,0 Die Wasser waren sämmtlich frei von salpetrigsauren Verbindungen. Die Society of Public Analysts in England hat einer Mittheilung des „Journal of Gaslighting" vom 11. Jan. 1881 beschlossen, Schritte zu thun, um eine einheitliche Methode der Wasscruntersuchungen festzustellen. 2) Mineralwasser. J. Kartschewsky ') hat die Mineralwasser von Beresow, unweit Char- kow, untersucht und die Zusammensetzung der beiden Quellen sehr ähnlich derjenigen der Quelle zu Spaa gefunden. Et. otto und II. Beckurts 8 ) haben die Hroswithaqaelle und Wilhelms- quelle des Herzog-Ludolfebades untersucht. Neben Gypß, Bittersalz, Chlor- magnesium etc. enthalten beide Wasser hauptsächlich Kochsalz und zwar die Hroswithaquelle in 1000 Theilen 13,7351, die Wilhelmsquelle 5,9924 Theile. Die erstere Quelle ist kohlensäurereicher als die letztere, in 1000 Zur Wuasor- analyae. Analyse d Mineral- wasser Beresow on Analyse der Hro-s\vitli:i- u. Wilholms- quello des Hor/o^-Lu- dolftbadea in Qanden- heim. ') 1. (I. luss phys cliom (iesellsch. 1SS1. ehem. Gesellseh. 188] No L& s. 1728. ) Arcli. f. Pharm, ihm. 18. 8. 115. ite il deutsch- 4g Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Theilen fand der Verf. in der Hroswithaquelle 0,1260 g, in der Wilhelms- quelle 0,0602 Theile wirklich freie Kohlensäure. unter- J. C. Thresh') liefert die Untersuchung des Quellabsatzes, sowie die 8U Mu\ l "r g ai der Analyse der in dem Wasser der Quelle von Buxton gelösten Gase. Das q ßuxton° u Wasser der Quelle quillt aus mehreren Spalten in Kalkfelsen in der Nähe eines Kalkberges etwa in einer Höhe von 1000 Fuss hervor. Der Wasser- abfluss ist per Minute 150 bis 300 Gallonen geschätzt worden. Der Quellabsatz war frei von Nickel, borsaureu Salzen, Fluorverbin- dungen, Titan- und Wolframsäure, enthielt aber nach der Analyse des Verf. in 100 Theilen: 71,11 Mn 3 4 1,08 in Salzsäure Unlösliches 0,15 PbO 0,07 CuO 0,02 Mo0 3 0,30 CoO 1,36 AfcOs-f-FesOa 0,46 ZnO etc. Zur Untersuchung der in dem Wasser der Quelle aufgelösten Gase wurde der Verf. durch die auffallenden Angaben von Playfair und Mus- pratt über den hohen Stickstoffgehalt des Mineralwassers veranlasst. Ersterer fand in einer Gallon 206 Cubikzoll, letzterer sogar 504 Cubik- zoll fr. Stickstoff. Bei einer Wiederholung der Analyse fand der Verf. nur 22 ccm Stickstoff im Liter, neben 14,5 ccm Kohlensäure. Die mittlere Zusammensetzung der in Wasser gelösten Gase ist demnach 59,78 % Stick- stoff und 40,23 % Kohlensäure. Unter zu Grundelegung der Absorptions- coefficienten beider Gase würde demnach aus dem Wasser ein Gasgemenge entweichen, welches aus 99,12 % Stickstoff und 0,88 % Kohlensäure besteht, Der Verf. fand das Gasgemenge, welches über der Wasseroberfläche der Quelle steht, aus 98,9 % Stickstoff und 1,02 Kohlensäure zusammen- gesetzt. Den hoben Stickstoffgehalt des Wassers erklärt der Verf. durch die Annahme, dass dem mit Luft gesättigten Wasser innerhalb der Felsen auf seinen Wegen durch Einwirkung von Manganoxydul der Sauerstoff ent- zogen wird. Die schwe- E. Egg er 2 ) liefert die genaue chemische Untersuchung der Schwefel- ^Seon'L 211 ( l ue ^ e zu Seon. In nachfolgender Zusammenstellung theilen wir die Zu- oberbayem. sammensetzung des Wassers in 1000 Theilen mit: Kaliumsulfat 0,0073 Chlorkalium 0,0045 Chlornatrium 0,7603 Natriumbicarbonat 0,1300 Strontiumbicarbonat 0,0258 Calciumphosphat 0,0028 Aluminphosphat 0,0018 Calciumbicarbonat 0,3231 Magnesiumbicarbonat 0,0751 Ferrobicarbonat 0,0062 J ) Journ. of Chem. Societey CCXXV. S. 225. 2 ) A. Separ. Abdr. München, 1882. Wasser. 4 y Mangonobicarbonat 0,0033 Kieselsäure 0,0172 Organ. Substanz ... 0,0180 Summa der nicht flüchtigen Bestandteile 1,3754 Freie Kohlensäure 0,0917 Schwefelwasserstoff 0,0005 In 1O00 g Wasser betrug die freie Kohlensäure 47,78 cc. die halbgeb. „ 89,16 cc. der Schwefelwasserstoff 0,336 cc. Die Quelle ist schon früher mehrmals von verschiedenen Chemikern untersucht worden, jedoch mit verschiedenen Resultaten. Vogel fand 1822 in 1000 Theilen 0,4383 festen Rückstand Pettenkofer „ 1853 „ „ „ 0,3074 „ Wittstein „ 1855 „ „ „ 0,3928 „ „ Egger „ 1881 (Mai) 1,1765 „ Derselbe „ 1881 (Aug.) 1,5670 „ Derselbe „ 1881 (Septbr.) 1,5144 „ „ Hauptsächlich ist es das im Wasser enthaltene Chlornatrium, welches sich zur Zeit in grösserer Menge vorfindet, als früher. Durch fortgesetzte Untersuchung des Wassers wird nur entschieden werden können, ob die gegenwärtige Zusammensetzung eine dauernde sein wird. Derselbe Verf. 1 ) hat im Jahre 1880 die Adelhaidsquelle zu Heilbrunn Analyse der einer ausführlichen Untersuchung unterworfen. ^ueinTzu" Nachdem der Verf. eine kurze Geschichte des Bades Heilbruun gegeben, Heiibrunn. beschreibt er die geognostischen Verhältnisse der Umgebung der Quelle and deren physikalische Eigenschaften und theilt dann Ausführliches über die qualitative und quantitative Untersuchung des Wassers der Quelle und der in demselben gelösten und aus der Quelle aufsteigenden Gase mit. Nach dem Verf. stellen wir die Ergebnisse der Untersuchung des Wassers in 1000 Theilen, mit denen früherer Analytiker, in nachstehender Tabelle zusammen: (Siehe die Tabelle auf S. 50.) Bezüglich der Mengenverhältnisse, in denen sich das Brom und Jod iu dem Wasser vorfinden, wird die Quelle von wenig ähnlich constituirten Mineralwässern iibertroffen; man muss diese Quelle zu den an Brom und Jod reichsten Wassern Europas zählen. C. II imly -) analysirte das Wasser der Kaiserquelle und der Schwefel-An« Quelle zu Oldesloe und fand in 11 folgende Substanzen: ,,,„ n Bjoaerquelle Schwefelquelle folqueiu n ( lilornatrium 22,1854 g 12,0453 g oid< Schwefelsauren Kalk . . 0,6562 „ 0,3133 ., Kohlensauren Kalk . . . 0,1801 „ 0,2150 .. Kohlensaure Magnesia . . 0,0154,, 0,1234., Kohlensaures Eisenoxydul . 0,0022 „ 0,0032 ., M Ben Abdr. \. Verf. München, 1881. Verlag der Kipircr'sclien l nivei Bndihandfung. ') Repert. i anal. Chem. 1881. 17; auch Ber. d. d. chem, Geseltach 1881 Uli 2. S. 378. i ihr« berii hl 1 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Namen der Analytiker Jahr der Analyse Bromnatrium . . Jodnatrium . . Chlornatrium . . Chlorkalium . . Schwefels. Kalium Natrium Schwefels Eorsaur. Kohlens Kalium Natrium . ., Ammoniak ., Lithum Baryum . Strontium Calcium . Magnesium Eisenoxydul Manganoxydul Thonerde . . . Kieselerde . . . Phosphors. Calcium Organische Subst. Summa der testen standtheile . . . Kohlensäure in cc. Sauerstoff . . . Kohlenwasserstoff Stickstoff . . . i;c Vogel 0975 0,03890,03160,05310, 0,07 7:. 0.1 187») 5,16544,8041 0775 0260 0129 0260 0327 0.7S27 Ding- ler 1833 i,58580,69oi ;o,r.r»4io.r»o-joo.:ii040. - 0,0!560'01O6 Spuren Spuren ,!»:;:-;r, ,0964^0,02600, 3,9004^,939315, 0,0318p, (1.0010 Spuren 0,0500 0, 0,0297 Spuren Spuren Spur .'59,79 Bar- ruol Buchnor, jim. 1842 Juni August Petten- kofer 0,0001 0,0066 ,065610,05180,081 10, 0.05160, .00^)0, O.Ol 101 OOOJ7 0,0241 0,00: „so 4.97 22,81 01930,0150 0,0479k} 02S5 0.0256 0,02850 0906|3,6781 1,9566 0027 Spuren 0,0025 ,0589 0301 1,9701 00,73930, Spuren 0,0066|0,0193 Spuren 0,0049 81870,9214 00330 00220 30,0137j()i0241 0,00700.002," 05660,1 01370,03330. 010 10.0147 0,0060 ,061 8 0,0760 0,04f>3 0,0239 (1.0(101 ,0187 o.ooo:; ,0081 0,0191 Spuren 0,02140 ,.(12«;:) 1.07566,1533 6,1047 i.5966o.oi34 6,iooi Egger Spuren 0.001O 0,0125 Spuren ,0060 25.07 11.91 Chlormagnesium . . . Organische Bestandteile Kaiscrquelle 0,248 2 „ 0,0333 „ 27,45 L5.60 — 2,87 — 16,66 13,62 Schwefelquelle 0,2737 ., 0,0331 .. Summa Freie u. halbgebundene Kohlensäure bei 0° u. 760 mm Druck . . . Gebundene Kohlensäure .... Schwefelwasserstoff 23,3208 g 13,0073 g 0,10061 g 0,20840 g 0,08814 „ 0,16045 „ 0,02533 „ = 16,64 cera bei 0° u. 760 mm Druck. 10,5° C. 1,018 9,5 ° C. 1,010 Die Temperatur der Wasser betrug bei 11° Lufttemperatur .... Spec. Gewicht ueber die Die Mineralquelle von Harrogate wurde schon im Jahre 1791 von a yu U e n h e a vön C ^ arnett a,s alauu- und eisenhaltig erwähnt. Das blass-röthlich-braun ge- Harrogate. färbte Wasser reagirt stark sauer und besitzt einen adstringirenden Ge- schmack. Hayton Davis J ) hat das Wasser der Quelle neuerdings unter- sucht und gefunden, dass dasselbe bei einem spec. Gewicht von 1,00543, in 1 Gallone 397,25 g an Trockensubstanz von folgender Zusammensetzung binterlässt: ') Journ. of Chem. soc. 1881. 39. S. 19. Wasser. Schwefelsaur. Eisenoxyd . 78,76 „ Eisenoxydul 69,33 „ Thonerde 89,47 » Kalk . . . 56,91 w Magnesia 57,38 )1 Kali . . . 3,14 55 Ammoniak . 2,19 Kochsalz 33,90 3,27 Kieselsäure 51 Die Quelle ist fast ringsum, wie der Verf. angiebt, von Schwefelquellen umgeben und der Boden, welcher die Quelle umgiebt, reagirt stets sauer. Schon vor läugerer Zeit hat Grandeau in den Mineralwässern von Analyse der Bourbonne Cäsium und Rubidium quantitativ bestimmt und bei dieser Ge- J^eTvön legenheit auch das Lithium qualitativ nachgewiesen. Plombier« Willm 1 ) hat in den genannten Wassern das Lithium quantitativ be- bonne-ies- stimml und im Liter Wasser 0,089 Chlorlithium gefunden. Das Wasser ist Bain das an Lithium reichste, denn es enthält über doppelt so viel, als das Wasser von Royat. Der Verf. fand ausserdem in diesen Wassern beträchtliche Mengen von Nitraten, 0,004—0,801 g im Liter. W. Fr. Gintl 2 ) hat das Wasser der Ambrosiusquelle zu Marienbad, Anai y3 e der welche seit ihrer Neufassung im Jahre 1875 nicht wieder untersucht wurde, Hunnen-" mit folgenden Resultaten analysirt. MjSeniwS 1000 Theile Wasser enthalten: Die kohlensauren Salze berechnet als einfache doppelte Carbonate Carbonate 0,034588 0,034588 0,311345 0,311345 0,045850 0,045850 0.000669 0,000669 0,013782 0,013782 0,025080 0,025080 0,058400 0,082641 0,000424 0,000676 0,189464 0,288707 0,208500 0,300240 0,120849 0,166688 0,001830 0,002530 0,005256 0,005256 0,049860 0,049860 Freie Kohlensäure 2,2943 g == 1204,<; cc bei 9,6° und 760 mm. Ausserdem fand der Verf. in dem Wasser noch Spuren von Arsen, Strontian, Ammoniak, salpetriger Säure, Brom- und Fluorverbindungen. Gintl 8 ) hat ferner die Marienbader Ferdinandsquelle, nachdem deren£ n Neufassung bewirkl worden war. von Neuem analysirl und giebt folgende queiie in ßesammtubersichl ttber die in looo Theilen Wasser enthaltenen Bestand- theile : Schwefelsaures Kali . . . Schwefelsaures Natron . . Schwefelsaurer Kalk . . . Salpetersaures Natron . . Chlornatrium Chlormagnesium . . . . Kohlensaures Natron . . „ Lithion . . Magnesia . . Kalk . . . „ Eisenoxydul . Mänganoxydul Phosphorsaure Thonerde Kieselerde Marienbild, •) Bull Par. 35. 594; a. Chem. ( entralbl L881 8 510 i Journ. f. prnkt Chemie 1881 8 " i ■) Chem Centrale] 1881 S :. ; "l 52 Hoden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger Analysfi de^ Linden- brunnen in Zlatten in Steiermark. Kaliumsulfat 0,0492 Natriumsulfat 4,7153 Calciumsulfat 0,01489 Natriumnitrat 0,01235 Chlornatrium 1,71125 Chlormagnesium 0,07715 Kohlensaures Natron .... 1,45479 „ Lithion . . . 0,019061 „ Ammon . . . 0,005099 „ Calcium . . . 0,48034 „ Magnesium . . 0,39385 Eisencarbonat 0,05346 Mangancarbonat 0,01328 Phosphorsaures Alumin . . . 0,00633 Kieselerde 0,07764 Organische Stoffe 0,10052 Arsen \ Borsäure 1 „ Brom ( fe P uren StrontianJ Halbgebundene CC 2 . . . . 1,06076 Freie Kohlensäure .... 3,17930 Max Buchner beschreibt 1 ) die Lage der Quelle an der Wien-Triester Reichsstrasse, schildert die geologischen und physikalischen Verhältnisse der Quelle und giebt dann folgende Zusammenstellung über den Gehalt des Quellwassers an den einzelnen Bestandteilen. 1000 Theilc Wasser enthalten: Kaliumsulfat 0,18959 Natriumsulfat 0,00797 Chlornatrium 0,66770 Natriumnitrat 0,00817 Natriumbicarbonat 1,69940 Calciumbicarbonat 0,59961 Magnesiumbicarbonat 0,61208 Eisenbicarbonat 0,00395 Thonerde und Phosphorsäure . . 0,00249 Kieselsäure 0,03580 Freie Kohlensäure 0,96830 1 Volum Wasser enthält daher 0,4866 Vol. freie C0 2 . Das Wasser des Lindenbrunnen ist zu den alkalischen Säuerlingen zu zählen. Hinsichtlich seines Gehaltes an doppeltkohlensaurem Natron und Kochsalz hat das Wasser eine gewisse Aehnlichkeit mit den Emser Quellen; bezüglich des Gehaltes an Calcium- und Magnesiumbicarbonat schliesst sich der Lindenbrunnen an die Wasser von Giesshübl und Neuenahr an, wie die nachstehende Zusammenstellung in 1000 Thln. der Wasser zeigt: Emser Linden- Giess- Neuen- Krähnehen brunnen hübl ahr Natriumbicarbonat . . . 1,9790 1,6994 1,1928 1,050 Calciumbicarbonat . . . 0,2475 0,5996 0,3404 0,302 ] ) Mitth. d. naturwissensch. Vereins f. Steiermark 1881; a. d. Chem. Centralbl. 1881. S. 567. 53 Linden- Giess- Ncuen- Krähnchen bruimen hübl ahr Magnesiumbicarbonat . . 0,2069 0,6120 0,2133 0,437 Eisenbicarbonat . . . 0,0019 0,0039 0,0609 0,019 Kochsalz 0,9831 0,6677 1,0226 0,112 Freie Kohlensäure in ccm 983 486 498 498 E. Reichardt 1 ) hat die Mutterlauge der Saline Allendorf an der untersuch. Werra chemisch untersucht und in 100 Thln. gefunden: ü ug e der 6,280 Chlornatrium, AuSSorf. 15,990 Chlormagnesium, 0,014 Chlorlithium, 0,010 Brommagnesium, 4,020 schwefelsaur. Kali, 3,284 „ Natron, 0,068 „ Kalk, 0,004 Kieselsäure, 0,904 organische Substanz. Summa 30,634 Die Lauge ist gelblich klar, reagirt neutral und hat ein spec. Gewicht von 1,285. W. Johnstone 2 ) hat das Wasser der Eisenquelle bei Kingstead (1 Va Analyse des Meilen südöstlich von Hunstanton, St. Edmunds) analysirt und im Liter d^^ueL 0,119 g Eisencarbonat aufgelöst gefunden. Das Gas, welches in dem Wasser ^ u s e te ^ n gelöst ist, zeigte sich aus 24,4 cc COa, 32,81 cc N und 5,23 cc zu- sammengesetzt. Nach G. Ville 3 ) halten die kohlensauren Eisenwasser um so mehrueb. Eisen- Eisen in Lösung, je geringer ihr Gehalt an kohlensauren Alkalien und Erd- alkalien ist; da diese Salze auf Kosten der Kohlensäure des Eisens Bi- carbonate bilden, so bewirkt ihre Anwesenheit den Eisenniederschlag. R. Romanis 4 ) hat die heisse Quelle von Natmoo bei Maulmain in ueber die Birmah untersucht. Die Temperatur des Wassers beträgt 55 ° C. Der Ge- Q Ue ue halt des Wassers pro Liter an Salzen betrug: 10,446 Chlornatrium, 0,344 vonNatmo °- Chlorkalium, 2,218 Chlorcalcium, 0,855 Chlorraagnesium, neben Gyps. Cal- ciumcarbonat, Eisenoxyd etc., in Summa 14,169 g. Boussingault 5 ) hat drei Thermen von der Küste von Venezuela ueber die untersucht. Die eine, Onoto, liegt 696 m, eine andere, Mariana, 553 m Qu^Sen'an und Trinchcras nahe bei Neu-Valencia liegt 539 m über dem Meere; letz- *« ^" tere Therme hat eine Temperatur von 92,2 — 96,9°; das Wasser derselben v zucia. riecht stark nach Schwefelwasserstoff. Das Wasser von Trinchcras enthält eine sehr beträchtliche Menge von Kieselsäure (im Liter 127 mg) aufgelöst; die Kieselsäure übersteigt den Gehalt der Wasser von Aachen, Carlsbad und Plombieres, so dass sich in dieser Beziehung das Wasser von Trinchcras dem Wasser des Geysirs von Island nähert. Liversidge 6 ) untersuchte das Wasser eines heissen Quells von Neu- Datei hoisson ') Arch. d. Pharm. 1881. XVIII. S. 187. $JS?bh- B ») Chem. News IHM 1. 11. S. 140. tannien und ») Compt. rend. 1881. Bd. 93. S. 443. v "." •!?» M Chem. New-, 13 8. L91. SSL" ) Ann. d. Chim. c. Phys WH 8. 145 ö ) Chcm News 42, 8. 324. 1881. 54 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Ueber das Mineral- wasser der bolfatare v, Puzzuoli. Analyse der Mineral- quelle Kammin. Britannien, fand hauptsächlich Kochsalz und überhaupt die Zusammensetzung desselben etwa dem Seewasser ähnlich. Das Wasser eines heissen Quells von den Fidji-Inseln enthielt in 100 000 Theilen 781,3 feste Bestandteile, etwa zu gleichen Theilen aus Chlornatrium und Chlorkalium bestehend. S. de Luca *) berichtet über ein Thermalwasser, welches sich in einer Tiefe von 10 m im ganzen Umkreis des alten Kraters findet, den man die Solfatare Puzzuoli nennt und welches sehr reich an Substanzen ist, die es aus den umgebenden Gesteinen aufgelöst enthält. Das Wasser ist klar, 52 — 55° warm, von scharf saurem und etwas zusammenziehendem Geschmack und zersetzt die Carbonate unter Entwicklung von Kohlensäure. 1 Liter dieses Wassers hinterlässt 3 g Rückstand, welcher hauptsächlich aus Thon- erde, Eisenoxydul, Schwefelsäure, Magnesia etc. besteht. Nicht blos im ge- bundenen Zustande, sondern auch im freien Zustande findet sich die Schwefel- säure in dem Wasser, neben etwas freier Salzsäure vor; man erhält daher stets bei seiner Destillation im Destillat etwas freie Schwefelsäure und ge- ringe Menge von Salzsäure. Durch Abdampfen des Wassers und Concentriren des Thermalwassers erhält man einen vollkommen gut krystallisirten Alaun. In den letzten Jahren hat man das Wasser zu Bädern von 25 — 30 ° benutzt und es ist mit gutem Erfolge bei Hautkrankheiten und bei scrophulösen Affectionen angewendet worden. In verschiedener Hinsicht hat man noch seine therapeutische Wirkung constatirt; es hat sich z. B. auch bei Schmerzen in den Knieen und im Rückenmarke als sehr wirksam erwiesen. R. Bensemann *) hat das Wasser des neuen Soolbades der Stadt Kammin in Pommern untersucht und in 100 Theilen gefunden: Chlornatrium .... 29,0046 Chlorkalium .... 0,1574 Chlorlithium .... 0,0050 Chlorcalcium .... 1,4588 Chlormagnesium . . . 0,5534 Jodmagnesium . . . 0,0006 Brommagnesium . . . 0,0350 Schwefelsaures Calcium 0,2070 Phosphorsaures Calcium 0,0020 Kohlensaures Calcium . 0,1754 „ Magnesium 0,2019 „ Strontium Spuren „ Eisen . . 0,0241 „ Mangan . 0,0064 Kieselerde 0,0065 Thonerde . 0,0025 [). .Mineral- wasser der Barzun- quelle von Bareges. Die Soole enthält etwas Schwefelwasserstoff und eine geringe Menge freier Kohlensäure. E. Filhof 3 ) hat das Wasser der Barzunquelle von Bareges. welches im Jahre 1881 nach Luz geleitet wurde, von Neuem untersucht und con- *) Journ. d. Pharm. Chim. 1881. S. -) Rep. anal. Chemie. 1881. S. 374. •) Journ. Pharm. Chim. 1881. 4. 8. 188. S. 546 a. d. ehem. Centralbl. 1881. 55 statirt, dass das Mineralwasser auf diesem langen Wege in keiner Hinsicht irgend welche bemerkbare Veränderung erfährt. 3) Analysen, Verhalten und Reinigung anderer Wasser. N. v. Przewalski hat auf seinen Tibet-Reisen im Spätherbst 1872 und im Februar 1880 Wasser des Kukunor-See's geschöpft und C. Schmidt 1 ) hat diese Wasser untersucht. Das Wasser des Kukunor-Sees wurde 3 Werst vom Südufer des See's unter dicker Eisdecke am 28. Februar 1880 geschöpft, in eine Champagner Flasche gefüllt, dieselbe sofort verkorkt und versiegelt. Die Flasche ge- langte 15 Monate nach dem Schöpfen wohlerhalten in Dorpat an. Das Wasser war klar, farblos und geruchlos, reagirte vor dem Kochen neutral, nach starkem Eindampfen schwach alkalisch. Das spec. Gewicht betrug bei 17° C. 1,01061. In folgender Tabelle geben wir die chemische Zusammensetzung des Wassers von 1880 und 1872, nach der Gruppirung des Verf.: Unter- suchung dreier auf liner Tibet- Keise 1879 bis 80 ge- schöpften Wasser- proben. Hcstandthcile 1000 g Kukunor- Wasser enthielten 793,75 g Wasser im 1880 unter der Eisdecke 1872 als Ganzes Winter 1880 Rubidiumsulfat Kaliumsulfat Natriumsulfat Chlornatrium Chlorammonium Chlorcalcium Chlormagnesium Brommagnesium Calciumphosphat Magnesiumbicarbonat P^isenbicarbonat Kieselsäure Borsäure 0,0075 0,2444 2,9225 7,0145 0,0003 0,0094 1,5328 0,0056 0,0032 1,8369 0,0060 0,0106 Spuren 0,0061 0,2581 2,6141 6,1683 ? 0,5241 0,2879 0,0055 0,0028 1,2643 0,0053 0,0098 Spuren 0,0060 0,1939 2,3197 5,5678 0,0002 1,0074 1,2167 0,0014 0,0026 1,4581 0,0048 0,0084 Summa der Mineralsalze . . . . Freie C0 2 13,9937 0,2407 11,1463 ? Wenn man annimmt, dass das Kukunor- Wasser im Spätherbst 1880 (als Ganzes) vor dem Gefrieren dieselbe Zusammensetzung hatte, als das Wasser von 1872, so sind von 1000 g des letzteren 206,25 g Wasser als Eis hcrauski ystallisirt und 793,75 g als Mutterlauge unter der Eisdecke flüssig gc- blieben. Dabei krystallisirte der Kalk etc. zum grossen Tlicil aus, während der Gehall der Mutterlauge an Magnesiumverbindungen wesentlich ge- steigerl wurde. Ausser dem Kukunor-Secwasser hat der Verf. noch 2 Wasserproben untersucht, welche von zwei heissen Quellen am Südabhange des Tan-la- ') Melanges Physic, e< Chimiques tires du bulleün de l'Academie Imperiale des sciences de St. Petersbourg. t. X. pag. 565, l»77 und t. XI a. Pharm. Ztschr. f. Bussland. No. 3. Jahrg. XXI. 56 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Gipfels (Tibet) stammen und im December 1879 ebenfalls von v. Przewalski geschöpft wurden. Die heisse Quelle A., die tiefere Quelle, liegt 4755 m über dem Meer, die höhere Quelle B. 4877 m. Die Wassertemperatur beider Quellen be- trug 52° C. Beide Wasserproben waren klar und farblos; auf dem Boden der Flaschen zeigte sich in beiden Wassern ein schwacher hellgrauer Boden- satz, der sich aus Eisen- und Kalkcarbonat mit etwas Kieselsäure zusammen- gesetzt ergab. Nimmt man nach dem Verf. an, dass in beiden Thermalwassern das Flockensediment ursprünglich gelöst war und erst während des 1 1 ji jährigen Liegens der Flaschen sich aus dem Wasser ausgeschieden hat, so ergiebt sich die Zusammensetzung des Tan-la-Tbermalwassers aus der folgenden Tabelle : 1000 Theile Tan-la-Thermal- Wasser enthalten Bestand th eile tiefere Therme A. höhere Therme B. Kaliumsulfat .... 0,0612 0,0294 Natriumsulfat .... 0,0819 0,1178 Natriumsulfhydrür . . 0,0038 0,0207 Chlornatrium .... 0,0177 — Natriumbicarbonat . . 0,3778 — Chlorcalcium .... — 0,0244 Calciumsulfat .... — 0,1224 Calciumbicarbonat . . 0,5056 0,7238 Magnesiumbicarbonat 0,1030 0,0154 Eisenbicarbonat . . . 0,0018 0,0022 Kieselsäure 0,0321 0,0199 Borsäure Spuren Spuren Summa der Mineralsalze 1,1849 1,0760 Spec. Gewicht .... 1,00113 1,00095 (Jeber ilcn Sauerstoff- gehalt natürlicher Wasser, ver- glichen mit ihrem Ge- halte an organischer Substanz. Wenn man beide Thermen der Zusammensetzung nach vergleicht, so ergiebt sich, dass die höher entspringende Therme reicher ist an Calcium, Eisen, Chlor, Schwefelsäure etc., als die tiefer liegende. Der Verf. glaubt, dass auf dem Kamm des Tan-la, oder eingesprengt im Innern des Tan-la ein Gypsmagazin vorhanden sein muss, welches die höhere Therme reich- licher mit diesem Salze versorgt, als die nieder gelegene. Th. Weyl und X. Zeitler 1 ) bestimmten in natürlichen Wassern den Sauerstoffgehalt nach der Methode von Schützenberge r und Tiemann und Preusse und verglichen damit die in den Wassern enthaltenen orga- nischen Substanzen, welche nach Kübel' s Verfahren ermittelt wurden. In nachstehender Tabelle sind die Resultate der Vcrff. zusammengestellt: 'I Ztschr. f. physiolog. Chem. 1881. Heft 5. S. 10. Wasser. kj Sauerstoff in ccm pro Liter Wasser (reducirter Werth) 4,42 3,49 3,34 3,28 3,18 2,49 2,14 Zur Oxydation der organischen Sub- stanzen in 100 000 Theilen Wasser waren erforderlich 2,29 0,39 0,26 1,18 0,92 3,42 Hieraus ist ersichtlich, dass sich kein constantes Verhältniss zwischen dem Gehalt an Sauerstoff und organischen Substanzen im Wasser ergiebt. Die Verff. fanden auch in ein und demselben Wasser den Sauer- stoffgehalt sehr ungleich, von 1,97 bis 3,91 ccm Sauerstoff im Liter schwankend. Dieulafait 1 ) bringt neue Thatsachen bei zur Stütze der früher von Borsäure- dem Verf. entwickelten Theorien über die Entstehung, resp. den Ursprung il u sai*«™ e n der Borsäure in Salzseen und Salzwassern. u natari. Verf. gelangt zu dem Schlüsse, dass die in den Sedimentschichten vor- u. Z dTe b"" kommende Borsäure, welche stets mit Salzen vereint sich findet, desselben n"°uwä 8 ser Ursprungs ist, wie diese, entstanden durch freiwillige Verdunstung früherer d j.^ r ^ estl - Meere bei gewöhnlicher Temperatur. Früher schon 2 ) hat derselbe Verf. als allgemeines Gesetz über die Bildung der Salinenwasser des westlichen Europas hingestellt, dass dieselben sich in den salzführenden Schichten der Trias oder des Tertiärs mineralisiren. Die Substanzen, welche in diese Wasser übergehen, haben ursprünglich normalen Meeren angehört und sind nach Verdunstung des Meerwassers zurückgeblieben. Es ist irrthümlich, anzunehmen, dass die Mineralisirung in den verschiedensten Formationsschichten oder in unbekannten Tiefen des Erdinnern erfolge. W. Jago 3 ) hat gefunden, dass die organische Substanz des See- i wassers der Einwirkung oxydirender Agentien besser widersteht, als die in su'bsu™ hn gewöhnlichem Wasser und vermuthet, dass die organische Substanz des See- Se ' wassers zum grössten Theil aus kleinen organisirten lebenden Wesen bestehe, welche leicht durch die Filter gehen. P. Engel und J. Ville 4 ) haben folgende Tabelle über die Löslichkeit üeber die der kohlensauren Magnesia in 1 1 mit Kohlensäure gesättigtem Wasser bei afkohiens! verschiedenen Drucken und einer mittleren Temperatur von 18 bis 19» C . ^;', g ™ ' i ^ : ' iu ' " (Tab. I.) und bei höherer Temperatur (Tab. II.) zusammengestellt: rehaitigem I. 11. Druck Gelöste Mg CO, i Temperatur Gelöste MgCOj Atmosphären g C. g 1 25,8 13,4 28,5 2,1 33,1 1 9.5 25,8 3,2 37,3 29,3 21,9 1.7 43,5 46,0 15,7 5,6 46,2 62,2 L0,5 6,2 48,5 70.0 8,1 7,5 51,3 82,0 1.!) ''..i 56,6 90,0 ■M 1881 . !•:',. s. 224. 100,0 0,0 ') Compt rend. [bid ' 756. i ■,. na 1881 . 13 S. i .... *) Compt read. 188 1 . 93. s. 840 58 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Debei das Verhältnis« vipii Kali u. Natron in den natürl. Wassern. Cli. Cloez 6 ) hat Versuche über das Verhalten des Kali und Natron in natürlichen Wassern angestellt. Die Wasser entstammen verschiedenen Flüssen, werden nach Paris geleitet und theils zum häuslichen Gebrauch, theils zum Besprengen der Strassen verwendet. Die Bestimmung der Alkalien geschah nach bekannten Methoden, in dem Rückstand, welchen 3 1 Wasser nach dem Verdunsten des Wassers und Trocknen des Verdampfungsrück- standes bei 160° C. hinterliessen Wir stellen die Resultate des Verf. in der folgenden Tabelle zusammen, in welcher die Zahlen der 3 ersten Columnen in Grammen ausgedrückt und auf ein Liter Wasser bezogen sind. Die 4. Columne enthält das Vcrhältniss des Kali zum Natron, wenn letzteres gleich 100 gesetzt wird: Trocken - Rückstand Kali Natron 0,207 0,298 0,261 0,259 0,0014 0,0012 0,0015 0,0030 0,0059 0,0063 0,0094 0,0109 0,319 0,332 0,0019 0,0025 0,0070 0,0112 0,288 0,0005 0,0066 0,260 0,0006 0,0078 0,235 0,221 0,256 Spuren 0,0008 0,0053 0,0064 0,0048 2,821 3,050 2,439 4,748 1,903 0,0885 0,1320 0,0167 Spuren 0,1196 0,1800 0,1095 0,0790 0,0842 Wasser der Seine, geschöpft: im Port ä l'Anglais am Port d'Austerlitz . . . . bei der Pompe ä feu de Chaillot bei der Maschine von St.-Quen . Wasser der Marne, geschöpft: bei Saint-Maur bei den Maschinen von St.-Maur Wasser des Dhuis, geschöpft: an der Quelle oberhalb des Reservoirs von Menil-montant Wasser der Vanne, geschöpft: oberhalb der Fabrik von Marlay lc Roi aus dem Reservoir von Montrougc Quellen von Cochepie Quellen im Norden von Paris: Wasser von Chaudron . . . . „ „ Grand-Rigoles . . „ „ St. Martin . . . . „ „ Morin ., Moussins . . . . 23,72 19,04 15,95 27,61 27,14 22,32 7,57 7,68 16,66 73,99 73,33 15,25 Zunächst bestätigen die Versuche die bekannte Thatsache, dass das Kali in den verschiedenen Wassern dem Natron gegenüber wesentlich zu- nickt ritt. Ferner ergiebt sich, dass wenn der allgemeinen Annahme nach, das Kali aus Feldspathen stammt, für das Natron ein anderer Ursprung gesucht werden niuss; denn es ist erwiesen, dass die natronhaltigen Ge- steine nicht stärker durch die Atmosphärilien angegriffen werden, als die kalihaltigen. Da nach den vom Verf. weiter ausgeführten Analysen das Compt. rend. 1881. 94. S. 41. 59 Gewicht des in den Wassern enthaltenen Chlors fast genau proportional ist dem Gewichte des Natrons, so lässt sich annehmen; dass das Natron in den Wassern in Form von Chlornatrium vorhanden sein muss, welches letztere aus den mit Kochsalz imprägnirten Bodenschichten stammt. A. Audoynaud und B. Chanzit 1 ) haben über den Durchgang der Eegenwasser durch die Ackerkrume neue Untersuchungen angestellt, um die Natur der durch das Wasser aufgelösten Substanzen festzustellen. Schon früher hatten die Verff. 2 ) gefunden , dass durch eine Ackererde von 1 ,5 m Dicke ungefähr J /4 des auf die Oberfläche gefallenen Regens durchsickerte und 1 1 des Ablaufwassers 0,868 g feste Substanzen enthielt, woraus die Verff. berechneten, dass während des ganzen Jahres (zu Montpellier iielcn 1879 784 mm Regen) von 1 ha 1686 kg lösliche Substanzen dem Unter- grund zugeführt wurden. Die Versuche wurden, wie die im vorhergehenden Jahr, in 3 mit Wein- stöcken bepflanzten Kästen von 5,88 qm Oberfläche ausgeführt. Während der Zeit vom 1. Januar bis 18. März 1880 betrug die auf die Fläche ge- fallene Regenmenge 2400 1, das Ablaufwasser von den 3 Kästen 500 1, so dass also etwa a /ö des Regenwassers durch die Erde gesickert war. In den nachstehenden Tabellen finden sich die Mengen der im Abfluss- wasser gelösten Substanzen verzeichnet. Das Ver- halten der Regen- waBser beim Durchgang durch die Acker- krume. 1 Liter Ablaufwasser enthie lt in Miliig rammen Zoit 1 2 p 3 M £ 'S •1 Hilf 1 «05 £ 1 M ft:§ 02 I 1 CS 3! es 2 f 1.1 ;? :=S rv] pH « W Februar 12. 1020 — 56 13. 957 — 43 14. 905 31 — — 149 65 — 16 — 15. 881 — 28 Spuren 17. 876 — 29 19. 860 54 — 146 — — — — 270 — 21. 859 36 — — 134 68 — 11 — — 23. 837 41 25. 834 39 — 153 — 57 41 — 243 Sporen 27. 844 32 — 132 126 62 41 13 229 — 29. 831 31 — — 127 62 — 13 — — März 2. 832 37 — 147 1. 835 49 Sporen 6. 832 48 — 136 128 66 48 — 236 — 826 50 — — — — — — — Sporen Ii). 840 34 — — I.'l 72 — 14 — 12. 83S 46 — 145 121 86 57 — — 14. 834 — 1« 209 Sporen 16. 836 — 15 M Ann. agronom, 1880. -> Ann. agronom. 1879. S. KIT: a. IJct't X. ii. Cantralbl. f. Agric 1881. S. _r. 60 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Der Verf. stellt dann noch die Analysen der Ablaufwasser an drei Tagen zusammen und gruppirt die Zusammengehörigkeit der einzelnen Sub- stanzen mit folgenden Ergebnissen: 1 1 Wasser enthielt in mg am 27. Febr. 6. März 12. März 32 48 46 73 86 102 51 27 20 192 198 194 48 39 70 24 21 47 45 35 337 389 344 Kieselerde und organische Substanzen Kohlensaurer Kalk Andere Erdcarbonate Schwefelsaures Kali Schwefelsaurer Kalk Schwefelsaure Magnesia Salpetersaures Kali Chlornatrium Aus den Zahlen der ersten Tabelle berechnet sich das mittlere Ge- wicht der Rückstandsmenge von 1 1 Wasser zu 0,861 g. Wenn man die jährliche Regenmenge zu 0,75 m annimmt und x /ö davon als Ablaufwasser berechnet, so würden 1 ha Ackerkrume 1300 kg lösliche Substanzen ent- zogen werden können. In beträchtlichster Menge erscheinen die Schwefelsäure, das Kochsalz und Kali. Dem Boden der 3 Kästen konnte man mit Königswasser 22,5 kg Kali entziehen. Im Abflusswasser wurden 0,105 Kali gefunden, so dass dem Boden durch den Regen ^214 der Kalimenge entzogen worden wäre. Die Verff. haben in dem am Versuchsorte gefallenen Regenwasser die Gehalte an Ammoniak und Salpetersäure nicht bestimmt; sie nehmen nach Beobachtungen in Montsourris an, dass 1 1 Regen 2,34 mg Ammoniak und 9 mg Salpetersäure enthält, so dass 1 ha Ackerland 67 kg Salpetersäure zugeführt erhalten hat. In dem Abflusswasser berechnet sich pro ha 33 kg Salpetersäure nach obigen Bestimmungen, sonach wäre die Hälfte der durch Regen zugeführten Salpetersäure aus dem Boden wieder ausgewaschen worden. Ueber den Ursprung und die Functionen des Chlornatriums beim Durch- gang durch die Bodenschichten wollen die Verff. weitere Untersuchungen anstellen. üebei Thau G. Dines 1 ) hat über Thau und Nebel eine Reihe von Beobachtungen a ) u. Nebei. ail g CS tellt und gefunden, dass im Mittel für einen nächtlichen Thaufall sich eine Wassermenge von kaum 0,1 mm ergab; iu wenig Fällen erreichte die- selbe 0,3 mm. Die jährliche Thaumengc berechnet der Verf. aus seinen Versuchen auf 27 mm. H. Ziemer 3 ) macht darauf aufmerksam, dass die Keuntniss der Ex- treme der Niederschläge einer Gegend sowohl für die Klimatologie ein prak- tisch höchst wichtiges Moment bildet, als auch in vielen die Landwirtschaft es rages. Derunrenc ien jr ra gen, z. B. bei Anlegung von Dämmen, Schleusen, Wegen etc. einen wichtigen Factor ausmacht. Utbcr die grösaten Rcgen- 1 engen *) Naturforscher 1881. Bd. XIV. S. 34. •-) Zeitschr. f. Meteorol. Bd. XV. S. 381. ») Naturforscher 1881. No. 28. S. 261. r,i Nach dem Verf. ist die für Deutschland angenommene tägliche Regen- menge von 80 mm zu niedrig gegriffen, wie er an mehreren Beispielen nachweist. So lieferte z. B. in Kolberg am 7. Sept. 1880 in kaum Vs Stunde 28,2 mm, in ca. 7 Stunden 102 mm Regen, d. i. mehr als j /g der jähr- lichen Regenmenge Kolbergs. Uehertroffen wurde dieser Regenfall durch einen Regen in Breslau am 6. August 1858, welcher eine Wasserhöhe von 114,0 mm ergab. Vom Harz ist bekannt, dass der namentlich auf der Westseite sich verdichtende feuchte Südweststrom dort deu grössten Theil seiner Feuch- tigkeit absetzt. So zeigt z. B. Klausthal bei einem Jahresmaximum von 1487 mm ein Tagesmaximum von 115 mm. Fried richshafen am Nordufer des Bodensees und Hüchenschwand im Schwarzwald befinden sich in ähnlicher Lage; ersterer Ort weist ein Tagesmaximum von 115,4, letzterer ein solches von 126,2 mm auf. Auf der Südseite der Alpen trifft man bedeutende Tagesquauta. Mengen über 60 mm sind nicht ungewöhnlich, über 80 bis 100 mm stellen- weise (in Laibach, Genf, Mailand u. s. f.) beobachtet worden. Die grösste tägliche Regenmenge liefert Purmah in Ostindien mit 889 mm; diesem zunächst steht Catskil am Hudson mit 487 mm. Das grösste Tagesquantum in Deutschland fällt während der Monate Mai bis October und zwar gelegentlich der Gewitter. In den Monaten No- vember, Januar, März, April sind grössere Tagesraengeu noch nicht be- obachtet. Der Verf. schlägt aus angeführten Gründen vor, in Deutschland, ins- besondere bei gewerblichen und industriellen Annahmen, ein Tagesmaximum von 100 mm und ein Stundenmaximum von mindestens 50 mm Höhe zu Grunde zu legen. J. König 1 ) theilt Folgendes über die Zusammensetzung einiger Ab- flusswasser mit. Es enthielten z. B. AbHusswasser aus: Schwefelkies- Färberei Drahtzieherei Wäscherei pro Liter Milligramme Abdampfrückstand . . 4476,2 7080,2 3?><>6,2 Organische Stoffe . . . 1345,5 — — Schwefelsäure . . . 1650,5 3198,8 1729.5 Eisenoxydul .... 2378,7 518,3 Chloralkalien .... — 93,4 92.6 Ein mit Kalkmilch zur Gewinnung des Ammoniaks abgekochtes Ga wasser ergab: pro Liter mg Rückstand, trocken 20,423 Rhodankalium 2,3282 Schwefelcalcium 2,5633 Unterschwctli^sauics Calcium . . . 1,0913 I'lu'iiolartige Stoffe 0,6080 Die Abflusswasser der Zinkblendewerke bei Gcvelinghausen-Olsberg enthielten : rheinische Untersuch, einiger in- dustrieller Abfluss- wasser und deren Eiu- fluss auf Boden und Pflanze. ') Chem. n techn Mitthlg. der Versuchsstation Münster in den Jahren 1S7S bis 1880. -'. Bericht 8. :<7 G2 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger bis 119—164 mg Zinkoxyd und 182—302 „ Schwefelsäure pro Liter, die Wässer der Bäche, in welche diese Abflüsse sich ergiessen, 7 mg Zinkoxyd und 20 „ Schwefelsäure. Die Wiesen, welche durch diese Bäche berieselt werden, sind in ihren Erträgen beträchtlich zurückgegangen. Ueberall da, wo sich die Vegetation verkümmert zeigte, war Zinkoxyd im Boden nachweisbar (0,96 % Zinkoxyd in der lufttrockenen Substanz)-, ebenso enthielten Gras, Sträucher u. s. w. nicht unwesentliche Mengen von Zinkoxyd. Ausser seiner Giftigkeit den Pflanzen gegenüber übt das Zink auch auf den Boden schädigende Wirkungen in der Hinsicht aus, dass dasselbe sich im Boden festsetzt und an seiner Stelle eine entsprechende Menge anderer Basen, Kali, Kalk, Magnesia etc. aus dem Boden in Lösung überführt, bez. verdrängt. Der Verf. hat ebenfalls einen schädlichen Einfluss von koch salz- haltigem Wasser auf den Boden durch Versuche constatirt; die Pflanzen erkranken in stark hochsalzhaltigem Boden und das Kochsalz selbst wäscht wichtige Pflanzennährstoffe aus dem Boden aus. Reinigung W. Wallace 1 ) schildert zunächst eingehend die Methoden, welche in ^aVse'r durch den verschiedenen Städten Englands zur Reinigung der Canalwasser ange- Fäiiung. vvandt werden und theilt dann einige Versuche mit, welche er mit den Canalwassern von Glasgow anstellte. Durch diese Versuche sollte festgestellt werden, in wie hohem Grade eine Beimischung von reinem Flusswasser das im Canalwasser vorhandene Ammoniak zu oxydiren im Stande sei. Es wurde zu diesem Zweck eine mittlere Durchschnittsprobe von Canalwasser in 3 Theile getheilt, dann 1) gereinigt durch blosses Absitzenlassen oder Filtriren, 2) durch Kalkzusatz und 3) durch Zusatz von schwefelsaurer Thonerde mit etwas Kalk. In den überstehenden Flüssigkeiten wurden hierauf die Ammoniakbe- stimmungen ausgeführt und dann zu den Flüssigkeiten je 12 Theile reines Flusswasser hinzugefügt. Die so verdünnten Proben wurden 5 Wochen lang zur Hälfte in offenen, zur anderen Hälfte in verschlossenen Gefässen auf- gehoben und dann wiederum das Ammoniak in ihnen bestimmt. Nachstehende Tabelle enthält die in den verschiedenen Proben ge- fundenen Mengen von freiem und organisch gebundenen Ammoniak (Eiweiss- ammoniak) : Geklärt durch: Absitzen oder Filtriren Zusatz von Kalk Zusatz von schwefel- saurer Thonerde ur- sprüngl. Nach 5 Wochen ff ' ver " | schlössen Ur- sprung! . Nach 5 Wochen offen ,. | schlössen ur- sprüngl. Nach 5 offen Wochen ver- schlossen Freies Ammoniak Organ. Ammoniak 0,487 0,023 0,0024 0,0091 0,0021 0,0087 0,470 0,009 0,0017 0,0012 0,0056 1 0,0053 0,465 0,008 0,001 1 0,0049 0,0011 0,0078 Summa 0,510 0,0115 0,0108 0,479 0,0073 0,0065 0,473 0,0060 0,0089 'i Chem. News 1881. 43. No. 1106, 1107 u. 1109. 63 Aus vorstehenden Zahlen ergiebt sich, dass nach 5 Wochen sowohl in den offenen als verschlossenen Flaschen das Ammoniak in der geklärten Flüssigkeit fast vollständig verschwunden ist. Dagegen verschwanden die Ammoniakmengen selbst im Verlaufe eines Jahres nicht bei einem anderen Versuche, wobei das Canalwasser direct ungeklärt mit 8 Theilen reinen Wassers versetzt und in verschlossenen Gefässen aufbewahrt wurde. Der Verf. bemerkt weiter, dass die Oxydation des Ammoniak zu sal- petriger- und schliesslich zu Salpetersäure schneller bei höherer Temperatur erfolgt, als bei niederer. Eine am 12. August mit Kalk geklärte Canal- wasserprobe, deren Flüssigkeit mit 12 Theilen Wasser verdünnt wurde, lieferte folgende Ergebnisse: Urspüngl. 12. Aug. 5,320 0,063 20. Aug. 1. Sept. Freies Ammoniak . . . . 5,320 0,4220 0,0014 Organischer Ammoniak . . 0,063 0,0094 0,0070 Die Mischung enthielt am 1. Sept. viel salpetrige Säure, aber nur sehr geringe Mengen von Ammoniak; die Oxydation bez. Nitrification war demnach noch nicht vollständig. Wenn die Aramoniakmenge als Massstab für die Verunreinigung des Wassers angenommen wird, so waren die Wasser am Ende der Versuche des Verf. ebenso rein, wie das Flusswasser des Clyde oberhalb Glasgow. Langfei dt 1 ) hat sich mit einer Reihe von Versuchen beschäftigt, welche den Zweck hatten, festzustellen, durch welche der menschlichen Ge- sundheit unschädliche Mittel die öfters im Trinkwasser enthaltenen mi- kroskopischen Thiere verschiedener Art in möglichst kurzer Zeit, getödtet werden können. Die Thiere, welche der Verf. in seine Untersuchungen unter dem Mi- kroskop hineinzog, waren: Nais proboseidea, Anguillula fiuviatilis, Euplotes charon, Oxytricha gibba, Zootharanium nutans, Colpoda cucullus, Volvox globator, Loxophyllum lamella, Cyclops quadricornis und eine Wasserraupe. Um das Verhalten dieser Thiere unter dem Mikroskop zu beobachten, benutzte der Verf. ein Trinkwasser, welches mit solchen Thieren geschwängert war und versetzte das Wasser mit Aufgüssen von grünem Theo, Kaffee, gab Zusätze von Selterswasser, Brausepulver und schwache alkoholische Lösungen. Alle diese Ingredienzien erwirkten das Absterben der Thiere nach fünf Minuten nicht. Dagegen erzielte der Verf. mit einer Citronensäurelösung 1 : 2000, */* g (Zitronensäure auf 1 1 Wasser, bei den erstgenannten 8 Thieren den ge- wünschten Erfolg innerhalb zweier Minuten. Einige Infusionsthiere starben sofort (Nais und Anguillula), andere (Colpoda und Volvox) etwa nach */*» Oxytricha und Loxophyllum nach 7a Minute; am längsten lebte Euplotes, l 1 /* Minuten-, während Thiere mit starkem Chitinpanzer (Cyclops) oder Thiere mit einer dickeren Epidermis (Wasserraupe), selbst in einer con- centrirteren Lösung von Citronensäure (1%) nach 5 Minuten nicht starben. Da die meisten Infusionsthiere im Trinkwasser eine sein' zarte äussere Körperfülle von grosser Permeabilitäl besitzen, wie die oben genannten 8 Thiere, so empfiehlt sich, als geeignetes Schutzmittel gegen den Genoss dieser Thiere zu einem mit solchen Thieren verunreinigtem Wasser ein Zu- satz von Citronensäure in dem angegebenen Verhältniss 1:2000. Reinigung von Trink- wasser, Die Tödtung mikroskop. Thiere in demselben. ' i ( iicin Centr&M 1881. 8. 74; aus Pharm. Central!.!. 21. 8 280, 04 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. vo* n Ab- ng behufs Reinigung derselben und E. Aubry-Vitet berichtet in der „Revue ^ des deux mondes" darüber Folgendes. Die Abgangswasser einer Papier- fabrik zu Essonncs, ca. 10 000 ebra pro Tag, werden durch einen 20 m langen, 6 m breiten und l 1 ^ m tiefen Canal mit der Geschwindigkeit von nur 1 mm pro Secunde, in ein wasserdichtes Bassin geleitet. Längs dieses Ganais sind Behälter aufgestellt, aus welchen fortwährend Kalkmilch in das Canalwasser tropft, In dem Bassin bleibt das Wasser 8 Tage, nach welcher Zeit die festen Stoffe sich zu Boden gesetzt haben. (In ähnlicher Weise verfährt auch Möller, S. diesen Jahresber. 1880. S. 74. Der Ref.) Das klare Wasser wird dann abgelassen und der schlammige Bodensatz durch eine Klappe auf der Soole des Bassins in ein zweites, tiefer liegendes Bassin geleitet. Dieses Bassin hat den Zweck, den Bodensatz trocken zu machen. Es besitzt wasserdichte Wände, aber einen sehr durchlassenden, mit Hammer- schlag bedeckten Boden. Das Wasser zieht ab und in ein paar Tagen kann ein Schlamm, welcher etwa noch 75 °/o Wasser besitzt, aus dem Bassin herausgenommen werden. Nach einigen Monaten an der Luft gelegen, ent- hält die Masse dann nur noch 15 — 20 o/o Wasser. Der Schlamm von 1 cbm Abfallwasser betrug 3 — 8 1 und enthält 11 bis 15 g Stickstoff und 20 bis 25 g Phosphorsäure. Für täglich 10 000 cbm Abfallwasser ist ein Terrain von 2 ha für Anlage der Bassins etc. nothwendig. Die Anlagekosteu für die Bassins betragen 20 Frs. pro Quadratmeter und die täglichen Unkosten für Arbeitslohn etc. 20 Frs. und für Kalk 40 bis 50 Frs. rudern Te° Auch W. Knauer 2 ) hat sich ein neues Verfahren patentiren lassen, fahren zur Abflusswasser aus Zuckerfabriken zu reinigen. Die Neuerungen erstrecken der Abfluss- s i cn der Hauptsache nach auf Einrichtungen zur Filtration und Kühlung w zuckei a - us ^ er Abflusswasser. Da ohne Zeichnung eine eingehendere Beschreibung fabriken. nicht gut möglich ist, so mag hier genügen, zur näheren Instruction über die Einrichtung, auf das Original zu verweisen. ueuer Alex. Müller 3 ) bespricht ausführlich in einem bei der Naturforscher- gnn^u.'vei- "Versammlung in Danzig gehaltenen Vortrage die Unterbringung und Ver- Btftdtiaohlr wertnun g d er städtischen Abfälle aller Art und berichtet dabei über die Abfälle. Rieselanlagen grösserer Städte und die Verluste, welche durch das Versinken der Spüljauche mit bedeutenden Mengen von organischen und mineralischen Stoffen in den Untergrund, bei den gegenwärtigen Einrichtungen der Riesel- anlagen herbeigeführt werden. Auf diese in dem Vortrag gegebenen und frühem damit in Zusammen- hang stehenden Mittheilungen des Verfs. wollen wir hier ganz besonders hinweisen. S wirkun he ^ ie vei 'derbliche Wirkung der Röstwasser auf die Fische führt E. Reich- des Rost- hardt 4 ) auf den hohen Gehalt solcher Wasser an Kohlensäure und Stick- TiachTund 1 st °ff zurück, was das Ersticken der Fische zur Folge hat. Hanf für die Verf. fand, dass 1000 cem Röstwasser von Lein 64 cem Gas, während Fischzucht. 1 ) Centralbl. f. Agriculturch. 1882. S. 137. 2 ) Neue Zeitschr. f. Zuckerrüben-Iudustrie 1881. S. 282. 3 ) Verhandlungen der Section f. landw. Versuchswesen der Naturforscher-Ver- sammlung zu Dauzig, 1880. Landw. Versuchsstationen 1881. Heft 5. S. 364. 4 ) Arch. f. Pharm. 1881. No. XVI. S. 42. 65 das Wasser der Saale nur 30 — 32 ccm gelöst enthielt. Die in den Wassern gelösten Gase fanden sich von folgender Zusammensetzung: Sauerstoff Stickstoff Kohlensäure Saalewasser 29,5 65,1 5,4 Röstwasser 4,2 29,9 65,9 C. Drewsen 1 ) führte zu Lachendorf bei Celle mit den flüssigen Ab- fällen der dortigen Papierfabrik auf einer 38,5 Morgen grossen Fläche Berieselungsversuche mit sehr günstigen Erfolgen aus. Das Land, welches zum Versuche diente, war zum Theil sehr armer dürftiger Ackerboden, der nur selten beackert wurde und geringe Weide für Schafe gab, zum Theil reines Ilaideland. Noch im Jahre 1872/73 war der Boden nur mit 90 und 30 Pf. Reinertrag pro Morgen zur Grundsteuer eingeschätzt worden, das Haideland mit 20 und 10 Pf. Nachdem die Einrichtung zur Berieselung, der ziemlich lange Zuleitungs- kanal mit Brücken, Schleussen etc. mit einem Kostenaufwand von ca. 3500 M., die Herrichtung der Rieselwiesen mit ca. 180 M. Kosten pro Morgen, fertig gestellt war, wurde alljährlich der Ertrag von 15 Morgen genau der Masse nach festgestellt. Die günstige Wirkung der Berieselung mit den Fabrikwassern der Papierfabrik möge aus nachstehender Tabelle ersichtlich sein. Hoho Aus- nutzung ' schlagen, in Regen und Schnee, als auch in der Atmosphäre nachgewiesen zu haben. Em. Schöne hat die Ansicht ausgesprochen, dass die Färbung der °™ n s ^\' t ozonometrischen Papiere in weit höherem Grade von dem relativen Feuchtig- seiner keitsgchalt der Luft als von der Summe der oxydirenden Körper in der Luft dem g reia- n beeinflusst würde, so dass ozonarme aber feuchtere Luft eine intensivere Für- ^i'^'^"^ 1 " bung gäbe als ozonreiche trockne Luft. Auf Grund fünfjähriger Beobachtungen hau zieht J. M. Perntner 3 ) die Richtigkeit der Schöne'schen Ansicht in Zweifel. L " ft Die ozonometrischen von Lender angefertigten Papiere wurden drei- mal des Tags ausgetauscht, so dass die Exposition während der Nacht 10 Stunden dauerte, während bei Tag zweimal je 7 Stunden exponirt wurde. Im Mittel der fünf Jahre ergiebt sich aus den Beobachtungen der Ozon- gehalt zu 7'» a. 2'i p. 9'i p. 7» a. 2» p. it' 1 p Januar 7,8 7,1 6,8 Juli 7,8 ■ 8,1 7,3 Februar 7,8 7,1 7,1 August 7,1 7,8 7,2 ') Der NaturforBch. 1882. :$8. (Compt. rend. 93. 797.) ») Compt. rend. »2. 1881. 199. :1 ) /(sehr (1 Österreich. Gcb. i Meteorologie L881. Septembb. 894 r»£ Roden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. März 8,0 8,2 7,8 Septbr. 7,2 7,8 6,9 April 8,2 8,6 7,8 October 6,7 6,7 6,3 Mai 8,5 9,0 8,3 Novbr. 7,4 6,2 6,0 Juni 7,9 8,4 7,8 Decbr. 7,3 6,5 6,3 Jahr 7,64 7,63 7,12 Schöne stützte seine Ansicht namentlich mit auf die Erfahrung, dass die Färbung der Papiere bei Nacht tiefer sei als bei Tage, eben weil Nachts der relative Feuchtigkeitsgehalt ein höherer sei. Aus obigen Daten geht aber hervor, dass dies durchaus nicht der Fall, trotzdem Nachts eine längere Dauer der Exposition stattgefunden hat, Die Monatsmittel zeigen folgenden jährlichen Gang an Ozongraden und Feuchtigkeitsgehalt : Jan. Febr. März April Mai Juni Juli Aug. Sept. Oct. Nov. Dec. Ozon . . 7,2 7,2 8,0 8,1 8,4 8,0 7,7 7,4 7,2 6,5 6,5 6,7 Feuchtigkeit 84,7 82,0 70,9 68,8 69,9 67,7 68,9 71,0 77,9 81,1 83,6 85,2 Auch diese Zahlen sprechen gegen die Annahme, dass die Bläuung der Jodstärkekleisterpapiere der relativen Feuchtigkeit proportional sei, da im Gegentheil eher eine umgekehrte Proportionalität sich ergiebt. Auch einen Einfluss der Niederschläge im Schöne'schen Sinne ergab sich aus dem Ver- gleich der bezgl. Beobachtungen nicht, im Gegentheil war bei Regenwetter zu 2 /3 der Fälle ein niedriger, und bei Nebel ein äusserst geringer Ozon- gehalt notirt. Dennoch will Verf. den Einfluss der Feuchtigkeit auf das Jodstärkekleisterpapier nicht ableugnen, da ja das Experiment direct eine solche Abhängigkeit ergiebt und andere Beobachtungsreihen für die freie Atmosphäre das Experiment bestätigen. Es giebt jedoch anderseits Beobachtungs- reihen, welche die Resultate des Verfassers bestätigen. Und diese Widersprüche in den Ergebnissen der ozonometrischen Beobachtungen weisen darauf hin, wie Cantoni schon 1866 gezeigt hat, dass, wenn diese Beobachtungen irgend welchen Werth haben sollen, man überall unter gleichen Bedingungen exponiren und sorgsamste Vorsicht brauchen müsse, um vernünftige Resultate zu erzielen, ozongehait Fünfzehnjährige Beobachtungen über den Ozongehalt der der Luft. L u ft ? die Mulvany 1 ) zu Wasser und zu Land in Gegenden der südlichen und nördlichen Hemisphäre gemacht hat , führen ihn zu folgenden Re- sultaten : 1) Wärme allein erhöht den Ozongehalt nicht. 2) Feuchte warme Luft ist um so ozonreicher, je feuchter sie ist, 3) Winde erhöhen oder vermindern den Ozongehait, je nachdem sie feuchte See- oder trockne Land- und Wüstenwinde sind. 4 Wolken begünstigen die Ozonbildung. 5) Regen vermehrt bedeutend den Ozongehait. 6) Die nördliche Hemisphäre scheint ozonreicher, als die südliche. 7) Ozon scheint mit der Höhe über dem Boden bedeutend zuzunehmen. Die Entstehung des Ozons erklärt sich Mulvany durch die Ver- mittlung der Verdampfung, indem er glaubt, wenn die bedeutenden Dampf- mengen in die höhere Schichte der Atmosphäre aufsteigen und in Form von latenter Wärme dort Kraft aufhäufen, in Folge von Ausstrahlung und Condensation sich Electricität bilde, die bei stillen Entladungen Ozon bildet. ') Ztschr. d. Österreich. Ges. f. Meteorologie. 1881. Septemberh. 397. 69 Ozon würde also hauptsächlich in den höheren Regionen gebildet und der Regen wäre das Vehikel, auf welchem es in die Tiefe geschafft wird. Nach Hartley 1 ) ist Ozon ein normaler Bestand th eil der höh er en Atmosphäre und ist dort in grösserer Menge vorhanden als in der Nähe der Erdoberfläche. Die Begrenzung des Sonnenspectrums im Ultraviolett mag vielleicht auf Rechnung des Ozons gesetzt werden, ohne die immerhin mög- liche Absorptionskraft von Sauerstoff und Stickstoff in Betracht zu ziehen. Die blaue Farbe des Himmels ist wahrscheinlich dem Ozon zu verdanken ; eine Menge von 2,5 mg Ozon in jedem Luftquerschnitt von 1 qcm bringt, nach Hartley, die volle himmelblaue Farbe hervor. Ueber die Ammoniakmengen, weche der Atmosphäre im Ammoniak Laufe eines Jahres durch Salzsäure entzogen werden. Von d ' Luft " R. Heinrich. 2 ) — Ausser dem Stickstoff, welcher durch den Regen dem Boden aus der Luft zugeführt wird, gelangt solcher noch auf dem Wege der Absorption in den Boden. Der poröse Boden entnimmt der Luft einen Theil ihres kohlensauren Ammoniaks durch Absorption, wie das Schlösing in ausführlicher Untersuchung nachgewiesen hat. 3 ) Das Vermögen der Böden, Ammoniak aus der Luft zu absorbiren, wird wie ihr physikalisches Verhalten verschieden sein. Dem Verf. war es von Interesse, festzustellen, bis zu welchem Maximum die Bodenarten Ammoniak aus der Atmosphäre aufnehmen können und glaubt das Maximum repräsentirt durch den Grad der Ammoniakbindung, welche eine wässrige Salzsäurelösung von bestimmter Oberfläche an der atmosphärischen Luft zeigt. In einem Glasgcfäss von 5 cm Höhe und 10 cm Durchmesser ('= 78,5 qcm Oberfläche) verblieb 20procentigc Salzsäure (1,098 spec. Gewicht) je einen Monat der freien Luft ausgesetzt, Die Gefässe waren ganz im Freien auf einer berasten Bodenfläche aufgestellt. Am Schlüsse eines jeden Monats wurde die in der Salzsäure befindliche Ammoniakmenge mittelst des Knop- schen Azotomctcr bestimmt. Diese Versuche wurden 2 Jahre hintereinander fortgesetzt. Gebunden wurden von der aufgestellten Salzsäure folgende Mengen Ammoniak (Mittel der beiden Jahre ■ pro 78,5 qcm Oberfläche): Temperaturniittel °C. I. 11. Januar . . 0,993 mg Stickstoff - 1,15 - 5,4 Februar . 0,854 „ „ 0,62 - - 2,4 März . . 1,068 „ 11 2,67 0,2 April . . 2.554 „ i> 8,50 3,3 Mai . 3.090 „ 11 10,9 11,0 Juni 4,061 „ 11 15,5 15,3 Juli . . 3,323 „ .. 15,5 17,4 August . 2,382 „ 17,0 17,6 September 2,908 „ 11 13,9 15,1 Octobcr 0,878 ., ,, 8,6 7,1 November . 0,892 .. 11 2,4 3,6 December . 1,065 „ H - 3,6 1,6 im Jahre 24,068 „ 11 Winter 2,912 „ des. f. Meteor« 11 »logie 1881. Octobcrh. 133, Daselbst ') Ztschr. (1 öaterr. oach \. u in.--. L881. vol. 23. p. 615. -) Forsch, a. d. Gebiete «1. Agricultur-Physik L881. I Bd. > ll ll'; ») Siehe Jahresbcr. d. Agriculturchemie. 1875/76. Bd. I. 89 u. :»•> 7i» Boden, Wasser, Atmosphäre, Pkanze, Püngei Frühling 6,712 mg Stickstoff Sommer 9,776 „ „ Herbst 4,678 „ „ Eine Zeit lang wurden auch gleichzeitig die in den Niederschlägen zur Erde kommenden Ammoniakmengen bestimmt mit folgendem Ergebniss : Amin oniak-Stickstoff im Kegenwasser pro 1 pro qm mg mg December 1879 . . 1,355 24,52 Januar 1880 . . . 0,271 3,63 Februar 1,765 49,45 März 0,517 19,38 April 0,825 21,23 Mai 5,785 98,52 Juni 0,877 53,73 Juli 0,665 115,78 August 0,859 38,00 September .... 0,869 79,69 October 0,624 88,93 November .... 0,575 48,79 December .... 0,940 89,37 Januar 1881 . . . 1,400 205,52 Februar 1881 . . . 0,966 15,74 März 0,550 23,38 April 1,89 8,07 Die Resultate der Versuche fasst Verf. in folgenden Sätzen zusammen: 1) Die Ammoniakmengen, welche die Ackerböden durch directe Absorption aus der Atmosphäre sich aneignen, können, den durch Regenwasser zugeführten Stickstoffmengen gegenüber, verhältnissniässig sehr beträcht- lich sein. Repräsentirt die durch Salzsäure aus der Atmosphäre absor- birte Ammoniakmenge das Maximum der Absorptionsfähigkeit der Boden- arten für Ammoniak und ist es gestattet die bei kleinen Versuchen gefundenen Mengen auf grössere Flächen zu übertragen, so beträgt dieses .Maximum der Ammoniak -Absorption unter den obwaltenden Versuchsbedingungen im Jahre 30,6 kg Ammoniakstickstoff pro ha. 2) Die Fähigkeit der Salzsäure (und wahrscheinlich auch der Bodenarten) Ammoniak aus der Luft zu absorbiren, ist im Laufe eines Jahres nicht die gleiche-, die Absorption erfolgt reichlich in der warmen Jahreszeit, gering in der kalten, — offenbar deshalb, weil der Ammoniakgehalt der Luft in den verschiedenen Jahreszeiten ein entsprechend ver- schiedener ist. Ucber den Ursprung des atmosphärischen Staubes hat A. v. Lasaulx neuerdings Forschungen angestellt. 1 ) — Nordenskjöld, Silvestri, Tissandier und andere Forscher 2 ) hatten auf Grund ihrer Untersuchung einen kosmischen Ursprung des mit den atmosphärischen Niederschlägen zur Erde kommenden gediegenen nickelhaltigen Eisens ange- nommen. Besonders in dem auf dem liinnencise Grönlands von Nor de n- J ) Der Naturforscher. 14. 1881. 22'y Das. aus d. mineral. u. petrograph. Mittheiluugeu. N. F. 3. 517. *) Siehe d. Jahresberichte 1874. 172. 1875/76. 97. 1879. 72. Atmosphäre. ~-| skjöld gesammelten Staube hatte derselbe vielfach vorhandene weisse Körner, die er Kryokonit nennt, gesammelt, denen er wegen ihres Gehalts an Nickel- cisen meteorischen Ursprung zuschreibt. Eine Portion des Kryokonits und eine Probe des zu Catania gefallenen Staubes, welche als Hauptbelege für den kosmischen Ursprung des atmosphärischen Staubes gelten, sind nun vom Verf. untersucht worden, ebenso Staub, den er selbst in der Nähe von Kiel aus auf freiem Felde gefallenen Schnee gewonnen. In dem Kryokonit fand Verf. als Hauptbestandtheil Quarz, dann Glimmer, ausserdem enthielt der Staub in geringeren Mengen und in der Reihenfolge ihrer Häufigkeit: Orthoklas, Plagioklas, Magnetit, Granat, Epidot, Hornblende 5 echt metallische Körner konnten unter dem Mikroskope nicht erkannt wer- den; neben den Mineralpartikeln fanden sich noch braune oder braungrüne Körperchen, unter denen mikroskopische Algen vermuthet wurden. Der Kryokonit von Grönland ist danach „ohne Zweifel ein äusserst feiner Detritus von quarz- und glimmerreichen Gesteinen, vielleicht also von einem feld- spatharmen Gneisse oder Glimmerschiefer. Der Feldspath kann zudem leicht und am ehesten verschwunden sein. Der Staub kann sonach ohne Zweifel von der Gneissregion der Küste Grönlands herstammen. Jedenfalls aber erscheint von Mineralien, die unzweifelhaft auf vulkanischen Ursprung bezogen werden könnten, z. B. Augit und Olivin, keine Spur. Ebensowenig aber, ausser dem ganz minimalen Gehalte au Eisen, sind andere Mineral- partikel vorhanden, die einen kosmischen, meteorischen Ursprung verriethen; im Gegentheil die weitaus vorherrschenden sind gerade solche , die in Meteoriten bis heute so gut wie unbekannt sind: Quarz und Glimmer"'. In dem Staube von Catania fand Verf. überwiegend thonige, quarzige und kalkige Partikel, Calcit und Gyps, untergeordnet Partikclckcn von metallischem Eisen und vereinzelt Plagioklas, Augit, Olivin und Mikroklin. Die Bestandteile der Staubmasse sind solche, deren Ursprung nicht ausser- halb Siciliens zu suchen ist, die zum Theil sogar, wie der Gyps, als echt sicilianisch gelten können. Als kosmische Körper können nur die der Menge nach ganz untergeordneten Eisenkörpereken angesprochen werden. In dem Staube von Kiel wurden durch den Magneten ausziehbare Partikel von metallischem Eisen oder Magnetit gefunden, ausserdem aber keine Spur solcher Mineralien, die auf einen nicht terrestrischen, kosmischen Ursprung verweisen könnten. Die Beobachtungen des Verf. an den verschiedenen aus der Atmosphäre niedergefallenen Staubmassen ergeben, dass Letztere fast ihrer ganzen Masse nach aus Mincralpartikclchcn bestehen, die eine Deutung als Detritus mehr oder weniger naheliegender Gesteine sehr wohl zulassen. Nur das metal- lische Eisen, und zwar stets, aber in ganz verschwindend geringerer Menge vorhanden, kann allenfalls als kosmisch gelten. Verf. ist aber der Ansicht, .gestützt auf das beobachtete terrestrische Vorkommen von gediegenem Bisen, dass die Gegenwart metallischen Eisens, auch wenn dasselbe kobalt- und nickclhaltig ist, den kosmischen Ursprung durchaus nicht beweise. Die kugeligen mikroskopischen Kicsclkömer im atmosphärischen Staube Diatomeen hält T. L. Phipson auf Grand vergleichender Untersuchungen für fossile staube? ' Diatomeen oder ähnliche Gebilde. 1 ) Regenmessung in verschiedenen Höhen. — In den Jahren 1878 ?88iingeu in vor- ') Agricoltorchem. Central«. IO. 1881. 194. Das. nach Chemie. News, "'m'.'i'u',',''''' 43. 1880. 28. 72 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. bis 1880 beobachtete A. Förster 1 ) während des Sommers und Herbstes 2 Regenmesser von gleicher Auffaugtiäche (1000 qcm), von denen der eine auf der Zinne eines viereckigen Thurmes in einer Höhe von 20 m, der andere auf der Terrasse vor dem Thurme in einer Höhe von 2 m über dem Boden aufgestellt war. Der Höhenunterschied betrug also 18 m. Die folgende Tabelle giebt die Resultate der Messungen: mengen in verschiede- nen Höhen 1878 1879 1880 2 m 20 ra °/ Ver- 2 m 20 in "/„Ver- 2 m 20 m o/ Ver- hoch hoch hältniss hoch hoch hältniss hoch hoch hältniss März — — — 22,8 20,7 108,43 9,8 8,7 105,06 April — — — 77,6 71,4 108,00 87,9 81,4 106,84 Mai — — — 105,4 98,7 110,39 24,9 22,5 112,65 Juni 88,3 85,6 106,25 77,8 70,9 112,51 141,0 130,7 110,67 Juli 86,0 81,3 106,59 173,4 162,2 109,16 110,1 103,0 110,05 August 140,1 133,3 107,10 106,0 96,0 110,48 144,05 132,65 109,33 Septbr. 50,0 47,8 108,20 98,9 87,1 114,02 81,85 75,15 110,60 Octbr. 84,7 80,3 105,49 82,7 72,9 109,86 176,3 161,6 109,86 Mittel 106,73 110,36 109,38 Man erkennt hieraus, dass der tiefere Regenmesser in obigem Falle im Monatsdurchschnitt 7 — 14°/ , im Jahresdurchschnitt 7 — 10% mehr Niederschlag sammelt, als der 18 m höher aufgestellte Regenmesser. Die von Strouhal 2 ) erzielten Ergebnisse vergleichender Beob- achtungen zwischen den Angaben eines im Hofe und eines auf dem Dache des physikalischen Instituts in Würzburg aufgestellten Regenmessers sind in folgender Uebersicht zusammengestellt: Hof Dach % Verhältniss Juli 28,1 26,5 106,04 August 45,7 42,5 107,53 September 59,5 57,7 103,12 October 138.2 128,1 107,88 Mittel 106,14 Die Resultate dieser Versuche stehen in Uebereinstimmung mit denen der oben und früher mitgetheilten Beobachtungen anderer Forscher. In gleicher Richtung wurden Beobachtungen von A. 0. Walker in Chester ausgeführt. 3 ) Der eine Regenmesser befand sich am Boden, der andere auf einem Thurme in 160' Höhe. Die Jahressummen des Regeu- falls waren: Am Boden A. d. Thurme Verhältniss % Verhältnis;- 1878 29,56" 16,91" 0,57 174,8 1879 30,04" 17,60" 0,59 170,7 Verf. hat zwei Regenmesser auf dem Thurme angebracht und be- merkt : Der Regenfall ist stets grösser auf der vom Winde abgewendeten Seite, d. h. auf der Ostseite, wenn der Wind von Westen kommt. ') Forschung, a. d. Gebiete d. Agriculturphysik. 1. Bd. 5. Hft. 1881. 470. Das. aus den „Jahrbücher des tellurischen Observatoriums iu Bern, llerausgegeb. von Prof. Dr. A. Forster. 1878. 1879. 1880." 2 ) Ibid. aus d. „Beobachtungen der meteorologischen Stationen im Königreich Bayern von v. Bczold und C. Lang. München, bei Theod. Ackermann, 1881." 3 ) Ztsclir. (1. Österreich. . London, 1880. Atmosphäre. ^Q Die angewöhnlich starken Niederschläge, welche in der Periode vom Aenderung 11. — 15. August 1880 in Oesterreich und den angrenzenden Staaten statt- drucke^bei hatten sind von J. Hann 1 ) zum Gegenstand einer Untersuchung im Betreff ^^*' 1U der Vertheilung und des Verhaltens der Gehiete starken Regens zu den Gebieten niedrigen Luftdruckes gemacht worden, nach welcher Verf. den Satz aufstellt: Eine Beziehung zwischen Barometer- Aen- derung und Regenfall lässt sich nicht constatiren, der Barometerfall hängt nicht in erster Linie vom Regenfall ab und wird überhaupt nicht merklich von letzterem beeinflusst. Dagegen beobachtete Marchand bei der meteorologischen Station auf Dasselbe, dem Verdunberge eine Aenderung des Luftdruckes bei atmosphä- rischen Niederschlägen, namentlich bei Nebel. Am 8. November — berichtet Ch. Andre 2 ) — war der Luftdruck auf dem Verdun hoch, die Temperatur in der Nähe von 0° und der Wind wehte mit geringer Ge- schwindigkeit. Ein dichter Nebel bedeckte das Massiv des Verdun, zer- streute sich in Intervallen um kurz darauf wieder zu erscheinen, aber zuweilen war er von ziemlich starken Regengüssen begleitet. Aus den gleichzeitigen Aufzeichnungen des registrirenden Barometers ergiebt sich, dass das Barometer sinkt, sowie der Begen beginnt. Dieses Sinken ist stets ein plötzliches, fast immer begleitet vom Verschwinden des Nebels und er- reicht zuweilen 2 mm, während das Steigen viel langsamer, gewöhnlich in Schüben erfolgt und begleitet ist von der Bildung eines Nebels von wechselnder Intensität, Andre erklärt die Verminderung des Luftdruckes durch die Verdünnung, welche durch das plötzliche Condensiren des Wasser- dampfs und das folgende Steigen durch das Zuströmen neuer gesättigter Luftmassen; dieses Zuströmen zeigt sich auch durch ein Steigen der Anemo- metercurve. Das Regenband im Sonnenspectrum. — Piazzi Smith 3 ) er- t ^ e ? e £- d kennt mit Hülfe des Spectroscops die Anhäufung von Wasserdampf in der das Suuneü- Atmosphäre, indem die dem Wasserdampfe zugeschriebenen schwarzen Linien spectrum. und grauen Bänder im rothen Ende des Spectrums unter sonst gleichen Umständen der Menge des in der Atmosphäre vorhandenen Wasserdampfs an Dunkelheit zunehmen. Einen gewissen Grad von Dunkelheit der be- treffenden zu einem „Regenbande" vereinigten Linien erachtet S. als eine Anzeige bald erfolgenden Niederschlags. „Denn dieses Ucbermaass von Dunkelheit zeigt so unfehlbar, als ob es am Himmel geschrieben stände, dass augenblicklich viel mehr Wasserdampf in der Atmosphäre ist. als sie noch länger suspendiren kann, es muss daher bald ein Niederschlag er- folgen." Nach von George Dincs ausgeführten Messungen schwankt die Grösse a ™ Bse der der Nebelbläschen zwischen 0,016 und 0,127 mm. Die grösseren Theilchen biäsohen. landen sich jedoch nur in sehr dichtem Nebel, den man wie Regen im Gesicht empfindet; hei leichtem Nebel und klarem Himmel aber demselben wurden nie grössere als 0.033 mm beobaebtet. Hiermit stimmen die An- gaben von Kämt/, gut, der die Grösse der Nebelbläschen nach den Monaten schwankend zwischen 0,014 und 0,035 mm gefunden. 1 ) ': her Naturforscher. I I. 1881. 4. ») n.i.i. it.;. :l ) Ztschr. (I. Österreich. Ges. f. Meteorol. 188*2. 22. .hm ' Der Naturforscher. 13. 1880. L9. ja Boden, Wasser, Atmosphäre, PflaDze, Dünger. wasserver- Uli te rsuch ungcn über d ic V erdun s tung freier Wasserflächen dun Tranf- u ' ulul über clie Transspir ation der Pflanzen. Zu Orleans angestellte spiration d. Beobachtungen von Fei. Masure. 1 ) Allgemeiner Gang der Verdunstung des freien Wassers. — Vom 6. August bis zum 15. November betrug die Menge des verdunsteten Wassers 183 mm. Die täglichen Mittel betrugen während der folgenden 14 Perioden: mm Witterung OB a 6.- -12. August 2,92 feucht n 12. -18. 55 4,10 trocken und stürmisch 19, —26. 3,20 warm und stürmisch 55 26. —31. » 2,64 schön , unterbrochen durch Regen 55 81. Aug. bis 6. Sept. 2,67 sehr schön 7, —15. September 1,96 bewölkt und regnerisch 55 15.- -22. 55 2,00 schön und ziemlich warm für die Periode 22, —30. 1,82 schön und ziemlich kalt 30. Sept. bis 7. Oct. 1,46 veränderlich, ziemlich warm }) 7. — 14. October 1,39 sehr schön und kalt 55 14. —22. 55 0,42 regnerisch und kalt 22, -30. 0,52 bewölkt, ziemlich wann 30. Oct. bis 6. Nov. 0,66 schön und kalt „ 6. —15. November 0,88 schön und trocken. Das Maximum (vom 12. — 18. Aug.) hei hiernach in eine durch hohe Temperatur und trockne, stürmische Witterung ausgezeichnete Periode. Von da an nahm die Verdunstung gleichzeitig mit der Temperatur ab, aber nicht proportional derselben, da die Luftfeuchtigkeit ebenfalls ihren Einfiuss geltend machte. Einfluss der Tageszeiten. Die Verdunstung betrug im Ganzen: 48,02 mm während der Morgenzeit, 101,32 „ „ ,, Abendzeit, 14,46 „ „ „ Nachtzeit, Die Resultate zeigen sehr deutlich den Einfluss der successiven Ein- wirkung der Insolation und der nächtlichen Strahlung. Die geringe Ver- dunstung während der Nacht kann unter Umständen gleich oder negativ werden, d. h. die verdunstete Wassermenge kann geringer ausfallen, als das in den Evaporimetern condensirte. Dies trifft ein in regnerischen Perioden, wenn die Luft sehr feucht ist. Diese Erscheinung der Uebersättigung der Luft macht sich auch zuweilen nach Sonnenuntergang bemerkbar und be- einflusst dann die Verdunstung während der Morgenstunden. Einfluss der Witterung auf die Wasserverdunstung. Tägliche Yorchmstiing Witterung .Morgens Abends Nachts Total mm mm mm mm Schönes Wetter, Himmel rein oder wenig bewölkt 5,34 11,45 1,94 18,73 Regnerisch, Himmel bewölkt . . 3,00 4,16 0,75 7,91 v ) Forschungen a. d. Gebiete der Agriculturphysik. 1881. 135 und Bieder- mann's Centralbl. f. Agriculturchemio. 1881. 505, nacli Annales agronomiques, 1880. t. VI. f. III. 441. Atmosphäre. i 75 Danach war die Verdunstimg während schöner Witterung im Vergleich zu der während der regnerischen Tage 2 — 3mal grösser. Abhängigkeit der Verdunstung von der Temperatur und dem Feuchtigkeitsgehalt der umgebenden Luft. — Um den Ein- fluss der Temperatur klar zu legen, wählte Verf. solche Perioden zum Vergleich aus, in welchen der Feuchtigkeitsgrad der Luft annähernd der gleiche war. Morgens 26. — 28. September 4.— 13. October „ 29. Sept. bis 3. Oct. „ 26.-29. August 8.-11. „ 19.— 22. „ Abends 17. — 18. September „ 19.— 22. August Luft- Temperatur- Ver- feuchtig- mittel dunstung keit mm 84 10,7 0,24 84 12,0 0,40 84 17,0 0,50 83 18,0 0,73 82 19,0 0,82 80 21,5 1,03 66 23,0 1,14 66 27,2 2,73 t zu zeigen, wur den Peri( war. Tem- Luft- Ver- peratur feuchtig- dunstung keit mm 17,6 75 0,93 17,7 79 0,62 17,0 89 0,38 17,2 91 0,25 21,0 81 1,04 20,5 59 2,34 wählt, in denen die Temperatur dieselbe war Morgens 1. — 5. September 10.— 16. „ 30. u. 31. August „ 23.-25. August Abends 23.-25. „ 6.-7. Die Verdunstung nimmt also mit der Temperatur zu und bei gleicher Temperatur ist die Verdunstung um so grösser, je geringer die relative Luftfeuchtigkeit ist. Hinsichtlich der Transspiration der Pflanzen spricht sich Verf. dahin aus, dass dieselbe ein complicirtes Phänomen sei, welches zum Theil den- selben physikalischen Einflüssen wie die Verdunstung des reinen Wassers unterlieg! und welches zum anderen Theil unter der Herrschaft der physio- logischen Kiiiftc des vegetativen Lebens notwendigerweise von diesen Ge- setzen abweicht, gemäss den Bedürfnissen der Pflanzen. Ueber den jährlichen Gang der Verdunstung in Russland. Von E. Stelling. 1 ) In Russland, das innerhalb seiner Grenzen Gegenden mit den verschiedensten klimatischen Verhältnissen umfasst, sind in den letzten Jahren Verdunstungsbeobachtungen mit ganz gleichen im physika- lischen Central - Observatorium geprüften Evaporimetern angestellt worden, denen auf allen Stationen eine möglichst gleichartige Aufstellung gegeben wurde. Die Ergebnisse dieser in der That vergleichbaren Beobachtungen sind von allgemeinem Interesse und linden deshalb in ihren Hauptsätzen liier Mittheilung. Ueber den jährlichen Gang der Verdunstung lassen sieh hiernach folgende allgemeine Regeln aufstellen: 1) Das Minimum der Verdunstung findet gleichzeitig mit dem Minimum der Temperatur um den Januar statt. ') Forschungen a. d. Gebiete der Agriculturphysik L881. 133. i^/> Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 2) Im ganzen europäischen Russland mit Ausnahme des Kaukasus, in Turkestan, den Wüstengegendcn um den Aral-See, im Ural und in Westsibirien tritt das Maximum der Verdunstung im Allgemeinen um den Juli ein. Während jedoch an den Küsten des Baltischen und Kaspischen Meeres, am Ural und in Westsibirien das Maximum zum Juni gezogen wird, erscheint es in den südrussischen Steppen zum August hin verschoben und wird im Kaukasus ganz bis zu diesem letzteren Monat zurückgedrängt. 3) Die Jahresamplitude der Verdunstung und damit der steilere oder sanftere Anstieg und Abfall der Curve hängt hauptsächlich von den Temperatur- und Feuchtigkeitsverhältnissen zur Zeit des Maximums der Verdunstung ab und wächst mit abnehmender Breite und conti- ncntalerer Lage. In nahezu derselben Weise, wie die Amplituden anwachsen, steigt auch die Grösse der mittleren Verdunstung. 4) Vom Minimum erhebt sich die Verdunstung erst langsam, dann rascher und wächst dann wieder langsam bis zum Maximum. In ähnlicher Weise findet die Abnahme vom Maximum zum Minimum statt, doch bildet das ostasiatische Monsungebiet eine Ausnahme, indem sich hier eine zweimalige Beschleunigung der Abnahme mit dazwischen ein- tretender Verlangsamung geltend macht. Den Uebergaug zu diesem Gebiet finden wir in Westsibirien, wo die Abnahme ziemlich gleich- massig erfolgt. 5) Das Maximum des Anwachsens findet im Allgemeinen vom April zum Mai statt, kurz nachdem die Verdunstung ihren mittleren Werth er- reicht hat. wasserver- Zur Lösung der Frage: wieviel Wasser verdunstet eine mit mengen h8 derP^ anzen bebaute Fläche von bestimmter Grösse im Vergleich pflanzen. zu den durch die a t m osp häris che n Niederschläge derselben zu- geführten Wassermengen hat E. Wollny in den Jahren 1879 und 1880 Versuche ausgeführt, bei denen fast alle landwirthschaftlichen Cultur- pfianzen zur Anwendung kamen und deren Ergebnisse Verf. in unten- folgenden Sätzen zusammenfasst. l ) Bezüglich der Einzelnheiten in Ausfüh- rung und Ergebnissen verweisen wir auf das Original. Die für Verdunstung und Niederschlag ermittelten Zahlen lassen deut- lich erkennen, dass in der Mehrzahl der Fälle die während der Vegeta- tionszeit gefallene Regenmenge zum Ersatz des Verdunstungsverlustes der mit landwirthschaftlichen Culturpfianzen bebauten Fläche ausreicht, und dass in denjenigen fidlen, in welchen die verdunstete Wassermenge grösser ist, als die gefallene Regenmenge, das dadurch entstandene Deficit durch die vor Beginn der Vegetation im Boden angehäufte Feuchtigkeit mehr als ge- deckt wird; dass die verdunsteten Wassermengen den durch die Nieder- schläge zugeführten sehr nahe stehen. Bei ver- Die Wasserverdunstung aus dem angebauten Boden ist um so grösser, B °stand? er je dichter die Pflanzen stehen, und das Verhältniss der Regenmenge zu dem dichte. Transspirationsverlust ist um so günstiger, je geringer die Dichtheit des Pflanzenstandes ist. Aus diesen beiden Sätzen ergeben sich die praktisch wichtigen Fol- gerungen : ') Forschungen a. d. Gebiete der Agriculturphysik 1881. 85, Atmosphäre. 77 1) class für die Wasserverbrauchsmengen unserer landwirtschaftlichen Culturgewächse die Dichtheit des Pflanzenstandes von massgebendstem Einfluss ist, und 2) dass auf allen Bodenarten, welche wegen ihrer physikalischen Be- schaffenheit geringe Mengen von Wasser enthalten, unter Umständen der Verdunstungsverlust bei übermässig engem Stande der Pflanzen durch das vor und während der Vegetation zugeführte atmosphärische Wasser nicht gedeckt wird, in Folge dessen die Pflanzen vor ihrer normalen Entwicklung vertrocknen. Die Wasserverdunstung der gedüngten Pflanzen ist eine bedeutend r>e Sg i. bei grössere, als der nicht gedüngten. Die Wasserverbrauchsmengen der landwirthschaftlichen Culturpflanzen nesgi. bei sind im Allgemeinen um so höher, je zeitiger die Saat erfolgte, und steigen Ter° Saat-" mit der Vegetationsdauer. ^ÄTS? 8 " Ueber die Wasserverbrauchsmengen unserer Forstbäume dauer - stellte Fr. v. Hoehnel im Jahre 1878 Untersuchungen an, über welche im Jahrg. 1879 d. Ber., S. 86 ausführlicher berichtet wurde. Verf. setzte im folgenden Jahre diese Versuche in grösserem Maasstabe fort, 1 ) welche zu demselben Ergebniss führten, dass nämlich die Versuchspflanzen trotz den ausserordentlich günstigen Transspirationsbedingungen, bedeutend weniger Wasser verbrauchten, als ihnen zu gleicher Zeit durch den auf sie ent- fallenden Regen geboten worden wäre, indem selbst die anspruchsvollsten Pflanzen nicht die Hälfte der Regenmenge verbrauchten. Berechnet man die mittleren Transspirationsgrössen der einzelnen Baumarten, indem man hierbei auch auf die Schatten-, Halbschatten und Sonnenpflanzen Rücksicht nimmt, so erhält man im Durchschnitt folgende Zahlen: p. 100 g Lufttrockengewieht aller d. Schatten- d. Halbschatten- (1. Sonnen- Exemplare Exemplare Exemplare Exemplare Laubhölzer 78 900 94 350 88 783 62 683 Immergrüne Nadelhölzer . 13 488 13 289 16 383 12 281 Lärche 114 868 104 407 125 310 Die Laubhölzer verbrauchten hiernach bedeutend mehr Wasser pro 100 g Lufttrockengewicht, als die immergrünen Coniferen-, die Lärche da- gegen gehört jedenfalls zu denjenigen unserer Holzgewächse, die am stärksten transspiriren. Die Sonnenpflanzen transspirirten relativ am schwächsten; im Jahre 1878 ergab sich hingegen ein Ueberschuss zu Gunsten der Sonnenpflanzen, ca. 10 °/o. Die Ursache dieser verschiedenen Ergebnisse liegt einfacher Weise in den Witterungsvcrhältnisscn. Je relativ länger es regnet, je an- haltender der Himmel bewölkl ist, desto mehr muss der Unterschied im Ver- halten von Sonnen- und Schattenpflanzen ausgeglichen werden. Daher 1878 der geringe Transspirationsuntcrschicd zwischen deu Sonnen- und Schatten- pflanzen. Dauer des Sonnenscheins. Ueber die hierüber in der meteorol. Dauer de« Oentralanstalt in Wien angestellten Beobachtungen berichtel J. M. Pernt- ^heimi. uer. 8 ) Dieselben worden mit dem von Campbell construirten Sonnenschein- M Forschungen a. d Gebiete der Agriculturphysik 1881. 85. a ) Ztschr. d. osterreich. Ges. f. Meteorol. 16. 1881. 8. i~o Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Autograph (Sunshine-Rccorder) in den Monaten April — September 1880 auf der Plattform des Beobachtungsturmes der Centralanstalt ausgeführt, Die nachfolgende Tabelle enthält die Summen des Sonnenscheins während der sechs Monate für die einzelnen Tagesstunden. Die letzte senkrechte Reihe giebt die mittlere Dauer für die gleichen Stunden in allen sechs Monaten zusammengenommen. Die Zahlen bedeuten Stunden und Zehntel der Stunden. Stunden April Mai Juni Juli Aug. Sept. Mittel 4 — 5 h — 0,7 3,5 4,4 — — 1,4 5-6 0,0 8,3 12,6 17,2 5,8 0,2 7,3 6-7 1,4 11,8 14,4 20,2 13,7 4,2 10,8 7-8 1,0 9,0 13,6 21,4 16,8 10,8 12,1 8—9 12,9 9,4 13,5 23,1 16,6 15,1 15,1 9—10 15,4 12,8 18,8 24,6 16,2 17,6 17,6 10—11 17,3 9,9 16,8 26,3 18,7 18.9 18,0 11 — 12 16,3 12,1 17,5 26,5 21,1 19,6 18,8 12-1 16,6 10,7 15,4 25,3 21,1 19,0 17,7 1-2 17,2 12,2 19,5 26,6 20,5 19,7 19,3 2—3 17,6 10,6 16,8 23,9 20,1 21,4 18,4 3—4 14,1 11,7 17,3 24,5 18,8 17,3 17,4 4—5 10,5 11,6 14,9 22,0 15,5 11,4 14,3 5—6 5,7 9,7 14,1 20,2 12,5 5,4 11,3 6—7 0,6 9,6 10,5 13,7 3,8 0,5 6,4 7—8 — 1,5 3,9 2,2 — — 1,3 Summe d. Sonnsch.-Dauer 146,6 151,6 223,1 322,1 221,2 181,1 Stunden Mittlere Tagesdauer . . 13,7 h 15,2 16,0 15,6 14,2 12,6 Sonnsch.-Dauer in Proc. 1 ) 35,7 32,2 46,5 66,7 50,3 48,0 „ Die Mittelzahlen lassen eine Verminderung der Sonnenscheinsdauer zwischen 12 und l h erkennen, die sich nicht nur im Mittel aller sechs, sondern auch mit Ausnahme des April in jedem einzelnen Monat zeigt. Es scheint diese Verminderung eine Eigenthümlichkeit des Wiener Klimas zu sein. 2 ) Im Allgemeinen hat der Nachmittag mehr Sonnenschein als der Vor- mittag. Nach den Procentzahlen ist der Mai der an Sonnenschein ärmste, der Juli der daran reichste gewesen. Dauer des Dauer des Sonnenscheins. — Aus vierjährigen Beobachtungen mit den Sonnenschein- Autographen, welche zu Greenwich ausgeführt wurden und über" welche Ellis berichtet, 3 ) gehen folgende Procentzahlen (wirkl. Dauer in Proc. der möglichen Dauer) hervor: Jan. Febr. März April Mai Juni Juli Aug. Sept. Oct. Nov. Dec. Jahr 11 14 28 26 23 39 33 37 30 25 17 8 26% Der tägliche Gang im Jahresmittel weist eine auffallende Symmetrie zu beiden Seiten des Mittags auf, nur die Abendstunden zeigen einen Ueber- Sonnen Scheins *) Wirkliche Sonnenscheinsdauer in Procenten der möglichen Sonnenscheins- dauer. ' 2 ) Nach der Redact. d. östr. Ztschr. liegt der Grand für diese Erscheinung möglicherweise darin, dass in diesem Meridiane die Sonne gerade über der Rauch- und Dunstmasse der Stadt sich befindet, welcher wenigstens bei windstiller Witte- rung ein solcher Effect wohl zugeschrieben werden könnte. 8 ) Ztschr. d. österr. Ges. f. Meteorol. 16. 1881. .'57. Daselbst nach Quarterly Journal of Meteorological Society, Juli, 1880. 126, Atmosphäre, 79 schuss gegen die Morgenstunden, so dass im Jahresmittel ein deutliches Mehr an Sonnenschein für den Nachmittag sich herausstellt. Im Einzelnen ergiebt sich, dass acht Monate mehr Sonnenschein des Nachmittags und vier Monate mehr des Vormittags ausweisen. In den einzelnen Jahreszeiten ist der tägliche Gang: im Sommer entsprechend dem aus dem Jahresmittel; im Winter zeigt sich das Maximum zwischen 12 und l h , im Herbste zwischen 2 und 3 h , während im Frühling wieder symmetrische Yertheilung vorwaltet. Aus obigen Procentzahlen ersieht man, dass das Minimum und zwar ein sehr tiefes auf den December fällt, während das Maximum im Juni auf- tritt. Das Jahresmittel zeigt, dass in Greenwich die Dauer des Sonnen- scheins wenig mehr als ein Viertel der möglichen beträgt. Theilt man das Jahr in zwei Hälften vom Wintersolstitium zum Sommersolstitium, so er- giebt sich für die Periode Juni bis December eine bedeutend grössere Sonnenscheindauer als für die Periode December bis Juni. Aus den meteorologischen Beobachtungen, welche an der Sternwarte Bewölkung zu Prag in der Zeit von 1840 bis 1877 angestellt worden, hat A. Augu- u ' r It.™ pe * stin den Einfluss der Bewölkung auf den täglichen Gang der Temperatur festzustellen gesucht. 1 ) Er kommt zu dem allgemeinen Schluss, dass bei andauernder Heiterkeit des Himmels der Winter um etwa 5 ° kälter, der Sommer um 2 — 3 ° wärmer, bei andauernder Bedeckung des Himmels dagegen der Winter um !/ 2 — 1 ° wärmer, der Sommer um 3 — 4 ° kälter wäre, als der mittlere Winter und der mittlere Sommer. Ein das ganze Jahr vorherrschende Heiterkeit des Himmels hätte ein fast gleiches Jahresmittel der Temperatur, wie eine vorherrschende Bewölkung des Him- mels zur Folge, das aber um etwa 1 ° kleiner wäre als das vieljährige Mittel. Um die öfter beobachtete Erscheinung einer Temperatur-Zunahme mit der Höhe näher zu studiren, hat Ch. Andre 2 ) Ende des Sommers 1880 auf halber Höhe des Verdun-Berges , in der Höhe von etwa 460 m, zwei Stationen für Temperaturmessung eingerichtet, eine am Nordabhang, die andere am Südabhang. Es standen dadurch thermometrische Stationen in verschiedenen Höhen zu Gebote, nämlich der Park in 170 m Höhe, St. Genis in 285 m Höhe, Verdun Nordabhang und Südabhang in 460 m Höhe und Verdun Gipfel 625 m Höhe. Verf. hat bereits einige Fälle der Temperaturumkehr (Wärmezunahme) mit der Höhe beobachtet, so in den 3 Nächten vom 23. bis 26. November und den dazwischen liegenden Tagen. Minima. Novemb. Park St. Genis Verdun halbe Höho Gipfel des Nord Süd Verdun 23/24. +0,9 ° 4-2,6 ° +3,7 ° +3,8° +2,6 24/25. +0,5 ° +5,0« +7,5 +6,4 +7,4 +6,4° 25/26. -0,4° +6,8 o + 6 > 8 ° +6,0° Maxima. 24. - 9,6° +10,6 o — — +11,4° 25. -16,5° +14,7 — +12,6° 4-12,0° 26. -14,1° 4-14,10 — J ) Der Naturforscher. 13. 1880. 377. Nach Sitzungsberichte der böhmischen Gesellschaft der Wissenschaften zu Prag 188«). S. A. ") Der Naturforscher 14. 1881. No.4. 33. Das. nach Compt. read. 91. 927, Q(\ Boden, Wasser, Atmosphäre, PHauze, Dünger. Für diese Nächte waren die Minima: , T , a. d. Puy-de Dom in Briancon November U J ? m my m 23/24. —2,0° — 2,3° 24/25. +2,0° —15,3° 25/26. +3,0° —15,0° Ein Strom warmer Luft von einer Mächtigkeit von etwa 250 m war demnach in den fraglichen Nächten in sehr geringem Abstände vom Boden zwischengeschaltet zwischen zwei kälteren Luftschichten. Zuweilen war die Vertheilung der Temperaturen eine ganz andere, z. B. : Nachtminima Park St. Genis halbe Höbe Verdun Verdun Briancon 24/25. Aug. . . . + 12 > 8 + 9 : 8 10/11. September . -fl3,4 -f" 11 » 5 25/20. „ . -j ■ 8,4 -f 7 > G 30. Nov. bis 1. Dec - 1,7 — 1,0 Nord Süd Gipfel 14,1 +13,4 ■17,7 +15,5 +14,7 f- 8,4 -10.1 +10,7 12,7 +11,4 9,9 + 8,8 0,5 + 1,5 f- 3,3 — 0,2 In diesen Nächten hat danach die Temperatur abgenommen vom Park bis nach St. Genis, um dann mit der Höhe zuzunehmen bis zum Gipfel des Verdun und dann wieder abzunehmen. Aus diesen Thatsachen folgt, dass auf ein und derselben Vertikalen (die 3 Stationen in eine Vertikale gedacht) die Vertheilung der Temperatur bis zu einer bestimmten Höhe absolut unbestimmt ist, indem warme und kalte Luftströmungen von geringer Mächtigkeit sich übereinander lagern in den unteren Schichten der Atmosphäre. (Dass auch in grösserer Höhe über der Erde wärmere und kältere Luftschichten abwechseln, zeigen die Beobachtungen von L. Tridon, welche derselbe bei einer Luftballonfahrt machte. *) D. Ref.) co 2 d. Luft Ueber die Absorption der Sonnenstrahlung durch die Tonnen- Kohlensäure der Atmosphäre. Von Lech er. 2 ) — Mittelst besonders Strahlung, eingerichteten Apparaten, welche Verf. zu mehreren Beobachtungsreihen im Freien anwendete, beobachtete derselbe, dass Kohlensäure eine bedeutende Absorption auf die Wärmestrahlen der Sonne ausübe und zwar 13%, wenn die Sonne am höchsten stand in 1,05 m. Mit sinkender Sonne nahm die Absorption sehr stark ab und war bei sehr niedrigem Stand der Sonne kaum mehr merklich. Daraus folgt erstens, dass die Sonnenstrahlen schon in der Atmosphäre einer Absorption durch CO2 unterlagen, da ja die COs der Röhre des Apparats eine um so geringere Absorption ausübte, je länger der Weg der Sonnenstrahlen durch die CO2 der Atmosphäre war; zweitens, dass die CO2 der Atmosphäre jedenfalls hinreicht, um die ganze Absorption der Wärmestrahlen in der Atmosphäre zu erklären. Denn da etwa 0,03 °/o COs in der Atmosphäre vorhanden sind, so berechnet sich die in der Ze- nithhöhe der Atmosphäre vorhandene (auf Atmosphärendruck reducirte) Schichte CO2 auf 2,4 m, die jedenfalls 26% der Sonnenstrahlung absorbiren werden, da selbst 1,05 m CO2 hinter ihnen eingeschaltet, noch eine Ab- sorption von 13% crc. ergiebt. Die durch die pyrheliometrischen Messungen erwiesene Absorption beträgt aber gerade crc. 26%. Verf. ist der Ansicht, auf dem Wege seiner Methode den Kohlensäure- !) Dies. Jahresber. 1879. 86. B ) Ztschr. d. österr. Ges. f. Meteorologie 1881. 270. Das. nach Sitzb. d. k. Acad. d. Wiss. Nov. 1880. Atmosphäre. gj gehalt der Atmosphäre genauer bestimmen zu können, als durch die che- mische Analyse, sowie die Frage lösen zu können, ob der Kohlensäuregehalt der Atmosphäre mit der Höhe zunehme. Phänologische Beobachtungen von H. Hildebrand Hilde- Pnäno- logische brandsson. x ) Verf. giebt in einer Abhandlung der Annalen des schwedisch. neob- meteorologischen Central -Bureaus eine gedrängte Uebersicht der Resultate ac,,Uui ^ eu - der von ihm inaugurirten phänologischen Beobachtungen in Schweden, der wir nach der citirt. Ztschr. Folgendes entnehmen: Breite und Seehöhe sind die beiden Momente, von denen die Ge- schwindigkeit des Fortschreitens der einzelnen Phänomene abhängig ist, Da die Stationen der (schwedischen) Ostküste fast alle die gleiche Seehöhe haben, so kann man aus den vorliegenden Karten leicht die Zeit berechnen, welche jede Erscheinung bedarf, um 1° Breite nach Norden hinauf vorzurücken. So fand Verf.: Zahl der Tage, die zum Phänomen : Vorrücken um 1 ° Br. nothwondig Aufgang des Eises 6,0 Blüthe der Pflanzen des April in Scauie 2 ) . . 4,3 ,, „ „ „ Mai „ „ . . 2,3 Belaubung der Pflanzen des Juni in Scanie . . 1,5 „ Juli „ „ . . 0,5 Belaubung 2,3 Fruchtreife, allgemeines Mittel 1,5 Blattfall 2,3 Zufrieren der Seen und Flüsse 5,1 Die erwähnten Erscheinungen schreiten am langsamsten vor im Früh- linge und Herbst, und haben im Sommer das Maximum ihrer Geschwindig- keit. Dies stimmt mit den Resultaten im Allgemeinen überein, die F ritsch für Oesterreich gefunden. Die Pflanzen, die in Wien im April blühen, brauchen 3,1 Tage, die des Mai 2,7 und jene des Juni 2,5 Tage, um 1° Breite vorzuschreiteu. Der Unterschied gegen Schweden erklärt sich durch den Umstand, dass der Tag immer länger wird, je mehr man sich dem Polarkreis nähert. Der Sommer wird zwar nach Norden immer kürzer, aber nichl in demselben Masse kälter. Im Innern Lapplands steigt die Temperatur im Sommer zuweilen auf 30° und die Reisenden leiden daher öfter unter andauernder Hitze, welche durch die Kühle der Nacht nicht unterbrochen wird. Da aber der Sommer in Lappland nur 2 Monate, ja zuweilen nur ß Wochen dauert, so kann die Cultur der Cerealien im All- gemeinen nicht reussiren, denn Frühling und Herbst zählen nur einige Tage Gerste isl das einzige Saatkorn, welches zuweilen eine Ernte giebt. Im Süden Schwedens vergehen 100 Tage zwischen Aussaat und Ernte, in Lappland gentigen 89 Tage. Auch die Ankunft der Vögel zeigt ein ähnliches Verhallen wie die Bluthezeiten, sie schreitet mit zunehmender Wärme rascher nach Norden fort. Die Temperatur zu Balmstadl ist: | 1" 2<> 3° 4° 5° 6° 7° 8° 9° am 1!). .März 25. März 2. Apr. 8. Apr. 14. Apr. 20. Apr. 25. Apr. 2 Mai 7. Mai ') /(sehr. d. österr. Ges. f. Meteorologie 1881. 266. -) Südlichster Theil Schwedens zwischen Sund und Baltischem Meer. 6 logisches. g2 Boclon, Wasser, Atmosphäro, Pflanze, Dünger. und schreitet um 1 ° Br. nach N vor in Tagen 4,2 4,1 3,9 3,8 3,7 3,4 3,2 3,0 2,8 Die Zahl der Tage, welche die Vögel, die im März, April und Mai im südlichen Schweden ankommen, brauchen, um 1° Br. zurückzulegen, ist folgende. Daneben steht die Zahl der Tage, welche die Isothermen be- dürfen, um 1° zurückzulegen. Monat Vögel Temperatur März .... 5,7 4,1 April .... 3,4 3,6 Mai .... 2,6 2,9 Aus dem Vergleiche des Eintretens gewisser Phänome nach den Auf- zeichnungen im vorigen und in diesem Jahrhundert kommt Verf. zu dorn Resultat, dass eine Aenderung des Klima's sich nicht constatiren lässt, zu welchem Schlüsse auch P. la Cour aus dem meteorologischen Tagebuche des Tycho de Brahe aus dem 16. Jahrhundert gekommen ist. PMno- In einer anderen Untersuchung zeigt derselbe Verf., 1 ) dass die Ver- schiebung der Isothermen im Frühjahr im Norden Europa's nicht überall dieselbe ist, wie an der Ostküste Schwedens. Er berechnete die Zeit, welche jeder Temperaturgrad bedarf, um sich einerseits von Bornholm bis Haparanda, andererseits von Astrakhan bis Arkhangel zu verschieben, und fand folgende Ziffern: T Von Bornliolm Von Astrakhan lemperatur bis Haparanda bis Arkhangel 0° 50 Tage 41 Tage 3° 39 „ 45 „ 6° 33 „ 45 „ 9° 23 „ 46 „ 12° 12 „ 47 „ Man sieht, dass in Schweden mit der Temperatur die Geschwindigkeit des Vorrückens wächst, während sie in Russland fast constant bleibt. J. Liznar: Beziehungen der täglichen und jährlichen Temperatur- Schwankungen zu den Sonnenfleckenperioden. (Der Naturforscher. 14. 1881. 129.) R. Billwiller: Die verticale Vertheilung der Temperatur in den Luft- druck-Maxima. (Ebendas. 157.) H. Wild: Beziehungen zwischen den Isobaren und den Isanomalen der Temperatur. (Ebendas. 185.) Herrn. Ziemer: Ueber die grössten Regenmengen eines Tages. (Eben- das. 261.) J. Hanu: Ueber den täglichen Gang der Temperatur, der Feuchtigkeit, des Regens und der Bewölkung in Wien. (Ebendas. 285.) van Bebber: Geographische Vertheilung und Bewegung der baro- metrischen Minima über Nordwest- und Mittel-Europa. (Ebendas. 313.) C. Christoni: Ueber die Bildung des Thau's. (Ebendas. 425.) J. Perntner: Der jährliche und tägliche Gang des Luftdruckes auf Berggipfeln und in Gebirgsthälern. (Ebendas. 473.) J. B. Lawes und J. H. Gilbert: Unser Klima und unsere Weizen- ernten. (Journal of the Royal agriculture Soc. of Engl. 1880. 16. 1 P.) (Forsch, d. Agricult.-Physik 1881. 112.) ') Ibid. 341. Atmosphäre. gg J. B. Lawes und J. H. Gilbert: Einfluss der Witterung auf die Production von Heu. (Philos. Trans, of the Royal Soc. Part. I. 1880. 390 bis 405.) (Forsch, d. Agricult.-Physik 1881. 125.) G. von Wex: Ucber die Wasserabnahme in den Quellen, Flüssen und Strömen bei gleichzeitiger Steigerung der Hochwässer in den Culturländern. (Ztschr. d. Österreich. Architecten- und Ingenieur -Vereins 1879.) (Forsch. d. Agricult.-Physik 1881. 129.) K. V. Riecke: Die Hagelschläge und Hagelbeschädigungen in Würt- temberg während der fünfzig Jahre 1828 — 77. (Württemb. Jahrbücher 1877.) (Ebendas. 144.) *) W. Holtz: Ueber die Zunahme der Blitzgefahr und ihre vermutlichen Ursachen auf Grund zahlreicher Mittheilungen aus Deutschland, Oesterreich und der Schweiz. (Ztschr. d. österr. Gesellsch. f. Meteorologie 1881. 222. [Das. nach Ann. d. Physik. N. F. Bd. 11. Heft 4. Leipzig.]) Aitken: Ueber den Einfluss des Staubes auf die Wolkenbildung. (Ebendas. 205.) J. H. L. Flögel: Untersuchungen über den eisenhaltigen Staub im Schnee. (Ebendas. 321.) Gustav Hell mann bespricht die im atlantischen Ocean in der Höhe der Capverdischen Inseln häufig vorkommenden Staubfälle. (Ebendas. 302.) Howard: Ueher die Abhängigkeit des Niederschlags von der Höbe des Regenmessers über dem Boden. (Ebendas. 522.) J. Hann: Einige Bemerkungen zur Frage über eine directere Nutz- barmachung der meteorologischen Beobachtungen für die Bodencultur. (Eben- das. 461.) G. Cantoni: Ueber Agrarmeteorologie. (Meteorologica Italiana. I — V. Roma, 1879.) G. Cantoni: Meteorologische Beobachtungen zum Zweck der Agrar- meteorologie. (Ebendas.) EL Hoffmann: Phänologische Beobachtungen in Giessen: Ueber ther- mische Constanten der Vegetation. (Ber. d. Oberhess. Gesellsch. f. Natur- u. Heilkunde. 19. 1880. 114 u. 170.) Theodor Langer: Welche Art der Thermometcraufstellung entspricht den Temperaturverhältnissen jener Luft am meisten, von welcher die Vege- tation umspült wird? (Forschungen a. d. Gebiete der Agricultur-Pbysik. 4. 1880. 261.) E. Wollny: Bericht über die Verhandlungen und Ergebnisse der inter- nationalen Conferenz für land- und forstwirtschaftliche Meteorologie, abgeh. in Wien 6.-9. Sept. 1880. (Ebendas. 277.) Literatur. Dr. Alex. Supan: Statistik der unteren Luftströmungen. Mit 4 Karten und 11 Holzschnitten. Leipzig, 1881. .1. ('. Houzeau et A. Lancaster: 1'raite* äementaire de Meteorologie. Mons, 1880. Dr. Paul Schreiber: Die Witterung in Kuropa und seiner Umgebung. Halle a. (1. s. bei S. <;. Schwetschke. Preussische Statistik. I.1X. Ergebnisse der meteorologischen Beobachtungen im Jahr 1880. Veröffentlicht vom Kgl. Preuss. meteorolog. Institut. x ) Ueber die Hagelbeschädigungen in Württemberg berichtete in gleicherweise <;. Wilhelm. Siehe d. Jahresber. 1875/70. I. 111. g4 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Gustav Hellmann: Uebet die im atlantischen Ocean in der Höhe der Cap- vordischen Inseln häufig vorkommenden Stanbtallc. Monatsberichte der Berliner Academie vom 9. Mai 1878. Mit einer Karte. Dr. Chr. A. Vogler: Graphische Barometertafeln zur Bestimmung von Höhen- unterschieden durch eine blosse Subfraction, entworfen von II. Feld. Braunschweig bei Vieweg u. Sohn, 1880. Dr. Franz v. Czerny: Die Veränderlichkeit des Klima's und ihre Ursachen. Wien, Pest, Leipzig bei A. Hartlcben, 1881. G. Karsten: Gemeinfassliche Bemerkungen über die Electricität des Gewitters und die Wirkung des Blitzableiters. Kiel, 1880. 3. Aufl. G. Hell mann: Organisation des meteorologischen Dienstes in den Hauptstaaten Europa's. Berlin, 1880. II. Theil. J. 11. Lorenz von Liburnau: Uebersicht der neuesten Arbeiten und Publi- ca tionen über die Beziehungen zwischen Wald und Klima. Wien, 1880. Faesy u. Frick. Die Pflanze. Chornische Zusammensetzung der Pflanze. (Pflanzenchemie.) Referent: E. v. Gerichten. I. Wachs, Fette. Gehalt der Pflanzenfette an freien Fettsäuren, v. Rechen- berg. 1 ) Verf. gelangt zu dem Resultate: Die Fette der Oelsamen ebenso wie die in den thieriseben Fettgeweben abgelagerten Fette sind Neutralfette und enthalten nur Spuren freier niebt flüchtiger und flüchtiger Fettsäuren, welche die Uebergangs- resp. Zersetzungsstufen der Neutralfette repräsen- tiren. Verf. hat die freie Säure in den Petroleumätherauszügen der Samen direct aeidimetrisch bestimmt und giebt in folgender Tabelle eine Zusammen- stellung .seiner Resultate. Die Zahlen drücken die Kalihydratmenge aus, welche 100 g Fett zu neutralisiren vermögen. Rübsen, Brassica rapa . . Raps, Brassica napus . . . Leindotter, Camelina sativa Lein, Linum usitatissimum . Oelrettig, Raphanus sativus chin Mohn, Papaver < blauer somniferum . \ weisser ^0,913/ 1 und 2 sind unreif geerntete Samen. Die abgeschnittenen Pflanzen wurden 2—5 Tage zum Trocknen gelegt, bis die Samen eben eutbülst werden konnten, dann zur Hälfte sofort in Untersuchung genommen, deren Resultate Reihe 1 angiebt, während die andere Hälfte, Reihe 2, in offener Schale aufbewahrt, 3 — 4 Wochen später zusammen mit den Samen der Reihe 3 untersucht wurde. Letztere waren im Zustande der Gelbreife geerntet und ausgedroschen , nachdem sie auf dem Felde die volle Reife erlangt hatten. Ausgenommen hiervon sind die beiden Mohnvarietäten, diesjährig vor- jährig 5 — 7 über jährig 10 jährig 1 2 3. 0,133 2,137 2,070 0,074 0,138 0,445 0,036 0,032 0,324 0,053 0,087 0,087 0,313 0,167 0,205 — 0,542 — 0,676 — 0,425 — — — 0,142 /0,743\ 0,557 — 2.58 — 2,06 ') Berl. Ber. 14. 2216. Pflanze. Kohlenhydrate. 85 welche bis zur Todreife auf dem Felde standen. In Folge andauernd nasser Witterung hatte ein Theil von ihnen, und zwar vom weissen Mohn mehr, als vom blauen, schon geringe Keime getrieben, deren Entfernung nur un- vollständig gelang. Wachs und butterartige Substanz vom Epicarpium der Olivenfrucht. E. Mingioli. J ) Aus dem ätherischen Auszuge des Epi- carps der Olive fällt Schwefelkohlenstoff eine Masse, welche an heissen Alkohol eine beim Erkalten sich daraus pulverig abscheidende Substanz ab- giebt, während ein Theil ungelöst bleibt. Der in Alkohol übergehende Theil ist eine in Aether, Chloroform, Benzol und Terpentinöl leicht, in Alkohol schwer lösliches, in Schwefelkohlenstoff unlösliches Wachs vom Schmelz- punkt 98—100°, die zurückbleibende Substanz ist ein butterweiches, leicht verharzendes, iu 300 Theilen Alkohol lösliches Fett. Madia-Oel 2 ) aus Madia sativa wird als goldgelbes Oel beim Aus- pressen des Samens der Pflanze erhalten. Es besteht aus einer festen und einer flüssigen Säure. Letztere soll der Oelsäure ähnlich sein. 2. Kohlenhydrate. Ueber das Hexylen aus Mann it. J. J. Domac. 3 ) Das Hexylen aus Mannit liefert mit allen Oxydationsmitteln normale Buttersäure und Essigsäure. Der aus dem Additionsproducte der unterchlorigen Säure ge- wonnene Hexylalkohol giebt, ebenso wie der aus dem Hexyljodür direct dargestellte, bei seiner Oxydation ebenfalls Buttersäure und Essigsäure. Beide Alkohole (aus Hexylen und aus ^-Hexyljodür) sind also identisch, zu- mal sie auch gleichen Siedepunkt zeigen. Das /?-Hexyljodür zeigt bei der V. Meyerschen Reaction das für die seeundären Jodide charakteristische Verhalten. Verf. schliesst daraus, dass dem Hexylen aus Mannit eine nor- male Constitution zukommt. Im Hexyljodür aus Mannit ist das Jod an das zweite Kohlenstoffatom der Kette gebunden, und für das daraus resultirendc Hexylen wird demnach die aufgelöste Formel endgiltig: CH3 — CH2 — CH2 — CH = CH — CH3 zu schreiben sein Ueber die Producte der Oxydation des Mannits mit über- mangansaurem Kali in alkalischer Lösung. Ö. Hecht u. Fr. Iwig. 4 ) Bei der Oxydation des Mannits mit übermangansaurem Kali in alkalischer Lösung werden gebildet: Ameisensäure, Oxalsäure, wenig Weinsäure, ein Fehling'sche Lösung leicht reducirender Zucker. Eine dreibasischc Säure (wie sie Pabst erhalten haben wollte, Compt. rend. 91. 728) konnte nicht nachgewiesen werden. Ueber ein neues Kohlehydrat, E. Morelle. 5 ) Aus Bcrgcnia sibirica wurde eine Bcrgenit genannte Substanz dargestellt, die in kleinen, ortborhombischen Krystallen krystallisirt, bitter schmeckt, nach links drehl (a) D = — 51°,36, wenig in kaltem Wasser und Alkohol, leichter darin in der Hitze löslich ist, die Zusammensetzung CsHioOs -I-H2O, das spec. Gewicht 1,5445 besitzt, bei 130° in ihrem Krystallwasser schmilzt, dann allmälig wieder fest wird und sich bei 230° zersetzt. Durch Säuren wird J ) Gazz. chim. it. 1HS1. 496. Berl. Hör 15. 381. -) Arcli. (1 Pharm. IHHl. II. 460; aus News RemedieB. :; ) Monatsh. f. Ch. 1NH1. 309. M Berl. Ber. 14. 1760. 6 ) Compt. rend. 03. ) Ztschr. !'. phys. Ch. V. 127. Berl. Ber. 14. 2694. H ) Berl. Ber. 14. 1647. 9 ) Ibid. 1651, ÖQ Boden, Wasser, A-tmosphäro, Pflanze, Dünger. Ucbcr den Einfluss diastatischer Fermente auf Stärke, Dextrin und Maltose, v. Mchring. r ) Verf. zieht aus seinen Versuchen folgende Schlüsse: Aus Stärke bildet sich unter dem Einfluss von Speichel oder Diastase anfangs ausser Dextrin nur Maltose. Bei längerer Einwirkung dieser Fermente tritt als seeundäres Product, d. h. durch Spaltung von Maltose, Traubenzucker auf. Maltose wird in kürzerer Zeit (ca. 2 Stunden) weder durch Speichel noch durch Diastase merklieb verändert. Sowohl Speichel wie Malzferment verwandeln bei langer Einwirkung Maltose in Traubenzucker. Weder hei der Fäulniss noch bei der Gährung von Maltose lässt sieh Glycose nachweisen. Bei der Einwirkung von Diastase oder Speiche] auf Amylum entstehen zwei verschiedene Dextrine, von denen das eine durch genannte Fermente, angegriffen wird, das andere nicht. Lässt man Speichel oder Malzferment auf das Dextrin, welches durch Fenne nie verändert wird, einwirken, so entsteht Maltose und als seeundäres Product Traubenzucker. Einige Versuche mit Maltose. H. Yoshida, 2 ) Aus Arne, einem japanischen Reissextract, entsprechend unserem Malzextract, in welchem 45 — 75 °/o Maltose vorhanden sind, wurde letztere auf bekannte Weise darge- stellt. Das gewonnene Präparat besass ein speeif. Drehungsvermögen (a)j = 150,25. Bei der Oxydation mit Fehling's Lösung wurden 5,81 Moleküle Kupferoxyd auf 1 Mol. Maltose verbraucht. Durch Einwirkung von Salpeter- säure konnte aus Maltose Zuckersäure, mittelst Chlor iu wässriger Lösung Gluconsäure gewonnen werden. — Durch Erhitzen von Essigsäureanhydrid, Eisessig und Maltose auf 110° C. und Fällen der alkoholischen Lösung durch Aether wurde ein Körper erhalten, dessen Analyse einigermassen auf Monacetylmaltosc zu deuten schien. Bemerkungen über „einige Experimente mit Maltose von Yoshida" von J. Steiner. 3 ) Verf. weist darauf hin, dass sich die An- gaben Yoshida's bezüglich der spec. Drehung der Maltose und ihrer Wirkung auf alkalische Kupferlösung auf krystallisirte Maltose beziehen. Zur Kenntniss der Maltose. E. Külz. 4 ) Zwei Analysen von Maltose, welche aus Glycogen durch Fermentwirkung gewonnen war, führen t'iir die Maltose zu der Formel C12H22O11 -j- II2 0. Das speeifische Drehungsvermögen wurde zu -f- 148 U ,4 gefunden, also übereinstimmend mit den für Maltose aus der Stärke durch Sullivan (-J- 150°), E. Schulze (4- 149,5 °) und Musculus und v. Mehring (-|- 149°) gefundenen Zahlen. Verf. bestätigt die Beobachtung von Musculus und v. Mehring, dass bei der Digestion grösserer Mengen von Stärke oder Glycogen mit gemischtem Speichel neben Achroodextrin und Maltose etwas Traubenzucker gebildet wird. Ueber Arabinose. Peter Glaesson. 5 ) Nur diejenigen Gummi- sorten, die bei der Oxydation mit Salpetersäure nur sehr wenig oder gar keine Schleimsäure liefern, geben Arabinose. Die Gummisorte, aus der Verf. nach den Angaben von Scheibler und von Kiliani, Arabinose darstellte, war rechtsdrehend. Verf. weist nach, dass die so erhaltene Arabinose, ent- gegen der Ansicht Kilianis, von Lactose völlig verschieden ist. Arabinose giebt bei der Oxydation mit Salpetersäure keine Schleimsäure. — Andere ] ) Ztschr. f, plus. ehem. V. 185. Berl. Ber. 14. 1211. '-) Chem. News. 43. 29. Berl. Ber. 14. 365. ») Ibid. 54. J ) Pflügers Arch. 24. 81. Berl. Ber. 14. 365. ••) Berl. Ber. 14. 1370. Pflanze. Kohlenhydrate. ß<) Grummisorten gaben Verf. eine Zuckerart, die mit Kiliauis Laetose über- einstimmt. Untersuchung von Fucus amylaecus. II. Grccnish. 1 ) Im Zeylon-Agar-Agar wurde chemisch und mikroskopisch Amylum nachgewiesen. Die aus ihm durch Auskochen erhaltene Gallertc durch Waschen mit kaltem Wasser von Stärke befreit enthielt nach Abzug von 4,43% Asche: 45,55% Kohlenstoff und 5,99% Wasserstoff, etwa der Formel 4 (CeHioOs) — H 2 entsprechend. Sie löst sich in Kupferoxydammoniak , wird aber durch Schwefelsäure nicht in Stärke verwandelt, ist linksdrehend, liefert mit Säuren gekocht einen Zucker vom speeifischen Drehungsvermögen (o) D = -j- 80,6°, der nicht gährungsfähig ist, Schleimsäure liefert und demnach Arabinose zu sein scheint. Zwischen der Gallerte und der Arabinose liegt ein Zwischen- produet, welches einige Eigenschaften des Dextrins, aber nur ein spec. Drehungsvermögen («)d = -|- 33,1 ° besitzt. Durch Salzsäure konnte aus der mit Wasser ausgekochten Alge ein Kohlehydrat gewonnen werden, welches sich vom Pararabin dadurch unterscheidet, dass es durch Kochen mit Säuren in gährungsfähigen Zucker übergeht. Endlich wurde noch Holzgummi (Thomson) und Cellulose aufgefunden. Cellulose und Kohle von J. Bevan und C. F. Gross. 2 ) Aus der durch Einwirkung von conc. Schwefelsäure auf Cellulose erhaltenen schwarzen Masse erhielten die Verf. durch Chlor bei Gegenwart von Wasser eine chlor- chinonartige Substanz von der Zusammensetzung C20 Hi6 CU O10. Die schwarze Masse selber enthielt 64 % C und 4,2 °/o H. U-eber die Acetylderivate der Cellulose. Franchimont. 3 ) Verf. beschreibt zwei \ycitere Acetylderivate, die er beim Behandeln der Cellulose mit Essigsäureauhydrid und wenig Schwefelsäure neben dem früher von ihm beschriebenen krystallinischen Körper erhalten hat. Die eine ent- hält 49,2 o/ Kohlenstoff, 5,4 % Wasserstoff und gab 62,2—62,5 % Essig- säure. Die andere gab 50,1 % Kohlenstoff, 5,69 % Wasserstoff und 60,39% Essigsäure. Uebcr Hydrocellulose und ihre Derivate. Aime Girard. ') Zur Darstellung von Hydrocellulose &2H22O11, wird Baumwolle bei 15° 12 Stunden lang in Schwefelsäure von 1,453 spec. Gewicht getaucht, vor- sichtig alle Säure mit Wasser ausgewaschen und der Rückstand bei niederer Temperatur getrocknet. Auch durch feuchtes Salzsäuregas geht Baumwolle rasch in deu zerreiblichen, die Hydrocellulose charakterisirenden Zustand über. Andere Säuren eignen sich weniger für diesen Zweck. Feuchtigkeit ist anumgänglich nothwendig zur Ueberführung von Cellulose in Ilydroccllu- ! Die Baumwolle nimmt aber dabei nicht an Gewicht zu, sondern ab, wahrscheinlich durch Bildung von Glucosc. Die Hydrocellulose gleicht in ihren chemischen Eigenschaften der Cellulose, nur oxydirt sich erstere leicht über 40° unter Gelbfärbung und löst sich in Essigsäureauhydrid unter Um- Btänden, unter denen Cellulose unangogritien bleibt. Beim Kitriren liefert Hydrocellulose zerreibliches Pyroxylin von der Zusammensetzung und den Eigenschaften v Schiessbaumwolle. Als Pulver entzündet, schmilzt es und brennt langsam ab, durch Stoss explodirt es heftig. ') Pharm. Ztschr. f. EtunL 1881. 501. Berl. Her. 1-1. 2253. ) Chem. N. 14. L85 Berl. Ber. I I. 2587. i Compt. read. «>2. 1053. Berl. Her. I I. L290. i) \nn eiiim. phys. c.). T. XXIV, 337, Berl. Ber. 11. 2834 ()0 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Beiträge zur Chemie der Bastfasern. E. T. Bevan und C. F. Cross. J ) Verff. weisen nach, dass in den Bastfasern ein Bestandteil ent- halten ist, der den Gerbstoffen nahe steht. Beim Schmelzen mit Kalihydrat giebt er Protocatechusäure uud Phloroglucin. Jute, mit Schwefelsäure bei 80 — 90° behandelt, giebt beim Fällen mit Wasser eine schwarze Masse, welche durch Chlor in eine chlorchinonartige Masse verwandelt wird. Baum- wolle in derselben Weise behandelt, liefert mit Kaliumchlorat und Salzsäure in der Kälte ähnliche Körper von der Zusammensetzung n (C20H16CUO10). Das Ligriin scheint demnach der Cellulose sehr nahe zu stehen. Chemische Studien über das Pflanzenskelett. E. Fremy und Urbain. -) Es werden die Mengenverhältnisse der im Skelett verschiedener Pflanzen enthaltenen Stoffe, Pectose, Cellulose, Paracellulose, Metacellulose, Vasculose und Cutosc mitgetheilt. Die Pectose wird aus ihrer Lösung in Alkalicarbonaten durch Salzsäure als gelatinöser Niederschlag gefällt. Cellu- lose löst sich sofort in ammoniakaiischer Kupferlösung, Paracellulose erst nach Behandlung mit Säuren, Metacellulose ist auch dann in diesem Reagens unlöslich, löst sich aber rasch in Salpetersäure und Hypochloriten. Die Vasculose, der Hauptbestandteil der Gefässe, welcher die Fasern und Zellen unter einander verbindet, ist auch nach Behandlung mit Säuren unlöslich in ammoniakaiischer Kupferlösung, widersteht lange Zeit der Ein- wirkung concentrirter Schwefelsäure, wird aber durch Oxydationsmittel, Chromsäure, Hypochlorite, Chlor, Salpetersäure, Kaliumpermanganat rasch angegriffen und in alkalilösliche, harzige Stoffe verwandelt. Ebenso wird sie von Alkalien in der Hitze und unter Druck gelöst, worauf die Papier- bereitung aus Holz und Stroh beruht. Die Cutose, die durchsichtige Mem- bran, welche die an der Luft befindlichen Organe der Pflanze bekleidet, unterscheidet sich von der Vasculose, mit der sie sonst alle Eigenschaften theilt, dadurch, dass sie schon bei gewöhnlichem Druck von Alkalien gelöst wird. Alle Theilc der Pflanze (Pappel, Eiche, Buchsbaum, Ebenholzbaum, Guajac, Eisenholzbaum) wurden untersucht. Mit der Härte und Dicke des Holzes nimmt der Gehalt an Vasculose zu. Im Parenchym des Hollunder- marks wurde gefunden: 37 Cellulose, 38 Paracellulose, 25 Vasculose; im Korkholz, in Säuren und Alkalien lösliche Stoffe 5 %, Cellulose und Para- cellulose 12, Cutose 43, Vasculose 29%. In den Epheublättern wurden gefunden: Wasser und in neutralen Lösungsmitteln lösliche Stoffe 707,7 Theile, Parenchym, aus Cellulose und Pectose bestehend, 240 Theile, Fasern und Gefässe aus Vasculose und Paracellulose bestehend, 17,3 Theile, Epi- dermis, aus Cutose und Paracellulose bestehend, 35,0 Theile. In den Blumen- blättern der Dahlia wurden gefunden: Wasser und lösliche Stoffe 961,30 Theile, Parenchym (Cellulose und Pectose) 31,63 Theile, Vasculose 1,20 Theile, Paracellulose 2,27 Theile, Cutose 3,6 Theile. Bei den meisten Früchten, z. B. bei Aepfeln und Birnen besteht das Epicarpium aus drei Membranen, von denen die oberste aus Cutose, die, mittlere aus Vasculose und die innere aus Paracellulose gebildet wird; das Endocarp gleicht in seiner Zusammensetzung dem Holz und ist um so härter, je mehr Vascu- lose es enthält. So wurden gefunden: l ) Chem. News. 44. «4. ßerl. Ber. 14. 2250. -) Compt. rend. 93. 926. Beil. 13er. 15. 85. Pflanze Glycosido. 91 in den Wallnussschalen . . 44 Vasculose, 25 Cellulosc n. Paracellulose „ „ Haselnussschalen . . 50 „ 31 „ „ „ „ „ Cocosnussscbalen . . 58 „ 25 „ „ „ „ „ Aprikosenkernen . . 60 „ 26 „ „ „ „ „ Bankulnüssen ... 62 „ 14 „ „ „ Das Mesocarpium der Früchte besteht hauptsächlich aus Cellulose, oft begleitet von Pectose, die Gefässe des Mesocarps hauptsächlich aus Vascu- lose, die steinigen Concremente des Mesocarps in den Birnen aus einem Gemenge von Vasculose und Cellulose. Das Perisperm der Samen besteht nach Entfernung des Stärkemehls, des Fetts und der N-haltigen Substanzen fast ausschliesslich aus Cellulose, die Testa aus Cutose, Cellulose und Para- cellulose. Im Gewebe der Pilze finden sich beträchtliche Mengen von Meta- cellulose. 3. Glycoside. Spaltung voü Glycosiden durch Ueberhitzung. H. Schill'. 1 ) Auf 200 ° erhitztes Aesculin gab an Wasser Glycosan ab. Der in Wasser wenig lösliche krystallinische Antheil war reines Aesculetin. Es hatte also vollständige Spaltung stattgefunden nach der Gleichung: C15 Hi 6 9 = C 9 H 6 Oi -f C 6 Hio 5 . Ebenso wurde Phlorizin durch Schmelzen in Phloretin und Glycosan, Salicin (durch stundenlanges Erhitzen auf 230—240°) theilweise in Sali- retin und Glycosan umgewandelt. Helicin schmilzt bei 174° und giebt auch bei 185 — 190° nur wenig Salicylaldehyd ab. Eine Modification des Helicins. H. Schiff. 2 ) Bei der Dar- stellung des Helicins aus Salicin mit Salpetersäure wurde neben krystalli- sirtem Helicin in beträchtlicher Menge amorphes Helicin erhalten. Das erstere geht theilweise in letzteres über beim Erwärmen von mit lproc. Salpetersäure befeuchtetem und dann wieder an der Luft ausgetrocknetem Helicin auf 110 — 115°. Das Verhalten des amorphen Helicins ist von dem des krystallisirten völlig verschieden. Trotzdem kann das amorphe Helicin aus seiner Lösung in schwach erwärmter, sehr verdünnter Salzsäure sehr leicht wieder als krystallisirtes Helicin erhalten werden. Ueber die Synthese des Methylarbutins. A. Michael. 3 ) Durch Einwirkung von Acetochlorhydrose auf das Kaliumsalz des Methyl- hydrochinons wurde das Methylhydrochinonglycosid, Methylarbütin erhalten. Der so gewonnene Körper, C13H18O7, zeigt alle Eigenschaften eines Gly- cosids und stimmt bis auf die Eigenschaft durch Eisenchlorid nicht gebläut zu weiden mit Arbutin völlig überein. Verf. ist der Ansicht, dass letztere Eigenschaft nicht dem Methylarbutin, sondern dem Arbutin, das Hydrochinon bei der Spaltung mit Säuren liefert, zukommt, so dass das natürliche Arbutin als ein Gemenge von Hydrochinon- und Methylhydrochinonglycosiden aufzu- fassen wäre. Verf. discutirt weiter die Constitution des Helicins. Zur Constitution des Arbutins. II. Schiff.*) Ks wird nachge- wiesen durch analytische Untersuchungen, dass das Arbutin, dem Hlasiwetz und Habermann, da es bei der Spaltung neben Hydrochinon Methyl- hydrochinon liefert, die Zusammensetzung C25H31O1.1 zuschrieben, gewöhn- ») Berl. Ber. II. Ü02. » Ibid. ."-17. ■) Ibid. 2097. «) Auu. d. Chcni. 27. Berl. Ber. II. 2251. './/.. chim. ital. XI. 245; ans Anna! Soc. cient. Argen t, X. 1'.»:;. Berl. Ber I I. 2251. gß Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. F. Stroh mer. ! ) In der Stammrinde von Abies excolsa DC. wurde Ellag- säure aufgefunden. Gallussäure konnte nicht nachgewiesen werden. Beitrag zur Kenntniss des Catechins. C. Etti. 2 ) Verf. findet für das Catechin aus Würfel-Gambircatechu und aus Pegucatechu dieselben Zahlen, wie früher Zwenger. Dieselben entsprechen der Formel CisHisOs. Schon bei 100 ° verliert es Wasser. Bei 140 ° schmilzt Catechin unter Wasserverlust. Aus der wässrigen Lösung der geschmolzenen rotheu Masse krystallisirt wieder Catechin heraus. Auf 150 — 160° erhitzt wird es in Wasser unlöslich. Aus seiner alkoholischen Lösung wird es dann durch Leimlösung gefällt. Seine Formel ist jetzt C36H34O15, entstanden aus zwei Molekülen Catechin unter H* O-abspaltung. Dieses Anhydrid kommt auch in den beiden Catechusorten vor und bildet den eigentlichen Gerbstoff, das Phlobaphen (Catechugerbsäure). Dieses Anhydrid verliert weiter bei 170 bis 180° ein Mol. H 2 0; ebenso beim Kochen mit verdünnter Salzsäure und liefert einen Körper C36H32O14. Bei 190—200° entsteht der Körper C36H30O13. Ein Anhydrid von dieser Zusammensetzung entsteht auch beim längeren Kochen von Catechin mit verdünnter Schwefelsäure. — Die Lösung des Catechins in sehr verdünntem Weingeist giebt mit Diazobenzolchlorid folgenden Azokörper: C ! H * N ZI N >CxsHi6 8 . — Mit verdünnter Schwefel- säure auf 140° erhitzt liefert das Catechin neben rothem Anhydrid ledig- lich ein Gemenge von Brenzcatechin und Phloroglucin. Beide Körper entstehen auch beim Schmelzen von Catechin mit Aetzkali oder bei der trockenen Destillation. Das Catechin zeigt die Reactionen des Brenzcatechins wie die des Phloroglucins. Verf. fasst das Catechin als aus 2 Mol. Phloro- glucin und 1 Mol. Brenzcatechin entstanden, auf: 2 C 6 He 3 -|- C 6 H 6 2 Phloroglucin Brenzcatechin = (CisH 14 6 -f- 2H 2 0). Catechin Das vom Verf. früher untersuchte Catechin, für welches die Formel CisHisOg aufgestellt worden war, hat wahrscheinlich die Zusammensetzung C19H20O3 und wäre demnach ein Methylderivat von obigem Catechin. 5. Farbstoffe. Ueber das Chlorophyll der Pflanzen. Hoppe-Seyler. 3 ) (III. Mittheiluug). Das Chloropbyllan geht durch Kochen mit alkoholischem Kali unter Abspaltung phosphorhaltiger Bestandteile ( Glycerinphosphorsäure und Cholin) in eine Säure über, die aus ihrer alkalischen Lösung durch Essigsäure in grünen Flocken gefällt wird. Diese Säure, Chlorophyllansäure, zeigt in ihrer alkalischen Lösung einen Chlorophyllabsorptionsstreifen zwischen B und C und einen weniger dunkeln zwischen E und F. Aus Aether krystallisirt die Chlorophyllausäure zuweilen in mikroskopischen, blau- schwarzen, metallisch glänzenden Krystallen. Das Chlorophyllan zerfällt also bei Einwirkung alkoholischen Kali's in Chlorophyllansäure, Glycerinphosphor- säure und Cholin und ist demnach eine Verbindung mit Lecithin oder selbst ein Lecithin. Den rothen Farbstoff einiger Chlorophycecn (Botrydium, Chlamydomonas, Häiuatococcus, Trentcpolia, Phycopeltis) unter- 3 ) Monatsh. f. Ch. 1881. 539. -') Ibid. 547. 8 ) Ztsclir. f. phvs. C'liem. V. 75. Beil. Ber. 14. 851. Pflanze. Farbstoffe. 97 suchte Rostafinski. *) Der Farbstoff wird mit Schwefelsäure dunkelblau, die Färbung verschwindet beim Erwärmen unter vorhergehender Rothfärbung. Er besteht aus einem rothen, nur in kochendem und einem gelben auch in kaltem Alkohol löslichen Farbstoffe, welch' letzterer mit Salpetersäure sich spangrün färbt. Sehr wahrscheinlich ist dieser mit dem in gelben Blüthen vorkommenden Xanthein identisch. — Er vermag in Chlorophyll überzugehen und Verf. betrachtet ihn als ein reducirtes Chlorophyll , wofür er den Namen Chlor o ruf in vorschlägt, Ueber die Verbindungen aus der Indigogruppe. Ad.Baeyer. 2 ) Verf. lehrt eine grosse Reihe von Zwischenproducten kennen, die beim Uebergang von Orthonitrophenylpropiolsäure in Indigo entstehen. Durch Einwirkung conc. Schwefelsäure in der Kälte auf letztere Säure wird die- selbe durch einfache Umlagerung in eine Substanz übergeführt, welche schon die dem Indigblau eigenthümliche Atomverkettung enthält und leicht in den Farbstoff verwandelt werden kann. Es ist das die Isatogensäure, deren Aethyläther leicht aus dem Aether der Orthonitrophenylpropiolsäure erhalten wird. Letzterer schmilzt bei 115°. Durch Bebandeln der Lösung von Propiolsäure in Schwefelsäure mit einem Reductionsmittel, z. B. Eisenvitriol wird ein dem Indigo sehr ähn- licher Farbstoff, das Indoin, erzeugt. Isatogensäureäther geht bei Be- handlung mit Reductionsmitteln über in Indoxylsäureäther, Cu Hu NO3, letzterer giebt im Wasserbade mit conc. Schwefelsäure erwärmt quantitativ Indigosulfosäure. Indoxylsäure, durch Verseifung ihres Aethers erhalten, liefert in verdünnter alkalischer Lösung mit Luft zusammengebracht oder bei Einwirkung saurer Oxydationsmittel Indigblau. Im Indoxylsäureäther ist noch eine freie OH-Gruppe enthalten. Der Wasserstoff derselben kann leicht gegen Aethyl umgetauscht werden. Der so entstandene Aethylindoxyl- säureäther liefert mit alkoholischer Barytlösung die Aethylindoxylsäure. Letztere liefert durch Erwärmen mit Eisenchlorid und Salzsäure unter Aethylabspaltung Indigblau. Mit salpetriger Säure entsteht aus Aethyl- indoxylsäure Nitrosoäthy lind oxyl säure , CiiHio(NO)NO;j. Beim Schmelzen der Indoxylsäure und Aethylindoxylsäure tritt lebhafte Kohlensäureent- wicklung ein und man erhält Körper , die sowohl schwach saure als basische Eigenschaften besitzen, Indoxyl Cg H 7 NO und Aethylindoxyl CioHuNO. Aus den alkalischen Lösungen des Indoxyls erhält man rasch an der Luft Indigblauabscheidung, ebenso bei Einwirkung von Eisenchlorid und Salzsäure, während Eisenchlorid allein einen weissen amorphen Körper bildet, welcher sich mit Salzsäure sofort in Indigblau umwandelt, — Be- handelt man eine concentrirte Lösung von Indoxyl in Kali mit pyroschwefel- saurem Kali, so erhält indoxylschwefelsaures Kali identisch mit dem indoxyl- schwefelsauren Kali im Harne. — Versetzt man eine Lösung von Indoxyl und Isatin in Alkohol mit kohlensaurem Natron, so scheidet sich in braun- rothen, mctallglänzenden Nadeln das Indirubi n ab. Bezüglich der Details und der theoretischen Erörterungen muss auf das leicht zugängliche Original verwiesen werden. Ueber Curcumin. C. Döring Jackson. 3 ) Curcumin, aus ben- galischer Cuicuiiiawur/.el dargestellt, zeigte den Schmelzpunkt 177 — 178° ») liotan. Ztg. 1H81. No. 29. Aren d. Pharm. \HHt. II. 309. ») Beil. Bcr. 14. 1741. a ) Ibid. 485. Jahresbericht. 1881. 7 no Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. und krystallisirte in gelben, sternförmig vereinigten Prismen. Verf giebt ihm die Formel CasHaeOs- Es sclieint zwei Kaliumsalze zu liefern. Ein blauer Farbstoff aus Thevetia nereifolia. C. J. Warden. ! ) Die entfetteten Samen dieser Pflanze geben an Alkohol ein Chromogen ab, welches einigermassen rein erhalten werden kann, wenn der alkoholische Auszug zur Abscheidung des Thevetins verdampft, mit Chloroform ausge- schüttelt, mit Bleiacetat, darauf mit Gerbsteff ausgefällt, durch Schwefel- wasserstoff völlig entbleit, verdampft mit Amylalkohol ausgezogen und letzterer wiederum verdampft wird. So dargestellt bildet es einen gelben, amorphen Rückstand, der sich in Alkohol und in Wasser leicht löst und unange- nehm doch weder bitter noch sauer schmeckt. Durch Salzsäure, wenn ver- dünnt erst beim Kochen, wird es in einen blauen Farbstoff und Zucker gespalten. Der Farbstoff, Thevetinblau, ist ein amorphes, braunes oder schwarzes Pulver, welches in Wasser unlöslich ist, sich anscheinend unver- ändert in Schwefelsäure mit brauner Farbe löst, daraus durch Wasser mit blauer Farbe fällt und in Eisessig mit rothbrauner Farbe löslich ist; des- gleichen in Alkalien , aus welcher Lösung es durch Säuren blau gefällt wird. Mit rothbrauncr Farbe löst es sich in Alkohol, wenig in Benzol und Amylalkohol, nicht in Chloroform, Terpentinöl, Aether und Schwefelkohlen- stoff. Der Farbstoff hat einige Aehnlichkeit mit dem Blau der Baumwollen- samen. Letzteres löst sich jedoch nicht in Alkalien. Ueber das Kämpferid. E. Jahns. 2 ) In der Galangawurzel sind mehrere gelbe Farbstoffe enthalten, die früher unter dem Namen Kämpferid zusaminengefasst wurden, die jetzt der Verf. als Kämpferid, Galangin und Alpinin unterschieden hat. Sie wurden durch fractionirte Krystal- lisation aus Alkohol, worin Kämpferid schwerer löslich ist als Galangin und Alpinin und Galangin schwerer als Alpinin, von einander getrennt. Kämpferid krystallisirt in schwefelgelben Nadeln, Schp. 221—222°, zum Theil unzersetzt sublimirbar. Es ist fast unlöslich in Wasser, löslich in etwa 400 Tb. kaltem, leichter in siedendem 90% Alkohol, löslich in Aether, Eisessig, weniger in Benzol und Chloroform. In Alkalien löst es sich mit intensiv gelber Farbe. Concentrirte Schwefelsäure löst mit gelber Farbe, nach einiger Zeit zeigt die Lösung blaue Fluorescenz. Die alkoholische Lösung wird durch Eisenchlorid olivengrün gefärbt, durch Bleiacetat gelb gefällt, Silberlösung und alkalische Kupferlösung werden beim Kochen durch das Kämpferid reducirt. Seine Zusammensetzung entspricht der Formel C16H12O6. Bleiverbindung CieHioOePb, basische Bleiverbinduug CieHioOcPb + PbO, Barvtverbindung Ci 6 Hi 2 6 ,Ba(OH) 2 , Diacetvlkämpferid C 16 Hio(C 2 H 3 0)2 6 , Dibenzoylkämpferid Ci6 H10 (C7 HsOjs Oe, Dibromkämpferid CieHioBi^Oe. Nascirender Wasserstoff (Natriumamalgam) verwandelt das Kämpferid in einen aus alkalischer Lösung durch Säuren in purpurrothen Flocken fäll- baren Farbstoff. Mit conc. Schwefelsäure giebt es eine in gelben Nadeln krystallisircnde Sulfosäure. Durch Salpetersäure liefert es Anissäure und Oxalsäure. Durch schmelzendes Kali scheinen Phloroglucin, Oxal- säure, Ameisensäure und eine durch Bleiacetat fällbare Säure zu entstehen. Gal angin krystallisirt aus Alkohol in gelben Tafeln. Zusammen- setzung C15H10O5. In seiner Löslichkeit und seinem Reactionen verhält !) Pharm. J. Transact. 1881. No. r>9f». S. 417. Berl. Ber. 15. 253. 2 ) Berl. Ber. 14. 238:") u. 2807. Pflanze. Farbstoffe. 9g es sich dem Kämpfend sehr ähnlich. Schp. 214 — 215°. Die Lösung des Galangins in concentrirter Schwefelsäure fluorescirt nicht. Rauchende Schwefelsäure löst das Kämpfend mit grüner resp. rother, Galangin mit nicht sich verändernder gelber Farbe auf. Das Galangin ist ebensowenig wie das Kämpfend glycosidischer Natur. Bleiverbindung: CisHsOsPb, Triacetylverbindung C15 H7 (C2 H3 0)3 O5, Dibromgalangin Cid Hs Br2 O5. Nascirender Wasserstoff verwandelt es in einen durch Säuren fällbaren rothen Farbstoff. Salpetersäure erzeugt Benzoesäure und Oxalsäure: Schmelzendes Kali gab Benzoesäure, Oxalsäure, Essigsäure (?) und ein Phenol (?). Alpinin konnte nicht ganz rein dargestellt werden. Schp. 172 — 174°. Es verhält sich in seinen Eigenschaften und Reactionen durchaus wie das Kämpfend (auch gegen gewöhnliche und rauchende Schwefelsäure). Seine Zusammensetzung entspricht am besten der Formel C17H12O6. ZurKenntniss des Hämate'ins. W. Halberstadt und M. A. von Reis. 1 ) Das Hämatein wurde in schön metallglänzenden, rothen Krystallen erhalten durch direktes Ausziehen des fermentirten Campeche -Holzes mit Aether. Das Hämate'in ist stickstofffrei und hat die Zusammensetzung Ci 6 Hi2 6 . Es lässt sich unverändert auf 180—200° erhitzen, 100 Th. Wasser lösen bei 20° 0,060 Th. Hämate'in. 100 Th. Aether lösen bei 20 nur 0,013 Th. Hämate'in. Ueber Usninsäure und einige ihrer Zersetzungsproducte. J. Stenhouse und Ch. Groves. 2 ) Wird das Natronsalz der Usninsäure aus Usnea barbata mit einer verdünnten Lösung von kohlensaurem Natron einige Stunden gekocht, so fällt beim Neutralisiren mit Schwefelsäure ein flockiger Körper. Durch Einwirkung conc. Schwefelsäure auf Usninsäure (3 St. auf 50—60° erwärmen, dann eingiessen in Wasser) erhält man eine aus Alkohol in gelben Prismen krystallisirende , bei 213,5° schmelzende Säure, unlöslich in Benzol, Schwefelkohlenstoff und Aether. Sie wurde als Usnolinsäure bezeichnet uud hat die Formel C27H24H10. Ueber die Vulpinsäure. A. Spiegel. 3 ) Ein Reductionsproduct der Vulpinsäure von der Formel CUH16O3 zerfällt beim Schmelzen mit Kali in Toluol und Phenylbernsteinsäure: C17 H16O3 -\- H2O = C10 H10 0.i -{-C7H8. Diese Phenylbernsteinsäure wurde nun synthetisch dargestellt. Einwirkung von Phenylchloressigsäureäthyläther auf Natriummalonsäureäther und Verseifen des erhaltenen Productes giebt Phenylcarboxylbernsteinsäure, die beim Erhitzen unter C02-Abgabe in dieselbe Phenylbernsteinsäure über- geht , die Verf. aus obigem Reductionsproduct der Vulpinsäure erhalten hat. Ueber die Vulpinsäure. A.Spiegel. 4 ) Durch Einwirkung von Al- kalien erleidet die Vulpinsäure folgende Zersetzungen: Kalk verseift die Vul- pinsäure unter Holzgeistentwicklung zu Pulvinsäure: C19 Hm O5 -J- H2 = CigHisOs-f- CH4O. Kali und Natron bewirken Zerfall der Pulvinsäure in Dibenzylglycolsäure (Oxatolylsäure) und Kohlensäure: CisHijOö -J-ÄHgO = Cig Hie O3 -|- 2 CO». Die Dibenzylglycolsäure wird von concentrirter Lauge weiter zerlegt in Toluol und Oxalsäure: CieHicOs -f- HsO == 3C? Hs -J-2C2H2O.1. Barytwasser endlich spaltet die Pulvinsäure in Plicnylcssig- säure und Oxalsäure: CisHia O5 -f 3H 2 = 2C 8 H8 0* -|- C2 II-j 0«. Bei ') Berl. Bcr. 14. 611. «) Chem. soc. 1HHI. 1. 284. Berl. Her. 14. 1718. a ) Berl. Her. 14. 873. *) Ibid. 1686. JQQ Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, JJüuger. der Oxydation der Pulvinsäure mit Kaliumpermanganat in alkalischer Lösung entsteht Phenylglyoxylsäure und Oxalsäure, während die Einwirkung von nascirendem Wasserstoff neben einer Reihe weniger gut krystallisircnder Körper unter Kohlensäureabspaltung und Wasserstoffaddition eine neue Säure der Formel C17H16O3 entstehen lässt, die nach einer synonymen Benennung der die Vulpinsäure führenden Flechte, (Cornicularia Vulpina D. C.) mit dem Namen, Ilydrocornicularsäure, bezeichnet wurde. Sic ist als eine Diphenyloxyangelicasäure erkannt worden, wird durch schmelzendes Kali in Toluol und Phenylbernst einsäure zerlegt und liefert unter Wasserstoffauf- nahme Diphenyloxyvaleriansäure. Vorläufige Notiz über einen neuen Pflanzenfarbstoff. S. P. Sadtler und W. L. Rowland. 1 ) Das von der Westküste von Afrika stam- mende Beth-a-barraholz gleicht an Farbe dem gewöhnlichen Wallnussbaum- holz, der Querschnitt dem des Fernambuc- und Sappanholzes. Die Zwischen- räume der Fasern sind mit einem gelben krystallinischen Pulver angefüllt, Der Farbstoff wurde aus den Raspelspähnen durch heisses, sodahaltiges Wasser extrahirt. Aus der weinrothen Lösung fällte Essigsäure einen flockigen Niederschlag, der aus Alkohol in gelben Blättchen und Nadeln krystallisirte. Er ist unlöslich in kaltem Wasser, leicht löslich in Alkohol und Aether, kaustischen und kohlensauren Alkalien und zwar mit rother Farbe, wenig löslich in heissem Wasser. Schp. 135°. Formel des bei 125 ° getrockneten Farbstoffs C2SH29O5; des bei 100° getrockneten Css H 29 5 + 3 H* 0. Natriumamalgam reducirt ihn leicht, Salpetersäure oxydirt nur schwierig, in ammoniakalischer Lösung der Luft ausgesetzt oxydirt er sich nicht-, mit Kali geschmolzen liefert er keine Pyrogallussäure. In diesen Punkten unter- scheidet er sich, abgesehen von der Zusammensetzung, vom Hämatoxylin. Er hat dagegen in mancher Beziehung Aehnlichkeit mit dem Farbstoff des Rhabarbers und dem von Liebermann und Seidler aus dem Goapulver ge- wonnenen Chrysarobin. 6. Stickstofffreie Säuren und Phenole. Ueber Methyläthylessigsäure und Oxymyristinsäure im ätherischen Oel der Früchte von Angelica Archangclica L. R. Müller. 2 ) Durch fractioniite Destillation gelang es nicht eine Trennung der Bestandtheile des ätherischen Oels herbeizuführen. Dagegen wurde in den leichter flüchtigen Antheilen des Oels durch Behandlung mit alkoho- lischem Kali u. s. w. eine flüchtige Säure, die Methyläthylessigsäure, nach- gewiesen. In den schwer oder nicht flüchtigen Rückständen von der fractionirten Destillatiou des Angelicaöls wurde durch Behandlung mit alkoholischem Kali u. s. w. eine Säure von der Zusammensetzung C14H2SO3 aufgefunden, die nach Untersuchung ihrer Salze und ihres Benzoylderivates als eine Oxymyristinsäure, Schp. 51°, anzusehen ist. — Das den grössten Theil des Oels bildende Terpen besass ein spec. Gew. von 0,8487, das Brechungsvermögen 1,481 und der Siedepunkt 172,5°. Formel CioHig. Versuche zur Darstellung eines Terpins oder eines Chlorhydrats waren resultatlos. Ueber aldehydartige Substanzen in chlorophyllhaltigen J ) Americ. ehem. J. 1881. 22. Berl. Ber. 14. 1289. -) Berl. Ber. 14. 2476. Pflanze. Stickstofffreie Säuren und Phenole. 101 Pflanzenzellen. J. Reinke. 1 ) Durch Destillation chlorophyllhaltiger Pflanzen (Blätter des Weinstocks, Pappel-, Weidenblätter, Algen, Licbenen, Moose, Farne, Coniferen und Blüthenpflanzen) mit Wasserdampf erhält man ein Destillat, das Fehling'sche Lösung und Silbernitrat (in der Kälte) redu- cirt. Chlorophyllfreie Pflanzen zeigen dieses Verhalten nicht. Verf. schliesst daraus, dass die chlorophyllhaltige Pflanzenzelle einen aldebyd- artigen Körper enthalte und er vermuthet, dass dies Formaldehyd sei. Ueber das Vorkommen von Citronensäure und Aepfelsäurc im Chelidonium majus. L. Hai tinger. 2 ) Im Kraut von Chelidonium majus wurde neben Aepfelsäure und Chelidonsäure auch in erheblicher Menge Citronensäure aufgefunden. Ueber das optische Drehungsvermögen der Aepfelsäure und ihrer Salze. G. H. Schneider. 3 ) Ueber Gährung der Weinsäure. F. König. 4 ) Die Producte der Bacteriengährung des weinsauren Kalkes sind wesentlich verschieden von denen des Ammoniumtartrats. Mit Kalk verbunden liefert die Weinsäure als Hauptproducte Essigsäure, neben Kohlensäure, Propionsäure und geringe Mengen höherer Säuren und keine Bernsteinsäure, während die letztere neben Kohlensäure das Hauptproduct der Ammoniumtartratgährung ist, bei welcher ausserdem nur Essigsäure, mit oder ohne Ameisensäure, jedoch keine höheren Säuren entstehen. Die Verbindungen der Mekonsäuregruppe. H. Ost, 5 ) Komen- säureäthyläther giebt mit Salpetersäure Nitrokomensäureäther, letzterer liefert bei der Reduction unter Aethylabspaltung Amidokomensäure, C 5 H(NH 2 )0 2 J2ooh- Weiter wurden dargestellt Oxykomensäure aus Bromkomensäure, Komen- amid aus Komensäureäther. Aus Oxykomensäure entsteht mit Brom unter C02-abspaltung ein Körper CsHaBrOö- Pyromekonsäure liefert mit Brom den Körper CuHsBrO;;. Scbp. 109°. Sublimirt unzersetzt. Durch Reduction der Kitropyromekon- säure oder von Oxypyromekonsäure mit J II entsteht die Pyromekazonsäure C5H5NO3, rhombische Tafeln. Dargestellt wurde ein Monobrom- und ein Diacetylderivat, In Aether suspendirt liefert sie mit Salpctersäurehydrat Pyromckazon C5H3NO3, welches durch schweflige Säure leicht wieder in Pyromekazonsäure zurückverwandelt wird. In Eisessiglösung mit Salpeter- säure behandelt liefert sie Nitropyromekazon CöB^NO^NOa + EfeO. Daraus entsteht beim schwachen Erwärmen mit Wasser neben viel 00a Nitro- pyromekazonsäure, ebenso mit schwefliger Säure. Letztere ist eine in gellten Blättchen krystallisircndc einbasische Säure. — Der Triätbyläther der Me- konsäure wurde dargestellt durch Einwirkung von Jodäthyl auf das Silber- salz des Diäthyläthcrs. Der Triätbyläther C 5 ]I0 -' <(c\). G> II-V> kl '. vsta,li " sirt in Nadeln vom Schp. til°. Ueber die Komcusäure. T. Rcibstcin. (i ) In Fortsetzung obiger ') Berl. Her 14. 2144. ») Mtsh. f. Chem. IHM. 485. Berl. Ber. 14. 2268 : ') An». Chem. 5>07. 2. r >7. «) Berl. Her 14. 211. ■) /. f. pr. cii. 23. 439. Berl. Ber. 1 1. 1 107. «) Z. f. pr. Oh. A4. 284. Berl. Her. 14. 2692 1(V) Bodeu, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Arbeit von Ost hat Verf. noch folgende Körper eingehend studirt. Die Koraenarainsäure ist eine Oxysäure C5H3NO ipoo tp deren Aethylestcr (Schp. 205 ü ) mit Basen Salze bildet. Die Oxykomensäure (Erhitzen der ßromkomensäurc mit Barytwasscr, Salzsäure oder Bromwasserstoffsäure) giebt einen bei 204 ° schmelzenden Aethylestcr. Dessen Diacetylderivat schmilzt bei 75°. Mit Ammoniak im Rohre bei 160° behandelt giebt sie Oxykomenaminsäure. Synthese der Tropasäure aus Acetophenon. A. Spiegel. 1 ) Durch Einwirkung von Blausäure auf Acetophenon nach der Methode von Urech und Wislicenus wurde das Cyanhvdrin des Acetophenons er- /CH 3 halten: C 6 H 5 . CO . CH 3 + CNH = C 6 H 5 . C— OH. Durch Erhitzen dieses Cyanhydrins mit bei 0° gesättigter Salzsäure auf 130° entsteht Chlor- hydratropasäure. Schp. 88 — 89 °. Durch Kochen der Chlorhydratropa- säure mit Natronlauge entsteht unter HCl-abspaltung Atropasäure neben sehr geringen Mengen von Isatropasäure. Chlorhydratropasäure mit Sodalösung auf 120 — 130° erhitzt liefert Tropasäure. Letztere ist identisch mit der aus Atropin erhaltenen. Die Bildung der Tropasäure aus dem Cyanhydrin des Acetophenons erfolgt nach folgendem Schema: /CH 3 C 6 H 5 .C^OH Ndn L'yanhvdrin des Acetophenons /CH2OH C 6 H 5 .CH \COOH Tropasäure. Additionsproducte der Atropasäure. K. Kraut und G. Mer- ling. 8 ) Atropasäure addirt bei gewöhnlicher Temperatur und vollständiger bei 100° ein Molekül HCl und liefert die Chlorhydratropasäure Spiegel's. Beim Erhitzen von Atropasäure mit Salzsäure auf 140° wird die anfangs gebildete Chlorhydratropasäure theilweise wieder zerstört, ohne Atropasäure zu regeneriren. Bei 100° giebt Atropasäure mit Bromwasserstoff eine von der Fittig' sehen verschiedene Bromhydratropasäure, welche mit kohlen- saurem Kali Tropasäure liefert. Ueber Aethylatrolactinsäure. L. Rügheimer. 3 ) Durch Einwirkung von alkoholischem Cyankalium auf Dichloräthyl- benzol und darauffolgendes Verseifen des entstandenen Nitrils mit Baryt- hydrat wurde eine Säure gewonnen, die als Aethylatrolactinsäure aufzufassen ist. Denn die Bromhydratropasäure von Fittig und Wurster, die mit kohlensaurem Natron leicht in Atrolactinsäure übergeführt werden kann, liefert bei Behandlung ihres Aethylesters mit Natriumäthylat einen Ester, der beim Verseifen dieselbe Säure giebt, die aus Dichloräthylbenzol mit alkoholischem Cyankalium erhalten wurde. XCH2 /CH2CI C 6 H 5 . C C 6 H 5 .CH \COOH \COOH Atropasäure Chloratropasäure ') Bcrl. Ber. 14. 235. -) Ibid. 330. 3 ) Ibid. 446. Pflanze. Stickstofffreie Säuren uud Phenole. 103 Bei Einwirkung von alkoholischem Cyankalium auf Dichloräthylbeuzol entsteht also zunächst das Nitril der Aethylatrolactinsäure und die beiden Bildungsarten dieser Säure lassen sich durch folgende Gleichungen darstellen : /CH 3 C 6 H 5 . CCla . CH 3 -f CNK -f C 2 H 5 . OH = C 6 H 5 . C^OC 2 H 5 -f HCl + KCl Dichloräthylbenzol X)N Nitril der Atrolactinsäuro. yClh /CH 3 C 6 H 5 .C^OC 2 H 5 + 2H 2 = NH 3 -f C 6 H 5 . C^-OC 2 H 5 \CN x C00H Aethylatrolactinsäure ,CH 3 XH 3 C 6 H 5 . C— Br -f Na 0C 2 H 5 = Br Na + C 6 H 5 . C^-0C 2 H 5 NX)0H N^OOH Bromhydratropasäuro Aethylatrol aetinsäure (Fittig u. Wurster) Damit ist eine neue Stütze gewonnen zur Beurtheilung der Constitu- tion der Tropasäure und der Atrolactinsäure. Ersterer kommt demgemäss -CH 2 .OH XH 3 die Formel C 6 H 5 . C— H letzterer die Formel C 6 H 5 . C— .OH zu. \COOH x COOH Synthese der Atrolactinsäure aus Acetophenon. A. Spiegel. *) Verf. liefert den Nachweis, dass das Cyanbydrin des Acetopbenons das Nitril der Atrolactinsäure ist, indem es ihm gelungen ist, obiges Cyanhydrin durch vorsichtiges Verseifen zunächst mit bei ° gesättigter Salzsäure dann mit Natronlauge in Atrolactinsäure überzuführen. Damit ist jetzt wohl auch endgültig die Constitution der letzteren sicher gestellt, .CH 3 .CH 3 C 6 II 3 - C^OH -f 2H 2 = NH 3 -f C 6 H 5 — Cf-OH \CN x COOH. Cyanhydrin des Acetophenon s Atrolactinsäure Ueber Atrolactinsäure, Phenylmilchsäure und Atroglyccrin- säure. H. Käst. 2 ) Ueber Isatropasäure. R. Fittig. 3 ) Ueber Additionsproducte der Atropasäurc. G. Mcrling. 4 ) Durch Einwirkung von Salzsäure auf Atropasäure bei 100° oder in der CH 2 C1 Kälte entsteht tf.-Chlorhydratropasäure Schp. 87—88 °. CjHö .CH^ x COOH liefert mit Wasser oder kohlens. Kali vorwiegend Tropasäure neben kleinen Mengen Styrol und Atropasäure. Atrolactinsäure giebt mit Chlorwasserstoff- Ä'W säure die a.-Chlorhydratropasäure C 6 H.5.C— Cl , Schp. 73—74°. Giebt x COOH mit kohlens. Kali kein Styrol. jff.-Bromhydratropasäure, Schp. 93—94 ° aus Br II plus Atropasäure bei 100°, in der Kälte entsteht daneben auch die >) Berl. Her. 14. 1358 ") Ann. ehem. 206. 34. •■') Ibid. 34. *) Ibid. ÄOÖ. 1. 1(1 i Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. «.-Säure. Liefert mit kohlens. Kali Styrol, Tropasäure und kleine Mengen Atropasäure. «.-Bromhydratropasäure entstellt neben der ß.-Säure bei Einwirkung von wässriger ßrH oder von BrH-gas auf Atropasäure, oder bei Einwirkung von Brll auf Atrolactinsäure. Sebp. 93 — 94°. Liefert beim Kochen mit kohlensaurem Kali oder bei der Zersetzung mit Ammoniakwasser kein Styrol, aber Atrolactinsäure und wenig Atropasäure. Flechtensäuren. F. Schwarz. 1 ) Verf. beschreibt einige Reac- tionen, die allenfalls auch zum mikroskopischen Nachweis von Chrysophan- säure, Lecanor- und Erythrinsäure, Usniusäure, Evernsäure, Roccelsäure dienen können. Untersuchungen zum Zweck der Synthese des Thymols. E. Paternö und F. Canzoneri. 2 ) Ueber die Constitution des Orcins. F. Tiemann und F. Streng. 3 ) Aus der Synthese des Orcins aus Chlortoluolsulfosäure mit schmelzendem Kali (Vogt u. Henning er) geht hervor, dass das Orcin ein Dioxytoluol ist. Orcin mit 1 Tb. Kaliumhydrat und 3 Th. Jodmethyl in /CH 3 methylalkoholischer Lösung behandelt liefert Dimethylorcin C6H3— OCH3 . Das Dimethylorcin liefert bei der Oxydation mit Kaliumpermanganat, Dirne- thyl-a-Resorcylsäure, identisch mit aus «-Resorcylsäure synthetisch dargestellter Dimethyl-a-Resorcylsäure 5 da nun letztere Säure in der Art constituirt ist: C 6 H 3 . (COOH) (OCH3) (OCH 3 ). so kommt dem Orcin CH 3 folgende Constitution zu: HO\/OH Ueber einige Abkömmlinge des Umbelliferons. E. Posen. 4 ) 7. Stickstoffhaltige Säuren und Harnstoffderivate (Caffei'n, Xanthin u. s. w.). Ueber Verbreitung der Myronsäure in den Samen von Brassica napus und rapa (Raps- und Rübsensamen). H. Ritt- hausen. 5 ) Verf. hat Pressrückstände von indischem gelben und braunen Raps und von Rübsen analysirt und gefunden: 1. 2. 3. inländ. Kübscn brauner gelber ostind. Kaps Wasser 13,17 10,80 10,59% Asche 7,43 7,57 6,70 „ Oel 7,53 10,41 12.21 „ Stickstoff . . . . 5,228 5,646 5,81 „ Proteinsubstanz (NX 6) 31,368 33,876 34,86 % Ausserdem zeigte der ostiudische Raps (inländ. Rübsen in geringerem Masse) einen ungewöhnlich hohen Gehalt an myrousaurem Kali, dessen *) Aren. d. Pharm. 1881. II. 124. Aus Colins Beitr. zu Biologie d. Pfl. III. 2. 2 ) Gazz. chim. it. XI. 124. Berl. Ber. 14. 1288. 3 ) Berl. Ber. 14. 1999. «) Ibid. 2744. 5 ) J. f. pr. Ch. 34. 273. Pflanze. Stickstoffhaltige Säuren und HamstoffJerivate. JQ5 Menge nach der Quantität des nach dem Anrühren mit Wasser sich ent- wickelnden Senföls zu schliessen, der des schwarzen Senfs gleichkommen musste. Verf. bat nun alle ihm vorgekommenen Proben von Rübenpress- kuchen und Samen sowie Pressrückstände von Raps auf Schwefelcyanallyl geprüft und gefunden, dass alle Senföl entwickeln, resp. Myronsäure ent- halten. Russische Rapskuchen (von Bassica napus), (ebenso ostpreussischer Rapskuchen) geben keine Spur von Senföl, dagegen scheint darin ein anderer schwefelhaltiger Körper enthalten zu sein. ■ Ueber das optische Drehungsvermögen des Asparagins und der Asparaginsäure in verschiedenen Lösungsmitteln. A. Becker. J J Abscheidung des Stickstoffs aus dem Tyrosin. G. Körner und A. Menozzi. 2 ) Tyrosin giebt mit Jodmethyl bei Gegenwart von methylalkoholischem Kali ein Salz C13H19O3NJK. Dasselbe zerfällt mit Kali in Trimethylamin und methylparacumarsaures (methylparaoxyphenyl- acrylsaures) Kali. Für obiges Salz C13H19O3NJK ergiebt sich demnach N(CH 3 ) 2 CH 3 J die Formel: C 6 H 4 : OCH 3 . C 2 H 3 ^ . Das Tyrosin erscheint X COOK demnach als Amidohydroparacumarsäure. Ueber das Vorkommen von Phenylamidopropionsäure unter den Zersetzungsproducten der Eiweisskörper. E. Schulze und J. Barbieri. 3 ) Aus getrockneten etiolirten Keimlingen von Lupinus luteus haben Verff. einen Körper erhalten, der nach seiner Zusammensetzung und seinen Eigenschaften als Phenylamidopropionsäure aufzufassen ist, Sie krystallisirt in der Regel mit Krystallwasser in feinen weissen Nadeln. Ziemlich schwer löslich in kaltem, leichter in heissem Wasser. Formel: C9H11NO2; Kupfersalz (C 9 HioN0 2 ) 2 Cu. Bei der Oxydation giebt sie Benzoesäure. In ihren Eigenschaften zeigt sie am meisten Analogie mit der von Tiemann aus Benzaldehydcyanhydrin und Ammoniak erhaltenen Phenylamidoessigsäure, dürfte also vielleicht ein Homologes der letzteren y XE 2 Säure sein, etwa C6 H5 . C H 2 . CH X COOH. Beim Erhitzen zersetzt sich die Säure, es sublimirt das Carbonat einer Base CsHiiN, die bei der Oxydation Benzoesäure giebt, (also vielleicht Phenylaethylamin ist C 6 H 5 . CH 2 . CH 2 . NH 2 ) und es bleibt ein gelber Rückstand, der beim Erkalten krystallinisch wird, bei starker Steigerung der Temperatur anscheinend unzersetzt sublimirt. Diese Phenylamidopropionsäure bildet sich erst während der Keimung, denn aus ungekeimten Lupinensamen konnten Verff. diese Säure nicht ge- winnen. Wahrscheinlich entsteht dieselbe beim Zerfall der Eiweisskörper. — Auch bei Zersetzung der aus Kürbissamen abgeschiedenen globulinartigen Eiweisssubstanz mit Salzsäure und Zinnchlorür u. s. w. (Hlasiwetz und Habermann) erhielten Verff. neben Asparaginsäure, Glutaminsäure, Lcucin, Tyrosin in geringer Menge ein Product, welches in seinem Verhalten eine J ) licrl. Bor. 14. 1028. 2 ) Ann. d. chim. 1881. 321. lierl. Bcr. 15. 329. 8 ) Bcrl. I3er. 14. 1785. 1Q(J Buden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. gewisse Achnlichkeit mit der oben beschriebenen Phenylamidopropionsäure zeigt. Auch dieser Körper giebt bei der Oxydation Benzoesäure. Nach der Analyse scheint ein Gemenge von Leucin mit Phenylamidopropionsäure vorgelegen zu haben. Schliesslich weisen Verff. darauf hin, dass Schützen- berger unter den Zersetzungsproducten des Albumins mit Barythydrat ein Product gefunden hat, das er Tyroleucin nennt und das nach seinem Verhalten eine Verbindung von Amidovaleriansäure mit einem nach der Formel C9 Hi i NOo zusammengesetzten Körper ist. Der Letztere dürfte nach den von Schützenberger gemachten Beobachtungen wohl identisch sein mit der von den Verff. untersuchten Phenylamidopropionsäure. Ueber das Vorkommen von Allantoin im Pflanzenorganis- mus. E. Schulze und J. Barbieri. *) Pialauenknospen (von Platanus orientalis) wurden abgeschnitten und in Wasser gestellt, bis sie sich ent- faltet hatten. Sie enthielten dann neben Asparagin einen durch hohen Stickstoffgehalt ausgezeichneten Körper, C4H6N4O3, der nach allen seinen Eigenschaften und Rcactionen in schärfster Weise als Allantoin charac- terisirt Averden konnte. Die Existenz dieses Harnsäurederivats im Pflanzen- organismus ist sicherlich von grossem Interesse. Die Menge des Allantoins in den Platanentrieben ist eine beträchtliche; sie beträgt 0,5 — 1% des luft- trockenen Untersuchungsmaterials. Auch aus jungen, vom Baume abge- schnittenen Blättern konnte einmal Allantoin erhalten werden. Ueber das Ca ff ein. E. Fischer. 2 ) Durch Eintragen von Caffein in kaltes getrocknetes Brom u. s. w. wurde Bromcaffe'in CsHgN^O^Br dar- gestellt. In diesem lässt sich das Brom leicht gegen Hydroxyl umtauschen. Das so entstandene Hydroxycaffe'in CsHgN^Oa.OH liefert mit Brom ein einfaches Additionsproduct, welches beim Lösen in Alkohol sein Brom gegen Aethoxyl austauscht. Die so gebildete Verbindung hat die Formel Cs H9 N4 2 .0H(0C2 115)3 und entsteht aus dem Hydroxycaffe'in durch An- lagerung von zwei Aethoxyl. Wird dieselbe mit Salzsäure erwärmt, so werden beide Aethylgiuppen als Alkohol abgespalten, gleichzeitig tritt Me- thylamin aus und es entsteht ein Körper von der Formel C7 H7 N 3 O5, das Apo caffein. Seine Bildung erfolgt nach der Gleichuug: C 8 HoN 4 2 .OH(OC 2 H 5 ) 2 -f 2 H 2 = C7H7N3O5 -f CH 3 . NH 2 -f- 2 C 2 H 5 .OH. Das Apocaffein erleidet schon beim Kochen mit Wasser eine weitere Zer- setzung in Kohlensäure und eine Verbindung CGH7N3O3, das Hypocaffein. Letzteres zerfällt endlich beim Kochen mit Barytwasser in Kohlensäure, Oxalsäure, Ammoniak, Methylamin und Mesoxalsäure (?) und scheint die zweite einfach methylirte Harnstoffgruppe des Caffeins in unveränderter Form zu enthalten. Die Spaltung des Hypocaffeins durch Barytwasser ver- läuft in zwei Phasen. Zuerst findet die Abspaltung von Kohlensäure statt und es bildet sich ein Körper von der Zusammensetzung CsHoN3 2 , Caffo- lin, nach der Gleichung C0H7N3O3 -j- Il2 ° = C5H9N3O2 -j- C0 2 . Das Caffolin zerfällt dann bei weiterer Einwirkung des Baryts in die oben er- wähnten Producte. Einwirkung von Jodwasserstoffsäure auf Caffolin er- gab Monomethylharnstoff (ungefähr 50 o des Caffolins). Mit Chrom- säuremischung behandelt gab Caffolin Cholestrophan. — Als Nebenpro- duet bei der Darstellung des Hypocoffcins entsteht eine Säure, die Caffur- säure, CGH9N3O4. Silbersalz CyHsNaOiAg. Mit Jodwasserstoff giebt J ) Berl. Ber. 14. 1602, 1834. *) Ibid. 637, 1905. Pflanze. Stickstoffhaltige Säuren und Harnstoffderivate. JQ7 Caffursäure eine sauerstoffärmere Säure, die Hydro caf für säure, C6H9N3O3. Durch Behandlung mit basisch essigsaurem Blei zerfällt die Caffursäure glatt in Mesoxalsäure, Methylamin und Monomethylharnstoff nach der Gleichung: C6H9N3O4 -f 3 H 2 = C 3 H 4 6 -f- NH2.CH3 -f C 2 H 6 N 2 0. Bei der verhältnissmässig glatten Bildung der Caffursäure aus Caffe'in war es demnach wahrscheinlich, dass auch letzteres neben der Gruppe des Dimethylalloxans einen Monomethylharnstoffrest enthalte. In der That zer- fällt das Caffe'in bei vorsichtiger Oxydation mit Salzsäure und chlorsaurem Kali in Dimethylalloxan und Monomethylharnstoff. Danach ist das Caffe'in ein Diure'id der Mesoxalsäure. Auf Grund der bisher beobachteten Spaltungen des Caffe'ins giebt nun Verf. dem Caffe'in folgende Constitutionsformel: CH 3 .N CH I II CO C N— CH 3 I I >0 CH 3 .N C— N/ (Da mittlerweile [1882] neue Resultate des Verf. die Caffeingruppe völlig aufgeklärt haben, muss zweckmässig die eingehendere Besprechung der Spaltungsvorgänge auf Grundlage obiger Formel auf den nächstjährigen Be- richt verschoben werden. D. Ref.) Studien über Caffe'in und Theobromin. R. Maly und Fr. Hinteregger. *) I. Theil. Durch Oxydation des Caffe'ins mit Chromsäure wurde Cholestrophan (Dimethylparabansäure) erhalten. Cholestrophan zerfällt mit Alkalien leicht in Oxalsäure und symmetrischen Dimethylharnstoff. Durch Oxydation des Theobromins mit Chromsäuremischung entsteht Monomethyl- parabansäure. Diese zerfällt mit Alkalien in Oxalsäure und Methylharnstoff. Die beiden homologen Pflanzenstoffe, Caffe'in und Theobromin, geben dem- nach bei der Oxydation auch homologe Oxydationsproducte, Dimethylparaban- säure und Monomethylparabansäure. Theobromin C7 Hs N* O2 Methylparabansäure C± H4 N 2 O3 Caffe'in Cg H10 N4 O2 Dimethylparabansäure C5 He N2 O3 . Studien über Caffe'in und Theobromin. Rieh. Maly und Fr. Hinteregger. II. Theil. 2 ) Bei der Oxydation des Caffe'ins mit Chrom- säuremischung wurden als Nebenproducte aufgefunden Ammoniak, Methyl- amin, Kohlensäure und Methyloxaminsäure. Letztere ist aber kein directes Zersetzungsproduct des Caffeins, sondern ist erst durch weitere Zersetzung des Cholestrophans entstanden. Die Oxydationsproducte des Caffe'ins und des Theobromins sind demnach folgende: bei Caffe'in bei Theobromin Cholcstropbau Methylparabansäure Ammoniak Ammoniak Methylamin Methylamin Kohlensäure Kohlensäure. Die Oxydation des Caffe'ins durch Chromsäuremischung findet daher nach folgender Gleichung statt: CsHioNaOs I 30 I 2 H 8 = CöHeNaOs + 2 COa -| ('II.-.Nll,. | MI;. ('allein Cholestrophan und die des Theobromins nach der Gleichung: ») Berl. Ber. 14. 72:!. ») Ibid. b'J3. JQy Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. C 7 H 8 N 4 2 -f 3 -f 2 H a = C 4 H 4 N a 3 + 2 C0 2 -f CH 3 NH 2 -f NH 3 . Thcobroniin Moth)-]parabansäuro Ucber das Coffein. Ernst Schmidt. 1 ) Coffeinsalze: Hydrochlorid C 8 Hi o N 4 2 . H Cl -f 2 Ha 0. Hydrobromid C 8 IIi o N 4 O s . H Br -f 2 H 2 0. Hydrojodid C 8 H 10 N 4 O 2 .HJ und C 8 Hi N,O 2 . II J -\- 2 II 2 0. Nitrat: Cs Hio N 2 4 . N 3 H -f H a 0. Sulfat C 8 Hi o N 4 2 . H 2 S 4 . Goldsalz C 8 Hio N 4 2 . HCl 4- AuCl 3 . Platinsalz (C 8 Hio N 4 2 . HC1) 2 PtCl 4 . Ace- tat C s Hi o N 4 2 (Ca H 4 2 ) a . Butyrat Cs Hi o N 4 2 . C 4 H 8 2 . Coffeidinsalze : Hydrochlorid C 7 H i2 N 4 .HCl. Platinsalz (C 7 Hia N 4 . HC1) 2 . PtCl 4 . Sul- fat C 7 Hi 2 N 4 . H a SO*. Jodwasserstoffe: Aethylcoffeidin C 7 Hn(C 2 H 5 )N 4 0. JH. Ueber citronensaures Coffein. J. U. Lloyd. 2 ) Coffeingehalt der Theesamen und des Theeöles. Eyk- mann. 3 ) Ueber die Verbreitung des Hypoxanthins im Pflanzenreich. A. Kos sei. 4 ) Aus Presshefe hat Verf. Hypoxanthin dargestellt. Ebenso durch Kochen mit Schwefelsäure aus den Sporen von Lycopodium und dem ruhenden Samen des schwarzen Senfs. Eine etwas grössere Quantität wurde aus Weizenkleie erhalten: 2C0 g Kleie lieferten 0,0239 g Hypoxanthin. Ueber Vicin und eine zweite stickstoffhaltige Substanz der Wickensamen, das Convicin. H. Ritthausen. 5 ) Darstellung: Wickenpulver wird in Portionen von 10 kg mit verdünnter Salzsäure an- gerührt, die Masse dann nach 3 — 4 St. mit etwas überschüssigem Kalk- wasser versetzt, decantirt, filtrirt und das Filtrat mit Quecksilberchlorid und Kalkmilch versetzt, so lange noch ein weisser Niederschlag entsteht. Der ausgewaschene Niederschlag wird in Wasser vertheilt, unter Zusatz von Ba(OH) 2 gekocht und mit Schwefelwasserstoff zersetzt, die Lösung heiss filtrirt und nach Abscheidung des Baryts durch Kohlensäure verdampft. Die dabei sich ausscheidenden Proteingerinsel werden von Zeit zu Zeit abfiltrirt. Aus dem stark coneentrirten Rückstande krystallisirt beim Erkalten Vicin, aus den Mutterlaugen Convicin. Die Ausbeute an Vicin beträgt 0,3 bis 0,355 °/o, die an Convicin 0,01 %. — Vicin krystallisirt aus kochendem Wasser oder Weingeist in voluminösen, fächerartigen Büscheln. Löslichkeit in Wasser von 22,5° ist 1:108. Es ist in kaltem Spiritus nur w r enig lös- lich, unlöslich (auch beim Kochen) in absolutem Alkohol. Formel C 2 sH5iNu0 2 i. Bei 160° verliert es soviel Wasser, als 2 Mol. entspricht, bei 180° schmilzt es unter Zersetzung. In Alkalien und in Säuren löst es sich. Verbindungen mit Salz- und Schwefelsäure werden durch Fällen ihrer wässrigen Lösung mit Weingeist erhalten: 3(C 28 H 5 iNn0 21 ) -f 4SO*H 3 und 4 (C 28 H 5 iN u Oai) -f 11 HCl. Durch Kochen des Vicins mit Kalilauge oder coucentrirteren Säuren wird es zersetzt. Versetzt man die erkaltete saure oder sauer gemachte Lösung mit etwas Eisenchlorid, so wird sie nach einiger Zeit farblos und auf Zu- satz von Ammoniak tiefblau. Mit schmelzendem Kali liefert Vicin Ammo- niak, Blausäure und flüchtige Fettsäuren und nicht flüchtige krystallircnde Säuren. Mit Salpetersäure vom spec. Gewicht 1,2 zur Trockne verdampft, hinterlässt es einen an den Räudern tief violett gefärbten Rückstand. Beim i) Beil. Ber. 14. 81M. 2 ) Pharm. J. Trausact. 1H81. 760. Berl. 13er. 14. 851. *) Pharm. Ztg. 2(5. 318. 4 ) Ztschr. f. phvs. Chem. 1H81. 270. 5 ) J. f. pr. Chem. 34. 202. Pflanze. Eiweissstoffe. JQQ Kochen mit Säuren scheint Vicin keinen Zucker zu liefern. Wird Yicin mit Schwefelsäure (1 Th. Säure auf 5 Th. Wasser) l )t Stunde gekocht, so scheidet sich allmählich schwefelsaures Di vi ein aus, 2 (C22 H38N20 Oy)5S04. Das Divicin, aus der Schwefelsäureverhindung mit der berechneten Menge Kalihydrat dargestellt, krystallisirt in flachen Prismen, gewöhnlich gelb oder röthlich gefärbt. Es reducirt sofort Silbernitrat und besitzt überhaupt die- selben Reactionen, wie die mit Schwefelsäure oder Salzsäure gekochte Vi- cinlösung. Dieses Divicin hat nicht die erwartete Zusammensetzung nach der Formel C22H3SN20O9, sondern eine folgender Formel entsprechende Zusammensetzung C31H50N30 Oig- Verf. denkt sich die Bildung dieses Körpers aus dem schwefelsauren Divicin mit Kalihydrat in der Weise vor sich gehend: 2 (CgaHssNsoOg) 5S0 4 + 10 (KOH> = 4 (C 3 iH 5 oN 3 oOi6) -f- 2OH2O -f 15K2SO4 -f- CsHis (Octylwasserstoff?). - Die Verbindung des Divicins mit 8 Mol. HNO3 krystallisirt in wetzsteinartigen Formen. — Convicin. Da Vicin sich in verdünnter Schwefelsäure beim Kochen rasch löst, Convicin aber nur sehr wenig, kann auf diese Weise das letztere von ersterem getrennt werden. Es krystallisirt aus heissem Wasser oder Wein- geist in rhombischen glänzenden Blättchen. Von Kalilauge von 1,1 spec. Gew., auch stärkerer, bleibt es selbst in der Kochhitze unverändert, schmel- zendes Kalihydrat zersetzt es unter Ammoniakentwicklung. Die Schmelze enthält kein Cyankalium. Ebensowenig wird Convicin durch verdünnte Säuren verändert. Die wässrige Lösung wird durch salpetersaures Queck- silberoxyd gefällt. Seine Analyse führte zur Formel C10H14N3O7 für bei 100° getrocknete Substanz und C10H14N3O7 , H2 für lufttrockene Substanz. 8. Eiweissstoffe. Ein chemischer Unterschied zwischen lebendigem und todtem Protoplasma. 0. Loew und Th. Bokorny. Ueber die Aldehyd- natur des lebenden Protoplasma's. 0. Loew und Th. Bokorny. 1 ) Lebende Pflanzen, Spirogyra- und Zygnema-Fäden, Pflanzenhaare, Wurzeln und Stengel verschiedener Pflanzen. Schimmelfäden, Schimmelsporen, Spross- hefe, Spaltpilze, in verdünnte alkalische Silberlösuug gebracht (im Dunkeln) bewirken eine Reduction des Silbernitrats und Abscheidung von Silber. Werden dieselben Pflanzen vor dem Einlegen getödtet, so erfolgt keine Silberabscheidung. Gegen die Deutung, welche Reinke dieser Reaction ge- geben hat, nach welcher sie in der Gegenwart von flüchtigen aldehyd- artigen Substanzen, wahrscheinlich Formaldehyd in der Pflanze ihren Grund haben soll, geben die Verf. an, dass sie durch Destillation von Algen mit Wasserdampf keine silberreducirende Substanz im Destillat auffinden konnten. A r erf. sind der Ansicht, dass die oben erwähnte Reduction durch die lebende Pflanze ihren Grund habe in der Aldehydnatur des lebenden Proto- plasma's. Dieselbe verschwindet beim Absterben der Pflanze. Todtes Proto- plasma enthält keine Aldehydgruppe mehr. Ueber die Zersetzungsproducte der Eiweisskörper. A. Blennard.*) Durch Einwirkung von Brom auf Glycoprotein (',-, II, a Na l) i erhielt Xvvl neben Glycocoll eine Säure C4H7NO3 | '„IM». Dieselbe bildet eine gelbliche, amorphe, spröde, bei 100" syrupartige Masse, sie i!). 705. Pflanze. Alkaloidc. J ]_ 7 methylpiperidin wird aus letzterem ein Methyl abgespalten, es entsteht ein Methylpiperidin, das aber keine seeundäre, sondern eine tertiäre Base ist; es vereinigt sich direct mit Jodmethyl zu Dimethylpiperylammoniumjodid. Das Piperylen vereinigt sich direct mit 4 Bromatomen zu C5 Hs Bri , Schp. 114,5 ° und zeigt die grösste Aehnlichkeit mit dem Valerylcn Reboul's: CH3>C = C=CH, Das Co nun hat, wie Verf. nachweist, nicht wie bisher angenommen wurde die Zusammensetzung C 8 Hi 5 N sondern C 8 Hi7N. Durch Einwirkung von Jodmethyl auf Coniin entsteht neben den jod- wasserstoffsauren Salzen des Coniins und des Methylconiins das Dimethyl- conylammoniumjodid (Cs Hig) (CH 3 ) 2 N . J. Das durch Entjodung mit Silberoxyd erhaltene Ammoniumoxydhydrat liefert bei der Destillation weder Methylalkohol noch einen Kohlenwasser- stoff sondern eine nach Coniin riechende Base, das Dimethylconiin : (C 8 Hig)(CH 3 )2N.OH = H 2 -f (C 8 Hi 5 CH 3 )CH 3 N Dimethylconiin. Es liegt hier jedenfalls ein vollständiges Analogon des Dimethyl- piperidins vor. Aus diesem Dimethylconiin entsteht durch Behandlung mit Jodmethyl das Trimethylconylammoniumjodid. Das diesem Jodide entsprechende Hydroxyd liefert bei der Destillation einerseits Dimethylconiin und Methyl- alkohol, andererseits Trimethylamin und einen Kohlenwasserstoff C 8 Hi4, Conylen: (C 8 H 15 CH 3 )(CH 3 ) 2 NOH = (C 8 Hi 5 CH 3 ) CH 3 N -f CH 3 OH, (C 8 Hi 5 CH 3 )(CH 3 ) 2 NOH = (CH 3 ) 3 N + C 8 Hi 4 + H 2 0. Das Conylen siedet bei 125°. — Das durch Einwirkung von salpetriger Säure auf Coniin von Wertheim dargestellte hochsiedende Oel ist nichts anderes als Nitrosoconiin, (C 8 Hi 6 )NO.N. Aus diesem Nitrosoconiin er- hielt früher Wertheim durch Einwirkung wasserfreier Phosphorsäure unter Stickstoffentwicklung einen Kohlenwasserstoff, den er Conylen nannte: C 8 H 16 N 2 = C 8 H U + N 2 + H 2 0. Derselbe ist identisch mit dem aus dem Hydroxyd des Trimethylconyl- ammoniums erhaltenen. Das Coniin scheint nach allen seinen Eigenschaften als einfaches Ho- mologen des Piperidins aufzufassen zu sein. Synthese des Piperidins. W. Königs. 1 ) Durch Reduction des Pyridins mit Zinn und Salzsäure entsteht Piperidin. Zur Trennung des Piperidins von unangegriffenem Pyridin wurde das Gemenge beider Basen in schwefelsaurer Lösung mit Natriumnitrit behandelt und das so gewonnene Nitrosopiperidin aus der schwach sauren Lösung abdestillirt. Durch Reduction des Nitrosopiperidins mit Zinn und Salzsäure wird unter Ammoniakabspaltung Piperidin gebildet. Das Platinsalz des letzteren schmolz vollkommen gleichzeitig mit gewöhnlichem Piperidinsalz (193°). Wahrscheinlich war aber das angewandte Pyridin etwas pycolinlialtig, so dass neben Piperidin auch ein Hexahydropicolin entstanden war. Vorläufige Notiz über die Synthese des Methylconiins und >) Beil. Ber. 14. 1856. iio Bodeu, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. die Constitution des Coniins. A. Michael und G. Gundelach. 1 ) Butylidenchlorid giebt mit alkoholischem Ammoniak Paraconiin (Schiff.) Butylidenchlorid soll mit Methylamin eine Base geben, die identisch ist mit dem nach von v. Planta und Kekule im Schierling neben Coniin vor- kommenden Mclhylconiin. Beitrag zur Kenntniss des Coniins u. seiner Verbindungen. J. Schorm. 2 ) Beschreibung der Darstellung des Coniins aus Schicrlingsamen. Weiter werden einige Salze beschrieben. Hydrobromid CsHiöN.EBr. Hydrojodid C 8 1 1 1 5 N . H J. Saures Tartrat C 8 Hi 5 N . C4 H 6 6 -f 2 H 2 0. Oxalat (CsH 15 N)2C 2 H2 0m. Zur Kenntniss des Paraconiins. A. Michael. 3 ) Paraconiin wird am besten durch Erhitzen von Butylidenbromid mit alkoholischem Ammoniak dargestellt. Durch Behandlung des Paraconiins mit Zinn und Salzsäure wurde ein Reductionsproduct gewonnen, das eine seeundäre Base zu sein scheint. Oxydation des Paraconiins gab neben Buttersäure eine Pyridincarbonsäure. Analog wie Butylidenchlorid und -bromid liefert das Isoamylidenchlorid und -bromid mit Ammoniak hoch- siedende Basen. Ueber ein neues durch Einwirkung von Selen auf Nicotin entstehendes Derivat. A. Cahours und A. Etard. 4 ) Durch Kochen von 100 g Nicotin mit 20 g Selen wurden unter Bildung von Selen- ammonium und Selenwasserstoff bei 150 — 300 ° siedende Oele erhalten, aus denen ein bei 205° siedendes Oel, C»Hi3N, Hydrocollidin isolirt wurde. Neben dieser Base entsteht hierbei auch das Isodipyridin, das die Verff. früher durch Einwirkung von Schwefel auf Nicotin erhalten haben. — Leitet man Nicotin durch kirschroth glühende Röhren, so entsteht neben wenig niedrigsiedenden Pyridinbasen wesentlich Collidin. Dasselbe gab bei der Oxydation Nicotinsäure und die Verff. sehen es deshalb als Propyl- pyridin an. Ueber das spec. Gewicht des Nicotins und sein Verhalten gegen Wasser. J. Skalweit. 5 ) Ueber die Zersetzbarkeit des Nicotins. J. Skalweit. 6 ) Ueber das Alkaloid des Piturie-Baumes. Liversidge. 7 ) In dem Piturie-Baume (Duboisia Hopwoodii oder Duboisia Piturie Bankroft) einer zu der Familie der Solanaceen gehörigen in Südaustralien wachsenden Pflanze, deren Blätter von den dortigen Wilden ähnlich wie der Betel bei den Malayen gekaut werden, findet sich ein Alkaloid, das sich aus den Zweigen und Blättern durch siedendes mit Schwefelsäure angesäuertes Wasser ausziehen lässt. Das concentrirte Extract wird mit Aetznatron destillirt. Das in Salzsäure aufgefangene Alkaloid wird durch Natronlauge wieder in Freiheit gesetzt und mit Aether ausgeschüttelt. Nach vorsichtigem Verjagen des Aethers wird das Alkaloid im Wasserstoffstrom destillirt. Die Temperatur steigt dabei auf 243 °. Man erhält etwa 1 — 2 %• Die J ) Americ. Chem. J. 1880. 171. *) Berl. Ber. 14. 1765. s ) Ibid. 2105. *) Compt. rend. 93. 1079. Bcrl. Ber. 14. 1414. 5 ) Berl. Ber. 14. 1809. 6 ) Repert. d. anal. Ch. 1881. S. 303. Berl. Ber. 14. 2712. 7 ) Chem. News. 43. 124. Berl. Ber. 14. 1209. Pflanze. Alkaloide. JJf) Pituriepflanzo enthält kein nicht flüchtiges Alkaloid. Das Pituriealkaloid ist eine farblose Flüssigkeit, die am Licht rasch gelb und braun wird. Sein Geruch ist, so lange es frisch ist, der des Nicotins, später gleicht er dem des Pyridins. Es ist löslich in Wasser, Alkohol und Aether. Es ist bei gewöhnlicher Temperatur flüchtig, seine Dämpfe sind stechend. Sein Geschmack ist scharf und stechend. Chromsäuremischung wird durch das Alkaloid reducirt. Gegen Pikrinsäure, Pkosphormolybdänsäure u. Wolfram- säure verhält es sich wie Nicotin. Salzsäure und Salpetersäure geben in der Kälte keine Farbenreaction, in der Wärme tritt eine gelbe resp. röth- liche Färbung ein. Die Analysen führten zu der Formel CeHsN. Zur Constitution des Cinchonins. W. Königs. 1 ) Das Cin- chonin und Chinin verhalten sich gegen verschiedene Oxydationsmittel und gegen schmelzendes Kali völlig analog. Daraus darf man schliessen, dass in der That der ganze wesentliche Unterschied zwischen beiden Alka- loiden auf der Verschiedenheit der in ihnen enthaltenen Basen C9 H7 N (Chinolin) und Cg IIq N . OCH3 (Methoxychinolin) beruht, und dass die Reste, welche nach Abzug jener Basen bei beiden Alkaloiden noch bleiben, die gleichen sind. Es handelt sich also zunächst um Aufklärung der Constitution dieser Reste. Wischnegradsky erhielt bei der Spaltung des Cinchonins Aethylpyridin, Chinolin (resp. Lepidin) und fette Säuren und nimmt deshalb im Cinchonin einen hydrirten Lepidin- und Aethylpyridinrest an, welche durch ein Fettsäureradikal zusammengehalten werden: CH 3 . C9H7 N . CO . C 2 H 4 . C 5 H 5 N . C 2 H 5 . Beim Chinin hätte man statt des Chinolins (resp. Lepidins CH3 . C9 H7 N) die sauerstoffhaltige Base C10H9NO (Methoxychinolin) einzuführen. Verf. vertritt dem gegenüber jene Anschauung, nach der im Cinchonin zwei Cliinolinkerne anzunehmen sind, von denen einer als Tetrahydrochinolin und zwar als methylirtes Tetrahydrochinolin C9H10 N(CHs) anzunehmen ist. Die Entstehung von Aethylpyridin und von flüchtigen Fettsäuren bis einschliesslich der Buttersäure Hesse sich dann sehr wohl durch die energische Einwirkung des schmelzenden Kali's auf den reducirten Chinolinkern erklären. Er hat Resultate erhalten, die als Stütze dieser Ansicht gelten können. Einwirkung von alkoholischem Kali auf Cinchoninchlorid C19H21N2CI (erhalten aus PCI5 und POO3 plus salzs. Cinchonin) lieferte eine chlorfreie Base, Cinchen C19H20N2. Wird diese acht Stunden mit Salzsäure im geschlossenen Rohre auf 220 ° erhitzt, so spaltet sich Methyl ab. Es sitzt demnach im Cinchen und also auch im Cinchonin ein Methyl am Stickstoff. Als Product der Einwirkung von Salzsäure auf Cinchen entsteht aber nicht das erwartete Di chinolin, CisHisNa, sondern ein Körper GsHuNO, Apocinchen, der aus dem Cinchen durch Abspaltung von Methylamin und gleichzeitige Auf- nahme von Wasser sich gebildet hatte. Durch Oxydation mit Chromsäure- iniseliung liefert es Cinclioninsäurc neben Kohlensäure und flüchtigen nicht genauer untersuchten Säuren (Essigsäure). Verf. weist auf analoge leichte Stickstoffabspaltung in Form von Ammoniak resp. substituirtem Ammoniak bei reducirten Pyridinen (Ilydropyridincarbonsäurcn, Coniin, Piperidin) hin und schliesst daraus, dass auch im Cinchen und im Cinchonin ausserhalb des Chinolinkerns ein reducirter Pyridinrest mit einem Methyl an Stickstoff anzunehmen ist. Das Apocinchen, CisHuNO, enthalt eine ausserhalb dos Chinolinkerns stehende Hydroxylgruppe und verhalt sieh wie ciu Amidophenol. ') Bcrl. Bcr. 14. 1852. J20 Boden, WaBser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Kinwirkung von schmelzendem Kali auf Apocinchen gab einen um ein O-Atom reicheren Körper, Oxyapocinchen, C18H17NO2. Schp. 267°. Ueber Chinin und Chinidin. Zd. H. Skraup. 1 ) Durch Oxydation des Chinins wurde neben syrupösen Säuren, die bis jetzt noch nicht weiter untersucht werden konnten, Chinins a uro neben etwas Kohlensäure und Ameisensäure erhalten. Chinidin liefert mit Chromsäure dieselben Oxydations- produete. Die Chininsäure krystallisirt in gelblichen dünnen Prismen, schwer löslich auch in heissem Wasser, verd. Mineralsäuren lösen sie reich- lich mit gelber Farbe, Alkalien lösen sie ungefärbt, Aether und Benzol nehmen nur Spuren davon auf. In Alkohol löst sie sich nur schwierig auf und die Lösungen zeigen die Fluorescenz der Chininsalze. Sie schmilzt bei 280 ° unter Zersetzung. Ihre Zusammensetzung entspricht der Formel CuHgNOa. Silbersalz: CuH 8 AgN0 3 , Calciumsalz (CiiH 8 N0 3 ) 2 Ca -4- 2H 2 0, Baryumsalz(CiiH 8 N0 3 )2Ba-f 4H 2 0, Kupfersalz (CnH 8 N0 3 ) 2 Cu -f- IV2H2O, Hydrochlorid Ci 1 H 9 N0 3 . HCl -f 2H 2 0. Platinsalz (Cu H 9 N0 3 ) 2 H 2 Cl 6 Pt -[- 4 H 2 0. Sie giebt kein Acetylderivat. Bei der Oxydation mit Permanganat entsteht dieselbe Tricarbopyridinsäure, wie aus der Cinchoninsäure. Durch Einwirkung von Salzsäure entsteht aus der Chininsäure unter Methylab- spaltung eine einbasische Oxysäure, Xanthochinsäure, nach der Gleichung: : OCIlf + HC1 = CHsC1 + C » h sN<£h° H Chininsäure Xanthochinsäure Die Xanthochinsäure verhält sich gegen Lösungsmittel wie die Chininsäure. Sie zeigt keine Flnorescenzerscheinung. Sie schmilzt erst über 300° unter theilweiser Zersetzung. Silbersalz C10 Hö N0 3 Ag. Kupfersalz (CioH 6 N0 3 1 2 Cu -f- H 2 0, Calciumsalz (Ci H 6 N0 3 )2 Ca -f 10H 2 0, Baryum- salz (C10 H 6 N0 3 ) 2 Ba -f- 6 H 2 0. Hydrochlorid C10 H 7 N0 3 . HCl + 2 H 2 0. Sulfat (C10 H 7 NO s )a H 2 S0 4 -f 3 H 2 0. Platinsalz (&<> H 7 NO3 . HC1) 2 PtCU -j- 6H 2 0. Ueber 300° zersetzt sich die Xanthochinsänre nach der Gleichung : CioH 7 N0 3 = C 9 H 7 NO -f- C0 2 . Der dabei entstehende Körper C 9 H 7 NO ist wohl unzweifelhaft ein Oxychinolin. Notiz über einige Chininverbindungen. Zd. H. Skraup. 2 ) Chinindiäthyljodid C 2 oH 2 4N 2 2 (C 2 Hö J) 2 -j- 3H 2 0. Eine alkoholische Chininlösung giebt mit essigsaurer Cuprammoniumlösung vermischt allmälig grüne Kryställchen von Chinin kupferac etat C 2 oH 2 4N 2 O2 Cu(C2H 3 2 ) 2 . In ähnlicher Weise wurde das Chininsilbernitrat C 2 o H 2 4 N 2 2 Ag N0 3 dargestellt. Durch Vermischen einer alkoholischen Lösung von Chinin mit mehr als 1 Mol. Ammoniak und darauf mit stark überschüssigem Silber- nitrat wurde ein weisser Niederschlag, Chininsilber C 2 oH 23 AgX 2 2 erhalten. Zur Kenntniss der Chinaalkaloide. 0. Hesse. 3 ) Verf. macht auf die unterscheidenden Merkmale von Cinchonidin und von Homocin- chonidin (beide nach der Formel Ci 9 H 22 N2 zusammengesetzt) aufmerksam. Methyl- und Aethylderivate des Chinins. Ad. Claus und F. Mallmann. 4 ) Jodmethylchinin, C 2 oH 2 4N 2 2 . CH 3 J. Schp. 233-2360. Bromethylchinin, Schp. 124—126°, Chlormethylchinin, Schp. 181 — 182°. Dijodmethylchinin, C 20 H 2 4N 2 2 .(CH 3 J) 2 . Schp. zwischen 140 — 160°. Jodäthyl-Jodmcthylchinin (aus Jodmethylchinin und Jod- J ) Monatsh. f. Chem. 1881. 587. 2 ) Ibid. 610. a ) Berl. Ber. 14. 45. *) Ibid. 76. Pflanze. Alkaloide. J21 äthyl), C20H24N2O2.C2H5J.CH3J. Schp. 206—208°. Jodmethyl-Jod- äthylchiuin (aus Jodätbylchiniu und Jodmethyl), C20H24N2O2 . CH3 J.C2H5J. Schp. 157 — 160°. Die beiden letzteren Körper sind nicht identisch. Methylchinin, C20H23 (CH3JN2O2. Hellgelbes basisches Oel, erhalten durch Kochen von Jodmethylchinin mit Kalilauge oder Barytwasser, giebt keine krystallisirbaren Salze, und die Lösung in Schwefelsäure zeigt keine Fluores- cenz. Platindoppelsalz: C 20 H23 (CH 3 ) N 2 2 , 2 HCl , PtCU + H 2 0. Gold- doppelsalz schön gelber pulveriger Niederschlag. J od methyl -Methyl- chinin aus Methylchinin und Jodmethyl (schon in der Kälte). Schp. 215 bis 218°. Toluylchinin. Ad. Claus und C. Bottier. 1 ) Durch Erhitzen der Toluidine mit salzsaurem Chinin werden a. Modifikationen (bei 6 stund. Erhitzen) oder ß. Modifikationen (nach 60 stund. Erhitzen) erhalten. Erstere sind in Aether lösliche Oele, letztere in Aether unlösliche, in Chloroform und Al- kohol lösliche gelb bis braun gefärbte Pulver. Verff. beschreiben nur Pla- tindoppelsalze. Ein Doppelsalz des Chlorwasserstoff- Chinins mit dem Chlor- wasserstoff-Harnstoffe, von A. Drigin. 2 ) Ein neues Chininderivat. E. Rennie. 3 ) Durch Eintragen von Chinin in Salpeterschwefelsäure erhielt Verf. ein Dinitrochinin (1 Mol. Krystallwasser, das erst bei 120 — 130° entweicht). Neue Platinsalze. 0. Hesse. 4 ) Versetzt man die erwärmte neutrale Lösung der Chlorhydrate von Chinin, Cinchonin, Conchinin, Cinchonidin und Homocinchonidin mit Natriumplatinchlorid, so erhält man Niederschläge, welche die neutralen Platinsalze der betreffenden Alkaloide repräsentiren. Chininplatinsalz (C20 ^4^0-2)2 .PtCleH2 -|- 3H 2 0. Conehiuinplatinsalz (C20 H 2 4 N 2 02)2 • PtCl 6 H 2 -f- 3 H 2 0. Cinchonidinplatinsalz (C19 H22 N 2 0) 2 . PtCl 6 H 2 -f- 2 H 2 0. Homocinchonidinplatinsalz (C19 H22 N2 0)2 Pt Cl6 H 2 -|- 2 H 2 0. Ciuchonin- platinsalz (Ci 9 H 22 N 2 0)a . PtCl 6 H 2 . Ueber die durch Destillation von Cinchonin mit Kalihydrat gewonnenen Basen. C. G. Williams. 5 ) Prioritätsreclamation. Destillation von Cinchonin über Zinkstaub. M. Filcti. 6 ) Durch Destillation von Cinchonin mit der zehnfachen Menge Zinkst aub erhielt Verf. ein hochsiedendes Destillat, in welchem neben Chinolin und Picolin zwei hochsiedende Basen enthalten sind. Aus dem Rückstaude Hess sich durch Salzsäure unter Blausäureentwicklung eine in feinen Nadeln krystallisirende Substanz gewinnen. Zur Kenntniss des Cinchonidius. Ad. Claus. 7 ) Ueber Cinchonidin und Homocinchonidin. Zd. II. Skraup. 8 ) Verf. hat gefunden, dass von Hesse erhaltenes Cinchonidin sich deshalb von dem sog. Homocinchonidin II esse's in seiner Krystallform unterscheidet, da es noch 1 — 2 °/o Chinin enthält. Man kann reines sog. Homocinchonidin ') Beil. Ber. 14. 80. -) .!. (1. russ. phvs. ehem. Ges. IHHl. 1. 32. Bert. Ber. 14. 2069. ») Chem. soc. 1881. I. 469. Berl. Ber. I I. 2592. ') Am., chem, 207. :509. •'•) Chem. N. 13. 145. °) Gazz. chim. it. IX. 20. ') Berl. 15er. 14. 113 H ) Mouatsh. t. Chem. 1881. 345. Beil. Ber. 14. 1717. •i 09 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. durch Versetzen mit Chinin in denselben Formen krystallisirt erhalten, welche Hesse für sein Cinchonidin angiebt, Der Verf. schlägt nun vor, weil das Hessc'sche Cinchonidin nur durch seine Verunreinigung vom sog. Homocinchonidin sich unterscheidet, die Bezeichnung Homocinchonidin ganz fallen zu lassen. Bemerkungen zu der Mittheilung des Hrn. Skraup über Cinchonidin und Homocinchonidin. 0. Hesse. 1 ) Verf. weist die Behauptung Skraup's, Hesse' s Cinchonidin sei unreines Homocinchonidin als irrthümlich zurück. Beitrag zur Kenntniss des Cinchonidins und des Homo- cinchonidins. 0. Hesse. 2 ) Verf. giebt das Vorkommen und die Unter- scheidungsmerkmale beider Alkaloide an. Aus Cinchonidin entsteht genau dasselbe Cinchotenidin bei der Oxydation mit Kaliumpermanganat wie aus Homocinchonidin. Wendet man unreine Präparate an, so kann allerdings in Lösung ein gegen Permanganat sehr beständiges Alkaloid enthalten sein, das Cinchamidin. Das Hydrocinchonidin von Forst und Böhringer konnte Verf. bei dieser Reaction nicht auffinden. Zur Kentniss des Cinchonidins. Ad. Claus und H. Weller. 3 ) Nach Ansicht des Verf. ist die Unterscheidung des Cinchonidins und des Homocinchonidins als zweier verschiedener chemischer Individuen absolut unhaltbar und die beobachteten Verschiedenheiten im physikalischen Ver- halten des Alkaloids oder seiner Derivate sind nur durch Verunreinigungen bedingt. Studien über Chinamin. 0. Hesse. 4 ) Das von dem Verf. ent- deckte Chinamin findet sich in vielen Chinarinden und auch in der Roh- mutterlauge des schwefelsauren Chinins. Formel C19H24N2 O2, Hydrochlorid C19H24N2O2 .HCl-4-H 2 0. Platinsalz (C19H24N2 2 .HCl) 2 PtCk. -|- 2H 2 0. Hydrobromid C19 H24 N 2 2 . BrH -f- H2O. Einwirkung von Essigsäureanhydrid gab Acetylapochinamin. Mit Jodäthyl vereinigt es sich direkt; bei anhal- tendem Behandeln mit kochendem Wasser zersetzt sich aber das gebildete Product in Alkohol und das Jodhydrat des Chinamins. Wird Chinamin mit Salzsäure gekocht (1 Th. Alkaloid, 20 Th. Säure von 1,125 sp. G. 3 Minuten lang), so geht es vollständig m'Apochinamin über. Bei längerer Einwirkung der Säure entstehen braun gefärbte Producte. Bei Einwirkung 13procentiger Salzsäure (10 Th.) auf Chinamin (1 Th.) in der Kälte ent- steht ein China midin genanntes Alkaloid neben einer rothen zähen Masse. Letzteres bildet sich auch beim Erhitzen von Chinamin mit 1 — 4 Mol. Gew. HCl, 2 Mol. G. Chinasäure, 1 — 2 Mol. G. Weinsäure oder 2 und mehr Mol. Gew. Essigsäure im Verhältniss von 1 Th. Alkaloid zu 5 Th. Lösungs- mittel (Säure ~\- Wasser) im Rohre auf 130° neben wenig Chinamicin. Apochinamin, farblose Blättchen, Schp. 114° leicht löslich in heissem Alkohol, Chloroform und Aether. Concentrirte Schwefelsäure löst es mit grünlichgelber Farbe. Formel C19H22N2O. Es entsteht aus dem Chinamin (und dem Chinamicin) nach der Gleichung: C19 H 24 N 2 2 = H2O -|- C19 H22N2O. Apochinaminhydrochlorid C19H22N2O.HCI4- Va H 2 0, Platmsalz(Ci 9 HaaNaO. HCl) 8 PtCU-f 2H 2 0, Sulfat (C 10 H 2 aNaO)aH 2 SO4 + 2H 2 0, Oxalat (Ci 9 Ha a ») Berl. ßer. 14. 1888. 2 ) Ibid. 1890. 3 ) Ibid. 1Ö21. *) Ann. ehem. »07. 288. Pflanze. Alkaloi 123 N 2 0) 2 . Ca 4 H 2 -f- H 2 0. Nitrat C19 H 22 N 2 . HN0 3 . Einwirkung von Essigsäureanbydrid auf Apochinamin gab Acetylapochinamin Ci9H 2 i fC 2 HsO) N 2 0. Platinsalz (C 19 H 2 i(C 2 H 3 0)N 2 0) 2 PtCl 6 H 2 -f 2H 2 0. Chinaraidin, erbalten durch Erbitzen von 4 g Chinamin, 2 g Wein- säure und 18 g H 2 (2 Stunden lang) auf 130°. Es krystallisirt in weissen Nadeln, Scbp. 93°, leicht löslich in Alkohol, wenig in Chloroform und Aether. Formel: Ci9H 24 N 2 2 , ein Isomeres des Chinamins. Es giebt kein Apochinamin. Es ist eine viel stärkere Base als Chinamin. In conc. Schwefelsäure löst es sich mit safrangelber Farbe, die sich beim Erwärmen in braun verändert. Beim Eingiessen dieser Lösung in kaltes Wasser er- hielt man eine prächtig rosa gefärbte, intensiv grün fluorescirende Lösung, die sich am Sonnenlicht rasch entfärbt. Hydrochlorid C19 H 24 N 2 2 . HCl + H 2 0. Platinsalz (C19 H 24 N 2 2 . liCl) 2 PtCl 4 -f- 6 H 2 0. Hydrobromid, dem Chlorid analog, Oxalat (Ci 9 H 24 N 2 2 ) 2 . C 2 4 H 2 -f 4H 2 0. Chinamicin, entsteht in grösserer Menge, wenn man eine Auflösung von gleichen Mol. Gew. Chinamin und Schwefelsäure in Alkohol bei 60 — 80° verdunstet und den Rückstand einige Minuten auf 100° erhitzt. Zusatz einiger Tropfen Glycerin zu der Lösung erhöht die Ausbeute wesentlich. Chinaminin wird aus seiner essigsauren Lösung durch Ammoniak in weissen Flocken gefällt, die sehr bald krystallinisch werden; aus seinen Lösungs- mitteln, Alkohol, Aether und Chloroform wird es nur amorph erhalten. Es schmilzt bei 109°. Zusammensetzung: Ci9H 24 N 2 2 . Platinsalz (C19 H 24 N 2 2 ) 2 PtCle H 8 -f- 3 H2O. Pro to chinamicin entsteht als dunkelbraune Masse beim Erhitzen von gleichen Mol. Gew. Chinamicin und Schwefelsäure auf 120 — 130 °. Verf. giebt diesem Körper unter Vorbehalt die Formel Ci7H 2 oN 2 2 . — Hieran schliessen sich Angaben über das optische Verhalten einiger dieser Körper. Das Apochinamin scheint nicht direct aus dem Chinamin zu entstehen, sondern aus einem Umlagerungsproducte desselben, dem Chinamicin. Das Chinamin ist mit den gewöhnlicheren Chinaalkaloiden, Chinin oder Cinchonin und deren Isomeren, gar nicht verwandt und es hat daher mit denselben nur das Vorkommen in gewissen Chinarinden gemeinschaftlich. Ueber Cinchamidin. 0. Hesse 1 ) In den wässrigen Mutterlaugen von der Reinigung des Homocincbonidinsulfats hat Verf. ein neues Alkaloid, Cinchamidin, aufgefunden. Es krystallisirt in farblosen Blättchen und platten Nadeln, unlöslich in Wasser, sehr schwer in Aether, leicht in kaltem Alkohol und in Chloroform. Seine alkoholische Lösung rcagirt basisch. Es ist linksdrehend; bei t = 15 und p = 2 in 97 Vol.-% Akobol wurde (a) D = — 98,4° gefunden. Es schmilzt bei 230° C. Zusammen- setzung: C 2 oH 2 6N 2 0. Es ist eine zweisäurige Base wie das Cinchonidin und das Homocinchonidin. Hydrochlorid C 20 H 26 N 2 . 2 HCl + 2 II a Platinsalze (CaoHaeNaO^PtCleHa + 3H 2 und CaoHaeNaO .PtCleHa. Es krystallisirt mit Cinchonidin und Homocinchonidin zusammen, wodurch deren Schmelzpunkte erhöht werden. Verf. weist schliesslich auf die Aehnlicbkeit seines Cinchamidins mit dem Alkaloid, das Forst und Böhringer durch Oxydation von Cinchonidin erhalten haben, bin. Ueber ein neues Chinaalkaloid. Arnaud. 2 ) In einer tief braun- rothen Rinde mit harzigem Bruch aus der Provinz Santaudcr (Columbien) >) Berl. 15er. 14. 1683. -i ) C'ompt. rend. 93. 593. Berl. Bcr. 14. 2693. j ■) | Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. hat Verf. ein mit dem Hydrocinchonin isomeres AlkaJoid neben Cinchonin aufgefunden, das er Cinchonamin nennt. Es krystallisirt aus alkoholischer Lösung in farblosen Prismen, unlöslich in Wasser, löslich bei 27° in 100 Th. Aether und in 31,6 Th. 90proc. Alkohol, Scbp. 195°, dreht rechts («) D = -}- 1 1 7,9 ° (in 93proc. Alkohol). Seine Zusammensetzung entspricht der Formel C19H24N2O. Seine sauren Lösungen fluoresciren nicht. Durch Kali oder Ammoniak wird es daraus gefällt. Chlorhydrat Ci 9 H2.1N2O .HCl 4-H2O wenig löslich in Wasser namentlich bei Gegenwart freier Säure und krystallisirt leicht in Prismen. Chloroplatinat (C19 H 2 4 NsO . HCl)a PtCU, unlöslicher, gelber Niederschlag. Das in Wasser sehr leicht lösliche Sulfat krystallisirt nur aus Alkohol. Das Nitrat ist ein fast unlöslicher Nieder- schlag; ebenso ist das Jodhydrat und das Acetat nur schwer löslich. Die saure schwefelsaure Lösung der Base zeigt die Rotation (a) D = -\- 45,8 0, bei 16°. Untersuchungen über Conchinamin. A. C. Oudemans. 1 ) Verf. hat das von Hesse entdeckte Conchinamin untersucht und seine Eigen- schaften mit Hesse's Angaben verglichen. Er fand ebenfalls die Zusammen- setzung C19H24N2O2, triklinisch. Alkohol von 91% löst bei 19° 13,5%, 41 % Alkohol nur 0,38 o/ , Aether bei 15 13,5%, Benzol bei 18° 24,4%, Schwefelkohlenstoff bei 18° 6,05% Conchinamin. Schp. 123°. Weiter wurden Salze dieser Base untersucht. Sulfat (Gig H24 Na 02)2 Ha SO4, Chlor- hydrat C19H24N2O2 . HCl, Bromhydrat, Jodhydrat, Chlorat, Perchlorat, Chlorplatinat (C10H34N2O2 .HC1) 2 PtCU + 3 H 2 0, gelber Niederschlag aus neutraler Lösung, bei Gegenwart von Säure nur aus concentrirter Lösung. Formiat, Acetat, Oxalat (C10H24N3 02)2 C 2 H 2 O4 -f- 3H 2 rhombisch; beim Erhitzen desselben auf 115 ° entsteht eine Base, die mit Hesses Apochinamin identisch zu sein scheint. — Das weinsaure Salz des Conchinamins ist sehr leicht löslich. Beitrag zur Kenntniss des Conchinamins. A. C. Oudemans jr. 2 ) Ueber Conchinamin. 0. Hesse. 3 ) Das Conchinamin , der stete Be- gleiter des Chinamins in den Chinarinden, wird aus der alkoholischen Mutterlauge des letzteren gewonnen. Formel C19H34N2O2, Schp. 121°. Wird Conchinamin mit Salzsäure von d= 1,125 einige Minuten gekocht, so geht es in Apochinamin über unter Wasserabspaltung: C19H24N2O2 = C19H22N2O -f- H2O. Die Angabe über die Reactionen des Chinamins passen auch vollständig für das Conchinamin. Auch die Salze des letzteren haben vieles mit denen des Chinamins gemein. Platinsalz, aus der Lösung des Chlorhydrats mit Natriumplatinchlorid als flockiger Niederschlag gefällt, (C19 H24N2 2 . HC1) 2 PtCU -f- 2H 2 0. Die Lösung des Chlorhydrats in Wasser giebt mit Goldchlorid einen gelben, flockigen, mit Quecksilberchlorid (wenn vorher mit etwas Salzsäure angesäuert) einen weissen Niederschlag, ebenso mit Quecksilberjodidkalium. Weiter wurden von Salzen untersucht das Jodhydrat, Chinasaures Chinamin, C19 H24N2O2 ,C7Hi 2 06 -4- 2H a 0, Salicylat, neutrales Sulfat, (Ci9H84N 2 02)aH 2 S04. Neutrales Oxalat, (G9H21N2 03)2 C3H2 O4 | 3H2O, (beim Erhitzen auf 105° schmilzt dieses Salz und verwandelt sich unter Abgabe von Wasser zunächst in oxalsaures Chinamicin, dann in Apochinaminsalz. — Schliesslich wird das optische Verhalten des Conchi- namins eingehend erörtert. — In dem Conchinamin und Chinamin liegen ] ) Mouit. scient. 1881. 767. Berl. Ber. 14. 2248. *) Ann. ehem. 309. 38. s ) Ibid. 62. Pflanze. Alkaloide. 125 isomere Basen vor, die zwar beide gleich leicht und in demselben Sinne veränder- lich sind, jedoch nicht die Fähigkeit besitzen direct in einander überzugehen. Ueber Cinchotin (Hydrocinchonin von Caventon und Will). C. Forst und Chr. Böhringer. r ) Die Salze des Cinchotins gleichen im Allgemeinen denen des Cinchonins sehr, sind aber meist etwas leichter lös- lich. Mit Chromsäuremischung oxydirt liefert Cinchotin Cinchoniusäure. Mit 1 Mol. Jodmethyl liefert das Cinchotin das Jodid einer Ammoniumbase. Sulfat : 2 (Ci 9 H 2 4 N 2 0) S 4 H 2 -f 1 2 H 2 0. Nitrat : Ci 9 H 2 4 N 2 . N0 3 H 4- H 2 0. Hydrochlorid : Ci 9 H 24 N 2 . H Cl -f- 2 H 2 0. Saures Hydrochlorid : Ci 9 H 24 N 2 0.2HCl. Hydrobromid: C19H24N2 .HBr -f- 2 H 2 0. Saures Hydrobromid: Ci 9 H 24 N 2 . 2 HBr. Tartrat: 2 (C i9 H 24 N 2 0) C 4 H 6 6 -f 2H 2 0. Sulfocyanat: Ci 9 H 2 4N 2 .CNSH. Ueber Cinchotin und Hydrocinchonidin. C. Forst und Chr. Böhringer. 2 ) Das Cinchotin ist nicht im Cinchonin des Handels enthalten, sondern entsteht erst durch Einwirkung von Kaliumpermanganat auf Cin- chonin. Verff. haben weiter 4 Cinchotinsalze untersucht und geben eine Tabelle zum Vergleiche der Löslichkeitsverhältnisse der bis jetzt unter- suchten Cinchotinsalze mit denen der entsprechenden Cinchoninsalze. Cinchotinoxalat 2 (C19H24N2O) C 2 H 2 4 -j- H 2 0, — Bitartrat &9H24 N2O.C4H6O6 + 4H 2 0, — Hydrojodid C19H24N2O.HJ + H 2 0, Benzoat Ci9H 2 4N 2 O.C 7 H 6 02. Durch Oxydation von Cinchonidin unter denselben Bedingungen, unter denen aus Cinchonin Cinchotin entsteht, erhielten die Verff. neben Cin- chotenidin ein neues Alkaloid, das sie Hydrocinchonidin nennen. Ueber Hydrochinidin (Hydroconchinin). C. Forst und Chr. Böhringer. 3 ) Neben anderen Basen erhielten Verff. bei vorsichtiger Oxydation des Chinidins (Conchinin, Hesse) mit übermangansaurem Kali eine Base, die sie Hydrochinidin nannten (C 2 oH 2 6N 2 2 -f- 2V2H-2O). Ein eigenthümliches Alkaloid aus der Rinde von Cinchona cuprea. B. H. Paul und A. J. Cownley. 4 ) Ein neues Chinaalkaloid (Ultrachinin, aus der Rinde von Cinchona cuprea). W. G. Whiffen. 5 ) Notiz über eine Verbindung von Chinin und Chinidin. C. H. Wood und E. L. Barret. 6 ) Zur Kenntniss des Morphins. E. v. Gerichten und ITugo Schrötter. 7 ) Verff. haben Morphin mit Zinkstaub destillirt und dabei neben Pyridin, Chinolin, Trimcthylamin und viel harzigen Produeten in er- heblicher Menge (bis etwa 6 %) Phenanthrcn erhalten und daneben eine Dasc von hohem Molekulargewicht, deren Salzlösungen intensiv grün nuores- ciren. Verff. vermuthen in letzterer ein Phenanthrenchinolin, dessen Be- ziehung zu Morphin dann in folgenden Formeln angedeutet wäre: CwHuN C17H19NO3. riiciiiinthrcnclänolin Morphin Ueber einige Reactioncn des Morphins und seiner Ver- ') Berl. Her. 14. 436. ') Ibid. i-'<; ,- >. : i Iliiil L956. M Pharm. J. Transact. ISS1. No. 599. S. 497. Bert. Ber » [bid. ■) Chem N. 15. ß. 7 ) Ann. chem. «IO. 396. 12Q Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. wandten. E. Grimaux. 1 ) Verf. lässt auf Morphin und die Aether des- selben Codein, Codaethylin, Acthylenniorpbin u. s. w. das Methyleuaceto- chlorhydrin C H2 Cl . C2 H 3 bei Gegenwart concentrirter Schwefelsäure ein- wirken und beschreibt die dabei auftretenden Farbenerscheinungen, welche in der Bildung von Condensationsproducten aus dem entstehenden Aldehyd und den Morphinkörpern ihren Grund haben. Ueber die Umwandlung des Morphins in Codein und in homologe Basen. 2 ) Codein wird aus Morphin erhalten durch Erhitzen des letzteren mit Jodmethyl (1 Mol.) bei Gegenwart von Natronhydrat (1 Mol.). In analoger Weise wurde mit Jodaethyl der dem Code'in homologe Aethyl- äther des Morphins Codäthylin C19H23NO3 erhalten. Ueber den Methylaether des Morphins. 0. Hesse. 3 ) Durch Einwirkung von Methyljodid auf Morphinkalium erhielt Verf. einen Körper, der sich in manchen Punkten von dem Codein unterscheidet. Das Krystall- wasser des Hydrochlorids (2 H2 0) entweicht schon bei 100°. Es bildet lange seideartige Nadeln, löslich in Wasser bei 18 im Verhältniss von 1:10,8. Die Lösung wird durch Alkali anfangs milchig getrübt, worauf sich ein öliger oder wenigstens amorph bleibender Niederschlag aus- scheidet. Ein neuerdings aus Morphinnatrium dargestelltes salzsaures Methylmorphin konnte in obiges Salz und ein mit dem salzsauren Codein wahrscheinlich identisches durch fractionirte Krystallisation getrennt werden. Ueber die Morphinäther. E. Grimaux. 4 ) Aethylenbromid giebt mit Morphin bei Gegenwart von Natriumbydrat einen Aethylenäther, den Verf. als Dicodethin bezeichnet, Derselbe wird durch Fällen mit Natron- lauge als harzige Masse niedergeschlagen, kann jedoch durch Lösen in kochendem ÖOprocentigem Alkohol krystallisirt erhalten werden. Leichte, weisse Nadeln, zersetzen sich unter Schwärzung und ohne zu schmelzen oberhalb 200°, leicht löslich in Alkohol, unlöslich in Aether, färben sich nicht mit Schwefelsäure, werden aber wie Codein selbst auf Zusatz von eisenchloridhaltiger Schwefelsäure bei 20 ° blau gefärbt, (Diese Blau- färbung scheinen alle Morphinäther zu zeigen.) Seine Zusammensetzung ist (Ci7Hi8N0 3 )2C2H4. Das Chlorhydrat bildet kleine, farblose, harte, leicht in Wasser lösliche Prismen. Beim Erhitzen von Morphin mit Natronlauge und dem von Henry beschriebenen Acetochlorhydrin CH2CI.OC2H3O er- hält man eine Base, C17H18NO3 . CH2OC2H3 0, Acetyloxycodein , welche weder durch fixe Alkalien noch durch Ammoniak aus saurer Lösung gefällt, dagegen durch Soda als gummiartige Masse niedergeschlagen wird. Dieselbe zersetzt sich schon beim Kochen mit Wasser in Morphin Formaldehyd und Essigsäure und löst sich in kalter Schwefelsäure unter Purpurfärbung auf. Ueber eine neue Reihe von Basen, die sich vom Morphin ableiten. E. Grimaux. 5 ) Beim Eindampfen, der von Jod durch Silber- oxyd befreiten Lösung des Codeinjodmethylats erhält man keine Ammonium- base, sondern eine tertiäre Base, das Methocodein, C17 H17 (CHs)N02 .OCH3. Glänzende bei 118,5° schmelzende Nadeln, wenig löslich in Wasser, leicht in Alkohol und Aether. Durch Ammoniak wird sie aus ihren Salzen ge- fällt. Chlorhydrat ist krystallisirbar. Mit concentrirter Schwefelsäure wird ] ) Compt. rend. 93. 217. Berl. Ber. 14. 226G. *) Ibid. 92. 1140. Ibid. 1413. 8 ) Pharm. J. Transact. 1881. No. 582. Berl- Ber. 14. 2249. *) Compt. rend. 93. G7. Berl. Ber. 14. 2249. *) Ibid. f.!»l. Ibid. 2693. Pflanze. Alkaloide. J27 sie braun; beim Zusatz einiger Tropfen Wasser löst sie sieb zu einer intensiv violett gefärbten Flüssigkeit, die auf weiteren Wasserzusatz bellrotb, schliess- lich farblos wird. Dieselbe Reaction giebt auch das Cryptopin. Auch durch Kochen des Jodmethylats mit Kalilauge entsteht dieselbe Base. Durch Be- handlung des Codei'njodaethylats mit Silberoxyd oder Kalilauge u. s. w. ent- steht eine bei 132° schmelzende tertiäre Base, homolog zu der vorher beschriebenen. Ueber das Drehungsvermögen des künstlichen Code'ins. E. Grimaux. 1 ) Dasselbe stimmt völlig überein mit dem des natürlich vorkommenden. Zur Kenntniss des Code'ins. E. v. Gerichten. 2 ) Verf. hat durch Einwirkung von Phosphorpentachlorid auf Code'in und auf Bromcodein folgende Körper erhalten: CisH 2 oClN0 2 nach der Gleichung C18H21NO3 Code'in -f PCI5 = HCl + POCI3 + Ci 8 H 2 oClN0 2 weiter C 18 Hi 9 C1 2 N0 2 nach neues Chlorid der Gleichung Ci 8 H 2 iN0 3 -f- 2 PCI5 = CisHieCfeNOa -J- PC1 3 + 2 HCl Code'in neues Chlorid -\~ POCI3. Durch Einwirkung von Phosphorpentachlorid auf Bromcodei'11 entstand die Base CisHio BrClN0 2 . nach der Gleichung: CisHsoBrNOs -j- PCI5 = POCI3 + HCl -4- CisHisBrCINO«. Zur Kenntniss des Cotarnins. E. v. Gerichten. 3 ) Aus dem Bromtarconin Wright's hat Verf. durch Einwirkung von Wasser bei 150 — 160° zwei Körper erhalten, Tarnin und Cupronin; das letztere ist ein sehr schöner Farbstoff. Erhitzt man Bromtarconin mit Salzsäure auf 130°, so entweicht beim Oeffnen der Röhre Kohlenoxyd und in der restirenden Flüssigkeit setzen sich neben salzsaurem Tarnin gelbe Krystallc des Hydro- chlorids einer Amidosäure ab. Ich nenne dieselbe Nartinsäure. Bezüg- lich der Eigenschaften dieser Körper, ihrer Zusammensetzung, ihrer Bildungs- weise u. s. w. sei auf das Original verwiesen. Zur Kenntniss des Cotarnins. E. v. Gerichten. 4 ) I. Abhand- lung. Wird Cotarnin mit Salzsäure auf 140° erhitzt, so spaltet sich Methyl ab, das im Cotarnin als Methoxyl enthalten war, denn der so ent- standene Körper, Cotarnaminsäurc genannt, zeigt die Eigenschaften eines Amidophenols und liefert ausserdem bei der Oxydation Apophyllensäure. Dasselbe Methyl wird auch bei der Darstellung des Bromtareonins durch Erhitzen des Bromcotarnindibromids als Brommethyl von Cotarnin abge- spalten. Bei Einwirkung von Brom auf Bromtarconin wurde zunächst ein Körper erhalten, Cuprin, dessen einfachste Formel C11H7NO3 ist. Hei weiterer Einwirkung von Brom entsteht Monobromapophyllcnsäure. Als letztes Product dieser Reaction wurde ein basischer Körper, von der Zu- sammensetzung Ci 4 Hi Bim N 2 O4 gebildet, dessen Hydrochlorid beim Er- hitzen in Chlormethyl, Kohlensäure und Dibrompyridin zerfällt. Dieses Dibromapophyllin liefert beim Erhitzen mit Salzsäure zwischen 140 — 180° neben wenig Dibrompyridin und Kohlensäure das Chlorid einer Ammo- aiumbase, des Methyldibrompyridylammonium&, gemäss der Gleichung (VilIioBr 4 N 2 Oi 4- 2 HCl = 2C0 2 -| 2 (V.IhjBr,. N . CHsCl. Hiernach ») Compt. rend. »2. 1228. Berl Her. 14. 1720 2 ) Ann. ehem. 210. 105. :; z Berl, Her. l-l. 310. ••) Ann. ehem. 21 0. 7!». 223 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. kann das Methyl im Dibromapophyllin und dem entsprechend auch in der Apophyllensäure nicht in Forin von COaCHs enthalten sein, sondern es muss vielmehr in nächster Beziehung zum Stickstoff stehen: — CH 3 -° > Ci o II4 Bim N 2 _~~ + 2 II Gl = 2 C 0> -|- 2 CY, H 3 Br a N . C Ha Cl. —0 > — CH 3 Das Dibromapophyllin ist demnach kein Säureäther, sondern ein lactid- oder betainartig constituirter Körper. Damit erklärt sich dann auch die — CO2H QQ Schwierigkeit der Methylabspaltung aus der Apophyllensäure: C5H3 N ~ > — CH 3 . So wäre demnach das Cotarnin durch eine Reihe von Zwischengliedern allmälig bis zum Pyridin abgebaut. Ich gebe in Folgendem eine Uebersicht über die dabei stattfindenden ßeactionen: CisHiaNOa -f Br 4 == BrH.C12H12BrNO3.Br2. Cotamin Bromwasserstoffs. Bronicotamindibromid BrH.C12H12BrNO3.Br2 = BrH -f BrCH 3 + BrH . C11 Hs BrN0 3 . Bromwasserstoffs. Bromtarconin CuHsBrNOs = BrH — C11H7NO3. Bromtarconin Cuprin C11H7NO3 + 16 Br -f 7H 2 = C 8 H 6 BrN0 4 -f- 15 BrH -f 3 C0 2 . Bromapophvllensäurc 2C 8 H 6 BrN0 4 -f 2Br 2 = Ci 4 HioBr 4 N 2 4 . 2 BrH -f 2 C0 2 . Bromapophyllensäure Bromwassei-stoffs. Bromapophyllin Ci 4 HiüBr 4 N 2 04.2HCl = C0 2 -f 2 C 5 H 3 Br 2 N . CH3CI. Salzs. Bromapophyllin Methyldibrompyridylammoniumchlorid C 5 H 3 Br 2 N.CH 3 Cl = CH3CI -f C 5 H 3 Br 2 N. Methyldibrompp-idylammoniumchlorid Dibrompyridin Die natürlich vorkommenden mydriatisch wirkenden Alka- loide. A. Ladenburg. J ) Verf. giebt eine Zusammenstellung seiner schon in früheren Jahrgängen dieses Berichtes einzeln referirten Untersuchungen. Er stellt seine Resultate wie folgt zusammen: 1) Atropin. C17H23NO3. Findet sich in Atropa Belladonna und in Datura Stramm onium, H jos cyamus niger, spaltet in Tropasäure, C9H10O3, und in Tropin, CsHisNO. 2) Hyoscyamin. C17H23NO3. Findet sich in Atropa Belladonna, in Datura Strammonium, Hyoscyamus niger und Duboisia myoporoides, spaltet in Tropasäure, C9H10O3 und Tropin CsHisNO. 3) Hyoscin. C17H23NO3. Findet sich in Hyoscyamus niger, spaltet in Tropasäure, C9H10O3, und Pseudotropin, C3H15NO. Die in der Natur vorkommenden Mydriatica sind also untereinander isomer. Ueber die Alkaloide der Belladonnawurzel und des Stech- apfelsamens (Atropin, Daturin, Hyoscyamin). E. Schmidt. -) Zur Constitution des Tropins. A. Ladenburg. 3 ) >) Ann. Chem. 206. 274. 2 ) Ibid. 308. 196. B ) Beil. Ber. 14. 227. Pflanze. Alkaloide. J29 Beim Erhitzen von Tropin mit rauchender Jodwasserstoffsäure und amorphem Phosphor auf 140 ° entsteht das Hydrotropin-Jodür von der Zu- sammensetzung CsHuNJa nach der Gleichung: 2C 8 Hi 5 N0 -f- 4 JH -(- 4P 4- 10H 2 O = 2C 8 HuNJ 2 -f 4P0 3 H 3 4; 4H 2 . Nach einer zweiten daueben verlaufenden Reaction bildet sich aus Tropin unter Wasserabspaltung Tropidin. Letzteres und dessen Perjodid bildet sich als einziges Product der Reaction zwischen JH, amorphem Phosphor und Tropin beim Erhitzen auf 150 ° und höher. Das Hydrotropinjodür, C8H17NJ2, giebt beim Kochen mit NC^Ag seinen ganzen Jodgehalt ab, beim Behandeln mit ClAg aber nur ein Atom Jod gegen ein Atom Chlor-, das so entstehende Chlorjodür giebt ein Platinsalz (C 8 HuNJCl) 2 PtCU. Die durch Erwärmen des Jodürs mit NOsAg entstehende Base giebt ein Platinsalz (C 8 Hi7NCI 2 ) 2 PtCU. Eine Base, C 8 Hi 5 NO, wurde als ein bei 237 — 239 ° siedendes, bei — 30 ° nicht erstarrendes Oel erhalten, durch Behandlung des Hydrotropin-Jodürs mit überschüssigem frisch gefälltem Silberoxyd. Verf. nennt diesen Körper C 8 HiöNO Metatropin. In seinem ganzen Verhalten hat das Hydrotropinjodür Aehnlichkeit mit dem aus Neurin und Jodwasserstoffsäure erhaltenen Jodür C5H13NJ2 und demgemäss das Tropin selber mit dem Neurin. Wie im Neurin ist auch im Tropin eine OH- Gruppe enthalten. Durch Vertretung des Wasserstoffs der letzteren durch Säureradikale entstehen die Trope'ine. Die Destillation des Tropins mit Natronkalk gab Methylamin, Trimethylamin (Allylamiu?), Wasserstoff, ein Gas, das durch Brom geleitet ein Bromür gab, dessen Bromgebalt mit dem eines Valerylenbromürs C5 H 8 Bra übereinstimmte und endlich ein Oel, aus dem ein zwischen 100—110° siedender Kohlenwasserstoff isolirt werden konnte, dem ungefähr die Formel (CsH^n zukommt. Verf. schloss aus diesen Resultaten, dass bei der Analogie zwischen Neurin und Tropin viel- leicht ein dem Hydrotropinjodür entsprechendes Bromür aus Valerylenbroniür und Trimethylamin gewonnen werden könne. Durch Einwirkung von Valerylenbromür auf Trimethylamin entsteht nun ein Bromür C 8 Hi7NBr 2 , das sich völlig analog verhält mit dem von Hofmann aus Aethylenbromür und Trimethylamin erhaltenen Körper (C 113)3 N . C 2 HiBr 2 . Jedoch sind die so gewonnenen Verbindungen nicht identisch sondern nur isomer mit den aus dem Tropin erhaltenen. Einwirkung von Jodwasserstoffsäure und amorphem Phosphor auf Collidin gab ein Collidinpcrjodid, kein Tropidinperjodid. Um aus Pyridin- derivaten Tropin oder Tropidin zu synthetisiren wurden verschiedene Ver- suche angestellt, aber ohne den gewünschten Erfolg. Aus Pipcridin und Bromallyl dargestelltes Allylpipcridin gab bei der Oxydation kein Tropidin oder Tropin. Auch der Versuch der Darstellung eines Piperidinchinolins nach der Skraup'schen Methode (Pipcridin, Glycerin, Schwefelsäure. Nitrobenzol) schlug fehl. Einwirkung von Epi< •hlorhydrin auf Pipcridin gab eine Base, die bei 300 — 305 ° siedet und annähernd die Zusammensetzung des Tropina besitzt, die aber mit Tropin nicht identisch ist. Audi die Einwirkung des Bromallylalkohols auf Piperidin gab kein mit Tropin identisches Product. Versuche zur Synthese von Tropin und dessen Derivaten. A. Ladenburg. J ) ■) Berl. Bor. 14. 1342 Jahresbericht, I88I1 i'U) Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Düngci'. Verf. theilt Versuche zur Synthese des Tropins mit, die aber nicht den gewünschten Erfolg hatten. Aethylpiperidiuuiethylenjodür, erhalten aus Aethylpiperidin und Methylenjodür tauscht mit Chlorsilber ein Atom Jod gegen Chlor aus und giebt das Chlorjodür CsIInNJCl. Behandelt man Dimethylpiperidin mit Aethylenjodür, so giebt das letztere unter Abspaltung von Aethylen sein Jod an das Dimethylpiperidin ab und es entsteht ein Körper C7H15NJ2, der auch durch directe Addition von Jod an Dimethyl- piperidin gewonnen wird. Durch Schütteln mit Chlorsilber entsteht ein Chlorojodür C7H15NJCI, Goldsalz C7H15NJCI. AuCLj; durch Schütteln mit Silberoxyd aber wird dem Jodür alles Jod entzogen und es entsteht eine sehr interessante Base C7II13N, die Verf. Dimethylpiperide'in nennt. — Dimethylpiperidin vereinigt sich mit Methylenjodür zu Dimethylpiperidin- methylenjodür, CsHuNJa- Gegen Chlorsilber verhält sich dieses wie Hydro- tropinjodür, unterscheidet sich aber von letzterem wesentlich durch sein Verhalten gegen Silberoxyd. — Durch Einwirkung von Propyl- und Isopro- pyljodür auf Piperidin entstehen Propyl- resp. Isopropylpiperidin. Beide Basen besitzen einen starken narkotischen Geruch, der sehr an den des Tropidins erinnert. Ueber Tropin. G. Merling. *) Bei Behandlung des Tropins mit Methyljodid entsteht Methyltropinjodid CsHisNO, CH3J. Wird dieses mit Silberoxyd behandelt und das alkalisch reagirende Filtrat der Destillation unterworfen, so geht neben geringen Mengen eines pfeffermünzartig riechen- den Oels und Trimethylamin im Wesentlichen ein bei 240 — 245 ° siedendes Oel über, das als Methyltropin, CSH14CH3NO, aufzufassen ist. Wird letzteres mit Jodmethyl behandelt, so entsteht Dimethyltropinjodid, farblose, an feuchter Luft zerfliessende Nadeln, schwer löslich in kaltem absolutem Alkohol, unlöslich in Aether. Mit Silberoxyd liefert es eine stark alkalisch reagirende Flüssigkeit, die unzweifelhaft das obigem Jodide entsprechende Oxydhydrat: C 8 Hi4(CH 3 )NO, CH3.OH enthält und sich bei der Destillation fast vollständig verflüchtigt. Dabei entsteht neben einem pfeffermünzartig riechenden Oele, das in Säuren un- löslich ist, reichlich Trimethylamin. Zerlegung des Tropins. A. Ladenburg. 2 ) Tropin mit Jod- methyl giebt Tropinmethyljodür, letzteres in wässriger Lösung mit Silberoxydentjodid hinterlässt nach Verjagung des Wassers Methyltropin. Mit Methyljodid giebt dieses Dimethyltropinjodür. Wird dieses mit Silber- oxyd entjodet, so zerfällt das Filtrat vom Jodsilber bei der Destillation in 3 Producte: 1) Trimethylamin; 2) einen Kohlenwasserstoff der Formel C7H8 und 3) ein sauerstoffhaltiges Oel C7H10O. Mcthyltropinhydrochlorid giebt mit Kali erwärmt nur Dimethyl- kein Trimethylamin. Der Kohlenwasser- stoff C 7 H 8 siedet bei 113—115°, spec. Gew. bei ° = 0,91. Das oben erwähnte sauerstoffhaltige Oel C7H10O wird am besten durch Zerlegung des Methyltropidinjodids durch Alkalien gewonnen (neben Di- methylamin). (Durch Behandlung des Tropins mit concentrirter Schwefel- säure erhält Verf. gegen 80 % der theoretischen Ausbeute an Tropidin.) Der Körper CrHsO siedet bei 181 — 182° und besitzt einen gleich- ') Berl. Ber. 14. 1829. ») Ibid. 2126. Pflanze. Alkaloide. 131 zeitig an Aceton und an Bittermandelöl erinnernden Geruch. Spec. Gew. bei 0o = 1,01. Er wird nach folgender Gleichung gebildet: C 8 Hi 3 N.CH 3 J 4- KOH = JK + C 7 H 10 O -f- (CH 3 ) 2 NH. Tropidinmetliyljodiir. Zerlegung des Tropins. A. Ladenburg. l ) Verf. nennt das sauerstoffhaltige Oel C7H10O, das bei der Zerlegung des Monomethyltropi- dinjodürs und des Dimethyltropinjodürs entsteht, Tropilen und den dabei auftretenden Kohlenwasserstoff C7 Hs Tropiliden. Durch Einwirkung von Dimethylamin auf Tropilen entsteht ein Isomeres vom Methyltropin, das Verf. ß.-Methyltropin, C9H17NO, nennt. «.-Methyltropin giebt mit gas- förmiger Salzsäure Chlormethyl und Basen, die zwischen 170 — 220° destilliren, aber von Tropidin und Tropin nur Spuren enthalten, da sie in Wasser schwer löslich sind. /^.-Methyltropin spaltet sich mit gasförmiger Salzsäure in Tropilen und Dimethylamin. Schliesslich macht Verf. einige Angaben über das Tropilen und be- spricht seine Aehnlichkeit mit dem Suberon. Zur Geschichte des Tropins. K. Kraut. 2 ) Untersuchungen über das Atropin. L. Pesci. 3 ) Durch Ein- wirkung von Salpetei^säure auf Atropin wurde ein Alkaloid, Apoatropin erhalten, welches sieb vom Atropin durch ein Molekül Wasser unterscheidet. Farblose Prismen, Schp. 60 — 62°, wenig löslich in Wasser, mehr in Benzin und Amylalkohol, leicht in Alkohol, Chloroform. Benzol u. Schwefelkohlen- stoff. Das Sulfat (Ci 7 H 2 i N0 2 ) 2 H 2 S0 4 -f- 5 H 2 bildet perlmutter- glänzende, mikroskopische Blättchen. Ausserdem ist das Chlorhydrat, Nitrat, Jodhydrat, Chromat und Acetat dargestellt worden. In geschlossenem Rohre mit dem sechsfachen Gewichte von dem der Salzsäure 4 Stunden auf 120 bis 130° erhitzt, spaltet es sich in Tropin, Isatropasäure (Schp. 196 — 198°) und Atropasäure (Schp. 104—106°). Wirkung des nascirenden Wasserstoffs auf Apoatropin. L. Pesci. 4 ) Aus Apoatropin erhielt Verf. Hydroapoatropin als ein Oel von der Zusammensetzung Ci7H 23 N0 2 . Ueber das Hyoscin. A. Ladenburg. ö ) Verf. beschreibt das krystallisirte Jodhydrat C17 H 23 N0 3 ,HJ , 7 2 H 2 und Bromhydrat C17 H 23 N0 3 HBr , »/a H 2 des Hyoscins. Die Alk am ine. A. Laden bürg. 6 ) Verf. nennt Alkamine Basen, deren Chlorhydrate bei Einwirkung gechlorter Alkohole (Chlorhydrine) auf seeundäre (vielleicht auch primäre) Aminbasen entstehen. Dieselben werden in salzsaurer Lösung ätherificirt. Die so entstehenden Aether nennt Verf. als Analoge der Trope'inc allgemein Alkame'ine. Piperidin und Aethylenchlorhydrat giebt bei 100° salzsaures Piper- ii tliy lalkamin C7II15NO. Dieses liefert mit Phenylessigsäure übersättigt, eingedampft und auf dem Wasserbade mit Salzsäure behandelt, Phenylacet- piperäthylalkamem, (starkes Gift), CisHaiNOs. Dipiperallylalkamin, aus Piperidin und Dichlorhvdrin (des Glycerins) CioHsaNsO, Sdp. 280—290». 15. 529. ') Berl. Her. 14 240.'!.. : ) [bid. 2674. ') Qazz chim. it ISS1. 538. Berl. Her. l ) Ibid. 547. [bid. 530. •; Berl Ber. 14. L870. ; ) [bid. L876. i oo Roden, Wasser, Atmosphäre, 'Pflanze, Dünger. Piperpropylalkamin , aus Piperidin und Propylenchlorhydrin, C« Hi 7 NO, eine bei 194° siedende Flüssigkeit. Die Alkine. A. Ladenburg. 1 ) So nennt Verf. jetzt die von ihm früher als Alkaraine bezeichneten Verbindungen (siehe vorstehendes Referat). Er hat unter anderem weiter dargestellt das Conyläthylalkin C10H21 NO, aus Coniin und Aethylenehlorhydrin. Sdp. 240—242°. Ueber die Alkaloide der Belladonnawurzel und des Stech- apfels. E. Schmidt. 2 ) Verf. weist in der Wurzel von Atropa Belladonna und in dem Samen von Datura stramonium und im Rohmaterial von Atropa- und Daturaalkaloiden das gleichzeitige Vorhandensein von Atropin, bezüglich von Daturin und Hyoscyamin nach. Beitrag zur Kenntniss der japanischen Belladonnawurzel (Scopolia Japonica). A. Langgaard. 3 ) In der Wurzel wurde ein aus saurer Lösung in Chloroform übergehendes und ein aus alkalischer Lösung darin übergehendes Alkaloid gefunden. Die analytischen Reactionen des letzteren und seine mydriatische Wirkung machen es wahrscheinlich, dass dasselbe Atropin oder eine demselben nahe stehende Base ist. Das erste ebenfalls mydriatische Alkaloid wird nach dem japanischen Namen der Wurzel Roto, Rotoin, genannt. UebereineVerbindungvonJodoformmitStrychnin. Lextrait. 4 ) Verf. erhielt durch Sättigen einer heissen concentrirten Jodoformlösung mit Strychnin nach dem Erkalten lange Nadeln, bestehend aus 3 Mol. Strychnin und 1 Mol. Jodoform. Chinin scheint eine ähnliche Verbindung zu liefern. Ueber Strychninhydrat. E. Jahns. 5 ) Ueber die Alkaloide von Nux vomica. W. A. Stenstone. 6 ) Verf. erhielt nach einem anderen, als dem bisher gebräuchlichen Verfahren aus Nux vomica 2^2 % Brucin. Neben Brucin glaubte Verf. früher ein neues Brucin, das mit dem Igasurin Schützenbergers in seiner Zusammen- setzung übereinstimmte, gefunden zu haben. Dasselbe entpuppte sich aber als unreines Brucin und Verf. ist daher der Ansicht, dass auch das Igasurin nur unreines Brucin ist. Behandelt man Brucin mit alkoholischer Natron- lauge bei 100°, so entsteht in geringer Menge eine krystallisirte Base C23H28N2O5, die sich auch gegen Reagentien (NO3H) anders verhält, als Brucin. Durch concentrirte Schwefelsäure scheint sie in Brucin zurückver- wandelt zu werden. Zur Kenntniss des Brucins. — Dinitrobrucin. Ad. Claus u. R. Röhre. 7 ) Durch Eintropfenlassen concentrirter Salpetersäure in kochende alkoholische Brucinlösung wurde ein Dinitrobrucin erhalten. Dasselbe stellt ein amorphes, zinnoberrothes Pulver dar, welches sich in Wasser leicht löst. Bezüglich der Reductionsversuche dieses Körpers sei auf das Original verwiesen. Brucin schmilzt bei 178° zu einer wasserhellcn Flüssigkeit. Zur Kenntniss des Strychnins. Ad. Claus u. R. Glassner. 8 ) Verf. haben Strychnin von verschiedenen Bezugsquellen analysirt und ge- *) Berl. Ber. 14. 2406'. 2 ) Ibid. 154. 8 ) Arch. d. Pharm. XV. 135. Berl. Ber. 14. 686. *) Compt. rend. 93. 1057. Berl. Ber. 14. 1291. 6 ) Arch. d. Pharm. XV. 185. Berl. Ber. 14. 1000. 6 ) Chem. soc. 1881. I. 453. Berl. Ber. 14. 2283. 7 ) Berl. Ber. 14. 765. 8 ) Ibid. 773. Pflanze. Alkaloide. 133 funden, dass innerhalb der beiden Kohlenstoffgehalte Ca 2 ... und C21 . . . die Zusammensetzung des Strychnins variiren kann. Durch Einwirkung von conc. Salpetersäure auf eine alkoholische Strychnin- lösung oder durch Einleiten von Salpetrigsäuregas in eine kochende alko- holische Strychninlösung wird salpetersaures Dinitrostrychnin gewonnen. In Alkohol leicht löslich, krystallisirt aus heissem Aceton in warzenförmigen Aggregaten, in Wasser ist es sehr wenig löslich. Freie Base wird durch Zersetzung des Nitrats mit Ammoniak erhalten. Aus Alkohol krystallisirt sie in orangerothen Blättchen, Schp. 226°. Durch Einwirkung von Salpeter- säure auf eine wässrige Strychninlösung entwickelt sich Kohlensäure und zwar gerade so viel als der Abspaltung eines Atoms Kohlenstoff aus dem Strychninmolekül entspricht. Daneben entsteht ein Nitrokörper, Kako- strychnin, C21H22 (NOu^NsjO-t. Es krystallisirt am besten aus kochender Salpetersäure in goldgelben Nadeln oder Tafeln, fast unlöslich in Aether, Chloroform, Benzol u. s. w., schwer löslich in Alkohol und Wasser. Betreffs der Reductionsversuche s. d. Original. Versuche über die Darstellung und die Constitution des Colchicins und über die Beziehungen desselben zum Colchicein und einigen anderen Zersetzungsproducten. J. Hertel. 1 ) Zunächst wird die Darstelluugsmethode beschrieben. Ein Begleiter des Colchicins ist ein braunes Harz, Colchicoresin. Es verhält sich gegen SO4 H2 und NO3 H wie Colchicin. Es ist in den unreifen Samen und den frischen Knollen etc. und bildet sich aus Colchicin beim Aufbewahren an der Luft oder beim Erhitzen in feuchtem Zustande. — Das Colchicin ist amorph, reagirt nicht basisch, vereinigt sich nicht mit Jodäthyl und schmilzt bei 145 °. Mit Eisenchlorid giebt es eine grüne Färbung. Seine Zusammensetzung entspricht der Formel C17 H23 NOe. Mit verd. Salzsäure auf 100 ° erwärmt geht es in Colchicein über, weisse, bei 150o schmelzende Krystalle, linksdrehend («) D = — 31,6°. Formel C17 H21 NO5 -f- 2 H 2 0. Gleichzeitig bildet sich amorphes, bei 90° schmelzendes, in Wasser unlösliches, in Alkalien, Chloroform und Schwefelkohlenstoff mit brauner Farbe lösliches ß-Colehi- coreain, C24 Hag NO10, während ein in Wasser leicht löslicher Körper in der Mutterlauge des Colchiee'ins bleibt. Alle drei Zersetzungsproducte des Colchicins sind giftig und verhalten sich auch dem letzteren ähnlich gegen Reagentien. Bei Spaltung mit Salzsäure unter Luftabschluss liefert reines, farbloses Colchicin fast gar kein ß-Colchicorcsin, sondern 94,4 <>,> Colchicein nach der Gleichung: C17 H 23 N0 6 = C 17 H21 N0 5 -f Ha 0. Darstellung von Colchicin aus den Samen. L. Morris. '-') Zur Darstellung von Cocain. V. Truphemc. ä ) Verhalten von Berberin zu Thymol. J. U. Lloyd. 4 j Uebcr die Berberonsäure und deren Zersetzungsproducte. II. Fürth. 5) Uebcr die behauptete Identität vonPaitin und Aspidosper- min. P. N. Arata. 6 ) Verf. spricht sich auf Grund der bisher bekannt ') Pharm. Ztsclir. f. llnssl. 1881. 245. 263. 281. 29!). 317. Bcrl. Ber. 14. 1411. 2 ) Arch. .1. Pharm. 1881. 1. 818. ') Ibid. I 384 4 ) Ph. J. Transact. 1881. No. 590. Bert. Per. 14. 2588. 5 ) Monath. t . < ■ii.-in. IHM. 416. Berl. Ber. 14. 2251. ü ) Gazz. dum. it. IX. 246. Perl. Per. 14. 2251. J34 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. gewordenen hierher gehörigen Thatsachen dagegen aus, dass Paitin und Aspidospermin dasselbe sein sollen (nach Wolfberg). Beiträge zur Untersuchung des Pilocarpins und seiner Salze. A. Christensen. *) Zur Kenntniss der Lupinenalkaloide. G. Baumert. 2 ) Dem Lupinin, Schp. 67— 680, Sdp. 255— 257<>, giebtVerf. die Formel C 2 iH 4 oNa0 2 . Hydrochlorid , C31 H40 Na 2 . 2 HCl , Platinsalz, (C21 IUo N 2 2 . 2 HCl) PtCU -4- H 3 0, Goldsalz, C21 H40 N 2 2 . 2 (HCl A11CI3) , neutrales Sulfat, C21 H40 N 2 2 . H 2 S0 4 , Nitrat, Cai H40 N a 2 . 2 HNO3. Mit Jodäthyl vereinigt sich Lupinin direct zu C21 H40 N 2 2 . 2 C 2 H4 J, Platinsalz , C21 H40 N 2 2 . 2 G 2 H 5 Cl . PtCl .1 | H 2 , Goldsalz, C21 H 40 N 2 2 . 2 (Ca H 5 . AuCU). Zur Kenntniss der Lupinenalkaloide. G Baumert. 3 ) Durch Einwirkung von rauchender Salzsäure auf Lupinin konnte kein Methyl abge- spalten werden. Durch Einwirkung von Phosphorpentoxyd auf salzsaures Lupinin bei 180<» erfolgt keine Wasserabspaltung, sondern wie Verf. meint, eine Oxydation. Der so entstandene Körper ist nach den Analysen des Platinsalzes nach der Formel C21 H40 Na O5 zusammengesetzt. Lycopodin, das erste Alkaloid der Gefässkryptogamen. K. Boedeker. 4 ) Aus Lycopodium complanatum L. wurde ein zunächst harziges Alkaloid dargestellt, das aber nach einiger Zeit zu monoklinen Prismen, Schp. 114 — 115o erstarrte. Es schmeckt bitter und ist in Wasser und in Aether reichlich , sehr leicht in Chloroform , Benzol , Amylalkohol löslich. Seine Zusammensetzung entspricht der Formel C32 H52 N 2 O3. Hydrochlorid, glashelle monokline Krystalle von eigenthümlichem Habitus, C3 2 Hö 2 N2 O3 , 2 HCl , H2 0. Goldsalz , feine , gelbe , glänzende Nädelchen, C32 H 5 a N 2 3 , 2 HCl , 2 AuCl 3 , 1 H 2 0. Darstellung und chemische Constitution des engl, und deut- schen Aconitins. A. Schneider. 5 ) Die Methode von Duquesnel zur Darstellung des Aconitins wird als die beste empfohlen. Dieselbe muss bei möglichst niederer Temperatur und ohne Mitwirkung von Mineralsäuren vor- genommen werden. Ebenso ist der Einfluss der Luft, die Anwendung von Ammoniak zur Fällung des Alkaloids und Thierkohle zu vermeiden. Verf. giebt weiter eine tabellarisch zusammengestellte Vergleichung der Eigen- schaften der verschiedenen Aconitine (Aconitine er. Duquesnel, pure Aconi- tine Morson , Aconitin. Germ. Merck , Pseudaconitin amorph. , Japaconitin, und Aconitin nach Duquesnel vom Verf. dargestellt). Giftige Alkaloide und Amyloidkörper aus faulendem Eiweiss. F. Selmi. «) Peptone und Alkaloide. Ch. Tanret. 7 ) Ueber Alkaloid-Nitoprusside. E. G. Davy. 8 ) ») Pharm. Ztschr. f. Russl. 1881. 621. Berl. Ber. 14. 2420. 2 ) Berl. Ber. 14. 1150 u. 1321. 3 ) Ibid. 1880. 1882. *) Ann. Chem. Ä04. 363. 5 ) Arch. cl. Pharm. 1881. II. 327. «) Gazz. chim. it. XI. 254. Berl. Ber. 14. 2251. 7 ) Compt. rend. »2. 1163. Berl. Ber. 14. 1412. 8 ) Monit. scient. 1881. 585. Berl. Ber. 14. 1720. Pflanze. Terpene, Campher and .'itheiisohe Oele. 135 Terpene, Campher und ätherische Oele. Das Tereben aus Diamylen. J. Tugolessow. 1 ) Zur Gewinnung des Diamylens wurde der Theil des käuflichen Amylens (Wisch negradsky über die Darstellung des Diraethyläthylcarbinols, Berichte 10. 81.), welcher sich in Schwefelsäure aufgelöst hatte, mit Wasser und Schnee verdünnt und bei einer etwas kühleren als Zimmertemperatur einige Tage stehen gelassen. Die aufschwimmende Oelschicht war genügend reines Diamylen, das nach 2 — 3 Destillationen zwischen 153—160° überging. Die Ueberführung in das Bromür geschah durch allmähliches Zugiessen von Brom zu der ätherischen Lösung des Diamylens. Vor dem Verjagen des Aethers wurde erst ein Ueberschuss von alkoholischem Aetzkali zugefügt, das zugleich auch zur •Zersetzung des Bromürs diente, wozu ein 7 — 8 stündiges Erwärmen auf dem Wasserbade erforderlich war. Vortheilhaft ist nach dem Entfernen des Brom- kaliums noch eine zweite Behandlung mit Aetzkali. Aus dem erhaltenen Oele wurde der zwischen 140 — 170" siedende Antheil noch 17- — 20 Mal destillirt. wobei dann zuletzt bei 147 — 1530 eine Flüssigkeit überging, die alle Eigenschaften des Rutilens von Bauer besass. Das Bromür Cio Hig Bi'4 aus dem Rutilcn darzustellen gelang nicht . daher musstc man vom Bromür Cio His Br a ausgehen, welches nun eben derselben Behandlung unterworfen wurde, wie das Bromür des Diamylens, wobei endlich eine der Formel Cio Diu entsprechende Flüssigkeit vom Siedepunkt 145 — 150° erhalten wurde. Dieser Kohlenwasserstoff, aller Wahrscheinlichkeit nach das Tereben von Bauer ist mit dem Tereben nur isomer und gehört zu den Kohlenwasserstoffen der Fettreihe. Mit Brom giebt er ein unbeständiges Bromür, das beim Erwärmen in zugeschmolzenen Röhren nicht, wie das Bromür des Tcrebens in Cymol übergeht. Bei der Oxydation mit Chrom- säure wird keine Tcrephtalsäure erhalten. Das ätherische Oel von Pinus Pumilio. A. Atterberg. 2 ) Durch fractionirte Destillation (bis 200°) und darauffolgende Destillation mit Wasserdampf wurde das Oel in folgende vier Verbindungen zerlegt: 1) ein Terpen vom Sdp. 156—160°. Volumgew. bei 17,5° = 0.871. Rotationsvermögen war — 6,66°. Mit Chlorwasserstoff gab es ein Chlor- bydral vom Scbmelzpunkte des Monochlorhydrats des Terpentinöls. - - Es ist also identisch mit dem Terbenten. 2) ein Terpen vom Siedepunkt 171 — 176". mit dem Geruch des Sylvestrens. mit dem es wahrscheinlich identisch ist. Yolunigew. bei 17,5° — 0,8508. Rotationsverinögcn = — 5,38. Es gab kein Chlorhydrat- 3) eine wohlriechende, gegen 250" unter Zersetzung siedende Flüssigkeit, ebenfalls ein Terpen, wohl zu den Terpcnen der Formel = -}- 25,16° (200 mm). Seine Rotationskraft vermindert sich, wenn es längere Zeit im geschlossenem Gefäss auf 100°, schneller wenn es auf 180° erhitzt worden ist. Verfasser nennt das Terpen Terebangelen. Ueber das ätherische Oel von Licari Kanali oder Rose fem eile. H. Morin. 1 ) Unter der Bezeichnung Essence de Linaloes wird jetzt aus der französischen Guyana ein ätherisches Oel importirt von einem Geruch, der an Rosen- und Citronenöl erinnert. Es erstarrt nicht bei 20°. Es siedet bei 198°, spec. Gew. bei 15° = 0,868, dreht nach links (a) D =r — 190 bei 15° und ist nach der Formel CioHisO zusammenge- setzt. Leicht löslich in Alkohol, Aether, Glycerin; wird durch Kaliumhydrat nicht verändert, Brom, Jod, Salpetersäure greifen es lebhaft an, es ab- sorbirt Salzsäuregas, indem es eine campherartig riechende Flüssigkeit bildet. Durch Einwirkung von Chlorzink entsteht ein terpentinartiger Körper CioHie. Das ätherische Oel des Hanf. L. Valente. 2 ) Das ätherische Oel von Cannabis sativa hat die der Formel C15H24 entsprechende Dampf- dichte. Sein Rotationsvermögen ist («)©= — 10,81. Derselbe Kohlen- wasserstoff wurde aus dem Oel der Cannabis indica erhalten. Ueber ätherische Oele von Geissler. 3 ) Ueber die Bestandtheile des Copaivabalsams (Maracaibo) und die käufliche sogenannte Copaiva- und Metacopaivasäure. R. Brix. 4 ) Der Maracaibobalsam enthält einen Kohlenwasserstoff von der Formel C2ÜH32 (wie schon Strauss gefunden), der mit Chlorwasserstoff kein krystallisirtes Chlorhydrat und bei der Oxydation mit Chromsäuregemisch Essigsäure und Tcrephtalsäure liefert. — Das blaue Copaivaöl (Copaivaöl- hydrat) entstellt durch Einwirkung von Natrium auf nicht vollständig ent- wässertes Terpen. Es entspricht der Formel 3 (C20 B^ + HaO. — Phos- phorsäureanhydrid führt es wieder in das ursprüngliche Terpen zurück. — Ausser dem genannten Kohlenwasserstoffe sind im Maracaibobalsam noch ein Weich- und zwei Hartharze, sämmtlich amorph und von schwach sauren Eigenschaften und in minimaler Menge eine krystallisirbarc Säure enthalten, welche wahrscheinlich mit Strauss's Metacopaivasäure identisch ist. Die äusserst geringen Mengen der letztern in dem verarbeiteten Balsam, sowie die Angaben von Bergmann, Buchheim u. Bernatzik, welche gar keine krystallisirbaren Säuren erhalten konnten, machen es sehr wahrscheinlich, dass solche nicht zu den integrirenden Bestandteilen des Cepaivabalsams (Maracaibo) gehören. Metacopaivasäure und Copaivasäurc des Handels von verschiedenen Quellen bezogen zeigten sich als vollkommen identisch. Diese waren aber aus («urgunbalsain (aus einer Dypterocarpusart ) dargestellt. Sie besassen keine sauren Eigenschaften. Sic sind nicht identisch mit der Gurgunsäure Werners oder den in der chemischen Litteratur mit dem Namen Copaiva- und Metacopaivasäure bezeichneten Präparaten. Die Zu- sammensetzung der aus Gnrgunbalsam erzeugten Copaiva- resp. Metacopaiva- säurc (ohne saure Eigenschaften) entsprach der Formel CgoHso 0». Sie gab ein Diacetylderival da H28O2 (CaH30)a. M Compt. rend. i»2. 998. Berl. Her. 14. 1390. ») Gazz. « liim it. ISSI L96. Berl. Her. 14. 1717. •) Pharm. Ctrlhalle. IH-I. 223. Berl. Ber. II. L720 <■) Monatsh. t. Cnem. IHHI. 507. joq Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Ueber Kauri-Gummi von Neu-Seeland. E. H. Rennie. 1 ) Aus deai Harz von Dammara Australis lässt sich durch Destilliren mit Wasser- dampf ein Oel gewinnen, welches rectificirt bei 158° siedet. Es hat den Geruch des Terpentinöls, ist farblos, hat bei 18° das spec. Gew. 0,863 und dreht in einer Röhre von 300 mm Länge das polarisirte Licht drei bis vier Grad nach links. Es hat die Formel Ci Hi6. Mit Phosphorpcnta- sulfid und dann mit Schwefelsäure und mit Natrium behandelt liefert es Cymol. Ueber das Stearopten der Buchenblätter. J. M. Maisch. 2 ) Eine Molekularverbindung zwischen Campher und Aldehyd. P. Cazeneuve. 3 ) Ueber stickstoffhaltige Campher deriva te. R. Schiff. 4 ) Bei der Destillation einer salzsauren Lösung des Amidocamphers im Wasser- dampfstrome ensteht das salzsaure Salz einer Base C10H15N, die manch- mal einen Mehrgehalt von 1 Mol. H2O zeigt, also der Formel C10H17NO entspricht. Mit Kaliumnitrit giebt sie einen Körper, Schp. 73 — 74°, C10H14N2O. Derselbe ist kein Nitrosokörper, sondern ein echtes Diazo- derivat, Mit Zinkstaub und Essigsäure giebt er gewöhnlichen Amidocampher zurück. Im Oelbade auf 150° erhitzt giebt er Stickstoff und es hinter- bleibt ein bei 160° schmelzender Körper von der Zusammensetzung C10H14O, /c-o\ /c\ Dehydrocampher: C 8 Hi4 N=rN 2 -fC 8 Hi 4 || 0. Dehydro- \C— N/ \C/ campher ist kein Phenol, es ist unlöslich in Wasser u. s. w. Ueber die Eigenschaften der Bromatome im Mono- und Bibromcampher. R. Schiff. 5 ) Verf. bespricht das Verhalten des Broms im Bromcampher und im Bibromcampher und nimmt in ersterem immer noch die Gruppe - - Br an. Im Campher würde dann dementsprechend XC.OH eine Hydroxygruppe vorliegen: CsHii . Das Fehlen der Phenoleigen- \CH schafteu im Campher wird dadurch erklärt, dass sich der Campher über- haupt mehr den Typen der gesättigten Körper nähert, dass er keinen in- takten Benzolring enthält. Durch Einwirkung von PCI5 entstünde denu unter Hydroxylsubstitution durch Chlor und gleichzeitiger Anlagerung von HCl das Bichlorür CioHiöCla. Brom giebt mit PCI5 keine Reaction, auch /Q> — OH nicht bei 100°, dagegen reagirt Nitrocampher CsHi* mit PCI 5 \C — N0 2 energisch. Bibromcampher schmilzt bei 57°. Untersuchungen über Borneolkohlensäure und Campher- kohlensäure. J. Kachler und F. V. Spitzer. 6 ) Borneolkohlensaures Natron CiiHi 7 3 Na erhält man durch Einleiten von C0 2 in eine auf 130° erhitzte Lösung des Borneolnatriums in Benzolbomologeu. Campherkohlen- >) Chem. soc. 1881. L 240. Berl. Ber. 14. 1719. 2 ) Arch. (1. Pharm. 1881. II. 216. aus Americ. J. of Pharm. Vol. LIII. 4 Ser. Vol. XI. p. 331. 3 ) Bull. soc. chim. 36. 650. *) Berl. Ber. 14. 1375. 6 ) Ibid. 1377. 6 ) Monatsh. f. Chem. 1881. 23:?. Berl. Ber. 14. 1405. Pflauze. Terpeue, Campher und ätherische Oele. 139 säure, nach der Methode von Baubigny dargestellt gab ein Baryumsalz C 2 2H3oBaOü und ein Natriumsalz C22H 3 iNaO<;. Mit Chloracetyl liefert sie ein Anhydrid C22 H28O4 = C22H32 Oö — 2 H 2 0. Mit PCI5 reagirt dasselbe nicht, NO3 H giebt Camphersäure. Mit P 2 O5 in Chloroformlösung stehen gelassen, liefert Campherkohlensäure eine Säure C22H30O5. Baryumsalz (C 2 2H 2 9 5 )2Ba. Mit PC1 5 (4 Mol.) liefert Campherkohlensäure das Chlorid C22H2SCI8 Schp. 45 — 45,5°. Daraus schliessen die Verf., dass die Campher- kohlensäure, C22H32O6, weder Hydroxyl noch Carboxylgruppen enthält. Ueber Menthol oder Pfefferniünzcampher. M. Moriya. J ) Menthol liefert mit Kaliumbiehromat und Schwefelsäure oder Eisessig im Rohre auf 120° erhitzt ein bei 204 — 205° siedendes Oel von der Zu- sammensetzung CioHisO, das wahrscheinlich schon im Pfeffermünzöl ent- halten ist und das Auskrystallisiren des Menthols in der Kälte theilweise verhindert. Beim Erhitzen von Menthol mit rauchender Salpetersäure oder von Menthen C10H18 (aus Menthol mit Chlorzink erhalten) mit viel über- schüssiger Salpetersäure entsteht eine Säure (CsHs 04)2 H2O, Seh. 97°, die aber durch ihren Wassergehalt und durch die Eigenschaften ihrer Salze sich von der normalen Breuzweinsäure unterscheidet. Menthol, nur kurze Zeit mit rauchender Salpetersäure erwärmt, giebt einen Nitrokörper, der bei der Reduction einen Amidokörper C10H19NH2 liefert. Menthol in Eisessig- oder Chloroformlösung mit Brom behandelt giebt ein unzersetzt siedendes Oel, CioHioBr. Ueber das aus Bromcampher durch Chlorzink erhaltene Phenol. R. Schiff. 2 ) Das so erhaltene Phenol gab Zahlen, die an- nähernd auf Thymol passen. Ueber die Oxydationsproducte des Camphers. M. Ballo. 3 ) Ueber eine neue Eigenschaft des Camphers. M. Ballo. 4 ) Ueber Cy an camp her. A Hall er. 5 ) Es werden einige Reactiouen des früher vom Verf. dargestellten Cyancamphers mitgetheilt. Ueber einen Cyansäureäther des Borneols. A. Haller. 6 ) Oxydation des Essigsäure-Borneoläthers. H. Schrötter. 7 In der Erwartung, durch Anlagerung der Acetylgruppe an das Borneol bei der Einwirkung von Oxydationsmitteln etwaige Seitenketten oxydiren und end- lich zn einer Oxycarbonsäure des Benzols gelangen zu können, Hess Verf. Chrom- saure auf Essigsäure-Borneoläther in Eisessiglösung einwirken. Das Acetborneol stellte er durch Einwirkung von Acctylehlorid auf künstliches Borneol dar. Es entsteht bei dieser Reaction neben dem erwähnten Essigäther in nicht unbedeutender Menge durch Wasserabspaltung der von den Herren Kachler u. Spitzer dargestellte ungesättigte Campher G0H1»;. Die Ausbeate an reinem bei 219 221 siedenden Aether betrug im Durchschnitt etwas mehr als 100% des angewendeten Borneols. Derselbe wurde in eisessigsaurer Lösung mit Chromsäure in dem Verhältniss von 4 Molekulargew. Chrom- saure auf 1 Molekulargew. Aether in der Siedehitze oxydirt. (Bei Au- wendang der halben und der doppelten Menge Chromsäure konnten keine ;.:m. '1 Cham. boc. 1881. I. 77. 3 ) üazz. cliim it. 1881. 532. Beil. Her. 15. Bert. Her. 14. 332. ' Ibid. 334 ■) Comp! rend. Uli. 72. Beri. Ber. 1 1. a247. Ibid. «>2. 1511, Ibid 2073. •) Monatsh. t. Chem. 1881. 224. J^Q Bodeu, Wasser, Atmosphäre, l'Uaaze, Dünger. nennenswertheu Produote erhalten werden.) Es bildet sich hierbei unter starker Kohlensäureentwickluug als einzig i'assbares Product ein Kölner C12H18O3. Man giesst die grüne essigsaure Lösung in viel Wasser, wobei sich an der Oberfläche ein Oel abscheidet und schüttelt die Flüssigkeit mit Aether aus. Die ätherische Lösung wird mit Sodalösung gewaschen, ge- trocknet, und nach dem Abdestilliren des Aethers der Rückstand fractionirt. Es geht bei 200 -215° Campher (ca. 12%), bei 218—226° unveränderter Aether (ca. 50°/ ) und bei 260—275° die neue Verbindung (ca. 12%) über. Dieselbe erstarrt nach einiger Zeit zu einer weissen krystallinischen, fruchtähnlich riechenden Masse, die abgepresst und umkrystallisirt bei 69° schmilzt und bei 273,5° (corr.) siedet und die Formel C12H18O3 besitzt. Mit Kalilauge gekocht geht sie nach einiger Zeit in Lösung. Aether ent- zieht derselben nach dem Ansäueren einen krystallisirenden, schwach vanille- artig riechenden Körper, der nach einmaligem Sublimiren weiss und rein ist, bei 248 — 249° schmilzt und die Formel CioHieOa besitzt. Er ist also aus dem Körper C10H18O3 durch Abspaltung der Acetylgruppe ent- standen (die Essigsäure wurde durch die Analyse des Silbersalzes nachge- wiesen). Er liefert mit Essigsäureanhydrid erhitzt nur einen Monacetyl- äther, mit PCI5 ein dickflüssiges dunkles Bichlorid Cio^Ch;, mit Sal- petersäure oxydirt Camphansäure (Oxycamphersäureanhydrid) C10H14O4. Er ist noch als näheres Campherderivat aufzufassen. Verf. schliesst aus diesen Reactionen , dass das unter Ersetzung von 2 H in das Borneol neu ein- tretende Sauerstoffatom eine dem Camphersauerstoffe analoge Bindung be- sitzt und bezeichnet den Körper deshalb zum Unterschiede von den anderen bekannten Oxycamphern, die aus dem Campher durch Einführung von Hydroxyl gebildet werden, als Oxyisocampher C10H16O2. II. Bitterstoffe, Harze etc. Untersuchungen und Betrachtungen über die chemische Na- tur des Pikrotoxins. E. Paternö und A. Oglialoro. x ) Das bis jetzt vorbandene Material wird eingehend besprochen. Verff. kommen zu dem Schlüsse, dass das Pikrotoxin, für welches sie die Formel C30H34O13 als völlig sieber betrachten, leicht zerfällt, indem es Pikrotoxin von Barth u. Kretschy (Pikrotoxinin) und Pikrotin von Barth u. Kretschy liefert oder Pikrotoxyd und Pikrotin: C30H34O13 = Ci 5 Hi 8 7 -4- CisHieO«. Dem- nach existiren jetzt folgende Verbindungen: Pikrotoxin C30H34O13, Schp. 200° /\ Pikrotoxyd n(CiöHi ( ;0(;) Pikrotoxinin Pikrotin (Pikrotoxydhydrat) Schp. über 310° Ci 5 Hi 6 6 , Schp. 201° Ci 5 Hi 8 7 , (Pikrotoxin von Barth 11. Kretschy) Schp. 250° Monobrompikrotoxinin Pikrotoxininessigsäureauhydrid Acctylpikrotin CisHisBrO« C15H16O5 .CH.CO2 .C2II3O C15H17O7 .C2H3O Schp. 240—250° Bibromderivat des vorher- Schp. 202° gehenden Benzoylpikrotin Ci 9 H2oBr 2 Os, Schp. 180° C15H17O7 .C7H5O Schp. 230° Pikrotinessigsäureanhydrid C 1 5Hi 8 6 .CH.C0 2 .C2H a O Schp. 227° »J Gazz. chim. it. XI. 36. Berl. Ber. 14. 539. Pflanze. Bitterstoffe, Harze etc. J4J Beiträge zur Kenntniss der Bestandtheile der Kokkels- körner. E. Schmidt u. E. Löwenhardt. *) Verff. fanden überein- stimmend mit Barth u. Kretschy, dass aus dem Pikrotoxin des Handels durch Kochen mit Benzol zwei Körper genommen werden können, Pikro- toxinin CiöHigO« und Pikrotin. (Monobrompikrotoxinin CisHisBrOe.) Pikrotoxin Schp. 199—200°, Pikrotoxinin Schp. 200—201°, Pikrotin 240 bis 245°. Verff. sehen in Uebereinstimmung mit Paternö u. Oglialoro das Pikrotoxinin und das Pikrotin als Spaltuugsproducte des Pikrotoxins an, welche erst durch längeres Kochen mit grösseren Mengen Benzol daraus gebildet werden. Für die Individualität des Pikrotins scheinen den Verff. folgende Umstände zu sprechen: Der constante Schmelzpunkt, der mangelnde Krystallwassergehalt — Pykrotoxinin krystallisirt mit 1 Mol. H2O, bei längerem Stehen mit der 200 — 250fachen Meuge Benzol zeigte sich ein Aufschwellen des Pikrotoxins. Nach dreimaligem Extrahireu mit Benzol blieb nicht Pikrotin, sondern Pikrotoxin zurück. Weiter nahen Verff. die Einwirkung verschiedener Agentien, Acetylchlorid, Salzsäuregas, Brom, schmelzendes Kali, Natronkalk, Zinkstauh auf das Pikrotoxin untersucht. — Ausser dem Pikrotoxin wurde in den Kokkelskörnern noch ein anderer, nicht bitter schmeckender Körper aufgefunden, Cocculin, C19H26O10. Feiue weisse Nadeln, unlöslich in kaltem Wasser, Alkohol und Aether, schwer lös- lich in heissem Wasser. Zur Pikrotoxinfrage. L. Barth u. M. Kretschy. 2 ) Verff. er- örtern eingehend die bisherigen Versuche von Paternö u. Oglialoro, von Schmidt u. Löwenhardt und ihre eigenen und die darauf gestützten, bisher publicirten Anschauungen und kommen zu dem Schlüsse, dass dem Pikrotin als wahrscheinlichster Ausdruck seiner Zusammensetzung die Formel C25lIyoOi2 zukommt, dass es nicht giftig ist und dass das sogenannte alte Pikrotoxin im Wesentlichen ein wechselndes Gemenge von neuem Pikrotoxin und Pikrotin ist und keine Verbindung dieser beiden Körper nach festen Verhältnissen. Aus diesem Grunde halten Verff. an ihrer ge- gebenen Nomenclatur fest und behalten für den giftigen Bestandtheil des Gemenges, das früher Pikrotoxin hiess, diesen Namen bei und nennen den ungiftigen Pikrotin. Ueber das spccifische Drehungsvermögen des Parasanto- nids. R. Nasini. 3 ) Ueber die süss schmeckende Substanz in Smilax glycy- phylla. A. Wright und E. H. Ren. nie 1 ) Im wässrigen Extract der Blätter und Stengel dieser in Australien gegen Scorbut verwendeten Pflanze wurden durch Alkoholzusatz die Eiweisskörper gefällt und das Filtrat nach dem Abdestilliren des Alkohols mit Aether extrahirt, Beim Verdunsten des Aethers wurden Krystalle erhalten, die den süssen Geschmack des Extracts besassen und nach ihrer Reinigung die Formel CisHuOe ergaben. Durch schmelzendes Kali wurde daraus eine bei 127° schmelzende Säure abge- spalten, die nach der Eleinentaranalyse entweder eine Dimcthyl- oder Aethyloxybenzocsäurc ist. Ueber Gloriosa superba. C. J. H. Warden. 5 ) Beim Trocknen ') Bcrl. ßer. 14. 817. ») Monatsh f. Chem, 1881. 796. 3 ) Bcrl. Bcr. 14. 1512. *) Chem. soc. 1881. I. 237. Ucrl. Bcr. 14. 171!). r ') Pharm. J. Transart. (:\) II. 495. Chem. BOC 1881. II LOB. Borl. Ber. 14. Uli. ■IAO Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. an der Luft und beim Befeuchten mit Alkali zeigen die Wurzeln der vor dem Blühen gesammelten Pflanze eine gelbe Farbe, die auf Säurezusatz ver- schwindet. Das alkoholische Extract enthält zwei Harze und einen Bitter- stoff, Superbin. Letzteres ist ein starkes Gift, vielleicht identisch mit dem Gifte aus Scilla maritima, die zu derselben Familie gehört. Die beiden Harze werden mittelst Benzol getrennt. Das a.-Harz ist fast unlöslich in Benzol, die letzten Spuren werden von dem ß.-Harze getrennt, indem der nach dem Verdampfen des Benzols bleibende Rückstand mit Aether und Natriumcarbonat behandelt wird. Das a.-Harz verbindet sich mit Alkali. Ueber die wirksamen Bestandteile des Podophyllins. Va- lerian Podwyssotzki. 1 ) Aus dem Podopbyllin des Handels hat der Verf. folgende Bestandteile abgeschieden: Pikropodophyllin. Seidenartige Kry. stalle, Schp. 200—210°, leicht löslich in Chloroform, Alkohol, Aether, Eisessig, nicht löslich in Wasser, Terpentinöl und Petroleumäther. Beim Verdampfen der alkoholisch-ammoniakalischen Lösung verwandelt es sich in eine Säure. Es besitzt die Wirkungen des Podophyllins. Zusammensetzung C == 67,71, H = 5,31, = 26,98%. Podophyllotoxin, amorph, löslich in heissem Wasser und schwachem Spiritus, Chloroform und Aether, unlöslich in Petroleumäther. Zerfällt mit Alkalien in Pikropodophyllin und Pikropodophyllinsäure. Es ist der Hauptträger der physiologischen Wirkungen des Podophyllins. Zusammensetzung: C = 67,62, H = 7,46, = 24,92%. Die Pikropodophyllinsäure ist harzartig, löst sich leicht in Alkohol, Chloroform und Aether, etwas in heissem, nicht in kaltem Wasser, physiologisch unwirksam, löst sehr leicht Pikropodophyllin. Podo- phylloquercetin krystallisirt in kurzen gelben Nadeln mit Metallglanz, leicht löslich in Alkohol und Aether, nicht in Wasser und Chloroform, in Alkalien mit gelber Farbe, wird an der Luft allmälig grün, schmilzt bei 247 — 250° unter theilweiser Sublimation und Zersetzung, färbt sich mit Eisenchlorid dunkelgrün, wird aus den Lösungen durch Bleiacetat orange- gelb gefällt und verhält sich überhaupt dem Quercetin von Hlasiwetz ähn- lich. Es enthält 59,37% C und 4,01% H. Neben Podophyllinsäure (bekannte braune, harzige Masse) wurde Oel und ein cholesterinartiger Kör- per gefunden. Zur Darstellung des Podophyllotoxins wird die Wurzel oder käuf- liches Podopbyllin mit Chloroform erschöpft, der Destillationsrückstand des Auszuges mit 2 Vol. absoluten Aethers gemischt, wodurch Podophyllin- säure ausfällt, mit der 20 fachen Menge Petroleumäther versetzt, das aus- gefallene Podophyllotoxin bei 35° getrocknet, in möglichst wenig Chloroform gelöst und abermals mit Aether gefällt, — Zur Darstellung des Pikro- podophyllins dient der Chloroformauszug des käuflichen Podophyllins oder der Podophyllumwurzel. Der Verdampfungsrückstand desselben wird mit Petroleumäther ausgekocht, in Alkohol gelöst, mit überschüssigem Kalk- hydrat versetzt, verdampft, der zerriebene Rückstand mit absolutem Alkohol ausgekocht und aus dem Filtrat durch Concentriren oder Wasserzusatz das Pikropodophyllin abgeschieden. Um es zu reinigen, wird es mit 50proc. Spiritus, dem etwas Ammoniak zugesetzt ist, gewaschen. Untersuchungen über die Wurzel von Rhinacanthus com- munis. P. Liborius. 2 ) Die Wurzel enthielt ausser den gewöhnlichen ') Pharm. Ztsolir. f. Russl. 1881. No. 12, 44—50. Berl. Ber. 15. .377. *) Ibid. 98. Ibid. 14. <>86. Pflanze. Bitterstoffe, Harze etc. 143 Pflanzenbestandtheilen in den alkoholischen Auszug übergehendes Rhina- canthin, einen harzigen, kirschrothen, stickstofffreien Körper, dessen alko- holische Lösung durch Alkali roth, durch Säuren grüngelb gefärbt wird. Nach den vom Verf. ausgeführten Analysen käme diesem Körper die Formel xCi-tHisO* zu. Ueber die Destillationsproducte des Colophoniums. A. Renard. l ) Ueber die Xanthorrhoea-Harze. J. M. Maisch. 2 ) Ueber das Harz von Leptandra Virginica. T. U. Lloyd. 3 ) Aus dem alkoholischen Auszug scheint durch Wasser nicht nur das Harz des Handels allein gefällt zu werden. In der wässrigen Lösung befindet sich nämlich noch ein Bitterstoff (Glycosid?), der durch Kochen mit ver- dünnter Schwefelsäure unter Abscheidung einer neuen Menge Harzes zer- legt wird. Ueber das Oel von Dipterocarpus. Jorissen. 4 ) 12. Analysen von ganzen Pflanzen u. s. w. Beiträge zur Chemie der Laubmoose. Ed. Treffner. 5 ) Zehn Moose verschiedener Gattung enthielten in lufttrockener Masse: 0/ Asche (sandfrei) 1,9 — 6,39 Fett 0,6 — 2,16 Wachs und Chlorophyll .... 0,65 — 2,81 Harz 0,35 — 0,7 Gerbstoffartige Substanz .... 0,085— 1,85 Organ. Säuren 0,05 — 1,81 Glycose 1,17 — 8,19 Saccharose . . . . ^. . . . 0,07 — 3,01 Ammoniak ....'.... 0,011—0,153 Salpetersäure 0,078— 0,384 Wasserlösl. Eivveisskörper ... 0,71 — 4,5 Alkalilösl. Ei weiss 0,181— 4,04 Alkaliunlösl. Eiweiss 3,54 — 5,3 Pararabin 0,51 — 2,41 Cellulose 10,88 —22,73 Durch Chlorwasser zerstörbare un- lösliche Substanz (kein Lignin) 28,7 — 49 Eine Analyse von Damiana (Turnera aphrodisiaca). A. B. Parsons. ) Es wurden gefunden: Wasser bei 115—125° 9,06 Asche 8,37 Chlorophyll weiches Harz und flüchtiges Oel 8,06 Hartes braunes Harz 6,39 ') Compl rend. !>2. 887. Berl. Bcr. 14. 1206. •) Aivh. (I. Pharm. 1881. H. 464: uns Americ. J. of Pharm. Vol. LIII. 4. Ser. Vol. XI. 217. ■) riiarni J. T .ansäet. (3) 11. :570. Chem. soc. 1881. II. 103. Berl. Ber. 14. 1111 4 ) Arcli. (1. Pharm. 1881. II. .571; aus J. d. Ph. d'Anvers. 1881. 23a r> ) Pharm. Ztschr. I' Ruaal. 1881. 470. 485. Berl. Bor. 14. 2252. ,: l Pharm. .1. Tranaact. (.;) II. 271. Chem. boc. 1881. II. um;. Berl, Ber. 14. 1113. \AA Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, T)ün(?er. Zucker, Farbstoff und Extractivstoffe . . 6,42 Tannin 3,46 Bitterstoff 7,08 Gummi 13,50 Stärke 6,15 Säure und alkalische Extracte . . . . 10,02 Albuminoide 14,88 Cellulose 5,03 Spuren von flüchtigen und nicht flüchtigen organischen Säuren, welche mit Eisenchlorid einen rothen Niederschlag geben. Ueber die giftigen Bestandteile, das ätherische und das fette Oel von Illicium religiosum. J. F. Eykmann. 1 ) Die Früchte von Illicium religiosum (japanisch Sikimi) kommen zuweilen unter den Früchten des Illicium anisatum als eine in Folge ihrer Giftigkeit gefähr- liche Verfälschung vor. Frische Blätter des Baumes mit Wasser destillirt gaben 0,44 % ätherisches Oel, spec. Gew. 1,006 bei 16,5°, (a) D = — 8,6 u . Es besteht aus einem bei 173 — 176° siedenden Terpcn vom spec. Gew. 0,855, welches mit Salzsäuregas nicht fest wird und eine Rotation von —22,5 ° besitzt und aus 25 % flüssigem Anethol. Der Samen der Sikimi- Früchte, dessen Gehalt an fettem Oel 52,02 % betrug, wurde mit Petroleum- äther entfettet und mit essigsaurem Spiritus (1 %) ausgezogen, das Extract mit Chloroform ausgeschüttelt und dessen Verdampfungsrückstand mit Wasser ausgezogen. Diese Lösung mit Petroleumäther gereinigt und endlich nach dem Uebersättigen mit Kaliumcarbonat mit Chloroform ausgeschüttelt lieferte nach dessen Verdampfung eine amorphe Substanz, aus welcher durch Stehen- lassen mit Salzsäure Krystalle vom Schp. 175° entstanden. Diese Substanz wird Si kimin genannt. Viburnum prunifolium. H. Allen. 2 ) Der alkoholische Auszug der Wurzeln enthält einen Farbstoff, der durch Bleiacetat ausgefällt wird und ein braunes Harz von sehr bitterem Geschmacke, wahrscheinlich ein Glycosid. Der ätherische Auszug liefert das Viburnin Krämer's (aus Vibur- num Opulus). Aus dem Rückstand lässt sich durch Wasser Oxalsäure, Malonsäure und Citronensäure ausziehen. In der Rinde wurde Valerian- säure nachgewiesen. Die Asche (ungefähr 9 %) besteht aus Sulfaten und Chloriden des Calciums, Magnesiums, Kaliums und Eisens. Eriodictyon californicum. W. C. Holzhauer. 3 ) Der alko- holische Auszug der Blätter enthält ein flüchtiges Oel von aromatischem Geruch und Geschmack, leichter als Wasser und einen geruch- und geschmack- losen krystallisirten Körper, unlöslich in Benzol und kaltem Wasser, in heissem Wasser löslich und demselben saure Reaction ertheilend; ferner Tannin. In dem wässrigen Auszug wurde Gummi gefunden neben Tannin und einer braunen färbenden Substanz. Aus dem ätherischen Auszug fällt Wasser ein Harz, welches ein vegetabilisches Wachs, Kautschuk und ein sprödes Harz von bernsteingelber Farbe und aromatischem schwach bitterem Geschmack enthält. In der ätherischen Lösung bleibt der oben erwähnte krystallisirte Körper. ») Pharm. Ztschr. f. Russl. 1881. 334. 349. 365. Berl. Ber. 14. 1721. a ) Pharm. J. Transact. (3). 11. 413. Chem. soc. 1881. II. 104. Berl. Ber. 14. 1112. 3 ) Pharm. J. Transact. (3). 11. 170. Chem. soc. 1881. II. 105. Berl. Ber. 14. 1112. Pflanze. Analysen von ganzen Pflanzen u. s. w. 145 Ungefähre Analyse der Frucht von Omphalocarpum Procera. W. A. H. Naylor. 1 ) Ausser Kautschuk, Harz, Glycose, Fett und anderen allgemein verbreiteten Pflanzenbestandtheilen, wurde ein saponinartiges Gly- cosid gefunden, das durch seine Löslichkeit in Alkohol sich noch mehr dem Monesin als dem Saponin ähnlich erwies und Omphalocarpin, stickstofffreie, in Alkohol lösliche, bei 130° ohne Schmelzung zersetzbare, nicht glyco- sidische, mit Schwefelsäure eine purpurrothe Lösung liefernde Krystalle. Phyto lacca dioiea. Ball an t. 2 ) Bestimmung des in der Pflanze enthaltenen Chlorophylls, Wachs u. s. w. Aspidium rigidum enthält nach W. J. Bowmann. 3 ) in seinem Rhizom Filixsäure, Fett, Gerbstoff, Glycose, Gummi, Pectin und Stärke. Aschen-Analysen. Referent: C. Kraus. Bestimmung des Stickstoff-, Mineralstoff- und Phosphor- säuregehalts verschieden er Futterlegumin ose n. Von A. Roussille. 4 ) Wir begnügen uns mit einer Inhaltsangabe, weil die Untersuchung mit einem Gemenge von Luzerne und Esparsette, denen überdies Gräser und andere Pflanzen beigemischt gewesen zu sein scheinen, angestellt wurde, also eine phy- siologische Verwerthung dieser Bestimmungen nicht wohl stattfinden könnte. Aschengehalt erfrorener Baumblätter. Von E. Ramann. Vergl. Jahresber. 1880. p. 180. Zusammensetzung des Buchweizens. Von G. Lechartier. f) ) Untersucht wurden 2 Proben, die eine von schieferigem Terrain (Cesson), die andere von kiesigem Boden (Saint- Jacques). Erntezeit 17. und 22. September 1880. Cesson Saint-Jacques Verhältniss des Strohgew. zum Körnergew. . . 1,585 1,640 Aschegehalt des Strohs in Proc 9,089 10,20 „ „ „ nach Abzug der Kohleus. 7,743 8,903 „ der Körner (kohleusäurefrei) . . 2,350 2,171 Alles bezogen auf bei 100 ° getrocknete Substanz. Zusammensetzung der kohlensäurefreien Asche: Kali . . . Natron . . . Kalk . . . Magnesia . . Eisenoxyd Phosphorsäure aure Schwefelsäure Chlor . . Stroh CessoB S. -Jacques 44,01 1,71 21,66 7,49 1,66 8,29 0,61 2,51 12,06 47,74 0,64 12,52 4,61 1,07 12,38 1,79 2,86 16,39 Körner Cesson S. -Jacques 25,73 0,77 km; 15,06 0,30 43,47 0,29 3,93 0,63 29,89 0,59 4,79 17,48 0,24 44,27 0,00 2,24 0,62 ') Pharm J. Transacl IHSI. No. 59a S. 177. Berl. Bor. 15. :*77 ■) J. Pharm. Chim. (ft) I. 232. Chem.soc. IHM. II. UM. Berl.Ber. IS. 31 :| ) ciicm 8oc. IHHt. II ii;.:; Berl. Ber. 15. :<77. ') Anna! agronom. T VII. Hefl 3 p. 362. r 'i Ibid. p. 376 Vgl Jahresbericht F. 1880. p. 184, •l.ii berloht, IC I 10 146 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Der Vergleich der Zahlen ergiebt erhebliche Verschiedenheiten, beson- ders beim Strob. Noch mehr zeigt sich dies, wenn auch die Analysen des Verf. vom Jahre 1879 und die Zahlen der Wolff'schen Tabellen angezogen werden. Es enthalten 1000 Thle. Trockensubstanz: Asche . . . Stickstoff . . , Kali ... Natron . . Kalk ... Magnesia . . Eisenoxyd Phosphorsäure Kieselsäure Schwefelsäure Chlor ... Bekanntlich reift der Ccsson S.-Jacques Cesson S. -Jacques 90,89 12,29 33,95 1,32 16,99 5,78 1,28 6,39 0,47 1,94 9,32 Buchweizen sehr 89,08 11,55 44,90 0,60 11,77 4,34 1,00 11,64 1,68 2,69 15,41 23,50 23,17 6,15 0,18 2,39 3,54 0,07 10,22 0,07 0,92 0,15 ungleich und 21,71 22,06 6,49 0,13 1,04 3,80 0,05 9,65 0,00 0,49 0,14 wächst auch mit Ausbildung der Früchte noch kräftig weiter, was bei Beurtheilung obiger Tabelle im Auge zu behalten ist, Ueber die Zusammensetzung und den Gebrauch des Falasco (Sumpfkräuter). Von F. Sestini. x ) Untersuchungen über die Zusammen- setzung der Sumpfpflanzen (Phragmit. comm., Scirpus-, Cyperus-, Carex-, Typha-Arten u. s. w.), welche in Toscana als Düngmittel benutzt werden. Zur Zeit des Mähens sind dieselben noch ziemlich weit von der Fruchtbil- dung entfernt. Gehalt der lufttrocknen Substanz an Mineralsubstanzen 4,68 o/ . Es enthält: Kieselsäure-Anhydrid . Phosphorsäure -Anhydrid Schwefelsäure-Anhydrid Chlor Eisenoxyd Kalk Magnesia Kali Natron Chlornatrium . . . . Ab für Cl an Untersuchungen von Futter Die Keinaselie % 24,63 4,87 4,39 17,43 3,67 9,87 3,04 18,29 18,53 104,72 3,92 100,80 lafer. Von 1 kg der lufttrocknen Substanz S 11,527 2,279 2,055 1,718 4,619 1,423 8,560 1,549 13,441 J. v. Moser. 8 ) Ver- gleichende Bestimmung von 22 Haferproben (Av. sativa) aus verschiedenen ») Landwirthsch. Versuchsstat. 37, p. 176—182. B ) Ibid. 209—213. 147 Gegenden mit besonderer Berücksichtigung der Höhenlage (Gebirgs- und Landhafer). Erntewitterung ungünstig, Körner zum Theil ausgewachsen. Bezeichnung der Proben: No. 1. Lungauer H. (aus Mauterndorf im Taurachthale ca. 1100 m Seehöhe). „ 2. Pongauer Eggarth. (aus Werfen, Pongau). „3. „ Späth. „ 4. Sibirischer H. (aus Radstadt). „ 5. Austral. H. (aus St. Johann, Pongau). „ 6. Flachgauer H. (aus Seekirchen, 580 m Höhe). „ 7 — 11. Aus der Umgebung des Attersees (360 m). No. 8 u. 10. Schwarzspelzig. No. 11. Weiss- und schwarzspelzig gemischt, Vom rechten Traunufer (Berg-Ritzlhof, 360 m S.-H.) Weisspelz. Sehwarzspelz. Domäne Särvar (Raabthal). 19. Proben vom Plattensee (Keszthely). 12. 13. 14. 15. 16- 20 — 22. ungar. Kapath. (Munkacs). Berghf. Klima rauher. der ungar. Tiefebene (Banat) (Siehe die Tabelle auf S. 148.) Landhf. aus Ungarn. Analyse vonBa taten (Batatas edulis) aus Surin am. Von A.Mayer. 1 ) Dieselben enthielten : Zusammensetzung dor Reinasche Wasser 62,8 °/o Kieselsäure 7,1 % Asche 1,3 Eisenoxyd 0,5 Eiweissartige Stoffe . 2,0 Manganoxydul 0,2 Rohfaser . . . . 1,0 Kalk . . 2,4 StärkmebJ . . . . 29,0 Magnesia . 5,1 Rohrzucker . . . 2,7 Kali . . 59,7 Glykose . . . . 0,4 Natron . . 1,9 Harz 0,8 Chlor . . 10,7 Phosphorsäure 12,4 Schwefelsäure 4,8 Zur llopfencultur. Von Muntz. 2 ) Untersuchung der ehem. Zu- sammensetzung dir Ranken, Blätter und Zapfen in zwei Versuchsreihen: April bis Juni, dann Mitte Juni bis September. In der ersten Vegetations- zeit ist die Asche reicher an Stickstoff, Kali, Phosphorsäure, als in den späteren Vegetationsperioden. Einem ha Boden wurden entzogen (kg) durch Stickstoff' Phosphorsäore Magnesia K :il i die Pflanze 91,14 22,70 24,35 41,81 die Zapfen 42,35 13,89 8,78 20,19 Rückstand auf dem Felde 48,79 8,81 .5,57 21,62 Fühlings landw. Zeitung 1881. Heft 3. p. 139. -) Moniteur de la Hrasseric 1880. Bierbrauer 1881. No. 1. Biedermanns Centralblatl L881. lieft :• a 281. - Die Kurse des Referats in letzter Quelle Bestatte! keinen näheren Hinblick in die Tragweite der gewonnenen Zahlen. Keinen- i'alls aber berechtigen sie zu einer einzeiligen ESmpfehlung Btickstofireicber Dünger, da nicht die üeppigkeil des Wuchses, sondern die Weichlichkeit und Qualität des Doldenansatzes entscheidet Bekanntlich aber leidet die letztere in vielen Lagen gerade durch N-reiche Düngung. Angaben über den Wuchs, die Beschaffenheil 3er Dolden, die Bodenverhältnisse und Lage, ?on denen der untersuchte Hopfen ta te. fehlen in unserer Quelle ganz. Etei 10* 148 Boden. Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. u ß CS ■=■ CO CS i. o ö< ! tOi-'Oeooo-vJCsoi r B -'■ -. — X c 4- ifkWtsi-»o«ca)MCiWi^6j»i-' No. der Probe Q ec p j*a je p 00 p je Co "►£•• 00 "es © CS "►?* ^ ececececeeeoececeoeeecececeo jeoojÄjojc oo 3 JO CO l— 63 "bo oo "ec "k^ "ec "m- '© "bo j-ij^.j>3aspCSjs3j<}^JO O O 1 OD W b "-^i m w oo eo"co"co"Vocs"-^ibi"vicht von lOOOKöniern (S) O P* es je jic jm jf^. p jw jjs CO CS "<{ "J-i "bi "63 "CS ">-* CSOiOOOOM-OOOiCS JS3 JN» j»~J es ec p jfi. -^ Ol W tö Ol 00 J<1 "w"^"is3"00"eo"ob3"^"O^"C0"t0CS00 o:t^eoOi^eotoo5^^woiviOo Vol. -Gew. 1». hl. kg eO 00 Ol p 00 JC J-* JJS JOD © J3S p p CS "60 Ol "tfa. 00 "63 "hF^ "ec o CS ffi » O 00 (CtOOOOWOHMW O "to "^ to J-» "•<( bi "od "es "co >- Vj es OiffltOOMOOM'-'OtSO'MWI-' Protein c 1 tu 9 e s O O =r "g CC 3 Ol Ol p "eo JJSJXJ>j^iJ3SJJiJÜiJ3S 'jssbi^cs'K-'bs'eo'bo CO©eoeoCOCsi-i00 Oi Oi p jvl Oi j^. jfi. jp». ^CO V\ j->■ "h* "ec "to "Ö "h 4 bi "I- 1 tOtOI- l OOCS©tOOiOOODI-'OOl-itO CO i* 3 bn os p p p J>3 p Js3 p p "^ "n-i © "rf^ "63 "ec "Vi V* OQO^vfSCOODCC CO o> jss p jp». j>a j>c> os p p co rfi. jfs» jt». jf^ jns "^1 bi "co "co "m. es "^ "10 00 ec "co "rf*. go "es ooooiiooococoeo^es^^cs^ Zucker u. 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"63 "0 "m- "63 "t- 1 "co bi "h- 1 "•<» "ec "k-* cfti(i.otooö5K->jH»tacfti-'OM % der Reinasche CS o v '-» ec r 7 es j-i j» p j-* oo j» es "k> "od "Vj Vi "oo ' oo "^ ^I©CSCO©CSCOCO r. ec p p p p j% Welches ist das beste Saatgut? Von G. Haberlandt. 1 ) Pole- mische Bemerkungen zu einer Erwiderung Wollny's gegen einen Aufsatz des Verf. über das nämliche Thema. Welches ist das beste Saatgut? Von E. Wollny. 1 ) Erwiderung auf Obiges. U eber Co nserviruug der Getreide inSilos. Von A.Muntz. 2 ) I. Unter- suchungen über den Gaswechsel der Körner bei freiem und begrenztem Luftzu- tritt. In freier Luft bildet sich ungefähr zehnmal soviel Kohlensäure als in einem verschlossenen Gefäss. Durch raschen Luftwechsel (Lüftung der Speicher) wird der durch die Athmung herbeigeführte Verlust vergrössert. Das in freier Luft gebildete Kohlensäurevolum ist kleiner als das des absorbirten Sauerstoffs. Verf. verweist hier auf das analoge Verhalten fettreicher Samen. Im verschlossenen Gefäss wird der vorhandene Sauerstoff in ziemlich kurzer Zeit absorbirt. Sehr trockne Körner liefern ganz wenig Kohlensäure, die Ausscheidung desselben nimmt rasch zu mit dem Feuchtigkeitsgehalt, in enormer Progression , wenn der Wassergehalt 13 bis 1 4 % überschreitet. Auch mit Zunahme der Temperatur erhöht sich sehr rasch die producirte Kohlcnsäuremenge, wenigstens bis gegen 50°. Ist diese Temperaturgrenzc erreicht, so tritt ein Stillstand ein, bei weiterer Erhöhung der Temperatur aber macht sich die Verbrennung neuerdings und mit grosser Energie geltend. Verf. unterscheidet hiernach eine der Athmung correspondirende Verbrennung und eine „rein chemische" Verbrennung, welch letztere sich eben bei der erhöhten Temperatur geltend macht. Schwefelkohlenstoff und andere Anästhctika vermindern die Kohlensäurebildung, ohne sie aufzu- heben; die chemische Verbrennung dauert dagegen fort. II. Der je nach der Lüftung verschiedenen Höhe der Kohlensäureab- gabe entspricht auch die Verschiedenheit der chemischen Zusammensetzung der Körner. So hatte innerhalb 30 Monaten auf einem gelüfteten Speicher aufbewahrter Hafer 7,2% mehr an Trockensubstanz verloren als solcher in Silos. Der Verlust trifft hauptsächlich das Stärkemehl, das sich um 6% vermindert hatte. Viel geringer ist die Abnahme des Proteins. Bei ge- lüftetem Mais war der Verlust um 10% höher. Der Abgang fällt zum Theil auf die Verbrennung (Athmung), zum TheiJ auf das bei in der freien Luft aufbewahrten Getreiden erforderliche häutige Umschaufeln. — ■ In den vom Verl', geprüften Silos nahm der Feuchtigkeitsgehalt der Körner gegen i\vn allen Schwankungen der äusseren Lull ausgesetzten oberen Theil allmählig it. Auch erwärmen sich die oberen Schichten stärker, es dringt Sauerstoff genug ein, um Keimung anzuregen u. s. w. Es kann auf diese Weise Verderben des Getreides bewirkt werden. Wenn die Aufbewahrung in Silos ihre Vorzüge bewähren soll, müssen drei Bedingungen erfüllt sein: möglichste [rockenheil des Getreides, vollständiger Abschluss des Silos and Erhaltung leiner Wände .ml' ziemlich gleicher Temperatur. Heber den Einfluss des Lichts auf die Keimung. Von F. G. Stebler. 8 ) Nach Verf. hat das Lichl auf die Keimung bei vielen Samen einen bedeutend grösseren fördernden Einfluss als die Wärme, namentlich hei Poa. So keimten ') Fühlings landw. Zeitung L881. lieft 1. p. 1. llett 1. p. 224. — Jahres- berichl 1880. p. 211. -) Journal de Pagriculture 1881. No. 616. p 291, No 617 p 228. ■• i Veihamllgu. des Naturwiss. Vereins in Zürich 1881. 8. 102—104. For- chungeii aui 'lein Gebiete (Wv Agriculturphys. Bd. IV. p. 1"'. 154 Bodeu, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. von Poa nemoralis im Lichte 62, im Dunkeln 3 % 55 i? 55 n n ""? n n *■ 11 „ P. pratensis „ „ 59, „ „ 7 „ »5 55 »5 55 55 "1, „ „ U „ Versuche im Gaslicht führten ebenfalls zu dem Resultat, dass das Licht die Keimung gewisser Samen, namentlich von Gräsern, deren Verf. eine Reihe aufzählt, begünstigt, so dass dieselben im Dunkeln entweder gar nicht oder nur sehr spärlich keimen. Dasselbe gilt auch vermuthlich für andere Sämereien, wenn auch der Unterschied geringer ist. Für schnell und leicht keimende Samen, z. B. Klccarten, Bohnen, Erbsen glaubt Verf. eine vor- teilhafte Einwirkung des Lichts nicht annehmen zu können. (Nach den schon von früher bekannten Keimprüfungen, insbesondere aber nach den von Nobbe inzwischen publizirten vergleichenden Versuchen ergiebt sich aber keine Bestätigung des Einflusses der Lichtwirkung, im Gegentheil erwies sich das Licht sogar öfter als Verzögerungsmittel. Ref.) Einfluss der Farbe der Samen auf die Keimung. Von A. Pauchon. 1 ) Nachdem verschiedene Versuche ergeben hatten, dass bei weissen Bohnen, unabhängig von allenfalls verschiedener Dicke und Quell- barkeit der Samenschalen, das Würzelchen fast immer eher hervorbrach als bei den violett-schwarzen, wurde das Verhalten der verschiedenfarbigen Samen zur Sauerstoffabsorption einer näheren Untersuchung unterzogen. Verf. ging hiebei von der Annahme aus, jene Samen, deren Farben das Licht stärker absorbiren, würden wegen des experimentell nachgewiesenen Einflusses des Lichts auf die Sauerstoffabsorption auch mehr Sauerstoff auf- nehmen. Die Versuche ergaben hiemit übereinstimmend eine viel beträcht- lichere Absorption bei violettschwarzen Samen, während, wie erwähnt, die weissen schneller keimten. Verf. zieht den allgemeinen Schluss, dass zur Erreichung derselben sichtbaren